Benjamin von Brackel
07.11.2012 | 12:35 41

Vom Reihenhaus in den Dschungel

Kolumbien Tanja Nijmeijer schloss sich vor zehn Jahren der linken FARC-Guerilla an. Jetzt soll sie bei den beginnenden Friedensgesprächen mit am Verhandlungstisch sitzen

Ihre Stimme klingt zart, wenn sie das spanische „r“ rollen lässt, fast schüchtern. Wenn sie lächelt, wirkt die junge Frau mit dem Zopf und dem hübschem Gesicht wie das Mädchen aus einer niederländischen Mittelschichtsfamilie, das sie einmal war. Wäre da nur nicht die etwas zu groß geratene tarngrüne Uniform, in der sie steckt, und das Maschinengewehr auf ihrem Schoß, das sie halb verdeckt.

Die Geschichte von Tanja Nijmeijer klingt unglaublich: Im Jahr 2000 hat sie sich den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc)angeschlossen, die seit einem knappen Jahrhundert gegen die Staatsmacht kämpft. Nun soll sie mit dabei sein, wenn die Friedensverhandlungen zwischen dem Staat und der Guerilla ab dem 15. November auf Cuba richtig beginnen. Die 34-Jährige soll übersetzen, aber außerdem auch als Aushängeschild der Guerilla dienen.

Buchsbäumchen im Garten

Der Krieg in Kolumbien zwischen der marxistischen Untergrundgruppe und dem Staat hat 600.000 Opfer gefordert: Entführte, Gefolterte, Vergewaltigte, Tote. Alvaro Uribe, der frühere Präsident Kolumbiens, hatte mit aller Härte und dem Einsatz von Todesschwadronen eine Reihe ihrer Führer umbringen lassen und die Farc geschwächt. Der neue kolumbische Präsident Juan Manuel Santos aber weiß, dass der Krieg trotzdem nicht zu gewinnen ist und geht deshalb einen anderen Weg: Er tritt in Verhandlungen. Erstmals nach fast 50 Jahren scheint Frieden in dem geschundenen südamerikanischen Land greifbar. Auch für Tanja Nijmeijer, die Rebellin.

Nijmeijer wächst im niederländischen Dorf Denekamp auf, nahe der deutschen Grenze in einer Doppelhaushälfte mit Buchsbäumchen im Garten, ehe sie nach Groningen zum Spanischstudium geht und sich in linken Studentenzirkeln engagiert. Im Jahr 2000 reist sie das erste Mal nach Kolumbien, um ein Praktikum in einer Dorfschule für Wohlhabende zu machen. Überwältigt vom Gegensatz zwischen dem Reichtum einiger Weniger und der Armut in den Slums, soll sie Vorträge von Unterstützern der Guerilla besucht haben.

Noch einmal reist sie in die Niederlande zurück, lebt in einem besetzten Haus und regelt ihre Abschlussarbeit. Dabei plant sie schon eine Hilfsaktion für die Landbevölkerung Kolumbiens. Ihre Eltern versuchen, ihr die Reise auszureden. Aber Nijmeijer hat ihren Entschluss gefasst: Sie will in den bewaffneten Kampf treten.

2002 geht sie in den Dschungel und schließt sich der Farc an. Videos, die auf Youtube zu sehen sind, zeigen sie in Armeehose, Top und mit umgeschnalltem Maschinengewehr, während sie durch Urwaldpfade wandert, Brennholz trägt, kocht oder Gitarre spielt. Sie ist eine von mehreren Europäern unter den Guerilleros, arbeitet vor allem als Dolmetscherin. Aber sie kämpft auch. Und steigt auf zur rechten Hand des Farc-Vize Víctor Suárez alias Mono Jojoy, dessen Geliebte sie wird.

Den Eltern erzählt sie lange nichts. Erst 2005, nachdem Nijmeijer sie in den Dschungel eingeladen hat, reist ihre Mutter allein nach Kolumbien und gelangt nach mehreren Tagen in das Lager. Mit ihrer Tochter sieht sie sich Familienfotos aus einem Urlaub in der Türkei an. Hannie Nijmeijer versucht, ihre Tochter davon zu überzeugen, mit ihr zurückzukehren. Doch die ist stur. Zurück bleibt der Mutter nur ein Erinnerungsfoto aus dem Camp der Farc. Sie hat den Arm um ihre Tochter gelegt, die neben ihr sitzt im Top und mit einem geflochteten Zopf. Beide versuchen zu lächeln.

Verlorener Idealismus

In einem seltenen Interview erzählt die Mutter später, wie eine ihrer Töchter einmal zu ihr gesagt habe: „Das Einzige, worin du vielleicht als Mutter gescheitert bist, ist, dass du uns übertrieben empfindlich für das Soziale gemacht hast.“ Dieses soziale Empfinden dient Hanni Nijmeijer als Erklärung, warum gerade ihre Tochter Rebellin in einer Gruppe wurde, die sich aus Drogengeld finanziert und mit Anschlägen zur Gewalt in Kolumbien beiträgt.

2007 stürmen kolumbianische Streitkräfte ein Lager der Farc. Die Rebellen fliehen, zurück bleiben drei Tote und ein brisanter Fund: Tagebücher. Die von Tanja Nijmeijer. Darin beklagt sich die Niederländerin, die sich inzwischen „Eillen“ nennt, über den Sexismus der Anführer, darüber dass einige im Lager Aids hätten, aber niemand Kondome benutze, und über den verlorenen Idealismus der Gruppe; sie zweifelt, ob ein bürgerliches Leben in ihrer Heimat nicht doch das Richtige für sie wäre. An anderen Stellen aber schreibt sie: „Hier bewege ich mich wie ein Fisch im Wasser. Der Dschungel ist meine Heimat. Die Farc ist mein Leben, meine Familie.“

Die Veröffentlichung der Tagebücher bringt Nijmeijer in Not. Angeblich soll sie sich 2008 einem Volkstribunal der Farc stellen, ihr droht der Tod. Was sie rettet: Die Organisation hat plötzlich ganz andere Probleme. Gleich drei ihrer Anführer werden binnen kurzer Zeit erschossen. Außerdem wird Nijmeijer mit ihren Sprachkenntnissen gebraucht.

2009 wird sie dann von den kolumbianischen Behörden in Abwesenheit angeklagt, Bombenanschläge auf eine Polizeistation, einen Supermarkt und eine Schnellbuslinie verübt zu haben. Die Mutter reist erneut in den Dschungel. Über einen Radiosender der Armee richtet sie aus: „Liebes Mädel! Wir vermissen dich sehr. Komm bitte zurück zu uns! Melde dich!“ 2010 stürmen kolumbianische Streitkräfte erneut ein Lager der Farc, Víctor Suárez, Nijmeijers Kommandant, wird getötet. Von der Niederländerin aber fehlt jede Spur.

Umso überraschender nun die Meldung, dass die 34-Jährige der Farc-Delegation in Cuba angehören soll. Begeistert darüber soll die kolumbische Regierung nicht sein. Doch die Haftbefehle gegen sie sollen für die Zeit ausgesetzt werden. Und wer weiß: Vielleicht stellt sich für Nijmeijer sogar noch einmal die Frage nach einem bürgerlichen Leben.

Kommentare (41)

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Ehemaliger Nutzer 07.11.2012 | 14:20

Tanja ,la Guerillera. Tanja Nijmeijer.

Ein schöneres Beispiel für die verkommenen Sprößlinge des westlichen Bildungskleinbürgertums konnte der Freitag nicht geben. Nur die arme Tamara Bunke kann einem bei aller Kritik leid tun -solche Fans hat die nicht verdient,so wenig Ernesto Guevarra ,bei aller Kritik, die Drogenhändler und Warlords der Farc als Nachfolger verdient hatte.

Da hatte ja Escobar mehr Stil-dessen niederste Gefolgsleute konnten wenigstens baden,fuhren Auto,wohnten in Häusern, und zur Kindtaufe gab es eine Feier und Geschenke vom Boss und wenn die Oma starb kondolierte der Pate und gezahlt hat er auch ordentlich!

Wo die Welt hingeraten ist, sieht man an dem abgebildeten Gesicht einer Angehörigen der globalem weißen Jeunesses Doree´der letzten 50 Jahre , an derem Wesen allerorten die Welt genesen sollte und soll. (Da wiederum hatten sogar der Hohenzoller und sein englischer Onkel und amerikanische Geschäftsleute von Standard Oil bis United Fruit Company mehr Stil und mehr Anstand!)

Jeder weitere Kommentar wirklich überflüssig. (In dem Falle und in anderen: Indios,haltet Eure Macheten gut geölt und scharf-mulher rendeiro!)

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Ehemaliger Nutzer 07.11.2012 | 14:58

Ach, Nachtrag:

Nach verhandlungen und ein wenig medienwirbel wird die Dame, dann um die 40, in Holland dann ein oder zwei Bücher schreiben und in Talk-Shows auftreten.

Früher, in den ehrlicheren Zeiten ,als die Kleinbourgeoisie ihre Blagen noch an der Kandarre hatte, der Älteste den Laden übernahm und der Jüngste Offizier wurde und seinen Gemeinen VORAN mit dem Spazierstock ins Feuer marschierte -da fuhren die "höhere Töchter" genannten Schwestern solcher Herren, mit anderen Damen, in Musselinkleidern und korsettiert und mit hübscheren Hüten und dem Sonnenschirm und älteren Herren im Gehrock und Zylinder in Kutschen als sog. Schlachtenbummler zum Schlachtfeld, um zuzuschauen, wie ihre Braven den Feind schlugen. Manchmal ging es schief,manchmal nicht. Abends konnte dann parliert werden -heute schreibt das Pack dann Bücher- , der Fasan verputzt werden und die ersten Fäden geknüpft zu den diversen Bewerbern in Uniform oder im Gehrock. Die werden heute dann bei der Buchvorstellung kennengelernt.

Nichts Neues unter der Sonne.

mulher rendeiro

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Ehemaliger Nutzer 07.11.2012 | 17:21

Haben Sie, Vaustein, außer einem persönlichem Einzeiler-Billet an einen Leserbriefschreiber,zur Sache - der Beteiligung einer jungen weißen Kleinbürgerin aus Europa an den Taten einer Verbrecherorganisation und das zudem noch kindisch -eitel im Gewande einer vormaligen sozialrevolutionär tätig sein wollenden politischen erwachsenen Frau,deren Hauptaufgabe vordem ganz andere Inhalte hatte und die eher zufällig in die spätere Situation kam - was Substantielles und Erhellendes mitzuteilen?

Vielleicht zu Fragen der Moral, des Geschmacks, des Stils, gar der Politik, Ideologie, Sozialfragen, Kriegführung sofern Sie die Verbrecherorganisation als kriegführende Bürgerkriegspartei betrachten würden, -irgendsowas?

Haben Sie nicht? Interessiert Sie an sich gar nicht -sonst schrieben Sie ja was zu Tanja la Guerillera 2.0 .Wollen nur mal was gegen den Verf. des Leserbriefes loswerden?

Was geht Sie dann eigentlich an,mein Bester, was irgendjemand und eben jener Verf. des Leserbriefes zu dem Früchtchen und über den auch an dem Vita.Bericht über das Früchtchen ablesbaren erbärmlich schlechten Geschmack der Bildungskleinbürger und derer Jeunesses der weißen Rasse schreibt?

Auch Tanja 2.0 gehört zu denen , die da sagen: Kein Krieg ,kein Schusswechsel mehr ohne uns- was scheren uns Verbrechen!

Schlachtenbummler eben -wie in den alten Tagen.

( Wer es nicht glaubt: In der ersten Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs rollten Dutzende von Kutschen besetzt mit Damen allen Alters und älteren Herren aus dem nahen Washington zum Bull Run -und verkeilten sich dann mit Fliehenden, Lafetten, Transportkutschen, versperrten Verwundetenkutschen die paar Brücken über Wasserläufe und Knicks und mußten teils noch gerettet werden. Im Krimkrieg hatten manche Briten und Franzosen ihre oder andere Damen dabei,die gelegentlich vorbeischauten und zusahen. Schlachtenbummler. Genau wie Tania 2.0.)

Na ja- vielleicht wir sie ja doch noch erwischt.

Ihr Einzeiler ,Vaustein, trifft übrigens auch inhaltlich nicht zu abgesehen von seiner ohnedies ja sichtbaren Stillosigkeit und Themenfremdheit.

Jeder Erwachsene,der sich auch nur ungefähr vorstellen kann,was dort in diesem unseligem Land dieser Warlords,Farc-Drogenhändler unter dem Label von Sozialrevolutionären und den ja auch existierenden echten Drogenhändler und der fraglos widerwärtigen Staatsmacht der Durchschnittsbevölkerung angetan wurde und wird, wird dem Früchtchen dort oben auf dem Bilde noch ganz was anderes an den Hals wünschen .

