blausax

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RE: Frieden ohne Besatzer | 01.04.2021 | 16:25

"In mehr als vier Jahrzehnten Bürgerkrieg und Besatzung gehörte der stete Rückfall in Anarchie und Chaos zum Standard."

Es hätte mich gefreut, wenn Anarchie in Afghanistan geherrscht hätte.

Es würde mich freuen, wenn Journalisten aus der Chaos-und-Anarchie-Falle herausfinden würden. Bei Politikern, die markige Sprüche klopfen, gehört dass wahrscheinlich dazu und es wäre sinnlos, das zu beklagen.

Wenn aber Journalisten, die uns doch die Welt erklären wollen, Anarchie und Chaos in einem Atemzug nennen, bin ich enttäuscht, dass sie in diese Schlagwortfalle tappen.

Zur Strafe sollten sie einen ganzseitigen Artikel schreiben, in dem sie erklären, was Anarchie war, ist und will und welche anarchischen Manifestationen es heutzutage gibt.

RE: Im Namen der Herren | 01.10.2013 | 17:49

Sehr geehrter Herr Rohrhofer,

ich stimme Ihnen zu, dass die Substanz hinter den bejubelten Worten von Papst Franziskus bisher kaum zu finden ist.

Aber was meinen Sie , wer denn Papst geworden wäre, wenn Kardinal Bergoglio damals schon die Homo-Ehe vertreten hätte oder getönt hätte, man müsse den Filz in der Vatikanbank beseitigen?
Dass in der Vatikanbank etwas faul ist, wissen wir seit den 80er Jahren, und jeder, der dort etwas ändern wollte, ist gescheitert.
Und auch wenn viele Gruppen katholischer Gläubiger sich wünschen, es solle sich schnell etwas ändern, muss man doch Realist bleiben und anerkennen, dass jede Änderung einer Vorbereitung bedarf und man auch den Konservativen im Klerus Gelegenheit geben muss, den "wind of change" zu spüren. Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun, immerhin wurde Rom auch nicht an einem Tag erbaut.
Obwohl kein Katholik, bin ich trotzdem vorsichtig optimistisch und hoffe, dass der Herrgottt seinem Oberhirten viele Jahre Zeit geben wird, eine Kirche der Armen - für die Armen - zu bauen.

RE: Leipziger Dummheit: Bürger gegen Asylbewerber | 15.06.2012 | 11:38

"Flüchtlinge/Asylbewerber zu kasernieren"
Es gibt Gegenden in D, wo es genau anders herum läuft: Bei "quer" im Bay. Rundfunk wurde von einem Landkreis in Bayern (ausgerechnet!) berichtet, wo sich die Bürger DAFÜR aussprachen, die bisher kasernierten Mitbürger fremder Herkunft im Kreisgebiet auf Wohnungen zu verteilen.

Hier war es die Kreisverwaltung, die das vehement verhindern wollte, u.a. mit dem Argument, wenn sich die Asylbewerber (vermutl. hat dort niemand "Asylsuchende" gesagt) zu wohl fühlen, kommen sie noch auf die Idee, bleiben zu wollen.

Das Video ist leider nicht mehr im Archiv, die Lobby der privaten Sender verhindert erfolgreich, das die Öff.-Rechtl. Sender zu viel für die Bildung der GEZahlenden tun kann.

RE: 90 Euro im Schnitt | 02.12.2011 | 14:38

Die Praxis der Jobcenter kann auch menschlicher aussehen:
Junge Frau Anfang zwanzig ohne Ausbildung, mit abgebrochenem Studium und Minijob bei Zeitarbeitsfirma bekommt ein Kind und meldet sich ausbildungssuchend, um nach der Elternzeit eine Ausbildung zu beginnen und beantragt Sozialleistungen.
Gibt im Antrag wahrheitsgemäß an, von ihren Eltern mit monatl. 200 € unterstützt zu werden, diese tauchen in der Berechnung auch mit auf.
Geht in Widerspruch, da vermutlich andere Kriterien nicht ausreichend beachtet wurden.
Bekommt einen Anruf von ihrem Jobcenter, wieso sie von ihren Eltern noch unterstützt würde, die müßten das doch nicht, durch die Geburt ihres Kindes habe sich die Unterhaltspflicht erledigt.
Die Eltern sollten doch einen Brief an sie aufsetzen, worin sie die Beendigung der Unterstützung erklären und sie möge diesen mit einreichen. Daraufhin würden ihre Sozialleistungen neu berechnet.

Chapeau!

RE: Flut der Hormone | 28.08.2011 | 16:06

Mir ist schleierhaft, wieso der Artikel in der Rubrik „Wissen“ eingeordnet wurde.
Er strotzt vor Polemik und führt an keiner Stelle zu einem Zuwachs an Wissen.
Natürlich sollte man sich gut überlegen, zu welchen „therapeutischen“ Zwecken man Hormone einnimmt, denn eine Therapie ist immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung.

