Morgenröte

THEATER UND POLITIK Erstmals seit der Revolution gastierte mit Roberto Ciullis »Theater an der Ruhr« ein westliches Theater im Iran
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»Nehmen wir doch den Dichter«, schlägt der Jesuiten-Pater vor: Ja, der Dichter soll an Pinocchios Statt ins Höllenfeuer gehen, im grünen Kachelofen erstickend für ihn Buße tun und sich ihm so auf ewig ins Gewissen brennen. Schwarz ist die Pädagogik der Patres, so schwarz wie ihre Gewänder, in denen Collodis Pinocchio zu recht den Fuchs vermutet. Doch irgendwann ist die Jagd vorbei, denn früh fügt sich, was ein Faust werden will. Pinocchio/Faust ist in der Inszenierung des Mülheimer Theaters an der Ruhr die Geschichte einer möglichen Kindheit, der Beginn einer Reise ins Erwachsenwerden. Der Beginn auch einer Reise in fremde Welten und Kulturen - zum Beispiel des Iran.

Nehmen wir doch den Dichter. Vielleicht ist es gut, daß