Das Weib hat schwerstbewaffneten Verbrecherbanden gedient-und das ganze handeln dreist auch noch auf eine pseudopolitische Ebene transponiert und es finden sich tatsächlich hie und da im sicherem Westen Figuren, die das auch noch befördern. Die Frau ist eine miese Schlachtenbummlerin ,politisch augenscheinlich dumm und Komplizin in einer Verbrecherorganisation. Die übrigens mehr Menschen ermordet haben, als anderswo ermordet wurdne Vaustein. Tanja 2.0 hat womögich mitgetötet. Wie ihre Schuld zu bewerten ist, müßten Gerichte klären.

Und da haben Sie, Vaustein, nur Gehässigkeitsbillets im Sinn an die Adresse des Überbringers der ernüchternden Analyse dass so viel Scheiße in dem oben hübschen abgebildetem Kopf sich befindet?

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Ehemaliger Nutzer 07.11.2012 | 18:09

Vaustein - Sie belegen mit Ihrem Satz , dass Sie von Historie und von Journalismus ,von Sprache und ihrer Verwendung und von Moral und von Politik keine Ahnung haben-sonst hätten Sie,Vaustein, nicht so einen Vergleich gezogen . (Für andere Leser: Streicher war Zeitungsherausgeber des Hetzblattes "Der Stürmer" und wurde wegen der ihm nachgewiesenen aufstachelnden Wirkung der Zeitung mitschuldig gesprochen der Akzeptanzerzielung in der Bevölkerung für die Angriffskriege und die Entrechtung, Entführung und Ermordung der Juden. Er wurde gehängt in Nürnberg.)

Natürlich: Sie, Vaustein ,gehören zu den Zeitgenossen, die nicht diskutieren wollen in Diskussionsforen, sondern die Leute mit anderen demokratischen Meinungen mit dem derzeit üblichen Negativbegriff (Nazi ff.) belegen wollen ,um deren Argumente und Argumentation zu neutralisieren.

Der beste Beleg dafür sind Sie, Vaustein , selbst; erkennbar und lesbar für jeden Leser:

Im ersten Einzeiler spielen Sie noch die psychologische Masche - wollen auf Vorurteile abstellen (die man,Vaustein,wenn man sie hat, nicht hätschelt , sondern pflegt. Können Sie sich merken!) usw..

Im zweiten Einsatzbeitrag kommt Vaustein mit der Nazikeule.(Streicher, Hetze usw.)

Was denn nun ? Man sieht: Vaustein will verächtlich machen,vom Thema ablenken , sich an dem Leserbriefschreiber reiben. Wie , ist Vaustein egal -er nutzt das , was in Spießerdeutschld. halt so en vogue ist ; also die Nazikeule bei beinahe jedem Thema wennsich wer dazu äußert, dessen Argumente jene nicht so einfach vom Tisch zu wischen sind. Vaustein ist zudem beleidigt, weil er dem Verfasser dieser Zeilen in einem anderem Blog zu anderem Thema schon mal ähnlich kam -und ebenfalls abblitzte. (Vaustein,alter Krieger; die Erste läßt sich nicht provozieren.Okay?)

Also nochmal,Vaustein: Haben Sie noch was Substantielles mitzuteilen -oder wollen Sie es bei Ihrem geschichtslosem und sprachfernem Krakeelstil,dem augenscheinlich sämtliche Ermordeten der Weltgeschichte feil sind, belassen?

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Ehemaliger Nutzer 07.11.2012 | 20:01

Nur zur Info: Diese Farc finanzierte sich auch -und nicht zu knapp- durch Geiselnahmen und Lösegeld. Man denke an diese französisch/kolumbianische Frau Betancourt. Entführungen ? Das machen Sozialrevolutionäre an sich nicht. Die haben aber nicht nur Reiche oder VIP entführt,sondern tausende. Ganz simple Leute , teils Jugendliche ,Kinder normaler Leute ,teils armer Leute Kinder und Verwandte (welcher Idiot beraubt Arme oder will Lösegeld erpressen?) -in der Kalkulation, dass die ,fraglos korrupte, Regierung die Summen bezahlt ,etwa vor Wahlen. Warum? Weil die feisten alten Männer, ehemalige Uniprofs viele, die mal als wenn auch spinnerte Sozialrevolutionäre anfingen als jüngere Männer, später nicht mehr zurückkonnten und so weiter machen mußten und zu normalen Verbrechern wurden,die sich von Pablo Escobar,der seine Leute ordentlich behandelte, nur dadurch unterschieden ,das sie ihre eigenen Leute schlechter behandelten! Verbrecher!

Die Kokainplantagen werden natürlich auch von "normalen" Kriminellen genutzt ,die sich nicht das Mäntelchen des Sozialrevolutionärs umhingen und weiter in Städten lebten -und nicht im Dschungel herumkrabbelten. Und das Korruption da herrscht und jeder zweite Polizist und Soldat und Bürokrat die Hand aufhält, beteiligt ist - geschenkt. Warum da nun eine überkandidelte junge Holländerin partout Tanja la Guereillera 2.0 spielen wollte und spielte und bei der einen Sorte Verbrecher mitmachte ist das Thema!

Und zeigt - so fing es oben im ersten Leserbrief an - die tiefe und bis ins Mark gehende moralische und intellektuelle Verkommenheit der weißen ,leidlich wohlbestallten Bildungskleinbürger des Westens und deren Jeunesses.

Hoffentlich landet die Dame vor Gericht! Leider würde es dann nur wieder völlig falsche Frontstellungen geben . Insoweit -wer weiß......

Sikkimoto 07.11.2012 | 21:57

Nur zur Info: Die Farc hat unlängst angekündigt keine Entführungen mehr zu begehen.

Weiter waren die Entführungen die Art der Farc Steurn in ihrem Einzugsgebiet zu erheben. Wer nicht zahlt wurde überzeugt in dem er oder Verwandte entführt werden. Das muss man nicht schön finden, aber es stehen eben nicht hinter jeder Terrororganisation ein Reagan oder Milliardenschwere Saudis. Verstehen sie mich nicht falsch, ich bin kein fan der Farc, aber die Art wie hierzulande berichtet wird ist einfach nur scheinheilig. Kolumbien ist, was Menschenrechte angeht, Dritte Welt. Schon die offizielle Polizei und Militär haben in der Vergangenheit Verbrechen begangen die denen der FARC in nichts nachstehen. Die rechten Paramilitärs dagegen übertreffen jede Abscheulichkeit spielend. Über die berichtet man hierzu Lande aber nicht so gerne. Bediehnt halt nicht so schön das Feindbild des bösen Kommunisten.


Über die Dame erlaube ich mir kein Urteil. Zu einem hysterischem Urteil über heutige "Bildungskleinbürger" werde ich mich auch nicht so schnell hinreißen lassen, zumal wo kein Massentourismus in FARC-Lager anszustehen scheint. :)

Martin Gebauer 07.11.2012 | 23:04

Das schöne, zivilisierte holländische Mädchen sollte deutlich machen, dass die FARC nicht ein Haufen gewöhnlicher Drogen Kriminellen und Entführern ist, sondern eine politische Organisation, die für mehr soziale Gerechtigkeit in Kolumbien kämpft.

Mitglied der FARC Verhandlungs-Team Tanja Nijmeijer kam am Montag in Kuba an .

Auf den Internet Bilder von Tanja gleich nach ihrer Landung auf dem Flughafen von Havanna. Im Video können Sie sehen, wie sie frohgesinnt aus dem Flugzeug steigt.

Familie Tanja Nijmeijer Reisen nach Kuba

Video: Tanja Nijmeijer Ankunft in Kuba

Tanja Nijmeijer: Held oder Terrorist?

Martin Gebauer 07.11.2012 | 23:37

Was wirklich im Moment und ohne Romantik mit der Unterstützung Deutschlands geschieht.

...vielen Arten von Kleinwaffen fließen zu den Rebellen nach Syrien in großer Zahl: 7,62 Tabuk (Jugoslawien) Gewehre, Mass Gewehre (UK), 7,62 mm Gewehre (Polen), 12 mm Gewehre (Italien), 7,62 mm Kalaschnikows (mehrere Länder-Versionen), 9 mm 'fast gun' (Österreich ), 7,62 mm Val (Belgien),

G3 7,62 mm Gewehr G3 (Deutschland),.. Heckler & Koch GmbH, Oberndorf, Deutschland

Quelle:

http://www.presstv.ir/detail/2012/11/02/270077/syria-arms-flood-a-view-from-damascus/

Morde, Autobomben, Selbstmordattentäter, Kehlen durschneiden, Enthaupten, Vergewaltigung, Entführung ... Syrer betrachten sie als Söldner, westlichen Medien als "Freiheitskämpfer" und sie nennen sie: die Freie Syrische Armee .

Für mehr Bilder und Informationen: Hier klicken

Gestern detonierte eine Autobombe der FSA in einem Slums Viertel in Damaskus, wo nur arme Arbeiter und University Studenten leben. Die westlichen Mainstream-Medien dagegen sagten: das Ziel war ein Treffen von Assad Offiziere und Alawiten. Also ist es okay, Menschen willkürlich zu töten, pro westlichen Mainstream-Medien

http://democratic-syria.blogspot.de/2012_11_01_archive.html

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Ehemaliger Nutzer 07.11.2012 | 23:41

sikkiomoto, Menschenrechte sind unteilbar!

Man bekämpft keine Grausamkeiten ,indem man selber welche begeht.

Schreiben Sie sich das mal hinter die Löffel!

Ob das in der Dritten oder sonstwas für einer Welt passiert ,ist völlig belanglos.

Sie, sikkiomoto, argumentieren genau wie Donald Rumsfeld und George Bush;die haben die offizielle Neueinführung der Folter (in Vietnam haben die es noch bestritten, sich sozusagen dafür "geschämt") haargenau so mit Grausamkeiten der anderen Seite begründet ,wie Sie,sikkimoto, die Entführungen und angeblichen "Entgleisungen" der Farc begründen. (Sie und Ihresgleichen müssen lernen ,genau wie die Rumsfelds dieser Welt, das man - kein Jux- dafür HÄNGEN KANN nach rechtsstaatlicher und ordentlicher Verhandlung so zu denken. Geht das endlich in Eure Köpfe? Weg mit dem totalitären Denken - wenn es wirklich darauf ankäme , Männer-und Frauenmut vor Guillotinenrichtern und Prügelpolizisten zu beweisen -und trotzdem die Schnauze zu halten- hätte diese ganze pseudoradikale Fraktion der weißen ,speziell deutschen , Gratismutkrieger doch die Hosen voll ud würde Singen wie der Tölzer Knabenchor.Also haltet Eure Bälle flacher.)

Sie sind unglaubwürdig,sikkimoto ; schon in ihren fadenscheinigen teils ziemlich erschreckenden -das Erschreckende bemerken Sie gar nicht ,sikkiomoto, - Begründungen.

(Wobei man sich fragt, was Sie persönlich davon haben, für eine weit entfernte Mörder-und Entführerbande ohne jedes sozialrevolutionäres Mandat hier im warmen Deutschland den Claqueur zu geben! Wahrscheinlich steckt genau die gleiche Wunschpose des moralisch einwandfreien Buschkämpfers dahinter wie bei Tanja Niejmeijer ,der holländischen Bildungskleinbürgerin die Sehnsucht ,es der echten ,rein zufällig und gegen ihren eigentlichen Auftrag dazu gewordenen Tanja la Guerillera -Tamara Bunke- gleichzutun als Tanja la Guerillera 2.0 Niejmeijer ,egal mit welcher Verbrecherbande sie sich deswegen einlassen muß!)

Zudem: Niemand ,selbst die Amis nicht, wirft dieser Farc vor ,etwa kommunistisch zu sein.Die Zeiten, mit dem albernem Argument zu kommen, sind vorbei.Das wissen selbst abgebrühte Leute, die durchaus wissen, wo Bartel den Most holt.

Sie,sikkiomoto , stülpen sich selbst diesen Begriff über , wohl ,weil Ihnen irgendein Volltrottel,bzw. an richtiger Schnittstelle eingesetzter bewusst Handelnder das so eingeredet hat ,via Zeitungen und anderen Druckschriften usw., ( so macht man da sin dem Geschäft,Junge) dieses Label zu verwenden.

Das was Sie,sikkimoto, da schreiben, erinnert an die damalige verquaste echte und die Piloten beleidigende Unverschämtheit und zugleich den sachlichen Quatsch,als sich die Baader-Meinhof-Bande -auch so wildgewordene Bildungskleinbürger (jedenfalls die Meinhoff,ob Baader außer Vö...n und dummschwätzen auch Lesen konnte weiß der Verf.nicht.) - mit dem Label und Kürzel RAF schmücken wollten.