Die Relevanz für den Verbraucher ergibt sich genau daraus, dass man einer Vielzahl BPA-Quellen ausgesetzt ist.
Da nach wie vor nicht bewiesen ist, dass BPA unschädlich ist (was die Industrie nicht hindert, genau das unermüdlich zu behaupten), sollte man eben jeden unnötigen Kontakt vermeiden. Denn immer mehr Forscher finden östrogenartige Wirkungen bei Konzentrationen, die 50-fach unter den derzeitigen Grenzwerten liegen!

Wie das UBA im Jahr 2010 ausführt (www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3782.pdf), enthält Thermopapier ca. 1% BPA in ungebundener Form, wodurch es bei Hautkontakt sehr schnell ins Blut gelangen kann. Und diese Belastung der Thermodruckpapiere gelangt über Papierrecycling nicht nur übers Abwasser in die Umwelt, sonder übers Toilettenpapier, Papierhandtücher etc. auch wieder in die Haut.
Im Übrigen wurde die Hautgängigkeit nicht nur an Schweineohren sondern auch an Proben menschlicher Haut positiv getestet.
Bis die neuen Forschungsergebnisse genügend verifiziert sind sollte man sich vor Kontakt mit Thermopapieren als mutmaßlich gefährlichster Quelle bestmöglich schützen. EKG-Druckerpapier wird z.B. zur Befundung intensiv durch die Hände gezogen, glattgestrichen usw. Hierbei sollte man besser Einmalhandschuhe anziehen (oft genug hat man sie schon an) bzw. sich sofort die Hände waschen.

Der BUND hat Staub aus KiTas untersucht und in 90% der Proben BPA gefunden, durchschnittlich 4,4 mg/kg Staub. Außerdem wurde BPA im Körper von Kindern in 10-fach höherer Konzentration gefunden als bei Erwachsenen. (www.bund.net/bundnet/presse/pressemitteilungen)
Während der BUND versucht, Verbraucherschutzministerin Aigner zum Handeln zu bewegen, kritisiert Frau Zinkant Institute, die Firmen helfen, BPA-Quellen zu beseitigen! Sehr löblich.
Meine Lieblingsfrage in solchen Dingen: Cui bono?

RE: Spuren unserer Trennung | 27.08.2011 | 22:28

Hintergrund des Experiments ist die Frage, ob es Mechanismen gibt, die es Lebewesen ermöglichen, Umwelteinflüsse - egal welcher Art - abzuspeichern und sich später daran zu "erinnern".
Bisher ging man doch dogmatisch davon aus, dass die in der DNA kodierten Informationen für alle Vorgänge und Reaktionen verantwortlich sein sollen. Die GENETIK hatte es geschafft, sich im öffentlichen Bewußtsein zu platzieren und die Debatten zu beherrschen. Die EPIGENETIK kam leiser daher und wurde kaum wahrgenommen, sogar bekämpft, weil sie an Dogmen rüttelt.
Ich glaube fest daran, dass die Epigenetik die Wissenschaft und Forschung stärker verändern wird als die Genetik, weil viele Vorgänge erst durch die Epigenetik schlüssig erklärt werden können.
Außerdem stärkt sie die Verantwortung des Einzelnen für sich, denn wenn Umwelteinflüsse die Aktivität/Inaktivität von Genen verändern können, heißt das ja im Umkehrschluß, ich kann durch Veränderung meiner Umwelt (z.B. Ernährungsverhalten, Vermeiden von Gifteinflüssen, Psychohygiene etc.) Einfluß auf die Aktivität meiner Gene nehmen, ich bin der Macht der Gene nicht hilflos ausgeliefert .
Da die Epigenetik auch beschreibt, dass erworbene Eigenschaften weitervererbt werden können, habe ich damit schon Verantwortung für meine Kinder und Enkel noch bevor sie gezeugt sind, im Guten wie im Schlechten!

RE: Darf man den Tod Nedas zeigen? | 25.06.2009 | 02:59

Ja, Du hast recht, ohne Grenzen gehts nicht. Aber die Grenzen sind beweglich und und die Übergänge zu Zensur wohl fließend. Jede Gruppierung oder Gesellschaft wird die anders für sich definieren und auch über den Lauf der Zeit werden sie sich verändern (s.u.), schon weil jede Entwicklung neue Probleme aufwirft.
Z.B. das Tötungsverbot: lange herrschte relative Einigkeit darüber, dass bei Abtreibungen getötet wird. Heute aber müssen wir uns auch noch mit "verbrauchender" Forschung an Embryonen auseinandersetzen.

