Wofür steht die Linke?

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Heute früh hörte ich die Meldung im Radio, dassRot-Rot-Grün in NRW gescheitert ist, weil die Linke nicht regierungsfähig sei. Eben lese ich die Headline im Berliner Kurier, dass Sahra Wagenknecht neue Fraktionschefin der Linken im Bundestag wird. Zwei Meldungen, die mich grübeln lassen. Die "Rote Sahra" galt lange Jahre als Anführerin einer Minderheitsmeinung in der PDS und der Linken. Nun soll sie die Fraktion gemeinsam mit Gysi führen. Die pragmatische Frau Beuerlein in NRW muss eine Niederlage einstecken, weil ihr die Partei auf dem Weg in die Regierungsverantwortung nicht folgen will. Wohin steuert die Linke, wieder in eine Fundamentalopposition? In Berlin und Brandenburg ist sie in Regierungsverantwortung, in der Bundeshauptstadt seit 2002. Wofür steht die Linke, sehe ich die Dramaturgie des Rostocker Parteitages, der auf Konsens getrimmt war, steht die Frage drängend zur Klärung an. Ohne eine klare Strategie, was sie wollen, wird es für die Linken schwer werden, 2013 bei der Bundestagswahl wieder ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen. Mehr noch, sie werden bei den nächsten Landtagswahlen erklären müssen, wofür sie gewählt werden wollen. Nun sind Wahlen nicht alles, nur definiert sich darüber die Einflussnahme politischer Parteien. Will die Linke weiterhin politisch agieren , muss sie in diesem Jahr, in dem keine weiteren Wahlen anstehen, diesen innerparteilichen Klärungsprozess ausfechten. Ansonsten wird sie sich zu recht fragen müssen, wofür sie gewählt werden möchte.

10:57 21.05.2010
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Geschrieben von

rolf netzmann

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