Erst mal haben diese kleinbürgerlichen Verbrecher damit die tapferen angelsächsischen Piloten der britischen Luftwaffe beleidigt, die den deutschen Angriff abschlugen und anschließend beim Luftkrieg sowohl militär-rüstungstechnisch deutsche Resourcen zerhämmerten und zudem den deutschen ,nazistischen Widerstandswillen mitbrachen.

(Fragen Sie mal alte Leute ,die zu der Zeit in Deutschland waren,-die Männer waren ja anderswo- an was die sich erinnern: An das singende Brummen der Motoren und die Kondensstreifen der Pulks am Tage und an die roten Nachthimmel. Von wegen "keine Wirkung" wie es die Friedrichs dieses Landes so gern kolportieren,die nie mit ihrer Oma sprachen oder anderen Omas und Opas und der Müttergeneration - die nazistische großmäulige Seele aus dem deutschen "Volkskörper" haben die denen gebombt!40 Jahre hat es ja gehalten. )

Und die Aufdröselung des Labelbegriffs ist ja wohl dann die Höhe: Teil der Roten Armee,Rote Armee Fraktion. Man muß die Russen bestimmt nicht mögen und auch die Kommunisten nicht-aber die Unverschämtheit deutscher Pastorentöchter, Journalistinnen, abgebrochenen Maler/Künstler (Baader-zufällig wie H.) ,sich beim Ermorden von Polizisten,Chauffeuren und beim Anstecken irgendwelcher Häuser als Teil der Roten Armee zu sehen und zu bezeichnen , läßt beim besten Willen keinen anderen Schluß zu, dass die Sprößlinge deutschen ,resp. weißen Kleinbildungsbürgertums größtenteils nur Irrsinn im Hirne hatten und haben.

Und so wirkt auch Ihre, sikkimoto ,Mitteilung, dass angeblich die feisten alten Männer der Farc , vormals mal als wenn auch naive Sozialrevolutionäre gestartet ( wie Meinhoff als sie stochernd Journalistin war) und dann aus Feigheit, etwas anderes zu tun und sei es im Ausland (da hätten sie arbeiten müssen als Illegale und hätten nicht Prof spielen können) zu echten schnöden Verbrechern wurden , die sich junge Leute köderten als "Kämpfer" um sich von denen verteidigen zu lassen,als "Kommunisten" bezeichnet worden seien,was auch nicht stimmt.

Amis wie autoritäre kolumbianische Regierungen und andere haben diese schmutzigen alten Männer (die Kinder und Jugendliche für ihre Zwecke manipulierten aus Feigheit, im Ausland als Müllkutscher zu arbeiten oder für ihre Sache geradezustehen!Deshalb: schmutzige alte Männer!) immer nur als Entführungen begehende und mit Drogen handelnde und Morde begehende Verbrecher bezeichnet.

Sie ,sikkimoto, halluzinieren nur herbei,dass die "Gegner" dieser Verbrecher denen irgendeine Art von politischem Anspruch zubilligten.

Das jetzt Verhandlungen geführt werden mit diesen Figuren (und das Früchtchen oben evtl. dabei ist) -ist doch besser als Schießen. Sobald die paar Überlebenden der Paten dieser Mafia im Revolluzzerlook freies Geleit erreicht hat für sich selbst und den inneren Kreis, werden die Fußsoldaten in irgendeine Mine geschickt ode rauf irgendein Feld -dahin ,wo sie ohne ihre Mitläufertätigkeit auch gelandet wären.

Soviel zu Ihren "Sozialrevolutionären" von der Farc.

Und zum weißen Bildungskleinbürgertum ist , so denkt man hierorts, in Sachen Meinhoff,Ensslin und Baader genug gesagt worden-oder wünschen der junge Herr noch eingehendere Beschreibung?

Mensch ,mach Dich doch nicht unglücklich,das sind Verbrecher und deren bildungskleinbürgerliche westliche Claqueure sind politsiche Idioten , die genausogut wie sie in grüne Dschungeluniformen mit Baskenkappen und rotem Stern (wie auf dem berühmten Poster) passten ,resp. passen wollten, auch in jede graue , braune oder schwarze Uniform gepasst hätten mit den entsprechenden Adlern, Totenköpfen oder Hakenkreuzen auf der Mütze!

Mit wirklicher Politik hat all das nicht zu tun, sikkimoto- allerdings viel mit der abgründig verkommenen Verfassung westlich -weißen wuropäischem Bildungskleinbürgertums!

Lauf , Junge -lauf so schnell Du kannst und lass diese Figuren unter sich. ( Die Tanja wird später Bücher schreiben, die Albrecht ist mit Segen der begüterten Familie im öffentlichen Dienst - polizeil. Führungszeugnis ,wenn einer Hausmeister werden will- als Lehrerin untergekommen. Wie ,mag der Himmel wissen. Und der Indio Manuel Estanza, der mit Tanja die Knarre wegwarf dann einstmals ? Wurde dann 7 Monate später in seinem Heimatdorf bei einer "Kneipenschlägerei " getötet,resp. danach in 2km Entfernung tot aufgefunden. Heh? )

Hoffentlich wird die Dame doch noch verknackt-denn eigentlich müßten die Holländer das tun,wenn sie wieder bei Muttern ist.

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Ehemaliger Nutzer 08.11.2012 | 00:07

Und was hat Syrien mit Tanja la Guerillera 2.0 Niejmeijer zu tun?

Sie sind im falschen Blog, Hr.Gebauer.

Zudem: Jene von wem auch immer -Dtschld. würde alte G3 - Gewehre liefern von Heckler und Koch ,evtl. AK-47 der NVA (wenn die nicht alle schon verscheuert worden wären) , nicht Waffen anderer Hersteller anderer Nationen- gelieferten Waffen gehen doch an eine Aufstandsbewegung, die gegen eine ,sagen wir autoritäre, Regierung kämpft mit den Haken und Ösen und Gruseligkeiten ,wie sie gerade in Bürgerkriegen oft vorkommen -und trotzdem Verbrechen bleiben.

Und die Farc war oder ist auch so eine Aufstandsbewegung angeblich-die gegen eine ,sagen ,autoritäre Regierung kämpft.

In Syrien kritisieren Sie augenscheinlich die Aufständischen (oder Verbrecher ,je nach Gusto) -in Kolumbien loben Sie die.

Watt den einen sin Uhl, is den anneren sin Nachtigall.

Das klärt aber nicht das augenscheinlich für Hiesige so große Problem des augenscheinlich moralisch verkommenen westlich-weißem-europäisch-deutschem Bildungskleinbürgertum und derer Jeunesses , die -sei es als Regierung und NATO ,sei es als Privatperson mit pseudopolitischen Pseudoansprüchen- keine bewaffnete Auseinandersetzung in der Welt ohne ihre Teilhabe stattfinden lassen wollen.

DAS Problem des Bildungskleinbürgertums wird egal durch welche

Taktik nicht aus der Welt geschafft. Tja. so ist die Welt, die doch an jenen Werten der Bildungskleinbürger allerorten genesen soll, sei in dieser ,sei es in jener Konstellation.

Costa Esmeralda 08.11.2012 | 02:23

Die Geschichte über Tanja stimmt einfach nur traurig. Ohne genau ihren Lebensweg zu kennen, versuche ich einmal eine Deutung ihres Verhaltens aus meiner Sichtweise, die natürlich nicht die richtige sein muss.

1. Motive ihrer Kollaboration mit den FARC: Tanja ist eine 22jährige, abenteuerlustige und sozial engagierte Holländerin aus einer typisch mittelständischen Familie (Eltern: Lehrer?), die in Kolumbien auf dem Lande ein Praktikum absolviert, das sie zum Abschluss ihres Studiums braucht. Vielleicht ist sie an der Uni auch mit "Dritte Welt"-Gruppen in Kontakt.

Die Arbeit im kolumbianischen Dorf (wahrscheinlich "ceja de la selva" - Übergang vom Hochland zum Amazonasbecken) mit seiner ausufernden Vegetation, dem feucht-heissen Klima und der Lebenslust seiner Menschen ist für Tanja ansteckend wie ein Kokain-Joint unter Metropolenmenschen. Dazu kommt ein unverschleierter Arm-Reich-Gegensatz, der für einen sensiblen Mitteleuropäer schmerzhafter anzusehen ist als eine Speisetafel in einer europäischen Kirchengemeinde. Sicher hat Tanja auch von der USA-Hinterhof-Situation der lateinamerikanischen Länder, von "Tausend Jahre Einsamkeit" (Garcia Marquez) und den revolutionären Helden dieses Kontinents gehört, insbesondere "Ché". Diese sozialpolitischenen Eindrücke, die Neugierde auf den "Fremden", das ausschliesslich materiell ausgerichtete Leben der Menschen in Europa als schroffen Gegensatz empfunden und die alles überwältigende Sexualität in den Tropen führt sie nahezu folgerichtig in die "Arme" der FARC. Hier, an der Seite der für die Ausgebeuteten kämpfenden Guerilleros, sieht sie ein sinnerfüllteres Leben als in einer holländischen Unistadt, umgeben von Bücherwürmern, Möchtegernmachos, Femininistinnen, Marihuanakonsumenten, Egozentrikern und anderen, die ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen, bevor es Abend wird.

2. Leben mit den FARC: Tanja macht einen allmählichen Bewusstwerdungsprozess durch. Die Erfüllung eines Lebens für sozial gerechte Ziele in einem "revolutionären" Umfeld werden mit den Jahren in den Tagebüchern hinterfragt, was ihr Leben in Gefahr bringt. Nur die bedingungslose Fortsetzung des Guerillakampfes an der Seite der compañeros kann ihre Unversehrtheit garantieren. Die Friedensverhandlungen sind ein Chance, heil aus ihrem unüberlegten jugendlichen "Abenteuer" herauszukommen. Entweder gelingt ihr in Havanna der Ausstieg mithilfe der Familie und Freunden, oder sie glaubt an eine baldige politische Lösung des Konfliktes in Kolumbien, der ebenfalls einen Ausstieg und Amnestie möglich machen könnte, denn nicht nur muss sie bei Ausstieg Repressalien vonseiten der compañeros fürchten, sondern auch juristische Konsequenzen des kolumbischen Staates. Sicher ist ihr mittlerweile die Unhaltbarkeit ihres persönlichen "Kampfes", den sie vor sich selbst und vor denen, die sie zu "vertreten" meint, nicht mehr rechtfertigen kann, klar geworden.

3. Konklusion: Tanja ist nicht die einzige junge Metropolenfrau oder -mann mit einer derartigen persönlichen Geschichte. Der Materialismus und die durch die kapitalistische Herrschaft weltweit produzierte soziale Ungerechtigkeit schafft Protest innerhalb der Mittelklasse der Metropolen und gebiert zahlreiche Initiativen der Gegenwehr, sei es in Form von "Dritte Welt"-Nichtregierungorganisationen, Aufbau fairen Handels, Arbeit in Entwicklungsagenturen (UN, EU, bilaterale Entwicklungshilfe) oder schlicht und einfach ein als gerecht empfundenes handfestes Mitmachen in sogenannten Sozialrevolutionen, analog zu der europäischen "Stadtguerilla" der 60er, 70er und 80er Jahre. Im Fall Kolumbien: Die ursprünglich für soziale Revolution gegen die nationale Oligarchie kämpfenden FARC sind besonders nach dem Fall der Drogenkartelle (Medellin und Cali) zu einer reinen Narko-Terrororganisation verkommen, die ihren Kampf materiell nur auf Basis des Koka-Drogenanbaus aufrechterhalten kann. Die Kokabauern (keine Indianer sondern arme Mestizenbauern, die ehemals aus der Sierra in die "ceja de la selva" einwanderten) verdienen etwa das Dreifache von einem Kaffee- oder Kakaobauern und können durch den Anbau der Kokapflanze ihre Grundversorgung und die Ausbildung ihrer Kinder ausreichend sicherstellen. Diese Kokabauern werden durch die FARC vor dem kolumbianischen Militär, das mit US-Unterstüzung arbeitet, geschützt, sind aber andererseits "Gefangene" in den von den FARC kontrollierten Gebieten. Die FARC sind die Mittelsmänner zwischen den Kokabauern und den Narkos, denen sie die Ernte verkaufen und über die sie ihren Nachschub, vor allem Waffen, beziehen. Die Narkos führen dann das zu Kokain verarbeitete Kokablatt über Chavez Venezuela oder über Panamá aus in die übrigen lateinamerikanischen Länder. Von da an tritt das Kokain auch seine Reise zu uns an, in jede Stadt, zu jeder Musikveranstaltung. Wer kennt nicht die Rolling Stones völlig zugekifft? Welcher Edelpolitiker hat nicht schon einmal geschnüffelt? Wer aber Lateinamerika kennt und weiss, welches Leid die Kokapflanze vom Anbau im Einflussbereich der FARC, dort, wo Tanja ihr tägliches Leben verbringt, bis hin zum Verbrauch in den Metropolen auf ihrem langen Weg verbreitet, dem müsste bei jedem Joint das Kotzen kommen. Nicht nur Zehntausende Tote, Ermordete, Geköpfte und Verstümmelte jährlich pflastern diesen Weg, von Kindern und Jugendlichen Opfern gar nicht zu sprechen, sondern auch ausgehöhlte staatliche Strukturen in ganz Lateinamerika sind die Konsequenz dieses scheinbar "revolutionären", "sozial gerechten" Kampfes, an dem Tanja aktiv beteiligt ist und aus dem sie hoffentlich die Kraft findet, auszusteigen. Ich wünsche ihr das von ganzem Herzen.

