Wer sagt ’s dem Regisseur?

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Jedesmal, wenn in einem Tatort oder Polizeiruf einer anfängt, sich als Gourmet oder Weinkenner zu outen, fange ich innerlich an zu zittern. Ich denke, nein, nein, nicht schon wieder, aber er tut’s natürlich doch, denn wir sind im deutschen Fernsehen: Er nimmt ein Weinglas in die Hand und er patscht es dergestalt an, daß er 5 fettige Fingerabdrücke auf dem Kelch hinterläßt, oder, noch schlimmer, indem er den Kelch in die hohle Hand nimmt, wie einen Cognacschwenker seligen Angedenkens (… das ist schon einen Asbach Uralt wert …).
Am Anfang dachte ich immer, aha, das ist der Mörder, er ist gar kein Feinschmecker und schon gar kein Weinkenner, er tut nur so, und auf diese subtile Weise wird er jetzt, für alle sichtbar, überführt. Aber leider: Überführt ist nur der Regisseur, als einer, der vom Wein und vom Weintrinken keine Ahnung hat. Wozu hat wohl der Glasmacher einen langen Stiel an das Glas gemacht? Damit man mit dem Teil beim innigen Zutrinken seinem Gegenüber die Augen aussticht?

Ach, noch was: Cognacschwenker sind auch out. Nur für den Fall, daß mal einer als Cognac-Kenner im Tatort auftreten soll …

10:19 29.09.2010
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Geschrieben von

donkischott

Wir waren alt und brauchten das Geld!
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