Brendan

"Wort ist Währung. Je wahrer, desto härter" (Reiner Kunze)
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RE: Keine zwei Meinungen | 06.04.2019 | 15:23

Ja, Bücher lesen, vielleicht auch Zeitschriften – fragt sich nur, welche. Den Anfang beim Sich – Informieren könnte man z. B. beim Beginn des Impfens in Europa machen, man könnte sich schlau machen über Edward Jenner, Louis Pasteur und Robert Koch (letzterer oben schon von mir erwähnt). Und wenn man sich dann nicht vom trüben „Spiegel“, dem Sturmgeschütz gegen die Demokratie, verführen lässt, sondern hier und da forscht, erfährt man Folgendes:

„Edward Jenner: Das Jahr 1796 war für Edward Jenner ein glückliches. Der englische Landarzt glaubte, endlich das passende Mittel gegen eine Geißel der Menschheit gefunden zu haben –die Pocken. Er impfte zu diesem Zeitpunktseinen bis dahin gesunden zehn Monate alten Sohn, der später schwachsinnig wurde und mit nur 21 Jahren starb. Heute wissen wir, dass Jenners Sohn der typische Fall eines Impfschadens war. Ein sehr hoher Preis für eine Impfung, die nichts nutzte, wie sich später herausstellen sollte. Einige Zeit später impfte er den fünfjährigen John Baker, der wenige Tage später starb. Ebenfalls geimpft wurde eine junge Frau im achten Schwangerschaftsmonat. Sie gebar ein totes Baby, dessen Gesicht über und über mit Pockenblasen bedeckt war. Obwohl man schon damals diese Vorkommnisse mit den Impfungen in Verbindung brachte, verschickte Edward Jenner seinen Impfstoff weiter an die europäischen Fürstenhöfe. Diese wiederum tauschten die Proben untereinander und impften vorwiegend Waisenkinder, um von den entstandenen Eiterbläschen der Kinder neues profitableres Material zu gewinnen. Innerhalb von 18 Monaten, hatte Jenner fast 20.000 Proben ins Ausland geschickt. Dem profitablen Geschäft traten Hebammen, Ärzte, Pastoren und Friseure bei. Bereits 1807 führte Hessen als erstes deutsches Land eine gesetzliche Zwangsimpfung durch. Doch selbst Maßnahmen dieser Art konnten der Bevölkerung keinen Schutz vor Pocken bieten. 60 Jahre später übernahm England diese Form des Impfens, doch der Erfolg blieb aus. Im Gegenteil! Auch Geimpfte erkrankten schwer an Pocken und weil jeder von ihnen ein Infektionsträger war, schnellten überall dort, wo man die Impfung angewandt hatte, die Erkrankungen in die Höhe. Allein in London starben in diesen Jahren 25.000 Menschen mehr an den Blattern/Pocken als davor. Auch Weimar, Hamburg und Berlin erlebten nach der Einführung dieser Impfung Pockenepidemien mit vielen Toten. Daher wurde die „Inokulation“, so wurde dieses Impfverfahren genannt, bald verboten. Edward Jenner wurde gegen Ende seines Lebens Zeuge großer Pockenepidemien, denen auch viele Menschen zum Opfer fielen, die er geimpft hatte. Dies ließ ihn ernsthaft an seinem Lebenswerk zweifeln. Vielleicht war ihm nicht einmal bewusst, wie teuer er selbst für seine Methode der Pockenimpfung hatte bezahlen müssen. „Ich weiß nicht, ob ich nicht doch einen furchtbaren Fehler gemacht und etwas Ungeheuerliches geschaffen habe." So Edward Jenner.

Louis Pasteur: Pasteur log bei seinen „Impfungen". Er entwickelte die zweite Impfung, Die Tollwutimpfung. Er hatte großartige Ergebnisse mit dieser Impfung vorzuweisen.