Costa Esmeralda 08.11.2012 | 03:17

@MARTIN GEBAUER

Lieber Martin, Dank für die Quellenhinweise. Übrigens, wir haben den selben Nachnahmen. Mir ist allerdings niemand in unserer Familie mit Deinem Vornamen bekannt. Na ja, es gibt eben viele aus dem Altvatergebirge, die auswandern mussten, vor allem zu Zeiten der Weberaufstände. Wir werden uns sicher häufiger hier im Netz wieder begegnen.

Grüsse aus Panamá.

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Ehemaliger Nutzer 08.11.2012 | 08:00

Was soll der Krampf?

50 Jahre („Bürger“) - Krieg hat keine Gewinner.

Tachsüber kamen die Todesschwadronen vom Uribe et al und sachten dir:

DA musst du dein Kreuz machen, sonst bist du und deine Familie tot

Nachts kam die FARC und sachte dir:

DA musst du dein Kreuz machen, sonst bist du und deine Familie tot

Also ab in das Naherholungsgebiet von Bogotá (ca. 8 Millionen, Kolumbien gesamt ca. 46 Millionen Einwohner)...

Man stelle sich mal vor, Deutschland 81 Millionen vs. Berlin nicht 3,5 Millionen sondern 14 Millionen im Grüngürtel von Berlin, weil in der Münchner-,Frankfurter- oder Hamburger Provinz keiner mehr Bock auf Wahlen hat.

Wer hier meint er hat den Überblick kann sich gerne mal mit doctrina Monroe fase 4“, oder „PBSUCCESS“, oder „Spruille Braden“ oder „René Schneider Chereau“, oder „FUBELT“, oder „Boland-Amendment“, oder "Jaime Roldós", oder „Omar Torrijosetc. etc. etc. auseinandersetzen.

Ach so, den Lázaro Cárdenas (18. März 1938 !!!) ham se glatt verjessen, da kam Hitler bei der ONI in den Focus.

Wie sachte doch Octavio Paz 1950:

„(La vida) es un (El) laberinto de la (Monroe) soledad“.

Nebenbei, Costa Esmeralda, teile ich Ihren Kommentar 08.11.2012 | 02:23

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Ehemaliger Nutzer 08.11.2012 | 08:17

Antwort auf den kultivierten Leserbrief des Coma Esemeralda .

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Ja , so human und wenig dezidiert kann man es natürlich auch sehen und es liest sich auch weise und väterlich und fürsorglich und konsensfähig -und man kann dann dem "Mädel" mit den zerplatzten Jugendträumen (das arme Mädchen,die Welt ist auch so grausam) die heute eine Frau ist von Anfang Dreißig dann alles Gute wünschen.

10 Jahre Verbrecherorganisation mit Entführung,Mord,Drogenhandel,Kindersoldatenrekrutierung u.a.,- was ist das schon für Abkömmmlinge aus guten Ställen gegenüber Verabredung zur Sachbeschädigung als Bildung einer kriminellen Vereinigung samt den 3 Jahren Bau deswegen oder Kassierens von 9 Monaten Stütze zu Unrecht und 2 Jahren Haft wegen Betruges und öffentlicher Vorführung am Pranger im Staatsfernsehen?


Und was ist,von wegen richtiger Verbrechen (gegen die Volksgemeinschaft der Bildungskleinbürger) sanktionierten armen Teufeln in Holland und bei uns mal abgesehen, bitte mit den übrigen dortigen kolumbianischen Mitläufern, die auch zu Tanjas Zeiten, vielleicht war sie dabei mit der MP, aus den Dörfern geholt wurden als Jugendliche und junge Leute, um zu Gefolgsleuten dieser sich als Sozialrevolutionäre ausgebenden alten fetten Männer gemacht zu werden und nichts anderes waren und sind als deren lebende Schutzschilde um sie vor Verhaftung zu schützen?

Die können nicht ein abgebrochenes Studium fortsetzen,finden keine Verleger die ihnen von sich aus anbieten Bücher zu schreiben und diese dann zu verlegen, über sie wird in Kuba auch nicht groß verhandelt, sie können nicht mit internationaler Aufmerksamkeit rechnen und mit Schutz.

Und können sich in Kuba oder bei einer Zwischenlandung auch nicht dünne machen,um in die holländischen Arme eines Konsulats zu flüchten.

Die werden im günstigsten Falle in ihre Dörfer und Städte in den Anden zurückgeschickt, unterliegen der Jurisdiktion der ja fraglos korrupten Regierung und Staatsmacht- und manche findet man dann irgendwann irgendwo tot herumliegend ohne das es bekannt wird. Weil sie der Verwandtschaft eines der getöteten Opfer der Farc begegneten.Heh?

Schöne europäische Welt ,- wenn die weißen Schlachtenbummler abziehen und gehätschelt werden voller Fürsorge,geht es im Zweifel ja nur den sowieso Verlorenen,den dort indigenen Unterschichtlern, vormals around the world Kanonenfutter für Monokeltypen, an den Kragen durch deren eigene schräge Despotien.

Nur: Tanja hat einige der Jüngeren so oder so mitrekrutiert , trägt auch dafür Mitverantwortung -und war, wie der Vorredner zutreffend spekulierte, gebildet genug ,dass auch zu wissen,anders als die Dorfmädels und Dorfjungs aus Mestizen-oder Indiokreisen mit 6 oder 7 Jahren Primary School !

(Frau Bunke,deren Label sich Tanja auch noch überzog, war übrigens südamerikanische ,argentinische(?), Staatsbürgerin und sicherheitshalber Kubanerin ,wäre ,hätte sie überlebt oder hätte ihren eigentlichen Auftrag ausgeführt, in Südamerika geblieben,wo sie vordem ja auch lebte, unterbrochen durch das DDR-Intermezzo.)


Anders gesagt: Diese heutige Tanja erinnert nicht an Frau Bunke , sondern an Susanne Albrecht ( Baader-Meinhoff-Bande/2.Juni), ein,zwei Damen und trotz Terrorverurteilunge spätere Uniprofessorinen(wohl eingestellt im öffentl.Dienst OHNE polizeil.Führungszeugnis,das ja nur bei Hausmeistern nötig ist) aus dem Umfeld Rote Zora und "revolutionäre Heimwerker" und wie die Spitzelbombenleger noch so hießen, und vor allem auch an Patricia Hearst, eine amerikanische Millionärstochter, die aus schichtbedingten Verblödungsgründen bei einer Bankräuberbande von us-amerikanischen College-und Uniabsolventen mitmachte.

Dann erwischt wurde und anders als die etwas unbekannteren und immerhin auch aus dem Mittelstand stammenden Mittäter nicht us-typisch 20 oder 30 Jahre bekam (der Sioux Letelier,der nur eine Gedenkstätte eines Kriegsverbrechens ,Wounded Knee, besetzte bewaffnet und vor Panzern zunächst nicht wich, bekam lebenslänglich!!!) ,sondern (mit Begründungen sie sei eben aus persönlichen Gründen "beeinflusst" worden,also Sex der zu Crime führt.Auf sowas kommen nur Puritaner.) mit 7 Jahren und vorzeitiger Entlassung nach Hause ging.


Und die rührselige Tania -Geschichte ,die uns allen dann demnächst ins Haus steht, ist so , wie wenn Randolph Hearst (Zeitungszar) damals die USA und den Erdkreis mit einer Rührseligkeits-and Sex and Crime-Story über seine Tochter in seinen Zeitungen beglückt hätte. (Was aber die Justiz sich selbst Hearst gegenüber etwas verbeten hatte als Gegenleistung für die 7 Jahre ud Hearst wohl auch nicht die Intimitäten seiner Tochter breitgetreten haben wollte!)


Ja ja-und bei den Albrechts,Zoras und anderen heutigen wilden Kindern aus dem Bildungskleinbürgertum lief und läuft es genauso-die armen Mädels.


Nur der Volltrottel, der wegen sowas ,angeheizt durch verantwortungslose Schreiberlinge, dann "aus Solidarität" irgendwo eine Scheibe einschlägt -der wird auch heute mit der ganzen Staatsmacht verfolgt und dessen Leben ist für immer ruiniert. So wie es den kolumbianischen "Manuel und Dolores Estanzas" , dumme Jungs und Mädels aus der südamerikanischen Unterschicht ohne westeuropäisches Bildungskleinbürgertum im Rücken die u.a. von Tanja shanghait wurden für die Farc ,auch ergeht.


Da der Vorredner Esmeralda das so herausstellte mit der "Sexualität" (Wo? In den Slums, die doch angeblich mit der Auslöser für der gutherzigen Tanias Entscheidung -Buchtitel!- waren ?Oder doch eher am Wochenende dann auf der Hazienda des Sohnes eines Drogenbarons oder Kleinstadtrichters?Da vögelt es sich besser und wilder unterm langsam drehenden Deckenrotor auf dem Billardtisch und dem engl.Ledersofa als zwischen den Müllhalden im Wellblech der Farvellas!) der seinerzeitigen 24-jährigen Tania im schwülen anheizenden Südamerika : Die damals 24-Jährige hätte sich auch in Amsterdam austoben können oder auch in Bogota mit der Jeunesse des dortigen gehobenen Mittelstandes und der Oberschichtabkömmlinge-deshalb muß man nicht an Gewehre denken! Nein- sie dachte wohl an Gewehre beim oder auch ohne Vögeln! Mögen Psychiater deuten ,was das bedeutet,es gibt dann mildernde Umstände falls sie doch vor Gericht landet! Wie nachlesbar: Esmeralda brachte diesen Gedanken in die Debatte!


Im Beitrag des Vorredners wird ,wen auch spekulativ, der Dame Dispens erteilt.

Entschuldigung-:

Die ist nach europäischen Gesetzen eine Straftäterin übelster Sorte in einer Verbrecherbande, sie hat,wenn man die Farc als sozialrevolutionäre Bürgerkriegspartei betrachten würde,sich an der Begehung von Kriegsverbrechen wohl beteiligt oder das jedenfalls unterstützt -und dann ,in dem Falle der Betrachtung, zudem Militärdienst für eine ausländische Macht geleistet.Das ist m.W. auch in Holland strafbar ,genau wie in Deutschland.


Tja-da schauen Sie alle, die die Härte des Verfassers nicht mögen und die Sie das Schlachtenbummeln bislang irgendwie als Naturrecht gelangweilter Bildungskleinbürgerkinder auffassten. Passen Sie jetzt mal genau auf:


Merke: Wer bei sowas mitmacht ,der leistet -jedenfalls ist das für Deutsche strikt verboten es sei denn der deutsche Staat beauftragt denjenigen dazu als Soldat oder Geheimdienstler/Polizist oder IM/Spion - Militärdienst für eine ausländische Macht (oder eben: ist Mitglied einer Verbrecherbande,je nachdem) -und das ist jedenfalls Deutschen (und vermutlich ist es in Holland ähnlich) strikt verboten!

Das wussten Sie nicht,liebe Leser? Na, jetzt wissen Sie e!


Das Mitmachen in solchem Haufen ist allein schon strafbar,dazu kämen dann etwaige ,dann Kriegsverbrechen genannte Handlungen und Unterlassungen!

Oder es ist eben keine "Militäreinheit" in einem "Krieg", dann sind es Verbrecherbanden und die Sache ist schlichte ordinäre und eher bekannte Kriminalität.


Was soll also das intellektuelle Verständnisgetue für das leider wohl auf die Füße fallende und ins gemachte Nest fallende Produkt westeuropäischen Bildungskleinbürgertums das sich an schwersten Verbrechen zumindest beteiligt hat?


(Deren Eltern auch nichts Besseres zu tun hatten, als in Sorge um die Tochter mit zittrigen Fingern ganze Seiten aus den ideellen Büchern herauszureißen-"..zuviel soziale Inhalte ff..".- ,deren Inhalte sie ihrem Gössel augenscheinlich falsch beibrachten weil sie die als Bildungskleinbürger selbst nicht kapiert hatten in den Jahren ihrer eigenen Sozialisation in den 60ern,70ern! Schütten das Kind mit dem Bade aus. So sind die-die Bildungskleinbürger der weißen Rasse.)


