RE: Zwischen Aufklärung und Banausentum | 28.10.2013 | 14:07

Tolstoi kannte die Apokryphen Evangelien mit Sicherheit nicht - das Thomasevangelium wurde erst viel später (wieder) entdeckt. Darin heißt es im Vers 67:

Jesus sprach: Und würde einer das All erkennen, dabei aber sich selbst nicht erkennen, so würde er die Erkenntnis des Ganzen doch verfehlen.

Interessant sind dabei die zwei Ebenen, aus denen heraus man den Satz sehen kann:

1. Ebene: "atomistische" Sicht, Puzzleteil-Sicht: Das Ganze ist unvollständig ohne das Teilchen "Ich".

2. Ebene: "holographische" Sicht, Ganzheitssicht: Die Identität von Teil und Ganzem ermöglicht, durch Analogieschluss vom Teil aufs Ganze zu schließen. ("Mensch, erkenne dich selbst.")

Wer sich selbst erkennt, hat also vom Ganzen mehr verstanden, als derjenige, der alles andere, aber nicht sich selbst kennt.

Danke für den Tolstoi-Spruch, der das gleiche mit anderen Worten sagt.

RE: Zwischen Aufklärung und Banausentum | 28.10.2013 | 14:06

Tolstoi kannte die Apokryphen Evangelien mit Sicherheit nicht - das Thomasevangelium wurde erst viel später (wieder) entdeckt. Darin heißt es im Vers 67:

Jesus sprach: Und würde einer das All erkennen, dabei aber sich selbst nicht erkennen, so würde er die Erkenntnis des Ganzen doch verfehlen.

Interessant sind dabei die zwei Ebenen, aus denen heraus man den Satz sehen kann:

1. Ebene: "atomistische" Sicht, Puzzleteil-Sicht: Das Ganze ist unvollständig ohne das Teilchen "Ich".

2. Ebene: "holographische" Sicht, Ganzheitssicht: Die Identität von Teil und Ganzem ermöglicht, durch Analogieschluss vom Teil aufs Ganze zu schließen. ("Mensch, erkenne dich selbst.")

Wer sich selbst erkennt, hat also vom Ganzen mehr verstanden, als derjenige, der alles andere, aber nicht sich selbst kennt.

Danke für den Tolstoi-Spruch, der das gleiche mit anderen Worten sagt.