Zu der Zeitherrschte ein starker Konkurrenzkampf zwischen Deutschland und Frankreich. Egal auf welchem Gebiet, wichtig war nur, schneller und besser als der Nachbarstaat zu sein. Berühmt wurde er durch den Fall Josef Meister. Diesen 9-jährigen Jungen, der von einem Hund gebissen wurde, impfte er im Sommer 1895 gegen die Tollwut. Den Impfstoff züchtete Pasteur aus dem getrockneten Rückenmark eines Kaninchens. Weil Kaninchen schneller sind als Hunde, war er wohl der Überzeugung, das Tollwutvirus durch die Impfung überholen zu können, bevor es das Gehirn erreicht hat. Darum verwendete er Kaninchen. Pasteur stieg innerhalb kurzer Zeit zum Nationalhelden auf. Er ist es heute noch, obwohl er im großen Stil belogen und betrogen hat. Erst seit 1993 wissen wir, dass ihm kein bisschen mehr Erfolg beschieden war als Edward Jenner. Es wurden nämlich die 100 Privattagebücher Pasteurs veröffentlicht. Sie beweisen, wie Louis Pasteur die Wahrheit zurecht gebogen hatte: „Besonders negative Versuchsergebnisse hatte er nur in seine Tagebücher eingetragen, die veröffentlichten Daten dagegen frisiert und manchmal –wie bei seinen spektakulären Impf-Experimenten- bewusst gelogen" (Süddeutsche Zeitung).Nach dem ersten Weltkrieg wurde dann bekannt, dass die Impfungen Hirnschäden verursachen können. Doch die größte Krise der Impfung entstand, als Virologen bei der ,Mutter aller Impfungen’ herausfanden, dass der gezüchtete Impfstoff weder menschliche Pockenviren noch Kuhpockenviren enthielt, sondern ein völlig unbekanntes „Impfstoff-Virus“. Heute wissen wir, dass es nicht möglich ist, das Kuhpockenvirus in das Impfstoffvirus umzuzüchten. Folglich haben wir unseren Kindern über 100 Jahre lang einen Impfstoff eingespritzt, der in der Natur nicht existiert, von dem wir nicht wissen, woher er stammt und was er ist.

Robert Koch: Robert Koch stand Pasteur in Sachen Betrug in nichts nach. Großspurig hatte Koch 1890 beim „10. Internationalen Mediziner-Kongress“ in Berlin verkündet, er habe ein Wundermittel gegen die Lungenkrankheit Tuberkulose entwickelt. Doch nach der anfänglichen Euphorie kam die große Ernüchterung, weil das Tuberkulin katastrophal versagte und die Patienten reihenweise wegstarben. Was Koch als Wundermittel anpries, war nichts weiter als eine durch Hitze abgetötete Bazillenkultur. Er konnte keine Beweise für seine Theorien liefern. Schlimmer noch, die Markteinführung des Tuberkulin schien von langer Hand geplant gewesen zu sein, um sich mit dessen Produktion eine goldene Nase zu verdienen. Mit dem Glauben, Krankheiten entstehen durch Mikroben, wurde Robert Koch 1906 nach Deutsch–Ostafrika delegiert, um das Rätsel der Schlafkrankheit zu entschlüsseln. An über 11.000 Patienten versuchte er dies mit dem Injizieren von arsenhaltigen Atoxyl-Präparaten. Zahlreiche Kranke reagierten darauf mit starken Schmerzen, irreversiblen Erblindungen, Koliken und Schwindelgefühlen. Der Wissenschaftshistoriker Wolfgang Eckhardt konnte belegen, dass die Kranken in Konzentrationslager isoliert und als Versuchsmenschen herhalten mussten.“ (http://www.torindiegalaxien.de/erde11/Die%20Impfluege.pdf)

Möglicherweise sagt Ihnen die hier zitierte Seite nicht zu. Es steht Ihnen von meiner Seite aus nichts im Wege, die genannten Fakten zu widerlegen. Aber Vorsicht: Wenn sie an anderer Stelle evtl. unterschlagen werden, besagt das nicht, dass sie nicht stimmen. Sie müssten zur Widerlegung schon einen echten Gegenbeweis antreten.

Ich wiederhole gleichXanders Hinweis: Warum werden belastbare Argumente einfach übergangen? Warum wird jemand, der seinen Weg zu bestimmten Erkenntnissen nachvollziehbar belegt, einfach abgetan? Im Prinzip unglaublich. Aber dahinter versteckt sich eine unangenehme Wahrheit: In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine hohe Anerkenntnis dessen, was man „kritisches Bewusstsein“ nennt. Seit Beginn unseres Jahrhunderts bzw. Jahrtausends ist das nahezu verschwunden. Warum scheuen so viele Menschen heute das echte Fragen, Prüfen und eigene Forschen? Ich lasse diese Frage mal so stehen; wer mag, kann ihr nachgehen – falls das nicht auch schon von vornherein als zu abtrünnig empfunden wird. Ich möchte damit nicht ein neues Fass aufmachen, aber bemerkenswert ist das alles.