Schade ,das diese Tanja nicht vor Gericht landet-und wenn ,dann mit falschen Frontstellungen und dem Mitleid fürs Prinzesschen.

Welcher europäische Vater hätte da kein Verständnis?

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Ehemaliger Nutzer 08.11.2012 | 15:45

Gemessen an den lateinamerikanischen Verhältnissen, lässt der Hiesige und teilweise in epischer Redundanz verbreitete „Machismo“ wirklich nichts zu wünschen übrig.

Dieser patriarchale Gestus altväterlicher Strenge und Fürsorglichkeit macht nun aber gerade diese Moral- statt Verstandpredigten nicht weniger Schmerz- und Gedankenfrei, als der von Tanja Nijmeijer beklagte und ausgeprägte lateinamerikanische „Machismo“ -auch innerhalb der FARC – Guerilla.

Da entscheidet sich eine junge und attraktive Frau aus Mitteleuropa für die vorgeblich falsche Uniform und Kampfmontur - und der moralische Depp und alte Sabbersack läuft Amok.

Während vermutlich Tanjas kleinbürgerliches und proletarisches Pendant in der Uniform der demokratischen Wehrmacht, das vorbildliche Blitzmädel und die Rechtmäßige Schlachtergesellin deutscher Interessen in der Welt abgibt.

Sikkimoto 08.11.2012 | 16:54

Ich schlage vor sie atmen erst einmal tief durch. Denn wenn sie meinen Kommentar bei klarem Verstand lesen werden Sie feststellen das er nicht mal halb so aufregend ist wie sie gerade glauben.

Da schreibe ich zum Beispiel das ich kein Fan der FARC bin. Und bei ihnen werde ich dann zum Claqueur. Da schreibe ich das es ich mich wütend macht das Menschenrechtsverletzungen die von den FARC-Gegnern verübt werden von den deutschen Medien systematisch ignoriert werden. Sie antworten, dass Menschenrechte unteilbar sind. Ja, genau dieser Gedanke steht hinter der Wut, da es hierzulande offensichtlich nur interessiert wenn das Feindbild genehm ist. Ich habe auch kein Wort über "angebliche Entgleisungen" verloren. Weiter schieben sie mir dann nie geschriebene Passagen über das für und wieder eines Sozialrevolutionären Wesens der FARC unter. Kurz: Ihre Antwort gilt nicht mir sondern einem Pappkameraden den sie sich zurechtfantasiert haben. Wenn sie dann auch noch beurteilen wollen in welchem Verhältnis ich zu meiner Großmutter stehe quittiere ich das mit einem entspannten Lächeln. ;)

Im folgenden erfahre ich dann das ich unglaubwürdig und meine Argumente fadenscheinig sind, eigene Argumente haben sie sich leider verkniffen. Dabei hätte mich doch jetzt ehrlich interessiert warum ich erschreckend bin. Wenn sie ihre Beißreflexe unterdrücken und eine Antwort verfassen die ein paar Anhaltspunkte enthält die meinen Kommentar aufgreifen können wir gerne weiter Reden. Bis dahin werde ich sie aber als Dummschwätzer behandeln, sprich keiner weiteren Antwort für würdig befinden. :)

https://ff.duckduckgo.com/favicon.icohttps://www.google.com/favicon.icoWhttps://i.duckduckgo.com/i/2b242a57.pngWikipedia: W is the 23rd letter in the ISO basic Latin alphabet.

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Ehemaliger Nutzer 08.11.2012 | 17:43

sikkimoto- man war höflich , argumentierte , Sie werden beleidigend. Ihr Stil.

Aber Ihr Stil passt zu den von Ihnen geäußerten Ansichten und dargestellten Inhalten die Sie vertreten.

Um nur eines Ihrer obszönen Argumente zu zitieren:

Sie ,sikkimoto, sagen und legitimieren das auch mit der leichten Unwohlseinbemerkung (..nicht schön ,aber es ist so... ) ,das diese Farc-Verbrecher Entführungen deshalb vornahmen , um Steuern zu erheben bei denen ,die nicht sofort mit Steuern herausrücken.

Nun, in westl. Großstädten nennt man sowas Schutzgelderpressung-und Entführung ist ebenfalls ein Verbrechen.

Sie sikkimoto, rechtfertigen so etwas.Diese Tania hat an diesen Schutzgelderpressungen teilgenommen-das muss der Leser hier sofort miteinkalkulieren

Ein bisschen Demokratieunterricht für Sie ,sikkimoto:

Wenn eine Bevölkerung jemandem ein Mandat erteilt dazu, kann eine solche mandatierte Staatsmacht dann auch Steuern erheben.Das wußten Sie bislang nicht, dass Steuerneinnehmen eine vom Volk selbst erlaubte Handlung der gewählten Staatsmacht ist ? Sie,sikkimoto, dachten so wie Tania und die alten fetten Farc.Führer,dass der, der die Macht hat, die Steuern einnimmt wie es ihm gefällt, wie im Feudalismus. Tja, .hoffentlich sagt der Holläderin mal wer, das wir nicht mehr im Feudalismus leben -auch nicht in Kolumbien.

Augenscheinlich hatte die Farc - Ihre Worte, sikkimoto- kein Mandat, sonst hätte sie ja nicht diese Zwangserhebungsmassnahmen "Entführungen" anwenden müssen.

Wie gesagt:

Farc ,das ist eine der schmierigsten Verbrecherorganisationen der Welt, -weil so besonders obszön,ungefähr zu vergleichen mit ETA und IRA, reine Kriminelle und Totschläger und Mörder - da sie sich auch noch das Mäntelchen der Sozialrevolutionäre umhingen und auf dieser Well surfen.

Bei einigen besonderen Dummköpfen im Westen ,zum Beispiel diesem Bildungskleinbürgerprodukt Tanja ,hatten die Erfolg, die einheimischen Gefolgsleute jedoch mußten diese alten fetten Farxc-Führer im Wege des Kinder- und Jugendlichenraubes mit Erpressungsmethoden und durch Entführungen und Drohungen usw. usw. an sich zwingen.

Daher kann jeder Leser entscheiden, ob diese Farc und diese Tanja nun schlichte Kriminelle sind und die pseudopolitische Komponente eben bei dieser Tanja eben lächerlich (und zugleich unverschämt ) ist und nur Beweis ist für die Verkommenheit westlich-weißen Bildungskleinbürgertums.

Und der Leser kann zudem entscheiden, welche Qualität die Einlassungen des sikkimoto haben, der Entführung beispielsweise als wenn auch unschönes aber legitimes Mittel zur Einnahme nicht legitimierter Steuern bezeichnet ,also Schutzgelderpressung bzw. schlicht Raub rechtfertigt - und zudem Leute ,die das anders sehen , beleidigt.

Danke für die erhellende ,Ihre sittlichen und rechtlichen Standpunkte sehr deutlich machende und Ihr Sozialverhalten offenlegende Antwort ,sikkimoto.

Costa Esmeralda 08.11.2012 | 18:18

@THEBIGREDONE

Analog zu SIKKIMOTO verstehe ich Deine Wortkeulen nicht, die Du gegen vermeintliche Gegner schleuderst. Was Tanja anbelangt: Es geht erst einmal um das Verstehen des menschlichen Handelns. Es geht nicht ums Entschuldigen. Wenn Du meinen Text falsch interpretierst, ist das Dein ganz persönliches Problem, das sicher auch seine Ursache in Deinen eigenen Erfahrungen hat. Meine Interpretation hast Du gelesen, aber wohl nicht recht verstanden. Diese beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen in Ecuador, Peru (u.a. mit Kokabauern und indigenen Völkern in z.T kontrollierten Gebieten des Sendero Luminoso zu Zeiten von Fushimori und Montesinos), aber auch in Honduras, Haiti und Panamá. Kolumbien kenne ich nur aus flüchtigen Besuchen. Aber europäische Metropolenmenschen wie Tanja (Frauen wie Männer) sind mir seit Beginn meiner Arbeit im unabhängigen Guinea Bissau (seit 1976) zu Hauf begegnet und die Ursachen ihres Handelns waren in vielen Fällen ähnlich. Auch ist mir die 67er ("2. Juni) und 68er Bewegung in Deutschland und Europa bestens bekannt wie auch ihre Ausflüsse in K-Gruppen, Stadtguerilla, 3. Welt-Gruppen, usw. usf.

Also, nimm meinen Beitrag nicht als persönliche Anschuldigung. So jedenfalls kommt Dein Kommentar rüber. Und es scheint bei SIKKIMOTO ebenso zu sein.

Sikkimoto 08.11.2012 | 18:26

Es ist eben Blödsinn die FARC als "gewöhnliche Verbrecher" abzustempeln. Gewöhnliche Verbrecher wollen in schmucken Villen leben und nicht in Baracken im Dschungel. Gewöhnliche Verbrecher treten auch nicht in Friedensverhandlungen.

Weiter ist es Blödsinn das ich die Entführungen legitimiert hätte. Sie haben es nur so dargestellt als ob die FARC *wahllos* Menschen entführen würde. Das wollte ich berichtigen, weil es auch in den Medien hier gerne falsch dargestellt wird. Wir müssen und auch sicher nicht darüber unterhalten wie demokratisch Kolumbien in den letzten 100 Jahren durchschnittlich war. Das der bewaffnete Kampf heute überflüssig ist: Klar. Aber es gibt ja nun auch Friedensverhandlungen. Hoffen wir also auf ein friedliches Ende.

Ich habe nicht darauf abgezielt Sie zu beleidigen. Aber wenn sie paraphrasieren nehme ich auch kein Blatt vor den Mund. :)

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Coza 08.11.2012 | 19:45

Tanja Nijmeijer Anfang 2012:

„Möglicherweise ist das Abschlachten von Millionen von Indígenas in den Händen der Europäer, der systematische Raub von Land aus eben diesen gleichen und, noch aktueller, der Krieg des Nordens gegen die südamerikanischen Völker nicht genügend für meinen Eintritt?
Ich gestehe mir zu, dass die Hingabe mit nur einem Leben zu unbedeutsam ist, aber es ist das einzige was ich dem kolumbianischen Volk anbieten kann, einem misshandelten Volk, einem getöteten Volk und einem ausgebeuteten Volk durch `unsere Völker´, den Regierungen der sogenannten Ersten Welt. Eine Ausbeutung die nie aufgehört hat; seit der spanischen Eroberung bis zur brutalen Unterdrückung von heute durch die regierende Klasse in Kolumbien, die im blinden Gehorsam den Befehlen des Nordens gehorcht.
Eine Regierung, durch ihre Paramilitärs beschützt, die Gewerkschafter, Journalisten, Professoren und Studierende ermordet, nur weil sie eine kritische Meinung zur Gesellschaft haben und ihre Rechte fordern.
Eine Regierung, die Bauern umbringt oder vertreibt, nur weil sie auf jenem Land leben, dass für die agro-industriellen Großprojekte wie der afrikanischen Ölpalme oder dem Kautschuk, oder für den Bergbau und Erdölforderung gebraucht wird.“

und weiter:

„Die Holländer und Europa im Allgemeinen waren immer stolz auf unsere Toleranz gegenüber anderen Kulturen, anderen Sichtweisen und die Welt zu kennen. Aber ich denke, dass manchmal die Grenze zwischen Toleranz und Desinteresse verschwimmt. Deshalb will ich einen Aufruf an die Intoleranz machen. Wir, Völker die die ersten liberalen Revolutionen in der Welt verwirklichten, Völker die die sogenannte Sozialdemokratie erschaffen haben und immer weiter kämpfen, heute zum Beispiel gegen die Globalisierung, dürfen nicht tolerant gegenüber einem wirtschaftlichen System sein, welches unseren Planeten und die Menschen die auf ihm leben in Riesenschritten zerstört. Eine andere Welt ist möglich …”

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Ehemaliger Nutzer 08.11.2012 | 20:42

Coza- eine schöne Rede. Ein paar Unwahrheiten drin -aber geschenkt.

Und deshalb hat und durfte lt . Bloggern hier im Blog sich Tania la guerillera 2.0 Niejmeijer an Entführungen, Erpressungen,illegalen Steuererhebungen,schweren Körperverletzungen,Mord, Korruption,Rauschgifthandel,sex. Nötigung und Vergewaltigung (als duldende,unterlassende Mittäterin,sie scheint da ja nicht Schütze Arsch zu sein sondern hat eine hervorgehobene Position, sonst wäre sie ja nicht in Kuba!Also ist sie mitverantwortlich!Jetzt antworte man nur, sie hätte ja nicht eingreifen können ,sonst wäre ihr selbst was passiert. Also hängt sie mit drin!) sowohl von Entführten für die Geld gefordert wurde als auch von erpressten und shanghaiten "Kindersoldaten" beteiligen? Dafür hat sie die ohnedies kaputte Volkswirtschaft Kolumbiens weiter mitzerstört , hat die vor Ort hie und da mal funktionierenden oder fast funktionierenden Strukturen im Einzelfall wieder mitkaputtgemacht und führt jetzt mit großer Pose Verhandlungen mit ,um die Paten dieser Mafiaorganisation Farc und sich selbst straffrei zu stellen?