Hat jemand den großartigen Film "John Rabe" gesehen? Ich war nicht unbedingt über die zahlreichen Gewaltdarstellungen erstaunt, es war eine gewalttätige Zeit. Aber ich wäre beihnahe mit einem 14-jährigen reingegangen, der hat aber von sich aus abgelehnt.
Danach habe ich einen langen Brief an die FSK geschrieben und gefragt, ob sie sich dessen bewußt sind, dass mit einer Freigabe ab 12 Jahren durch die "Parental-Guidance-Regelung" auch 6-jähre in den Film geraten könnten. (§11 Abs.2 JuSchG)
Gern lasse ich Interessierten den Brief und die Antwort darauf zukommen. (Habe ihn auch an diverse Medien und das Familienministerium geschickt, geantwortet hat immerhin das letztere - ohne auf den Inhalt eizugehen)
Kurz, der Antragsteller hat gegen die Einstufung FSK 16 Einspruch erhoben und eine neu zusammengesetzte Kommission hat ihn ab 12 freigegeben.

Nebenbei bemerkt sind die im Film gezeigten schwarzweißen Erschießungsszenen originales historisches Filmmaterial, man kann also schon im Kino Menschen (Chinesen) beim Sterben zusehen.
Wem dies nicht reicht, der kann seine Kinder auch mit einer bildfüllenden Enthauptungsszene erfreuen, inkl. abgeschlagenem Kopf, aus dem das Filmblut rinnt.

Immerhin vermerkt Wikipedia zur FSK, dass Einstufungen nach Protest auch schon heraufgesetzt wurden, z. B. "Keinohrhasen", von FSK 6 auf 12. Immerhin.

Bestes Beispiel für sich verändernde Grenzen und starre Regeln: der Film "Blutige Erdbeeren". Der 17-jähr. Tochter einer Bekannten wurde 2005 der Eintritt verwehrt, obwohl die Mutter dabei war. Der Film wurde vor 35 Jahren mit FSK 18 eingestuft. Als DVD gibt es ihn jetzt ab 16.
Außer der Prügelszenen durch die Polizei am Ende kann ich mich nicht an gewalttätige Szenen erinnern.

Nein, man muss das Video nicht im Freitag verlinken, man muss nicht alles tun, was man tun könnte. Danke an den "freitag", dass sie der Versuchung widerstanden haben, und in wirtschaftlich schlechten Zeiten dadurch auf eine Menge Klicks verzichten.

RE: Darf man den Tod Nedas zeigen? | 24.06.2009 | 21:36

Anonymes millionenfaches Morden sind nicht faßbar; trauern kann man nur um Personen, nicht um Millionen. Und ich finde, das wird hier erlebbar. Ich denke, es ist wichtig, dass Opfer zu "Märtyrern"/Symbolfiguren im allgemeinsten Sinne werden, wenn eine Sache gerecht scheint. Und viell. ist in der heutigen Zeit auch ein Video einer Sterbenden möglich, um Mitgefühl und Trauer zu wecken.
Hoffentlich kommt die Trauer um diesen jungen Menschen nicht zu kurz

Das habe ich meinem 20-jähr. Sohn dazu geschrieben, zusammen mit dem Video.

Danke Titta für Deine wertvollen Beiträge und Dank auch den anderen.

@Titta
Dein Vorschlag zur Themenvernetzung ist gut, wenn auch in thematischen Foren schwierig.
Das Problem der Kinderpornografie wurde im freitag unter "Alternativen zu Schilda" brilliant beschrieben, das Problem ist nicht die Sperrung der Seiten sondern die fehlende Reaktion der zuständigen Behörden.
Aber der Vergleich zu den AktivistInnen (und Ermittlern) paßt nicht so gut, dort genügt es sicher, kurz reinzuschauen, um eine Strafbarkeit zu erkennen.
Gleichwohl weiß ich nicht, wie man eine solche Recherchearbeit ausüben, kann ohne Schaden zu nehmen. Immer mit dem Wissen, dass die Filme/Bilder echt sind.

Auch ich habe beruflich Berührung mit Sterbenden und Toten. Meine Emotionen dabei sind durchaus unterschiedlich, ich denke, sie sind abhängig von den Umständen und von meinen Erfahrungen und der augenblicklichen Stimmung.
Ich habe mir das Video von Neda angeschaut und mich meiner Tränen nicht geschämt.
Aber jeder muss selbst entscheiden, was er sich zumutet oder eben nicht.
Dass es Menschen gibt, die aus Sensationsgier danach suchen, kann man nicht verhindern, aber viell. dienen solche Videos ja trotzdem dazu, dass jmd. unter diesen davon berührt wird, eben weil es echt ist. Das Meiste in unsrer Medienwelt ist leider künstlich oder oberflächlich oder banal. Kein Wunder also, dass Menschen auf der Suche nach "dem Echten" sind. Und manche davon kann man dann mitunter dazu ermutigen, sich im "echten" Leben zu engagieren, weil sie nun eher einen Blick für echte Not haben, weil sie spüren, dass empfangene Sympathie ein länger anhaltendes Wohlgefühl erleben läßt.

Dass der "freitag" das Video verlinkt finde ich nicht nötig, das Web steht jedem offen, wichtiger ist wohl, dass darüber Meinungen ausgetauscht werden.