RE: Keine zwei Meinungen | 05.04.2019 | 22:21

Ja, liebe Bella, warum haben Sie das denn nicht früher gesagt? Da hätten wir uns doch eine Menge Diskussion ersparen können. Und hätten Sie das nicht auch deutlicher als Kritik am "Sender" formuklieren können? Denn der hat ja das ganze Trauerspiel mit seinem Abdruck des Artikels von Frau Grams auf den Weg gebracht. Allerdings findet man etwas genauerem Hinsehen doch auch ein paar Unterschiede - die Stoßrichtung des Artikels war nicht ganz so gezielt in eine Richtung.

RE: Keine zwei Meinungen | 03.04.2019 | 13:15

"......Homöopathen, Esoteriker, Impfgegner......sträflich......leichtsinniges, esoterisches, gläubiges Verhalten...........Pauschalität.....erschreckend.........noch schlimmer."

Tut mir leid, aus Ihren Äußerungen sind Ihrerseits von derartig viel Verallgemeinerung und Draufhau-Mentalität geprägt, dass sich eine genauere Antwort erübrigt.

RE: Keine zwei Meinungen | 03.04.2019 | 13:09

Ich frage mich zuerst einmal, warum immer nur die Homöopathie genannt wird. Es gibt eine Riesenanzahl alternativer Heilmethoden, die Erfolge und Misserfolge zeitigen – wie die Schulmedizin auch. Wenn Sie nun Erfolg in der Heilung durch die Schulmedizin zu verzeichnen hatten, ist das erfreulich. Aber da Sie nun so nett fragen: „Haben Sie das nicht....gehört?“, gebe ich die Frage einmal zurück: Haben Sie noch nie jemanden getroffen oder noch nie davon gehört, dass jemand mit einem Leiden von Arzt zu Arzt rennt und sich durch deren Diagnosen und wirkungslose Heilversuche regelrecht erniedrigt fühlt? Ich finde es fast schon provokant, nach den verschiedenen Berichten hier im Blog noch zu sagen, man habe das und das erlebt und eben nur das sei von Bedeutung. Ein Großteil meiner Anmerkungen ging darauf hinaus, diese Fixiertheit zu relativieren.

Sie meinen, unterschiedliche Ergebnisse bei medizinischer Behandlung seien immer schon „klar“ gewesen. Nein, eben nicht. Informieren Sie sich doch mal ein über die „Erfolge“ und die mehr oder minder vorhandene Ehrlichkeit der großen Impfbegründer Jenner, Pasteur und Koch. Zur Lektüre empfohlen: https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/medizingeschichte-der-grosse-irrtum-des-doktor-koch-1256014.html. (Die Frankfurter Allgemeine Zeitung dürfte eins der letzten Blätter sein, das für alternative Heilmittel oder überhaupt alternative politische Gedanken ein Forum bietet, sie ist absolut unverdächtig, gegen die Schulmedizin zu agieren.) Kochs Tuberkulin wurde gefeiert wie ein Wundermittel, erwies sich dann aber als eines derjenigen, in denen die Skepsis gegenüber der modernen Medizin ihre besten Argumente fand und findet. Kurz gesagt: Die Misserfolge, Lügen und Vertuschungen hier sind riesig. Wie sagten Sie doch so treffend: „Hat wohl noch keiner mitbekommen wie es war als es diverse Impfungen noch nicht gab.“ Haben aber auch wohl zu wenige mitbekommen, wie es mit den ersten Impfungen war.

Hochinteressant ist übrigens der letzte Satz dieses Artikels:„Koch reiste fortan vermehrt durch die Tropen, um dort wie früher auf einsame Erregerjagden gehen zu können. Nie hat er sich eingestanden, daß die Heilwirkung des Tuberkulins ein Glaubensakt war. Zumindest darin blieb er sich bis zum Tod mit den sonst verhaßten Homöopathen einig. Die setzen Tuberkulin mitunter bis heute als Therapie gegen Tuberkulose ein.“

Mit allen Äußerungen, welche zu vernachlässigenden Wirkungen Impfungen und welche entsetzlichen Wirkungen Nicht-Impfungen nach sich ziehen, sollte man generell vorsichtig sein.

