Lob des Hochbeets

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Ich möchte aus gegebenem Anlaß (gestern abgeerntet!) ein Loblied schreiben, ein Loblied auf mein Hochbeet; und ich möchte alle, die gerne „garteln“, mit diesem Beitrag anregen, sich ein Hochbeet zuzulegen!
Meine Gründe: Das Hochbeet gibt dem gärtnerisch tätigen Menschen wieder Würde, indem es ihm den aufrechten Gang ermöglicht, der ihm als Krone der Schöpfung eh zusteht. Mögen die anderen auf den Knien rutschend in der Erde wühlen wie die Maulwürfe, der Hochbeetgartler steht beim Umgraben und Pflanzen gerade wie eine Tanne, „le front dans la lumière, les pieds dans la poussière“, wie der Franzose sagt, und der Wind küßt ihm die Schweißperlen von der Stirn!
So, das war die Lyrik, hier die knallharten Fakten:

Vorteile
Ein Hochbeet hat nicht nur Vorteile für den Gärtnerrücken: Das Gemüse gedeiht dank vieler Nährstoffe und zusätzlicher Bodenwärme ausgezeichnet (die Bodentemperatur ist um 5-8 Grad höher als im Erdbeet), was die Erntezeit verfrüht und so die Vegetationsperiode verlängert. Das Gemüse lässt sich durch einen überstehenden Rand leicht vor Schneckenfraß schützen und bei Wetterextremen kann man ein Hochbeet notfalls auch mal abdecken.
Da die unteren Bodenschichten aus Gartenabfällen wie Ästen und Laub bestehen, die im Laufe der Zeit langsam verrotten, werden zusätzliche Nährstoffe freigesetzt, auf weitere Düngergaben kann man daher in der Regel verzichten. Das bei der Rotte freigesetzte Kohlendioxidgas, das langsam durch die lockere Erde aufsteigt, bringt ebenfalls zusätzliche Nährstoffe ins Beet. Kurz gesagt: Man hat praktischerweise den Komposthaufen in der unteren Etage schon eingebaut!

Winterquartier
Im Winter beschützt mein Hochbeet meine Kräutertöpfe vor Frost. Pflanzen, die ich schon im Herbst gekauft habe, aber wegen der langen und oft schneereichen Winter hier im Bayerischen Wald erst im Frühjahr einsetzen möchte, überwintern problemlos, warm in Laub und Erde eingemummelt, im Hochbeet. Im Frühjahr dient es mir als Pflanztisch beim Umtopfen von Zimmerpflanzen und beim Eintopfen von auf der Fensterbank gezogenen Sämlingen. Ich schütte einfach einen Haufen Erde hinein, packe meine Töpfe und Gerätschaften daneben und los geht’s mit der Drecksarbeit, mit ruhigem Sinn, denn der „Dreck“ bleibt dabei im Beet und verteilt sich nicht in der weiteren Umgebung.

Frühbeet
Im Frühjahr schließlich wird mein Hochbeet zum „Kalten Kasten“, den ich bei Bedarf mit Folie oder Glasscheiben abdecken kann. In ihm kann ich frühe und kälteempfindliche Gemüsesetzlinge anziehen, aber auch Radieschen, Salat und Kohlrabi aussäen, wenn es „draußen“ oder vielmehr „unten“ noch viel zu kalt dafür wäre. Besonders Bohnen, die ohne eine gewisse Bodentemperatur gar nicht erst keimen, tun dies im Hochbeet in Raketengeschwindigkeit.
Und dann erst die Ernte – immer auf Augenhöhe mit der Bohne!

Bauen
Ein Hochbeet kann man selber bauen oder auch anfertigen lassen. Unseres hat der Zimmerer aus Lärchenholz gemacht, das sehr wetterbeständig ist. Wichtig ist, es mit Teichfolie an den Seiten auszukleiden, um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen, genauso wichtig: Engmaschiger Hasendraht am Boden, damit ungebetene Gäste (sprich: Wühlmäuse) draußen bleiben, willkommene aber, wie die bodenverbessernden Lumbricidae aus der Ordnung der Wenigborster (vulgo: Regenwürmer), auf keinen Fall von ihrem segensreichen Wirken abgehalten werden.

Anleitungen zum Bauen eines Hochbeetes gibt es im Internet wie Sand am Meer, hier z. B.:
www.hochbeet.net
www.sbg-bauernbund.at/index.php?id=342

15:55 28.09.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

donkischott

Wir waren alt und brauchten das Geld!
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