Zudem hat sie, aus rechtl. Sicht ihres Heimatlandes, für eine ausländische Militärmacht -so würde sie ja argumentieren- Dienst geleistet. Da das in Dtschld. strafbar ist wenn es nicht in staatl. dtsch. Auftrag geschieht ,dürfte das vermutlich in Holland nicht viel anders sein. Andernfalls ist sie Mitglied in einer verbrecherischen Organisation, gehört sogar zu den Führungskadern.

Diese Farc erinnert am ehesten als angebliche "sozialistische" Sozialrevolutionäre an die sog. Roten Khmer, die schändlichste Killertruppe , die sich je aus einem Pool von anfangs mal sozialrevolutionären Leuten gebildet hatte. Auch dieses Killer hatten viele Fürsprecher im europäischem Bildungskleinbürger. Als die sozialistischen Vietnamesen dort,um noch mehr Schaden zu verhindern und den Menschen zu helfen, kreischten hier in Europa jene Bildungskleinbürger und schwafelten gegen die rationale Tat der Vietnamesen. (Ein paar Jahre vorher hatten die gleichen dummschwätzenden Bildungskleinbürger als noch jüngere Leute partei für die Vietnamesen ergriffen.)

Meinten Sie das also so, Coza?

Für Leser:

Also mancher kleinere Nazi, den die die Alliierten verurteilt hatten und zu Recht aufgehängt haben, Honecker und Krenz die zu Recht verknackt wurden und andere Figuren hatten letztlich weniger auf dem Kerbholz als die Tania la guerillera 2.0 Niejmeijer!

Merkwürdig, dass sich in Europa immer wieder Leute finden , die mit pseudosozialen Argumenten Mord und Totschlag in Drittweltländern gutheißen und die dortigen Opfer billigend in Kauf nehmen und Täter ,besonders Täter die den eigenen Generationen und den eigenen politisch-kulturellen Kreisen vermeintlich angehören- in Schutz nehmen.

Nee ,Leute- bei Entführung, Erpressung,Schutzgelderpressung, illegales Steuereintreiben, Körperverletzung ,Mord,Vergewaltigung und sex. Nötigung, Nötigung, Korruptionsdelikten,Rauschgifthandel, Bestechung, und das alles durch ein und denselben Verbrecherverein, hört der Spaß auf!

Martin Gebauer 08.11.2012 | 21:38

Stark zusammengefasster Auszug aus einer sehr aufschlussreichen Geschichte der FARC von den Ursprüngen, bis in die heutige Gegenwart.

Ausführlich: siehe Historie FARC-EP

Die FARC wurde im Mai 1964 von Manuel Marulanda Vélez und anderen PCC Mitglieder und Bauern, nach einem militärischen Angriff auf die Gemeinschaft der Bauern in Marquetalia gebildet. 16.000 kolumbianische Truppen, unterstützt von den USA, griffen die „Republik“ an, nur 48 von ihnen waren als Selbstverteidigungsgruppe bewaffnet. Marulanda und 47 andere zogen sich in die Berge zurück um den Kämpfen zu entgehen. Diese 48 Männer bildeten den Kern der FARC, die im Laufe der Zeit nach mehreren Konferenzen und Zusammenschlüssen wuchs. Bereits kurz nach Militäroperation wurde ein revolutionäres Agrarprogramm verabschiedet und die Selbstverteidigungsgruppe wurde zu einer mobilen Guerilla mit nationalen Zielen. ...

"KOKA-HANDEL"
Zunächst lehnten die FARC-EP jede Arbeit und Verwicklung in den Koka-Anbau ab, da dies als Ausdruck des krankhaften Kapitalismus betrachtet wurde. Um aber die Basis der Bauern nicht zu verlieren, die nun vom Koka-Boom profitieren wollten, und weil mit dem Koka auch ein gutes Geschäft zu machen war, entschieden sich die FARC-EP 1982 zur Besteuerung und Kontrolle des Anbaus und Handels. So mussten Bauern und Käufer eine prozentuale Steuer für Koka erbringen. Auf der anderen Seite gab es durch die Kontrolle der FARC-EP eine gerechte Arbeitsteilung, Löhne und Sicherheit für die Koka-Bauern. Dies jedoch führte zu Konflikten mit Paramilitärs und Regierung, die ihrerseits sehr stark im Koka-Handel vertreten waren. Entgegen den allgemeinen Vorstellungen kontrollieren jedoch die Paramilitärs die Exportrouten und einen Großteil des Handels in Kolumbien. ...

Im Jahr 1985 bildeten die Mitglieder der FARC-EP zusammen mit einer großen Anzahl anderer linker und kommunistischer Gruppen eine politische Partei, die „Union Patriótica“ (UP). Die UP suchte politische Reformen wie eine Verfassungsreform, mehr Demokratie bei den Kommunalwahlen, politische Dezentralisierung und die Beendigung der politischen und wirtschaftlichen Elite durch die liberale und konservative Partei. Darüber hinaus wurden sozio-ökonomischen Reformen wie die Umverteilung von Land und mehr Gesundheits- und Bildungsausgaben in das Programm aufgenommen. Auch Forderungen wie die Verstaatlichung von ausländischen Unternehmen, kolumbianische Banken, Transport und Verkehr, und einen besseren Zugang zur kritischen Medienlandschaft fanden ihren Platz im politischen Programm. Nur wenige der UP-Mitglieder und Repräsentanten kamen direkt aus den FARC-EP, die meisten von ihnen kamen aus einer Vielzahl von Gruppen, Initiativen, Gewerkschaften und sozialistischen Parteien wie der PCC. Auf dem Land und in den Städten fanden Diskussionen statt und es konnte ein politischer Frühling gespürt werden.

Die UP erreichte als eine linke Partei die besten je erreichten Wahlergebnisse in der kolumbianischen Geschichte. 1986 gewann UP Kandidaten 350 lokale Ratssitze in den Gemeinden, mehrere Bürgermeister, diverse Sitze im Unterhaus und 6 Sitze im Senat. Der Präsidentschaftskandidat von 1986, Jaime Pardo Leal, gewann 4,6% der Stimmen. Zwischen 1986 und 1990 wurden Tausende von Mitgliedern der UP und anderer linker Parteien ermordet (die Schätzungen reichen von 4.000 bis 6.000). Im Jahr 1987 wurde der Präsidentschaftskandidat der UP, Jaime Pardo Leal, ermordet. Im Jahr 1989 hatte ein einziger Großgrundbesitzer samt Paramilitärs über 400 UP Mitglieder ermordet. Mit dem Terror hörte die Partei in den 90er Jahren auf zu bestehen und die FARC-EP änderten ihre Strategie hin zu mehr militärischen Aktionen. Der Versuch für eine politische Lösung war an staatlicher und paramilitärischer Gewalt und Hilflosigkeit gescheitert. ...

Die Guerilla in Kolumbien hat einen schlechten Ruf. Sowohl bei der Mainstream-Bevölkerung, als auch bei der Linken in Deutschland gibt es die weit verbreitete Ansicht, dass es sich bei der Guerilla in Kolumbien um eine Organisation handelt, die einzig und allein aufgrund ihrer finanziellen Aktivitäten existiert. Es gibt kaum Presseberichte, in denen die FARC-EP nicht mit einem Drogenkartell gleichgesetzt wird. Selbst scheinbar unabhängige Journalisten oder Linke übernehmen kritiklos die Propaganda der Regierungsmedien, die seit dem Bestehen der aufständischen Bewegung versuchen, die Guerilla politisch zu delegitimieren.
Dabei sind die FARC-EP eine der wenigen letzten und großen Organisationen in Lateinamerika, die eine sozialistische Orientierung haben und entgegen der allgemeinen Annahme über eine weite soziale Verankerung im Land verfügen. Im Folgenden wird auszugweise Bezug auf einen Artikel von Raúl Zelik genommen, in dem er die Entstehung und Entwicklung der Guerilla aufzeigt. [„Die etwas andere Geschichte der Guerillas in Kolumbien“ in Lateinamerika Nachrichten Nr. 286 vom April 1998]

Die Desinformation über die Guerilla in Kolumbien reicht schon so weit, dass viele nicht einmal über die Entstehung dieser Organisation Bescheid wissen. Während ein Großteil der revolutionären Bewegungen auf dem lateinamerikanischen Kontinent im Zuge der kubanischen Revolution entstanden ist, haben die FARC-EP eine Geschichte, die bis in die Bauernbewegungen der 1930er und 1940er Jahre zurückreichen. Raúl Zelik sah einen engen Zusammenhang zwischen der 200-jährigen Historie der Bauernaufstände in Kolumbien und der Guerilla und formulierte dies einst in oben genannten Artikel über die Geschichte der FARC-EP so: „Wer García Márquez´`100 Jahre Einsamkeit´ gelesen hat, weiß von den zahllosen Bemühungen des Generals Aureliano Buendía, der sich 17 Mal erhob und immer wieder scheiterte. Diese Aufstände werden, wie auch der Bürgerkrieg 1948, oft als liberal-konservative Konflikte interpretiert. Die kritische Sozialforschung hat sich dagegen immer verwehrt: So wie auch Aureliano Buendía (eine trotz „magischer“ Verfremdung recht reale Person) kämpften die Aufständischen des 19. und 20. Jahrhunderts zwar unter dem Banner der liberalen Partei, aber sie waren keine Parteigänger. Ihre Rebellion richtete sich vielmehr allgemein gegen die oligarchische Land- und Machtkonzentration. Die Tatsache, dass ihr Widerstand fast immer bewaffnet war, hatte damit zu tun, dass der soziale und politische Protest von der Oberschicht eigentlich immer mit Waffengewalt beantwortet wurde. Obwohl es seit der Unabhängigkeit nur zwei Militärputsche in Kolumbien gab, wurde die Opposition immer in die Illegalität gedrängt.“
An diesem Fakt hat sich bis heute nicht viel geändert. Die Repression des Staates und die Einschüchterung und Verbreitung von Terror durch staatlich unterstützte Paramilitärs hält weiterhin an. Die Zahl an getöteten Linken und Gewerkschaftern zählt zu den höchsten der Welt. Friedensprozesse und Versuche der Demobilisierung von Guerillagruppen führten zur zielgerichteten Vernichtung ehemaliger Gueriller@s. Soziale und politische Proteste werden auch heute noch versucht zu diskreditieren, weil diese von angeblichen Terroristen unterwandert wären.

Das die FARC in Europa einen schlechten Ruf haben, liegt zum einen an der zugegebenermaßen manchmal etwas tölpelhaft erscheinenden Außendarstellung und ihren Versuchen der Kommunikation mit der Linken, zum anderen aber an der rigorosen Repression von Medien und staatlichen Sicherheitsorganen. Fast jeder Überfall, jedes Massaker und jede Entführung wird zu allererst den FARC zugeschrieben. Wenn später herauskommt, dass das Militär, paramilitärische Gruppen oder kriminelle Banden dafür verantwortlich waren, dann findet dies keine Erwähnung mehr in den Medien oder interessiert wegen dem zeitlichen Faktor einfach keinen mehr.
Mit der Einstufung zu einer „terroristischen Organisation“ im Zuge des 11. September 2001 ist es für die FARC schwer geworden, die Menschen zu erreichen. Jegliche Sympathie oder Solidaritätsarbeit wird mit Härte geahndet. Dennoch suchen die FARC Kontakt zu anderen revolutionären und linken Gruppen und haben durchaus gute Beziehungen zu den sozialen Bewegungen, nicht nur in Kolumbien selbst. Sie sind auch keine „Steinzeit-Kommunisten“ und/oder eine „superrevolutionäre“ Organisation. Nein, die FARC denken eher pragmatisch, wenn man an die Notwendigkeit zur Durchführung sozialer Reformen und Friedensverhandlungen denkt. Mit „Narco-Guerillas“, übrigens ein von den USA geprägter Begriff, und mit „Stalinismus“ hat das Ganze nichts zu tun.