RE: Keine zwei Meinungen | 03.04.2019 | 08:44

Liebe Alice,

ich befürchte, dass ich Deinen vorletzten Kommentar falsch, nämlich als Ironie, verstanden habe. Sorry. Dem, was Du schreibst, kann ich zustimmen. Selbstverständlich akzeptiere ich, wenn Eltern ihre Kinder oder jemand zu gegebenem Anlass sich selber impfen lassen will. Es wird i.d. R. Gründe geben, warum jemand sich für diese oder jene Therapie oder Vorbeugung usw. entscheidet. Und seine Erfahrungen können ihn bestätigen oder auch nicht, je nachdem. Das große Problem dieser ganzen Diskussion ist nur die vermeintliche Alternativlosigkeit einer Behandlung (davon sollte man wirklich nach allen politischen Ereignissen der letzten jahre die Nase voll haben) und die Schnoddrigkeit, mit der die Erfahrungen anderer Menschen und letztlich auch ein prüfendes Warnehmen und Denkenvom Tisch gewischt werden.

Zum Thema "V-theorie/ -theoretiker" bleibe ich allerdings bei meiner Ansicht: Natürlich wäre prinzipiell eine Theorie, welche auch immer, möglicherweise wahr oder unwahr, und niemand sollte überraschende Ergebnisse von vornherein als Unsinn abtun. Aber was ich bisher in puncto Bewertung von V-theorien gesehen und gehört habe, zeigt mir ziemlich eindeutig: Das ist schon kein Schimpfwort mehr, sondern eine Verurteilung. Und Frau Grams und die Skeptiker -Gesellschaft, der sie angehört, geht leider auch absolut in diese Richtung.

RE: Keine zwei Meinungen | 01.04.2019 | 10:23

Liebe Bella, wahrscheinlich meinen Sie es gut mit all ihren Äußerungen. Und wenn nach den Impfungen Ihrer Kinder keine Probleme aufgetreten sind, dann ist das erfreulich, aber kein Beweis dafür, dass Impfungen generell unproblematisch sind. Leider bleiben Sie nicht offen und ehrlich und nehmen wie auch andere Diskussionsteilnehmer die Erfahrungen z. B. von clg 123 und die Ausführungen von gleichXanders anscheinend überhaupt nicht wahr.

Dazu passt Ihre Anpreisung der WHO-Aktivitäten. Im von Ihnen angeführten Sputnik – Artikel heißt es: „Die WHO erklärt, die Gründe von Impfgegnern seien eine komplexe Mischung aus Selbstzufriedenheit, Unbequemlichkeiten beim Zugang zu Impfstoffen und mangelndes Vertrauen in deren medizinische Wirksamkeit.“ Also auch hier nicht die geringste Beachtung der Argumente von Impfkritikern.

Nebenbei: Ist Ihnen aufgefallen, wie geschickt die WHO Basisprobleme von Krankheit und Gesundheit und damit auch von Infektionsgefahren klein hält? Sie nennt in ihrer Liste der zehn gefährlichsten globalen Gesundheitsbedrohungen auch „Noncommunicable diseases“ und kann nicht umhin, „tobacco use, physical inactivity, the harmful use of alcohol, unhealthy diets and air pollution“als Gründe anzuführen und zu erklären, diese Gefahren lauerten „in low- and middle-income countries“ (was übrigens so nicht stimmt; nicht nur die ärmeren Länder, sondern auch die ärmeren Menschen in „reichen“ Ländern wie Deutschland haben diese Probleme). Was will sie als Gegenmittel einsetzen? “This year WHO will work with governments to help them meet the global target of reducing physical inactivity by 15% by 2030 ……” Da wird über die Welt hin Armut produziert und einerseits werden Hungersnöte nicht aufgefangen, andererseits überschwemmen die Ernährungsgiganten die Welt mit ungesunder Ernährung, aber die WHO will die Armen und Kranken zum Sport bringen. Harmlos formuliert bedeutet das: Das Pferd von hinten aufzäumen. Eine Kritik menschenverachtender Politik und der Praktiken mancher großer Unternehmen liegt für die WHO offenbar in weiter Ferne, so wahrscheinlich auch eine Kritik an Medizingiganten. (Und dass es da einiges zu kritisieren gibt, wissen wir durch das Beispiel Bayer sehr gut. Ich würde übrigens nicht behaupten, dass Unternehmen der alternativen Heilmittel nicht kommerziell arbeiten, aber zu den Giganten der Branche und deren Entartungsmöglichkeiten besteht mehr als ein nur quantitativer Unterschied.).

