Zur Hölle mit uns Menschen

Ökologische Krise Die fundamentale ökologische Krise ist klar vor Augen und dennoch herrscht eine ausgeprägte kollektive Handlungsstarre.
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Die globalisierte Welt ist wahnsinnig geworden. Die Menschheit fährt den blauen Planeten an die Wand. Die ökologische Katastrophe ist klar vor Augen und dennoch gibt es kein Stopp, keine radikale Umkehr. Jeden Tag neue Horrormeldungen.

Die Menschheit? Nein. Hauptverantwortlich ist die große Mehrheit der politischen und ökonomischen „Eliten“ in einem gier-dynamischen System mit seiner papageienartigen Huldigung des freien Marktes.

Das große Problem: Die übliche, auch gutmeinende Aufklärung ist stumpf geworden. Nationale und internationale Debatten, Kongresse, nichtbindende Beschlüsse, eine machtlose unterfinanzierte UNO – schön, dass wir darüber geredet haben. Hohe verbale Offenheit bei ausgeprägter Handlungsstarre. Und: „Die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“, so die 90-jährige Kurzanalyse, immer noch aktuell. Die absurd-gute Nachricht: Auch die vermeintlichen „Eliten“ trifft der ökologische Kollaps, auch von Mord und Totschlag in der Welt bleiben sie nicht verschont. Millionenfach. Demokratischer Untergang - sollten die 99% nicht aufwachen und für eine „Union Erde“ aktiv fordernd streiten?

Einen besonders klaren Blick auf die existenziellen Dinge der Union Erde hat Herbert Lenz mit seinem jetzt und in 20 Jahren aktuellen Buch „Zur Hölle mit uns Menschen. Warum wir mehr Verbote und ein neues Denken brauchen.“ Lenz geht es um eine globale Perspektive. Wer über Klimawandel, ökologischen Fußabdruck, Massentourismus, Elektromobilität und Konsumgier reden will, der muss sich zugleich tiefgreifend mit internationaler Wirtschafts- und Finanzpolitik, der Macht der transnationalen Konzerne, mit Ursachen von Krieg und Frieden, der Bevölkerungsexplosion in Afrika und zukünftigen Ernährungsfragen beschäftigen. Nur einzelne Aspekte der globalen ökologischen Krise zu betonen, verstellt den Blick und schafft eher Verwirrung als existenziell notwendige Einsichten, was zu tun ist. Wir haben in der Tiefe kein Analyseproblem, sondern ein kollektives Handlungsproblem. Lenz stützt sich bei all seinen Aussagen auf ein breites und seriöses Datenmaterial. Übrigens, den Welterschöpfungstag (ökologischer Overshoot) haben wir 2018 schon mit dem 01. August erreicht. Ab jetzt leben wir über unsere Verhältnisse, beuten die Natur und zukünftige Generationen hemmungslos aus. Alles kostenlos. Der Natur sind unsere Scheuklappen-Denkmuster und unsere verängstigte Kleinstaaterei egal. Die Natur braucht uns nicht, wir brauchen sie. Herbert Lenz entwickelt eine Fülle von Lösungsansätzen, national wie international, der Union Erde verpflichtet. Für alle Politiker eine erhellende Pflichtlektüre, insbesondere für die Partei „Die Grünen“ als notwendige Erinnerung an ihre Gründungsidee.

Herbert Lenz, Zur Hölle mit uns Menschen. Warum wir mehr Verbote und ein neues Denken brauchen. Streitschrift für eine Union Erde. Verlag Komplettmedia (2017)

14:01 03.08.2018
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Geschrieben von

Bildungswirt

Ahasver, Bildungsexperte, Wissenschaftscoach, Müßiggänger, Dada-Musiker mit Blasmusikausflügen
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