BodoGoldmann

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RE: Das Gemeinsame ist der Geldbeutel | 19.03.2021 | 08:32

Die aktuelle politische Ausrichtung der Partei Die Linke ist ja nicht im luftleerem Raum entstanden. Sie entspricht dem Selbstverständnis, dem Lebensgefühl und der Weltsicht einer großen Mehrheit des Partei-Führungspersonals. Und dieses Führungspersonal wird nicht überzeugend aus wahltaktischen Gründen (um mehr Stimmen bei der Bundestagswahl zu bekommen) sein Selbstverständnis, sein Lebensgefühl und seine Weltsicht ändern. Die halten ihre politische Ausrichtung ja für völlig richtig. Schließlich sind sie ja so zu Einfluss, Renommee, Anerkennung und (Partei-) Geld gekommen. Dieser nette Einwurf hier dürfte also im besten Fall zu einigen neuen schön gestalteten Papieren führen. Und noch etwas: Die Menschen, "denen Angst und Bange wird, wenn sie an den Lohn, die Miete, die Stromrechnung oder an das Alter denken" mögen Angst haben und wenig Geld haben, aber dumm und uninformiert sind durchaus nicht. Falls diese Menschen einmal tatsächlich den Part über Migration und Einwanderung im Entwurf des Wahlprogramms der Linken lesen, werden sie mit ziemlicher Sicherheit nicht Die LInke wählen. Was dort steht, dürfte jeder Lohnabhängige des freien Arbeitsmarktes als Bedrohung empfinden.

RE: Worte, die etwas bedeuten | 10.02.2021 | 12:06

Die Linken reden so, wie es ihren Einstellungen, ihren sozialen Prägungen, ihrem Selbstverständnis, ihrem Lebensgefühl, ihrem Geltungsbedürfnis und ihren Ansprüchen etc entspricht. Wie sie eben untereinander ganz selbstverständlich und natürlich sprechen. Sollen sie sich etwa verstellen und ihren potentiellen Wählern etwas vormachen? Was möchte Christian Baron denn? Sollen die Abgeordneten, Funktionäre, Parteiangestellten, Siftungsangestellte, etc am Montagmorgen ihre Putzfrauen mit "Na, wie lief es denn am Wochenende mit ihrem Alten, Frau Koslowski?" begrüßen? Wie stellt Herr Baron sich die Lösung vor?

RE: Dieter, Gisela und die Impotenz der Linken | 28.04.2020 | 21:11

Aber das ist doch alles nichts Neues. Die Verachtung des Bildungsbürgertums für die arbeitende Bevölkerung hat eine lange Geschichte. Neu ist nur, dass aktuell allein das gutsituierte Bildungsbürgertum die politische Linke präsentiert. "Links" war einmal die Interessenvertrettung der Lohnabhängigen. Es ging bei "links" immer um die Verbesserung der finanziellen, sozialen und menschlichen Situation der arbeitenden Bevölkerung. "Links" waren die Kämpfer von 1918, der Kampf für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall der Arbeiter, der Kampf für die 40-Stunden-woche, der Kampf für 6 Wochen Urlaub, etc. Was ist heute "links"? "Links" ist heute der Kampf der bildungsbürgerlichen "Linken" für das eigene Wohlgefühl, für das eigene gute Gewissen, für das eigene "gute" hochmoralische Image, sprich für die eigenen geistigen und emotionalen Bedürfnisse. Mit einem Kampf für eine Verbesserung der finanziellen, sozialen und menschlichen Situation derer, die es aktuell dringend brauchen, hat "links" heute nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, faktisch arbeiten die "Linken" gegen sie. "Links" ist für die unteren 40% nur noch Betrug und Verar...ung. Und wieso sollte sich daran etwas ändern? Die "Linken" folgen doch nur ihren eigenen Bedürfnissen.

RE: Die Mutter aller Entscheidungen | 24.11.2012 | 15:48

Uri Avnery's Sicht ist wie immer sehr interessant.

In einem Punkt enttäuscht er mich aber. Wenn er schreibt:

"Die Hamas hat mehrfach erklärt, sie würde ein durch die PLO geschlossenes Friedensabkommen mit Israel respektieren, das einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 vorsieht.",

dann sollte er doch wissen, das Netanyahu einen palästinensischen

Staat in den Grenzen von 1967 ablehnt. Erst einmal haben israelische Regierungen noch niemals die Grenzen von 1967 akzeptiert geschweige sich überhaupt einmal verbindlich geäussert, wo der Staat Israel selbst seine Staatsgrenzen sieht. Und zweitens betrachtet

Netanyahu das Westjordanland als Teil Israels, sein erklärtes Ziel ist es, diesen Teil Palästinas zu annektieren und offiziell zu einem Teil Israels zu erklären. Genau dafür arbeitet seine Regierung planmäßig

und zielbewusst. Schon jetzt sind durch planmäßiges Regierungshandeln Tatsachen geschaffen worden, die einen Palästinenser-Staat unmöglich machen. Was also nützt es noch, wenn die Hamas die Grenzen von 1967 anerkennt, die israelische Regierung aber nicht? Es ändert sich dadurch gar nichts. Die Netanyahu-Regierung wird weiter an der Annektierung der Westbank arbeiten, ob die Hamas die Grenzen von 1967 anerkennt oder nicht.

Das alles dürfte Uri Avnery alles bekannt sein, schade, das er es nicht erwähnt.

RE: Konsequent unkonkret | 05.08.2012 | 12:08

Der neue Bundesvorstand ist doch ganz gut gestartet, zumindest die Stimmung in der Partei hat sich etwas verbessert. Konkret erreicht ist, was die vielen Widersprüche und Machtkämpfe in der Linken angeht, allerdings noch gar nichts.

Das die Linke im Westen in die Bedeutungslosigkeit ab sinkt, ist weiterhin möglich. Im Westen ist mit einem neuen Gesellschafts-System "Sozialismus" und der Methode "Marxismus" kein Blumentopf zu gewinnen. Wie man mit der gleichen Ideologie, die schon für die Verantwortlichen des Real-Sozialismus maßgebend war, glauben kann, jetzt wieder neu Erfolg zu haben, verstehen im Westen wohl nur die ehemaligen DKP-Genossen, die jetzt mit Hilfe der Linken ihren Traum vom Sozialismus reanimiert haben. Da diese sich in den meisten Landesverbänden im Westen inzwischen in Schlüsselpositioen gebracht haben, besteht eigentlich nicht mehr viel Hoffnung für die Linke. Die Wahl in Niedersachsen wird es noch einmal bestätigen.

Warum sollte man auch die Linke im Kapitalismus wählen, wenn die streng ideologisch ausgerichteten "Antikapitalisten" (die im Westen führend sind) in der Linken doch der Meinung sind, das die grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft im Kapitalismus nicht lösbar sind? Selbstverständlich können sie diese Tatsache mit Hilfe des wissenschaftlichen Sozialismus und der marxistischen Methode beweisen. Aber das konnte schon die DKP, dazu braucht niemand die Linke.