Sie schreiben: „Ich bin für eine marktwirtschaftliche Lösung des Problems.“ Sie dürfen davon ausgehen, dass in aller Regel die „Probleme“ bei Gesundheitsfragen marktwirtschaftlich gelöst werden – ob zum Guten oder zum Schlechten.

Und weiter: „Man kann Ärzten, die ihre Patieten von der Impfung überzeugen und dies durch saubere Führung eines Impfpasses dokumentieren, ein gutes Beratungshonorar bezahlen. Man kann einen hohen Preis für die Privatbehandlung nicht geimpfter Kinder festlegen. Dieser marktwirtschaftliche ökonomische Zwang verletzt keine Grundrechte und hat gute Erfolgschancen.“

Ich hatte oben geäußert, dass es keine grundlegenden Untersuchungen zu Impfschäden gibt, und habe hier bisher auch noch keine gegenteilige Info bekommen. Wie soll denn nun ein Arzt, der sich hier nicht auf solide Rundum-Untersuchungen stützen kann, vernünftig „überzeugen“? Zuerst einmal brauchte er doch die Information, und mit deren objektiver Weitergabe wäre es eigentlich schon genug – zu der richtigen Überzeugung sollten die Patienten (bzw. Eltern) selber kommen. Und für jede so wackelige „Überzeugung“ zum Impfen soll ein gutes Beratungshonorar gezahlt werden – merken Sie, was Sie hier anstoßen? Da reibt sich jemand frohlockend die Hände.

Aber noch einmal zurück: Warum gibt es keine solchen weit reichenden Untersuchungen zu Impfschäden? Wenn Impfschäden und - gefahren nur minimal aufträten, dürfte die Erstellung einer Übersicht kein Problem sein. Wenn sie allerdings weiter verbreitet und gravierender wären als allgemein bekannt, wäre eine solche Untersuchung aus Sicht der Unternehmen ziemlich kontraproduktiv.

Sie schreiben:„Niemand kann dich zur Impfung zwingen, aber die Solidargemeinschaft kann es ablehnen die daraus entstehenden Kosten zu tragen.“ Doch, das ist indirekter Zwang, wie Sie dann selber zwei Sätze später auch zugeben (wenn auch noch nicht so von Gewaltphantasien durchsetzt wie in den Vorstellungen von Herrn Zietz).

„Man kann einen hohen Preis für die Privatbehandlung nicht geimpfter Kinder festlegen. Dieser marktwirtschaftliche ökonomische Zwang verletzt keine Grundrechte und hat gute Erfolgschancen.“ Das heißt: Jeder Ärmere, der Gründe gegen das Impfen gefunden hat, hat von vornherein verloren. Was man dann unter Erfolg versteht, sei einmal dahingestellt.

Gern würde ich einmal wissen, ob Sie oder andere Impfbefürworter sich auch so vehement gegen die tausenden Krankenhaus-Infektionen mit Todesfolge einsetzen, ob sie die nachweislich kürzere Lebenserwartung ärmerer Menschen beanstanden oder ob sie - über das Feindbild Impfkritiker hinaus – auch das politische System kritisieren, das Deutschland in einen Pflegenotstand geführt hat und aus dem immer mehr deutschsprachige Ärzte abwandern, während zuwandernde Ärzte aus anderen Ländern keine Zusatzqualifikation in deutscher Sprache mehr finanziert bekommen. Könnte es sein, dass das Impfthema zumindest teilweise auch ein wenig von anderen Problemen ablenkt?

Nun, jeder kann sich seinen ganz speziellen Kampfplatz aussuchen, allerdings sollte man – ich sage es noch einmal – sein eigenes bisher angesammeltes Wissen nicht als letztgültig ansehen und andere Erfahrungen und Kenntnisse nicht schlichtweg übergehen. Ob man es hören mag oder nicht: Ein gewaltfreier Dialog ist vielleicht der mühsamere, aber im Ergebnis ganz sicher der bessere Weg als ein „War on terror.“

