„Schickt Gutti heim zu Mutti!“

Eventkritik In Berlin zeigen Demonstranten als Zeichen der Empörung über Karl-Theodor zu Guttenberg ihre Schuhe: wie ein Symbol aus der arabischen Welt nach Deutschland kam
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Wieder einmal nahm der Protest bei Facebook seinen Anfang. Wieder hatten sich Hunderte zu einem Tag des Zorns angekündigt. Wieder wählten die Demonstranten einen symbolträchtigen Platz inmitten der Hauptstadt.

Es ist Samstagmittag, als sich der Platz füllt. Erst sind es nur wenige, die sich um die historische Ampel versammeln, dann rasch zweihundert, dreihundert, vor allem junge Männer, aber auch Alte und Frauen mit Kindern. Beobachtet werden sie von Polizisten, die abseits stehen und Mannschaftswagen postiert haben. Um Punkt halb eins recken die Platzbesetzer Schuhe in die Luft – ein Zeichen der Araber für tiefste Verachtung.

Doch Kairo ist weit. An diesem Tag, an dieser Stelle, geht es nicht etwa gegen einen Tyrannen, der Regimegegner foltern lässt.