Brunopolik

Blogger der PolitikerInnen-Worte
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RE: Öffentlichkeit 2.0 | 22.11.2009 | 18:11

Wie immer und überall geht es auch hier vor allem ums Geld. Das Internet ist eine neue Technik, die zunächst mal alles bisherige durcheinander wirbelt und ein Chaos entstehen lässt, aus dem eine neue Ordnung gefunden werden muss.

Für Dinge, die mich interessieren und es mir Wert sind, bin ich bereit zu zahlen. So zahle ich gerne die € 5 pro Monat, um meine Blogs werbefrei zu halten. Ich bezahle auch gern die Abogebühr für den Freitag, um gemütlich am Wochenende die Printausgabe zu lesen. (In der Online-Ausgabe bin ich ganz selten zu Gast) Und ich würde auch gern einen kleinen Aufschlag berappen, wenn ich dafür wieder ganz einfach und bequem mir einzelne Artikel daraus in meine Doku-Datei laden könnte, wo ich dann nach Lust und Laune anmerken, kommentieren, vergrößern usw. kann. Das ist seit dem Start der Online-Ausgabe nur noch mit Mühen möglich und bei weitem nicht mit allen Artikeln der Printausgabe. Weiterhin bin ich bereit, für meine örtliche Tageszeitung einen Obolus zu zahlen, damit ich zum Frühstück über große Politik sowie Tratsch und Kultur vor Ort mich in Ruhe informieren kann.

Fazit: wie bei allen technischen Umwälzungen, zuletzt war es das Fernsehen, davor der Rundfunk, das Auto und vor Jahrhunderten der Buchdruck, wird auch nach 10 Jahren Internet weiterhin Bedarf nach Printmedien sein, für die die Macher eine ausreichende Finanzierung finden werden. Ob mir Twitter und MySpace, die noch kostenlos sind, einen Betrag X wert sind, wird sich zeigen - wahrscheinlich ja, wenn ich erst mal an sie gewöhnt bin. Also werden Murdoch Co. erstmal längere Probezeiten anbieten, um die Nutzer zu binden und sich unverzichtbar zu machen, aber dann plötzlich zuschlagen. Insofern ist bei MySpace demnächst mit Gebühren zu rechnen. Der Markt wird wie immer jedoch das noch unübersichtliche Feld bereinigen. Journalisten und Blogger werden sich in Zukunft das Feld der Aufmerksamkeiten teilen müssen. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft - heißt es schon immer.

Die Debatte um die Freiheit der Netze wird auf einer anderen Ebene geführt. Es ist nur zu hoffen, dass ihnen, nämlich denjenigen, die bestimmen, das Geld wichtiger ist. Die Oberaufsicht bekommen sie nämlich je nach Bedarf wie immer als Dreingabe.

RE: Kruzi-Marx nochmal! | 27.05.2009 | 21:03

Brunopoliks Kommentar zu Ihrem Interview mit Harry Rowohlt finden Sie hier: promi-galerie.blog.de/

RE: Iggy Pop, ich will ein Kind von dir | 11.02.2009 | 20:14

Zum Beitrag von Jutta Person: "Iggy Pop, ich will ein Kind ..." hatte ich einen Kommentar gepostet. Offenbar wurde dieser Kommentar inzwischen wieder gelöscht, denn unter dem Beitrag ist er nicht mehr zu finden. Haben Kommentare bei Ihnen nur eine so kurze Überlebenschance? Dann wäre die von Ihnen angebotene Mitarbeit allerdings ein Witz!

RE: Iggy Pop, ich will ein Kind von dir | 09.02.2009 | 12:46

Kunst als Selektionsprinzig/Merkmal im Sinne der Evolutionstheorie? Zunächst einmal fällt Kunst nicht in dieses wissenschaftliche Raster der Selektionskriterien, wie sie bisher allgemein verstanden wurden. Carl Woeste liefert dazu mit seinen Entdeckungen die Grundlage (Siehe den Bericht von Ulrich Kühne: "Gene für alle" in dieser Freitag-Ausgabe) Kunst erfüllt als einziges Merkmal, was Mensch-Sein und nur Kreatur-Sein unterscheidet. Denn auch Tiere haben ganz komplexe Ordnungs- oder gar Denksysteme ausgebildet. Kunst unterliegt nicht reiner Nützlichkeit, sondern anderen Kriterien, die trotz aller Philosophie noch offen sind und stets offen bleiben werden. Das ist der Kunst innewohnend. Kunst mag sich beim Menschen durch einen reinen Zufall im Laufe der Evolution ausgebildet haben, was nach Woeste nunmehr klar anzunehmen ist. Nur so ist sie aus menschlicher Perspektive zu begreifen. Ihr Wirken in der Evolution ist aus unserer Kurz-Sicht noch kaum zu übersehen. Sie kann Ursache sein für ein nahes Ende der Spezis Mensch - oder auch die einzige Möglichkeit seiner weiteren Existenz im harten und erbarmungslosen System der Evolution sein. Bezieht dadurch die Kunst ihre grenzenlose und meist unbewußte Akzeptanz, ist daher zu fragen? Wird sie so als wichtigstes Element unseres Lebens und Überlebens bald akzeptiert werden müssen - und bald nicht mehr wie heute noch in der Politik als lästiger Wurmfortsatz ihr 0,5 % Dasein in den Finanzhaushalten fristen?