RE: Keine zwei Meinungen | 30.03.2019 | 13:32

Es wäre beruhigend, wenn es so wäre, wie Du sagst, Alice. Natürlich weiß ich, dass in puncto „Verschwörung(stheori)en“ auch weit über das Ziel hinaus geschossen wird. Dennoch halte ich es grundlegend für richtig, im 21. Jahrhundert nicht hinter einen Grundsatz der alten Römer zurückzufallen: „Et altera pars audiatur“, „Auch die andere Seite muss gehört werden“. Das bedeutet heute, dass man zur eigenen Urteilsbildung ein offenes Ohr bzw. Auge für Argument und Gegenargument und damit auch für Tatsache und Gegentatsache bzw. Forschung und Gegenforschung haben sollte. Ein wenig anders formuliert: Jeder Mensch ist nicht nur ein Künstler (oder sollte einer sein, wenn man das denn richtig findet), sondern jeder, dem es irgendwie möglich ist, sollte auch bis zum gewissen Grad ein Forscher sein, lieber eine Frage mehr als eine zu wenig stellen und lieber eine Informationsquelle mehr als ein zu wenig konsultieren - und eben auch die eine oder andere der Gegenseite.

Ich staune, dass oft so wenig abwägende Haltung geübt, sondern Zustimmung gesucht wird. Tendenziell wird als völlig fraglos hingenommen, dass jahrelang hoch und heilig gehaltene Medizin-„Erkenntnisse“ plötzlich nicht mehr gelten: Lange wurde das Essen von Hühnereiern (böses Cholesterin !!!!) nahezu als Selbstmord angesehen, plötzlich ist dagegen nichts mehr einzuwenden. Kaffee trinken – hohe Gefahr der Austrocknung, heute nichts mehr davon; Blutdruck ist hingegen schon ab 120 syst. gefährlich – wirklich? Aber stimmt das jemanden nachdenklich? M.E. viel zu wenige.

Was mich nachdenklich stimmt, ist z. B. auch, dass es einen Organspendeskandal gab, dass es ein Gesetz gegen Bestechlichkeit im Medizinwesen geben muss und, und, und. Ich unterstelle hier keine subversiven Aktionen der Pharma-Industrie, aber es geht leider viel zu häufig um Geld, viel Geld. Dass z. B. auch die Privatisierung der Krankenhäuser weniger dem Patienten als Lobbygruppen gelegen kommt, dürfte auch nicht so schwierig zu erkennen und vielleicht sogar am eigenen Leib unangenehm zu erfahren sein. Auch wenn man es nicht gern hört: Das Gesundheitswesen ist ein Verdienstfeld erster Güte, und daher ist hier m. E. mehr Vorsicht besser als etwas zu wenig.

Was mich im konkreten Fall sehr beunruhigt, ist u.a.,

- dass Frau Grams, deren Argumente hier nicht im Einzelnen behandelt werden können, tatsächlich behauptet: „Es gibt keine „Kontroverse“, keine „Debatte“ über das Impfen in der wissenschaftlichen Welt. Über nichts im Bereich der Medizin ist sich die weltweite Wissenschaftscommunity einiger als über den Nutzen des Impfens“, und leider nicht thematisiert, dass aus dieser „Wissenschaftscommunity“, wie auch aus vielen anderen, zahlreiche Wissenschaftler eben einfach ausgeschlossen werden, so wie es auch manchen Medizinpionieren wie z. B. Ignaz Semmelweiß seinerzeit widerfuhr;

- dass es keine umfassende offizielle Untersuchung über Impfschäden gibt (sollte es doch eine geben, lasse ich sie mir gern nennen), dass Horst Seehofer (nicht gerade mein Lieblingspolitiker) so ehrlich war, zuzugeben, dass nicht selten politisch sinnvolle Vorhaben in der Gesundheitspolitik gegen die Pharmalobby nicht durchzusetzen sind (und an anderer Stelle: „Die, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden; die, die entscheiden, lassen sich nicht wählen“; könnten wir es hier evtl. mit einem Problem großen Ausmaßes zu tun haben?). Man muss die Pharmalobby nicht verteufeln, aber ein grenzenloses Grundvertrauen kann ich nicht teilen. Und dass wirklich nicht alle medizinischen Lehrsätze evidenzbasiert sind und ihnen gegenüber eine gesunde Skepsis nicht ganz fehl am Platze ist, sollte sich auch schon herumgesprochen haben.

Zum Schluss: "Das 'Verschwörungstheorie" für viele, so wie für dich auch, weitere Konnotationen beinhaltet liegt einfach am Rezipienten."

Nein, liebe Alice, wenn diese Konnotationen nicht gesehen werden, liegt es am Rezipienten. Und genau wie oben gilt auch hier: Augen auf nach allen Seiten. Die von mir angesprochenen Konnotationen sind, wenn man den Rundumblick wagt, nicht mehr zu übersehen. Und im Sinne eines sachlichen Argumentierens fände ich es weiterhin besser, den Verweis auf „Verschwörungstheorien“ außen vor zu lassen.

