Im Griff der Agrarlobby

Rio+20 Am 20. Juni beginnt die UN-Jubilämskonferenz in Rio. Das Gastgeberland Brasilien hat selbst Schwierigkeiten, das Image als Umwelt-Musterland aufrecht zu erhalten
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Früher Regenwald, heute traurige Einöde: Auf dem Rio-Gipfel wird diskutiert, ob ein Wachstum möglich ist, das die Welt nicht zerstört
Früher Regenwald, heute traurige Einöde: Auf dem Rio-Gipfel wird diskutiert, ob ein Wachstum möglich ist, das die Welt nicht zerstört

Foto: Yasuyoshi Chiba/ AFP/ Getty Images

Für Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff war der 5. Juni ein Tag ganz nach ihrem Geschmack. Es war der Weltumwelttag und Rousseff konnte im Regierungspalast ihre Unterschrift unter eine Verordnung setzen, die regelt, wann Produkte nachhaltig genug sind, damit sie die Regierung kauft. Das sollte demonstrieren, wie ernst es die Regierung mit der Nachhaltigkeit meint. Während der Feier konnte die Präsidentin außerdem mit einer guten Nachricht aufwarten: Die Abholzungen im Amazonasgebiet seien stark zurückge­gangen – so stark wie seit 23 Jahren nicht mehr.

So inszeniert Rousseff ihr Land gerne: als Musterland in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Doch ausgerechnet kurz vor dem Umweltgipfel in Rio trübt sich das Bild. Schuld ist das Waldgesetz,