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Im Interview wettert Bascha Mika („Spiegel“ Heft 07/2011) über die Feigheit der Frauen, um ihre Rechte zu kämpfen. Ich mag nicht beurteilen, ob Männer mutiger als Frauen sind.

Ich finde es allerdings schade, dass es die emanzipatorischen Fortschritte, welche es in der DDR – zumindest im letzten Jahrzehnt – gab, zugunsten des alten Rollenmusters aufgegeben wurden. Bei der Frage nach dem „Warum“ ist festzustellen, dass es keine erkämpfte, sondern eine verordnete Emanzipation war. Egal, ob auf staatlicher Ebene oder in Partei- und Gewerkschaftsleitungen – stets gab es die Weisung, dass ein hoher Prozentsatz Frauen in den jeweiligen Leitungen sein müsse. Oftmals war das Interesse der Frauen gering; dementsprechend fiel die „Überzeugungsarbeit“ aus.

Es gab keinen Kampf um gleiche Rechte; die Zahl von Professorinnen war in der DDR gering; Entscheidungsträger in der Wirtschaft waren fast ausnahmslos männlich usw. DDR-Frauen waren souverän im Alltag – auch bedingt durch die Berufstätigkeit -, aber Kämpferinnen waren sie (bis auf wenige Ausnahmen) nicht. Ist das gleich Feigheit?
Und ich glaube nicht, dass sich in diesem Punkt die Männer muitiger verhalten haben.
Also - alle feige?

Insofern halte ich die Vorwürfe der TAZ-Frau über das Ziel hinausschießend.

12:48 08.02.2011
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Geschrieben von

Nietzsche 2011

kritisch denkender Ostdeutscher; zur Wendezeit bürgerbewegt; seitdem "Lebenskünstler"
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rahab | Community