RE: Keine zwei Meinungen | 29.03.2019 | 08:52

Ich fände es auch besser, wenn diese und andere Diskussionen ohne die ständigen Verweise auf Verschwörungstheorien usw. abliefen, aber wie man an dem Text von Frau Grams sieht: Es geht anscheinend nicht. Wortgefechte in dem angesprochenen Sinn finde ich auch nicht gut, aber was soll man machen, wenn jemand so etwas aufreißt? Man kann zunächst einmal darauf hinweisen, dass damit die Ebene des sachlichen Diskurses verlassen wird.

RE: Keine zwei Meinungen | 29.03.2019 | 08:23

Nur 2-4 Prozent der Bevölkerung lehnen Impfen rundheraus ab (und bedienen sich dabei im Verschwörungsgemischtwarenladen).

Hätte der Hinweis „Verschwörungstheoretiker“ (hier ein kleines bisschen anders formuliert) fehlen können? Nein. Denn man braucht, wenn man einseitig informiert, das Totschlagargument. Es ist nahezu allgegenwärtig, und wer für etwas gehalten werden will, muss es einfach benutzen. Führte bis vor Kurzem noch jede Diskussion oder „Argumentation“ bis zu Hitler als dem Höhepunkt des Sag- und Vorstellbaren, so führt sie neuerdings zum Verschwörungstheoretiker, aber der schließt fast generell auch Antisemit, Antiamerikanist, Nazi usw., also auch Hitler, mit ein -, eine distanzierte Fragehaltung aber leider aus. Alle Wort – und Schrifterzeugnisse, die nicht ohne das auskommen, gehören in die Tonne.

RE: Unser Wille geschehe | 10.03.2019 | 22:46

Ja, stimmt: Mit den sog. christlichen Feiertagen können die meisten Mitbürger nicht (mehr) viel anfangen. Da es aber unwahrscheinlich ist, dass zu diesen vorhandenen noch andere Feiertage hinzugefügt oder dass sie ersetzt werden, müssen wir wohl mit ihnen vorlieb nehmen (was natürlich nicht heißt, dass man nicht eine Initiative für andere Feiertage einbringen sollte). Wenn Deutschland allerdings insgesamt nur „was die Feiertage betrifft: ein Land mit wenig Fantasie und ohne rechten Charakter“ wäre, könnte man das noch aushalten. Doch auf Deutschland lastet ganz Anderes, und zwar nicht nur die drückende dunkle Vergangenheit, sondern gegenwärtig auch der zitierte Neoliberalismus und mit ihm eine neue Form von Unterdrückung, die den globalen Süden aussaugt, Armut, gesellschaftliche Spaltung und Feindbilder schafft und in deren undemokratischer europäischer Ausgestaltung, der EU, Deutschland schon lange den giftigen Ton angibt. Doch sollte man - zurück zum Anfang - darüber nicht vergessen, dass es viele Menschen gibt, die sich deutsch(sprachig)er Kulturträger (wie z. B. der hier zitierten Dichter Kafka und Goethe) oder der Menschen, die Besonderes gewagt haben (wie die hier zitierten Abgeordneten der ersten Nationalversammlung oder die Matrosen in der Novemberrevolution) sehr bewusst erinnern und damit Akzente gegen die Unkultur der Gegenwart setzen. Ein überzeugendes Beispiel ist m. E. die jährliche Gedenkstunde zum Tode Rosa Luxemburgs im Januar, die immer wieder von großem Ernst getragen ist und an all die ungeleistete Befreiungsarbeit für uns und andere gemahnt, die noch vor uns liegt. Wer eine lebendige Erinnerung pflegen will, kann das zu den passenden Tagen oder auch ohne dafür festgelegte Termine tun und wird damit auch in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten Impulse setzen und bestenfalls weitere Menschen erreichen – wenn auch nicht unmittelbar die ganze Gesellschaft.