Das es bei den FARC kritikwürdige Punkte gibt ist nicht von der Hand zu weisen. Die vordergründig militärische statt politische Arbeit hängt aber auch mit den Reaktionen der Regierung zusammen. Raul Zelik dazu: „Natürlich gibt es in Kolumbien (wie in der FMLN und FSLN) Militarismus und Autoritarismus von links. Das ist anzugreifen, aber bei einer Militarisierung des Konflikts, wie er von der kolumbianischen Oberschicht in den letzten 50 Jahren betrieben wurde, nicht besonders verwunderlich. Mit den Organisationsführungen und –positionen hat das auf jeden Fall wenig zu tun.“ Und weiter: „Ein weiteres Mittel ist die Strategie, die Aufständischen in den internationalen Medien als `kriminelle Narco-Guerilla´ zu stigmatisieren. Dabei werden vor allem Entführungen und Verbindungen zum Drogenhandel aufgeführt. Ein genauerer Blick macht jedoch auch dieses Argument zunichte: Was die Entführungen von ausländischen Technikern und Großgrundbesitzern angeht, bewegen sich diese auf der gleichen Ebene wie Haftstrafen für Steuerbetrüger in einem bürgerlichen Rechtsstaat, denn die Guerilla übt in vielen Regionen de facto Regierungsfunktionen aus, und treibt daher Steuern ein. Man muss begreifen, dass es sich bei der kolumbianischen Guerilla nicht um eine privat agierende Minitruppe sondern um eine aufständische Gegenautorität handelt. Wer sich über diese Entführungen empört, darf über staatliche Gefängnisse nicht schweigen.“
In der Drogenpolitik wird auf ähnlicher Weise mit Vorurteilen argumentiert. Die FARC sind vor 30 Jahren dazu übergegangen, Abnahme- und Aufkaufpreise zu besteuern, weil sie ihre soziale Basis der Bauern nicht verlieren wollten. Zuerst waren die FARC gegen jeden Anbau von Koka. Das Schließen der Augen vor der Realität führte dazu, dass die Paramilitärs immer weiter auf dem Vormarsch waren, die Bauern sich der Guerilla abwendeten und eine damals noch nicht vorhandene Kontrolle über die Anbautätigkeiten dazu führte, dass kaum Lebensmittel in einigen Regionen für die einfache Landbevölkerung vorhanden waren und die Preise dafür immens stiegen.
Es ist wichtig, Aktionen und Programmatik der FARC kritisch zu begleiten. Es ist aber auch wichtig, Aktionen und die Realität der kolumbianischen Politik und Gesellschaft kritisch zu begleiten. So manch ein Linker denkt, Lateinamerika und Kolumbien zu kennen, übernimmt aber leider viel zu oft die unreflektierte Propaganda der Staats- und Massenmedien, ohne auch nur einmal die Realität jenseits von Bogotá, Medellín und der Karibikküste gesehen zu haben.
„So wie es in den 80ern falsch war, FSLN und FMLN unkritisch abzufeiern, ist es heute unmöglich, sich eine Emanzipation Kolumbiens ohne die Guerilla vorzustellen. Man muss nicht gleich in ehrfurchtsvolle Bewunderung verfallen, um die aufständische Bewegung politisch ernst nehmen zu können.“

Quelle:

http://www.kolumbieninfo.blogspot.de/

Martin Gebauer 08.11.2012 | 21:56

„Eine Armee auf nackten Füßen oder in Sandalen, fast ohne Waffen, in der weder Disziplin noch Unordnung herrschte, und in der weder Führer noch Truppe Sold erhielten, doch niemand war gezwungen zu kämpfen: und es gab militärische Ränge, aber alle waren gleich ohne Unterschied bei der Verteilung des Essens und der Kleidung, dieselbe Ration für alle. Und die Führer hatten keine Adjutanten: eher eine Gemeinschaft als eine Armee und einig eher durch Liebe als durch Militärdisziplin, und doch gab es nie eine größere Einigkeit in einem Heer.“

Aus den Anfängen…

"Die Freiheit muss man zu ihrem Preis erobern oder sich damit abfinden, ohne sie zu leben." (José Martí)

"Wir wollen Frieden ohne Hunger, ohne repressive Gesetze, ohne Maulkorb für die Presse, mit Boden, Gesundheit, Wohnraum, Wohlergehen, Arbeit, wirtschaftlichem Wachstum mit sozialer Entwicklung, Recht auf Leben und Souveränität, wofür große Investitionen des Staates und der wirtschaftliche Beitrag der internationalen Gemeinschaft, ohne dass dies eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten unseres Landes heißt, benötigt werden."

(Manuel Marulanda, aus der Eröffnungsrede zu den Friedensgesprächen mit der Regierung Pastrana)

Quelle:

http://www.kolumbieninfo.blogspot.de/p/lyrik.html

Martin Gebauer 08.11.2012 | 22:18

... Wir sind nicht die Ursache, sondern die Antwort auf die Gewalt des Staates, der sich in einem Rechtsrahmen für seine Grausamkeiten und Verbrechen gegen die Menschheit wie den 300‘000 Toten der als Epoche der Gewalt bezeichneten Zeit in den 50er Jahren verantworten muss, für die 5000 ermordeten Militanten und Kader der Unión Patriótica, für den Paramilitarismus als staatliche Aufstandsbekämpfungsstrategie, für die Vertreibung von circa. 6 Millionen Campesinos, für die mehr als 50‘000 Fälle von gewaltsam Verschwundenen, für die Massaker und falsos positivos [die Staatsanwaltschaft führt mehrere tausend Untersuchungsverfahren gegen Armeeangehörige wegen der Ermordung von unbeteiligten Unterklassenangehörigen, deren Leichen in FARC-Uniformen gesteckt und als Beleg für den Erfolg der Aufstandsbekämpfung gezählt wurden], für die Folter, für die dramatische soziale und humanitäre Krise. Zusammengefasst: Sie muss für den Staatsterrorismus Verantwortung übernehmen. Die in der falschen Institutionalität eingebunkerten Täter sind es, die die Wahrheit zugeben und die Opfer entschädigen müssen.

Wir sind eine kriegsführende Kraft, eine revolutionäre politische Organisation mit einem in der Bolivarischen Plattform für ein Neues Kolumbien skizzierten Projekt. Uns treibt die Gewissheit an, dass unser Hafen der Frieden ist, aber nicht der Frieden der Besiegten, sondern der mit sozialer Gerechtigkeit.

Der bewaffnete Aufstand, ein gerechter Kampf, wird weder mit Bombardierungen, Technologien noch Plänen, wie klingend und zahlreich auch immer ihre Namen lauten, besiegbar sein. Der Krieg der mobilen Guerillas ist unbesiegbar. Jene, die, berauscht von Triumphalismus, vom Ende der Guerilla reden, täuschen sich. Sie verwechseln unsere Bereitschaft zum Dialog mit einem Zeichen der Schwäche. Wir haben Schläge eingesteckt, und wir haben Schläge ausgeteilt. ...

Präsident Santos, legen wir den Grundstock für den Frieden, indem wir uns an die Wünsche der Nation halten.

Wir rufen alle sozialen Sektoren des Landes dazu auf, diesen diplomatischen Lösungsversuch des Konflikts mit Hoffnung zu füllen: das Ejército de Liberación Nacional (ELN), die Leitungen der politischen Parteien, die Kolumbianer und Kolumbianerinnen für den Frieden - die von Piedad Córodoba geleitete Organisationhat furchtlos für die Ermöglichung dieses Weges gearbeitet -, die Bischofskonferenz und die Kirchen, den Breiten Nationalen Studentischen Rundtisch (MANE), die Koordination von Sozialbewegungen in Kolumbien (COMCOSOL), die Promotoren des Friedenstreffens von Barranca, die Indígenas, die Afrika-Stämmigen, die Campesinos, die Vertriebenenorganisationen, die ACVC, die ANZORC, die Gewerkschaftsbünde, die Frauen, die kolumbianische Jugendbewegung, die LGTBI-Bevölkerung, die Akademiker, die Künstler, die alternativen Medienschaffenden, das Volk allgemein, die Migranten und Exilierten, die Marcha Patriótica, den Polo Democrático, den Congreso de los Pueblos, das MOIR, die Minga Indígena, die Friedliebenden der Welt.

Simón Trinidad bekundete aus dem Gefängnis von Florence (Colorado, USA), wo er ungerechterweise für 60 Jahre eingesperrt ist, seine totale Bereitschaft, an den Gesprächen für den Frieden in Kolumbien teilzunehmen. In einem Akt der Vernunft hat die kolumbianische Staatsanwaltschaft gesagt, ihm stehe das volle Recht zu, Teil der FARC-Verhandlungsdelegation zu sein, und der Oberste Justizrat offerierte die Technologie und die Logistik, um dies zu ermöglichen. Die Regierung der USA würde einen grossen Beitrag an die Versöhnung der kolumbianischen Familie leisten, wenn sie die physische Anwesenheit Simóns am Verhandlungstisch ermöglichen würde. ...

Wir heißen dieses neue Unterfangen für einen Frieden mit sozialer Gerechtigkeit willkommen. Alle für die unblutige Lösung des kolumbianischen Konflikts.

Es lebe Kolumbien! Es lebe Manuel Marulanda Vélez! Es lebe der Frieden!

Sekretariat des Zentralen Generalstabs der FARC-EP

*Intervención de Iván Márquez en la instalación de la segunda fase del proceso de paz

Coza 08.11.2012 | 22:36

Ich hoffe, der Blutdruck hat sich inzwischen wieder beruhigt.

Eigentlich habe ich bisher gar nichts geschrieben, sondern nur T.N. zitiert. Und auch das ist nur ein Plagiat von anderswo.

Es hat ja niemand behauptet, dass die Farc eine mildtätige gemeinnützige Organisation ist, die vielleicht noch Spendenquittungen verteilt. Und man darf nicht vergessen, dass sich T.N. in ihren Tagebüchern, die seinerzeit unfreiwillig an die Öffentlichkeit gelangten, gegen einige der Auswüchse innerhalb dieser "Organisation" geäussert hat.

Ich versuche, jetzt doch einen gewissen Unterschied zu machen zwischen dieser Farc, die von ihren proklamierten Idealen im Laufe der Jahrzehnte abgekommen ist, und der Person T.N., die anscheinend noch immer ihren Idealen nachhängt und jetzt möglicherweise als das soziale Gewissen der Farc präsentiert wird. Mit Sicherheit war es nicht ihr primäres Ziel, einer Organisation beizutreten, die von Entführungen, Erpressungen etc. lebt, sondern etwas zu tun gegen die schreiende soziale Ungerechtigkeit, die sie in diesem Land vorfand. Und die war schon da, bevor T.N. ins Land kam. Bekanntermassen ist Kolumbien als Staat auch nicht gerade ein Musterbeispiel an Demokratie bzw. mit den europäischen Standards vergleichbar.

Und, es gibt bisher keinen Nachweis darüber (auch, wenn es Haftbefehle aus Kolumbien und aus Amerika gibt), dass T.N. selbst wirklich an der einen oder anderen Tat beteiligt war. Hier vertrete ich die liberale Auffassung, dass jeder für seine Taten selbst verantwortlich ist und jeweils die konkrete Person bestraft werden muss und nicht alle, die in einem entsprechenden "Verein" sind. Verantwortung tragen die, die Untaten befehlen, und die, die Untaten ausführen. Als "Dolmetscher" ist man nicht automatisch Mörder und auch Norwegen ist kein verbrecherischer Staat, weil es sein Territorium für längst überfällige Friedensverhandlungen zur Verfügung gestellt hat und dabei sogar für die Unantastbarkeit möglicher Verbrecher sorgte.

Ich denke, es ist jetzt für beide Seiten in Kolumbien wichtig, einen Weg aus der jahrzehntelangen Krise zu finden mit der Chance, eben funktionierende Strukturen aufzubauen, die nicht gleich wieder zerstört werden. Und wenn man gleichzeitig noch etwas für die Lebensqualität der dort lebenden Menschen tut (nicht als soziale Verteilung, sondern als Chance, durch Arbeit ein vernünftiges Leben zu führen), dann sinken auch die Chancen, dass die Massen sich von solchen Gruppierungen angezogen fühlen und diese unterstützen.

Eine Verhandlungslösung wäre dafür auf alle Fälle besser als eine Fortsetzung der Auseinandersetzungen.

Martin Gebauer 09.11.2012 | 01:03

Wenn man einmal betrachtet, was uns heute als Revolution verkauft und auch noch von staatlicher Seite unterstützt wird, wie z. b. Aktuell Syrien und man sieht die Bilder von gesponserten Freiheitskämpfern, dann verstehe ich, weshalb das eine verachtet und das andere erwünscht ist. Vielleicht zeigt uns ja die FARG ein zu menschliches, mitfühlendes, Gesicht, in Ausgestaltung Tanja Nijmeijer.

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Ehemaliger Nutzer 09.11.2012 | 06:52

Martin Gebauer:

Spanisch können sie schon?

