Sauerland, die Gier und die Moral

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Adolf Sauerland, der Duisburger Oberbürgermeister, möchte nicht zurücktreten. 21 Tote Raver, die in seiner Stadt den Tod fanden, bedauert er, mehr nicht. In Welt online fand ich heute einen interessanten Artikel. Bei einem Rücktritt müsste er in seinen alten Beruf als Lehrer zurückgehen, würde päter als Rentner weniger Pension erhalten. Würde er abgewählt, stünden ihm im Monat 6700 Euro zu, deutlich mehr also. Nun mag ich nicht spekulieren, aber das finanzielle Argument wiegt schwer und ist nicht zu unterschätzen.

Über die strafrechtliche Verantwortung des Oberbürgermeistes mögen Juristen streiten, dass er die politsche Verantwortung hat, steht ausser Frage. Es wäre eine Frage der politischen Kultur, dass Adolf Sauerland sein Amt zur Verfügung stellt. Sein Kleben daran zeigt nur, wie verkommen die politische Kultur in Deutschland bereits ist. Egal, was die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft zu Tage fördern werden, wer am Ende die Verantwortung trägt, der Fall Sauerland zeigt heute bereits, dass selbst 21 tote Menschen kein Grund für ein moralisches Schuldeingeständnis des CDU Kommunalpolitikers sind. Ich möge mich irren, das hoffe ich sogar, nur wird es am Ende wieder mehrere ?? Bauernopfer geben, die gehen müssen, damit Politiker weiter ihre fetten Pensionen einstreichen und sich dann über die ausbreitende Politikverdrossenheit mokieren können.

Wenn morgen die Trauerfeier in Duisburg stattfindet, sollte auch darüber gesprochen werden, weil es zur Aufarbeitung der tragischen Erignisse bei der wohl letzten Love-Parade unbedingt dazugehört.

22:28 30.07.2010
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Geschrieben von

rolf netzmann

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rolf netzmann

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