Man kann sich also an den „christlich“ genannten Feiertagen stoßen – aber gewonnen hat man damit nicht viel. Die von Ungerer genannten Einsichten sind eigentlich ziemlich abgehalftert. Aber dann ist da noch ein anderes kleines Problemchen: Ungerer schüttet das Kind mit dem ideologischen Bade aus. Er polemisiert eigentlich weniger gegen die Feiertage, als gegen etwas Anderes - aber gegen was eigentlich? Gegen das Christentum, gegen die Kirche, gegen Christus, gegen Gott, gegen den Glauben (der ja trotz weit reichender Unkenntnis nicht völlig ausgestorben ist), gegen das alte Testament oder gegen die ganze Bibel, gegen die Trinität oder irgendwie gegen das alles irgendwie so, weil das sowieso alles altes Zeugs ist und nichts hergibt? Wenn es gegen das Christentum geht – sind dann auch die südamerikanische Befreiungstheologie, die mittelalterlichen „Ketzer“, die wegen ihrer Kritik an der Verkommenheit der katholischen Kirche von dieser brutal ausgerottet wurden, und auch politisch handelnde Christen wie z. B. Dietrich Bonhoeffer gemeint? Wenn es gegen die Kirche geht – sind dann außer der katholischen auch die protestantische und alle freikirchlichen Gemeinden gemeint, die sich gerade auch wegen der Entartungen der katholischen Kirche gebildet haben? Wenn es gegen Jesus Christus geht – nun, dann müsste man ein paar Dinge klar stellen. Nicht als „Baby mit Superkräften“, sondern in äußerster Armut und in einer Futterkrippe wurde er geboren und danach sofort zur Flucht gezwungen. Er starb nicht „ordnungsgemäß“ (ehrlich gesagt: Diese Formulierung ist ekelhaft), sondern durch Gewalteinwirkung, und selbst in der Todesstunde hatte er noch ein tröstendes Wort für einen Mitgekreuzigten; und er ist auch nicht „hoho“ auferstanden, sondern hat damit alle um ihn herum wie auch viele Menschen heute vor tiefste Fragen gestellt, aber gerade diese Fragen sind von höchster Bedeutung für das Selbstverständnis und das Schicksal der Menschheit, berühren auch die Philosophie und weiten sich zunehmend in die Naturwissenschaften aus. Hier könnte man m. E. sogar einen Spezialfeiertag für Goethe ansetzen, denn die Auferstehung Christi ist ihm eine Offenbarung „des höchsten Prinzips der Sittlichkeit“. Dabei ist „Sittlichkeit“ nicht als aufgesetzte Moral zu verstehen, sondern als das von ihm als unausweichlich erkannte Lebensprinzip des „Stirb und Werde“. Wenn es gegen „Gott“ geht, dann müssten konsequenterweise auch alle nicht- christlichen Feiertage geächtet werden; immerhin gesteht Deutschland zumindest den Muslimen und denen, die aus muslimisch geprägten Ländern stammen und nur bedingt dem Gottesglauben zuneigen, einige zu. Wenn es gegen die Trinität geht – schon mal bemerkt, dass alles Lebendige dreigliedrig aufgebaut ist (Geist, Seele, Körper; Kopf, Rumpf und Gliedmaßen; Tag, Nacht und Dämmerung; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; fest flüssig und gasförmig usw. usw. usw.) und sich dieses Prinzip auch in anderen Religionen findet? Und zum Schluss: Die Bibel ist in zwei Teile aufgeteilt, ein altes und ein neues Testament, das alte gilt auch als Grundlage einer anderen Religion. Die zehn Gebote das alten Testaments – man werte sie, wie man will – werden durch ein einziges im neuen abgelöst: „Liebet einander.“ Ich lasse mir dieses Gebot gern geben – im vollen Bewusstsein, dass es eben gar kein Gebot sein kann.

Und dann die überrepräsentierte Männlichkeit – ja, nicht zu leugnen (abgesehen von der ehemaligen Prostituierten Maria Magdalena im Umkreis des Jesus Christus, der Frauen unter dem Kreuz, der Heilungen, die für Männer und Frauen geschehen). Aber ist die Möglichkeit zu einem sich wandelnden Verständnis völlig auszuschließen? Liebe und Wahrheit, Kernaspekte des Christlichen, sind in ihrem Ursprung nicht festgelegt.

Fragen am Schluss: Gibt es vielleicht doch den einen oder anderen Grund, christliche Feiertage beizubehalten? Und täte es Deutschland vielleicht sogar ganz gut, die Wurzeln und Quellen eines christlichen Lebensverständnisses wieder freizulegen? Und könnten bewusst begangene christliche Feiertage vielleicht sogar Türöffner für andere, mitzufeiernde Gegebenheiten sein?