Es wird bunt!

MS ARTVILLE 2014 Das MS Artville wächst und wächst – Musik und Kunst verschmelzen immer mehr zu einem organischen Gesamtwerk.

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Es wird bunt!

Foto: Danilo Rößger

Nach zwei Wochen in einer konstant wachsenden Kunststadt verfliegen langsam aber sicher die Grenzen von Zeit und Raum. An jedem Tag und in jeder Ecke machen sich weitere Veränderungen bemerkbar. Plötzlich erahnt man wie das Wochenende werden wird, wenn Heerscharen von Schaulustigen und Tanzwütigen das Gelände bevölkern. Besonders die Organisatoren schauen an diesem sonnigen Juliwochenende gebannt auf das Gelände – mit dem Symfotronik und dem zweiten Teil der Sonnenfeste stehen nämlich Veranstaltungen in den Startlöchern, die es so noch nicht im Artville-Kosmos zu erleben gab.

Besonders das Symfotronik überrascht mit einem mutigen Booking und dem Claim, der Klassik ihre Schwere zu entziehen. Während der Opener Lambert zu Beginn des Abends in der Abendsonne ein unterhaltsames Kontrastprogramm zwischen versierter Pianomusik und Helge-Schneider‘schen Ansagen bietet, lässt Greg Haines einen Hauch von Elektronik in sein eklektisches Set einfließen und beginnt, die ersten Zuschauer zum Tanzen zu motivieren. Kyson, selbst in Tanz-Laune, und Patlac im Anschluss bringen mit sphärischen Beats die Menge in Wallung und sorgen dafür, dass die erste Ausgabe vom Symfotronik mit seinem unkonventionellen Konzept noch lange in den Köpfen der Besucher bleiben wird.

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Lockt die Samstagsveranstaltung also Freunde anspruchsvoller Unterhaltung vor die Butterlandbühne, zieht die zweite Ausgabe der Sonnenfeste ein feierwütiges Sonntagsrave-Klientel an. Was aber nicht heißen muss, dass es roh zur Sache geht – im Gegenteil: Konfetti, Seifenblasen und frischluftige Housebeats bestimmten den abermals sonnigen Tag. Heimspiel hat dabei das DJ-Duo PunktPunkt - aber auch die Fusion-Festival erprobten Schlepp Geist und Fennec & Wolf zaubern mühelos ein kollektives Lächeln in die Gesichter der tanzenden Meute. Einstand geglückt!

Wie schon angerissen bevölkert sich auch das Gelände abseits der Bühnen mehr und mehr. Der Yes-We-Can-Can-Container ist für so manchen das zweite zu Hause geworden. Kein Wunder, lädt an der Bar das Personal vom Golem auf famose Drinks ein und unterhält mit Musik aus der Konserve. Dies ist sicherlich eine willkommene Abwechslung für den Poetry Slam „Kampf der Künste“ der am Freitag stattfindet und Wortakrobaten aus Hamburg und Umgebung anziehen wird.

Neben der Vielzahl an Veranstaltungen gilt es auch neue Kunstwerke zu bestaunen. Besonders das Konstrukt von Sebastián Muhr zieht an diesem Wochenende die Blicke auf sich: Der Eine oder Andere mag sich vielleicht noch an seine Fahrrad-Statue aus dem letzten Jahr erinnern. Muhr geht in diesem einen Schritt weiter und verknüpft alte Fahrrad-Teile mit Beleuchtung und Motoren und entwickelt somit eine visuell beeindruckende Maschinerie, die besonders in der Nacht ihr Eigenleben imposant zur Schau stellt.

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Auch Altbewährtes wird nicht außer Acht gelassen: Derzeit wird vom argentinischen Stencilkünstler Federico Minuchin fleißig an der „Torte“ gewerkelt, sodass sie pünktlich zum Festival ein neues Gesicht verpasst bekommt und wieder zum Verweilen und Skaten einlädt. Der Wohnwagen der Zipper-Crew, heimlicher Star des Richtfests, macht über Symfotronik / Sonnenfeste II eine kreative Pause, um am Wochenende darauf richtig aufzufahren. Am Samstag nämlich wird das Gefährt auf die andere Straßenseite gehievt, wo die dritte Ausgabe des Spektrums stattfinden wird. Bei dieser „Momentaufnahme für Beatkultur“ geben sich unter anderem Neneh Cherry, Haftbefehl und Onra die Ehre. Währenddessen findet auf dem Artville-Gelände der Vogelball als bunter Balztanz statt, für das sich das Team so einiges einfallen lassen hat. Was genau, liegt noch unter dem Schleier der Geheimhaltung.

Wer nach dieser Nacht noch kann, kann am Sonntagnachmittag übrigens gleich noch zum Butterland Open Air: Dort locken nämlich Alle Farben, Lexer, Rampue und Jonas Woehl mit elektronischen Beats bist in die Dämmerung hinein. Klingt mit dem bereits erwähnten Poetry Slam am Freitag nach einem gewaltigen Programm für so ein kurzes Wochenende. Ob es Leute gibt, die alle Veranstaltungen mitnehmen werden? Also, mir fallen da so einige ein…

Text und Fotos: Danilo Rößger

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