Das Chamäleon- Die verschwiegene Vita einer deutschen Kanzlerin?

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http://3.bp.blogspot.com/-SdIIxxeyK2g/ThwTrInWdjI/AAAAAAAAALQ/n0Iq3OYtA5s/s320/cham.jpg © Marion Posch via pixelio.de

-Eine Satire-

Vorwurf 1: Die Vita der deutschen Kanzlerin Angela Merkel belege, dass sie eine „hervorgehobene FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda“ gewesen sei.


Dies äußerte jüngst der Vorsitzende der Partei “Die Linke”, Oskar Lafontaine, gegenüber dem Hamburger Abendblatt. “Sie gehörte zur Kampfreserve der SED“, führte Lafontaine für die umsatzstärkere Samstagsausgabe der hanseatischen Tageszeitung aus. Frau Merkel habe besondere Vorteile in der seinerzeitigen DDR genossen, die andere nicht hatten und habe an einer Akademie studieren dürfen, die nur so genannten Linientreuen vorbehalten war. Merkel habe sowohl in die Bundesrepublik als auch ins andere Ausland reisen dürfen. Er kritisierte weiter, dass die Debatte über die DDR-Vergangenheit heuchlerisch sei, da sich CDU und FDP jeweils zwei SED-Blockparteien einverleibt hätten und so täten, als wäre nichts gewesen. Wenn Merkel also mit dem Finger auf andere zeige, würden viele Finger auf sie zurück zeigen.

Anhand einiger Reaktionen war zu beobachten, dass die seinerzeit etwas verbissene Offenheit Lafontaines in der Tat vielen Deutschen aus dem Herzen sprach, insbesondere eben denen, die die „Linke“ immer noch für einen demokratischen Faustschlag einer Boxrunde hielten, obgleich sie als eigentliche Partei längst das K.O. aller demokratischen Absichten einzubüßen hatte und ihr die Titel „SED“ und „PDS“ unlängst aberkannt wurden.

Auch das mutmaßliche Totschweigen des Lebenslaufs unserer Kanzlerin sei, so weiter, einer vernünftig organisierten Demokratie keinesfalls zuträglich, sondern lasse eher Abgründe vermuten. Als “FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda” sei sie auf freiwilliger Basis eine der fanatischsten Verfechter des SED-Regimes gewesen.

Ja, Herr Lafontaine, das lässt sich doch ganz einfach damit erklären, dass es zu jenem Zeitpunkt in der DDR keine andere Partei gegeben hatte. Was, um alles in der Welt, hätte Angela Merkel denn sonst verfechten sollen? Demnach war es sozialistisch, zum sozialistischen Einheitsbrei zu gehören, für das Gleichschleifen des beeinflussbaren Umfelds Sorge zu tragen, den Kollektivismus zu fördern und geschult-geschickt alle Vergleiche mit demDritten Reich zu unterbinden, indem man die Schandtaten der Nazis dem Westen Deutschlands in die Schuhe schob, obgleich es unter Hitler eigentlich doch noch gar keine Trennung Deutschlands gegeben hatte und der Gleichschleifstein des Systems bereits eine gute Vorschule für die Pseudokommunisten der DDR gewesen sein musste. Ausschlaggebend für dieserlei Mutmaßungen sind da doch gerade die heutigen Querfrontstrategen, die zwischen Ultra-Links und Ultra-Rechts kaum noch Unterschiede für das persönliche und politische Wohlfühlklima ausmachen können. Wenn ich mir vom Berliner Hauptbahnhof nach Auschwitz eine Fahrkarte löse, dann ist es doch schließlich auch egal, ob ich den linken oder rechten Fahrkartenautomaten benutze, um an mein Ziel zu kommen, nicht wahr?

Vorwurf 2: Informelle Mitarbeiterin (IM) Merkel?

Während einiger Recherchen, die von einem Filmteam des Westdeutschen Rundfunks (WDR) angestellt wurden, soll durch einen Zufall ein Foto ans Tageslicht gekommen sein, auf dem die heutige Bundeskanzlerin in unmittelbarer Nähe eines Anwesens zu sehen gewesen sei, das dem SED-Kritiker Robert Havemann († 09.04.1982) gehörte. Genau dieses Foto entstand demnach zu einer Zeit, in der sich die DDR-Staatssicherheit (StaSi) nach System bemühte, FDJ-Mitglieder zur Überwachung von Havemanns Haus einzusetzen. In den Jahren 1979 bis 1982, bis Havemann starb, fand die dortige StaSi-Observation möglicherweise ihren nahezu bizarren Höhepunkt. Angela Merkel selbst habe die Publikation dieses Fotos untersagt, während die Medien fortan schwiegen. Diese Tatsache allein unterstreiche den Verdacht einer Verflechtung, die vertuscht werden solle und einer heutigen Kanzlerin keinesfalls dienlich sein könne.

Weshalb aber sollte man immer gleich das Schlechteste annehmen? Zunächst sollten wir uns die Frage stellen, um was für ein Foto es sich dabei wohl gehandelt haben könnte. Ist es etwa ein Foto einer jungen, attraktiven Angela, das anhand sichtbarer Inhalte der Absicht einer angedachten Modelkarriere entspricht, womit sich Merkel nur ein zweites Standbein schaffen wollte und dieses Treiben eben so gar nichts mit einer Observation des Havemann-Hauses zu tun hatte? Handelt es sich gar um eine missliche Situation, in der dieses Foto entstand? Schließlich möchte manauch nicht unbedingt einen Fünf-Sterne-Koch auf einem Bild entdecken, der gerade dabei ist, in ein Fettnäpfchen zu treten. Man weiß es nicht.Hier zählt das Recht am Bild und die Wahrung ihrer Privatsphäre. Selbstverständlich hätte man sich seitens der Partei auch Gedanken um die Privatsphäre Robert Havemanns machen können, was aber möglicherweise zu einer Arbeitsüberlastung hätte führen können.

Vorwurf 3: Das Unrecht der DDR würde nur halbherzig aufgearbeitet

Während die aus SED, PDS und WASG entstandene Partei “Die Linke” aufgrund ihrer überwiegenden DDR-Vergangenheit immer wieder angeprangert werde und...HIER LESEN SIE WEITER>>>

11:56 12.07.2011
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Geschrieben von

Brainlux Contor

BRAINLUX CONTOR NEWS
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