Borax

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RE: Die FAZ, Sarrazin und Lügen zu Weihnachten | 28.12.2010 | 01:41

Werter Herr Leusch,

Ihren Versuch, intellektuell zu wirken, habe ich sofort durchschaut. Insofern ist es in der Tat erforderlich, Ihnen dahingehend auf die Sprünge zu helfen, dass es in meinem Beitrag völlig zweitrangig ist, welche Meinung ich selbst habe. Ich habe die Meinung derer wiedergegeben, um die es in Herrn Sarrazins These geht. Insofern ist es völlig unsinnig, dass Sie mich persönlich angreifen - ein Griff ins Leere sozusagen - denn die Meinung derer, die ich ja nur zitiert habe, können Sie dadurch nicht wegmanipulieren.

RE: Die FAZ, Sarrazin und Lügen zu Weihnachten | 27.12.2010 | 20:43

Ich möchte nicht auf alle Behauptungen und Vorwürfe von Herrn Augstein eingehen, sondern nur etwas zu Hern Sarrazins Gen-Theorie zum Besten geben. Sarrazins Behauptung, dass es u.a. ein "Jüdisches Gen" gäbe, hat eine Welle der Entrüstung ausgelöst - auch beim Zentralrat der deutschen Juden. Dies wiederum hat vermutlich dazu geführt, dass viele Menschen das Denken sofort abgschaltet haben und mit dem Finger auf diesen bösen Sarrazin gezeigt haben.

Das Problem dabei - und gerade der Zentralrat der Juden hätte es wissen müssen - dass es auch in Deutschland Rabbiner gibt, die zur eindeutigen Klärung des Nachweises jüdischer Wurzeln DNA-Tests vorschlagen. Dieser Nachweis ist eine hinreichende Bedingung, um als Einwanderer in Israel die israelische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Am einfachsten ist es, wenn man eine jüdische Mutter hat. Aber die hat nicht jeder.

Deshalb empfiehlt beispielsweise der Berliner Rabbiner Andreas Nachama folgendes:

"Heute könnte man ohne Schwierigkeiten auch den Sohn eines jüdischen Vaters bestätigen, ja in großen Teilen der jüdischen Gemeinden in den USA wird dies ganz selbstverständlich im Rahmen egalitärer Überlegungen getan. Die altfrommen Rabbiner sollten sich einen Stoß geben – statt über ein neues restriktives Gesetz nachzudenken. Sie sollten ernsthaft in Betracht ziehen, die Halacha den Möglichkeiten der Zeit anzupassen, um jeden als Juden anzuerkennen, der dies zum Beispiel per Gentest belegen kann."

Hier die Quelle:
www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/8449/highlight/einfach%C3%BCdisch

Desweiteren gibt es in Israel jede Menge Firmen, die Geld damit verdienen, mittels DNA-Tests die jüdische Abstammung nachzuweisen.

Wie das funktioniert, kann man auf der größten jüdischen InterNet-Site in deutscher Sprache - HAGALIL - nachlesen:
www.igenea.com/docs/hagalil/hagalil.htm

Irgendwann im Sommer hat mein Schwager aus Tel Aviv angerufen und gefragt, was denn da in Deutschland los wäre. Er hätte gelesen, dass da ein deutscher Politiker übelst beschimpft würde, weil er gesagt hätte, dass es ein jüdisches Gen gäbe. Dann er wörtlich: "Wie, das wisst ihr gar nicht? - Nun habt ihr wieder was dazugelernt..."

Damit möchte ich meine Ausführungen abschließen und hoffe dass ich damit etwas zur Versachlichung der Diskussion beigetragen habe.

Vielleicht liest ja sogar der Herr Augstein diesen Kommentar und überlegt sich dann noch einmal, ob das denn alles so richtig war, was er über Herrn Sarrazin geschrieben hat.