Und schon wieder Hysterie…

Der Gonzo-Blog Ein Kommentar zu den Vorwürfen der Linksjugend gegen XAVAS
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„Macht Kaputt was euch kaputt mach!“

(Ton Steine Scherben)

Soso, die Linksjugend der Jugendverband der Linkspartei hat also Strafanzeige gegen Xavier Naidoo und Kool Savas gestellt. Wegen „Volksverhetzung und Aufstachelung zur Gewalt“. Es geht um einen Hidden-Track auf ihrem gemeinsamen Album „XAVAS“ Ein brachiales Statement gegen Kindesmissbrauch. In einer Presseerklärung werfen sie vor allem Xavier Naidoo, Homophobie, einen Führerkomplex und, wohl um ihren Hass auf alles christliche auch noch irgendwie in der Presseerklärung unterzubringen, zusätzlich noch christlichen Fundamentalismus vor. Wobei für viele in der Linksjugend wohl jeder ein christlicher Fundamentalist ist, der seine wechselnden Lebensabschnittsgefährtinnen nicht mindestens einmal im Jahr zum Abtreibungsarzt begleitet. Die Presserklärung der Linksjugend, sowie die Anzeige an sich, zeugt von einer Unkenntnis der Hip-Hop-Kultur von Monika Griefahnschem Ausmaß. Hätten sich die Mitglieder der Linksjugend etwas mehr mit Hip-Hop und seiner Geschichte beschäftigt, statt den ganzen Tag nur “Kraftklub” zuhören, wüssten sie das Provokation durch eine harte und bewusst derbe Brachialsprache als künstlerisches Stilmittel, seit jeher zur weltweiten und spätestens seit “Rödelheim Hartreim Projekt”, auch zur deutschen Hip-Hop-Kultur gehören. Deswegen rumzujammern und sich darüber zu beschweren ist als würde man sich darüber beklagen dass die Filme von Quentin Tarantino zu brutal und gewaltverherrlichend sind. Man kann dies natürlich alles tun. Wenn sich diese Heulsusen jedoch auf Dauer durchsetzen hören wir bald alle nur noch Heilewelt-Volksmusik und im Fernsehen laufen nur noch Rosemunde Pilcher Filme. Nicht zuletzt deshalb ist die Strafanzeige der Linksjugend völlig daneben. Es ist nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass aus Kreisen der Linkspartei versucht wird die der Kunst insbesondere im Bereich der Musik mit den Mitteln der Justiz zu beschneiden. Kürzlich versuchte die Linken Politikerin Monika S. einen Auftritt der Hip-Hop-Crew „Die Orsons“ beim Bundesvision Songcontest per Eilantrag zu verhindern, weil diese in einem Song ihre Lebensgeschichte auf ironische Weise verarbeitet haben. So Mancher in der LINKEN sehnt sich offenbar nach den “Guten alten Zeiten“ zurück, als man unliebsame Liedermacher noch ganz einfach des Landes verweisen oder sie am besten gleich ins Gefängnis werfen konnte. Man fragt sich in diesem Zusammenhang jedoch schon: Wo bleiben eigentlich die Strafanzeigen der Linksjugend oder der LINKEN-Politiker gegen zur Gewalt aufstachelnde Salafisten, oder gar gegen Autonome, die nicht nur verbal zur Gewalt aufrufen sondern diese auch immer wieder ganz handfest in die Tat umsetzen? Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat der Strafanzeige der Linksjugend übrigens mittlerweile eine klare Absage erteilt. Es läge kein hinreichender Tatverdacht vor. Fazit: Viel Lärm um nichts, und die LINKE hat wieder ein paar Jungwähler weniger.

Übrigens: Die besten Texte aus meinem Gonzo-Blog plus exklusives nie zuvor veröffentlichtes Material gibt es ab dem 8.Mai 2013 überall zum Download. Mehr Infos inklusive Freetracks auf meiner Homepage: brainfucker.de

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21:05 18.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Boris T. Kaiser

Der *Brainfucker* aka Gonzo: Freier Autor, Blogger, Satiriker, Gagschreiber, Gonzo-Journalist, Bürgerrechtler, Der schlimmste Hetzer seit Geißler
Boris T. Kaiser

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