"Dabei sind die FARC-EP eine der wenigen letzten und großen Organisationen in Lateinamerika, die eine sozialistische Orientierung haben und entgegen der allgemeinen Annahme über eine weite soziale Verankerung im Land verfügen."

Behalten Sie Ihre Sommermärchen bei sich.

Hugo Chávez in Venezuela (..."woran er mit seiner Bolivarischen Revolution unter Integration sozialistischer und marxistischer Ideen anschloss"...) als linker Oelbaron macht er auch gut von sich reden, ein "echter" Sozialist, leider dem Grössenwahn a lá Mao + Breschnew verfallen.

Juan Evo Morales Ayma in Bolivien (..."Er ist Führer der sozialistischen bolivianischen Partei Movimiento al Socialismo (MAS) und der Bewegung für die Rechte der Coca-Bauern"...) ist auch ein Paradebeispiel für sozialistische Errungenschaften

Klimagipfel vs. japanische Minenbetreiber, Wei o Wei...

Und jetzt stellen wir uns mal die ausgemergelten Farc - Kämpfer am runden Tisch vor.

Wir basteln jetzt mit Lego ein neues Land, Kalaschnikows kann man ja ganz gut saubermachen, aber das mit dem Land bauen?

Das erinnert mich ein bisschen an Nicaragua und die Sandinisten, so anno '81, Café im ASTA kaufen für Waffen, oder war es Ecuador?

Und Daniel Ortega in Nicaragua ist natürlich ein richtich' Rechter, Halbbruder von Romney, aber Schlüpferziehen hat der im Dschungel auch gelernt... So als Präsident

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Ehemaliger Nutzer 09.11.2012 | 08:49

Alle hier im Westen,also auch in Dtschld., die ,mit so großer Inbrunst beispielsweise eben jene Tania la Guerillera 2.0 Niejmeijer verteidigen und deren Farc (reine Verbrecherorganisation oder eben Verbrecherorganisation mit sozialrevolutionärem Touch oder Anteil, eine andere Auswahl an Definition hat niemand) oder auch andere merkwürdige Gruppierungen und Personen ( Kurden PKK,auch da gab es z.B. Deutsche ) früher mal die Roten Khmer, Terroristen wie RAF,IRA,ETA,Brigata Rossa usw. müssen selbst wissen, was sie der Öffentlichkeit vorlegen wenn sie um Zustimmung buhlen.

Nüchtern wird jeder zugeben müssen, dass man so oder so Schusswechsel bei denen gemeine Soldaten sterben ,schon niemandem verkaufen kann.

Erst recht unverkäuflich sind Rauschgifthandel, Entführungen,Mord,Bombenattentate ,wovon meist sog.
"Zivilisten" betroffen sind,also Leute die weder der einen wie der anderen Seite direkt zugerechnet werden vom Mainstream.

Egal wer derlei anwendet und zu verantworten hätte -und sei es Jesus Christus selbst der es befehlen würde : Niemand kann so jemanden als Nobelmann oder Nobelfrau verkaufen.

Realistisch besehen zieht man sich nötigenfalls zurück in bewaffneten Auseinandersetzungen.

Die Polizei zieht sich zunächst zurück ,wenn Geiselnehmer agieren - schließlich will die Polizei kein Gemetzel anrichten und wird der Täter später so oder so habhaft.

Militär zieht sich aus Städten zurück ,die es wegen Schwäche nicht verteidigen kann und auch nicht evakuieren kann und überläßt solches Terrain dann dem Feinde.

Usw. usw. Und das WEISS und fühlt die Öffentlichkeit -und sie hat recht damit.

Die von Ihnen allen gelobten Insurgenten,halb-oder vollkriminellen Gruppierungen mit und ohne sozialrevolutionären Touch, die derlei Vernünftiges eben nicht tun , sondern lieber Massaker anrichten und auch ihr eigenes "Fußvolk" dabei verheizen und vor allem westeuropäische Bildungskleinbürger, die sich dafür hergeben da mitzumachen mit ihren romantischen und zugleich komplett verblödeten Vorstellungen vom "sozialem Kampf" (vom "Jesus Christus mit der Knarre, im Mund die Zigarre" - Rauchen gefährdet ihre Gesundheit, Leute- Revolution auch und erst recht simple kriminelle bewaffnete Machenschaften!) - die werden von den sog. "Spießern", von Otto Normalverbraucher und von Lieschen Müller sofort und ohnen vertun als genaus die Politidioten erkannt und nicht ernst genommen, die sie auch sind.

Und jeder, der solche wildgewordenen verantwortungslosen westlichen Bildungskleinbürger hier bei uns lobt -ist unglaubwürdig.
Sonst würden die "Linken" ,die das seit Jahrzehnten so (falsch) machen, DOCH MEHR ZULAUF HABEN , wären immer schon gewählt worden - wenn die Bevölkerung in ihrer riesigen Mehrheit für solche "Tanias" Verständnis hätte!


Deshalb kann man ,hier im Blog, die frenetischen Verteidigungsbeiträge für dieses politisch ungebildete holländische Bildungskleinbürgerkind mit dem vielem Unsinn im Hirn nicht nachvollziehen.

Regelrecht unglaubwürdig werden die Verteidiger der Tania N., wenn sie auch noch deren Beteiligung an allerlei Verbrechen und die Verbrechen selbst schönreden wollen.

Auch das ist , wie das Gesicht des obigen Individuums, ein Paradebeispiel für das Versagen und die politischen Mängel jenes eher linken Bildungskleinbürgertums und mit eine Erklärung für die völlige Wirkungslosigkeit dieser sog. linken Ideen usw. und mittlerweile eben die völlige Überflüssigkeit dieses Teils der Politik auch mit belegt.

Kurz gesagt: Wie kann man nur für eigene und fremde Idioten und Verlierer und Verbrecher Partei ergreifen und glauben , damit irgendwen hinterm Ofen hervorzulocken,irgendwem Sympathien entlocken.

Die Leute hier in Dtschld. sind doch nicht so blöd ,wie sie im TV hingestellt werden und wie einige Journalisten wohl glauben und Politiker aller Couleur sowieso.

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Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 08:44

grosser roter:

..."Die Polizei zieht sich zunächst zurück ,wenn Geiselnehmer agieren - schließlich will die Polizei kein Gemetzel anrichten und wird der Täter später so oder so habhaft"...

Bei 50% der Fälle von Entführungen geht die Entführung auf das "Sicherheitspersonal" oder "Polizeikräfte" zurück, die sich in Ihren unterbezahlten Stellen ein ZUBROT dazuverdienen müssen, da der Staat immer so Pleite ist, weil diverses Politikerkastenpersonal dazumal beschäftigt ist, sich in Ihrer korrupten Legislaturperiode selbst zu bereichern, ob Links oder Rechts...

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Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 11:04

grosser roter II, fast habe ich es uebersehen:


..."schließlich will die Polizei kein Gemetzel anrichten und wird der Täter später so oder so habhaft"...
Wir vertiefen das Themachen noch ein bisschen:

Secuestro (Entführung) en Colombia (Bogotá, 2009):
significados y prácticas discursivas =
Entführung; diskursiver Beitrag zu seiner Bedeutung und deren Praktiken.
OSCAR ENRIQUE GÓMEZ RODRÍGUEZ
http://www.dissoc.org/recursos/tesis/Tesis%20Oscar%20Gomez.pdf
jetzt nehmen wir noch mal das Täfelchen Seite 46 aus der Disse:
Akteure, also Entführer: Zahlen von 1993 bis 1996
Gesamt:(5073 casos = Entführungen)
DESCONOCIDOS (Unbekannte) 2955
ELN 917 Entführungen
EPL 127 Entführungen
FARC 1049 Entführungen (Link schenken wir uns)
M-19 25 Entführungen

= 2118 "politisch" motivierte Entführungen gegenüber 5073 Gesamt, also 2955 "Ladendiebstahlentführungen" von Deibel her raus wer auch immer...

Da habe ich mich ja richtig verschätzt, nicht 50% sondern "nur" 58.4% Sicherheits = Bullizei = Unbekannte Entführungen, wobei auf die FARC allein "nur" 20.7% abfallen.

Der Rest geht auf "Splittergruppen, von denen "T.N." noch nie was gehört hat, oder aber eben schon, Ahnung hat sie von Kolumbien trotzdem nicht, wie so viele...

Wobei du die "Unbekannten", auch aus sicherheitspolitischen Günden des Dissertationsschreibers getrost unter Exekutive (Justiz-Polizei + Polizei, die in solch Ländern seltsam vermischt werden), gemischt mit Lokalkleinkriminellen, wobei man das ein oder andere nicht so richtig auseinanderhalten kann, abhaken kann.


dame.von.welt 11.11.2012 | 13:33

40 Minuten Tanja Nijmeijer selbst, 2010. Dort klärt sich u.a. auch die Geschichte mit den gefundenen Tagebüchern. Aus ihnen wurde, Überraschung, offenbar nur genau das zu Schlagzeilen verwurstet, was die Farc in schlechtem und Tanja Nijmeijer in naivem, bedauerlichem Licht erscheinen läßt. Sie ist aber nun mal nicht Íngrid Betancourt (übrigens unter ihren Mitgefangenen nicht unbedingt beliebt).

Im Interview erscheint sie mir eher als eine mit ihrer Entscheidung rundum zufriedenen Frau. Mir scheint einiges am hier vorgetragenen Furor dem Umstand geschuldet, wie Frauen gefälligst zu sein haben - bewaffnete Frauen scheinen ein Huren-Heiligen-Frauenbild irgendwie zu irritieren.

Bei solchen Diskussionen sollte auch nicht ganz vergessen werden, daß sich vermutlich kaum jemand unter den Kommentatoren zwischen auch militantem Aufbegehren gegen unerträgliche Verhältnisse und bequemem, weitgehend gewaltfreiem, bürgerlichem Leben zu entscheiden hatte. Das muß dann offenbar durch Wortschwälle á la große rote 1 kompensiert werden.

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Da der - off topic - aber gleich zweifach die Khmer Rouge und das europäisch-linke Versagen zu seinem Thema machte: ihm scheint nicht bekannt zu sein, daß es in und aus Kambodscha von 1975 - 78 mangels Journalisten keine Presse gab. Nicht nur keine freie, nein, gar keine Presse: eine der raren Ausnahmen war fünf vor Ende der Khmer Rouge Elizabeth Becker von der NYT. Erst mit den Flüchtlingsströmen nach Thailand '78/79 erfuhr die Welt, WIE grauenvoll die Herrschaft der Khmer Rouge war, vorher gab's allenfalls Gerüchte.

Die damalige europäische Linke, die Pol Pot irgendwie gut fanden, wären nicht die ersten der Menschheitsgeschichte, die dummen Unsinn krakeelen, ohne den Hauch von Information und Ahnung zu haben. Es gibt nämlich ein weiteres, häufig kolportiertes Mißverständnis: die Khmer Rouge waren weniger kommunistisch (war das in der Region übliche und zeitgemäße Vehikel gegen den französischen, später us-amerikanischen Kolonialismus), sondern eher ultra-nationalistisch. Die Angka-Idee vom militanten Agrarstaates (*sozialrevolutionär*, gute Güte!) dockte an das historische Khmer-Reich an, das vom 9.-15. Jhdt den Großteil Südostasiens umfaßte, damals ermöglicht durch ein geschicktes Bewässerungssystem->mehr Reisernten im Jahr->hohe Geburtenraten->viele potentielle Soldaten und Bauern.

So, nämlich ultra-nationalistisch, erklären sich u.a. auch die x Überfälle der Khmer Rouge auf Südvietnam. Diese Überfälle führten schließlich zur Beendigung (des bis Ruanda ungebrochenen Weltrekords in der Disziplin Schlachten mit landwirtschaftlichem Gerät) durch die Vietnamesen, die allerdings alsbald zum chinesisch-vietnamesischen Grenz-Krieg abberufen wurden, da China einige Nibelungentreue zu den Khmer Rouge zeigte. Die vietnamesische Intervention geschah nicht aus reinem Mitgefühl mit den versklavten Khmer.

Mitgefühl mit den Überlebenden, den traumatisierten, geschundenen, hungernden Khmer zeigte allerdings auch die westliche Welt nicht, wogegen sich der Film Year Zero von John Pilger wendet - die Propaganda der Domino-Theorie und das damit verbundene Mißtrauen saß/sitzt aber tief - Hilfe lief nur zögerlich an und bekam in Form der UNTAC-Mission wiederum kolonialistischen und bis heute schädlichen Charakter. Weder Vietnam noch Laos noch Kambodscha haben auch nur einen einzigen müden Dollar Kompensation erhalten, für schreckliche Kriege, Verseuchung mit Agent Orange oder auch nur ein Wort des Bedauerns über die Stützung des korrupten Lon-Nol-Regimes oder die Nicht-Unterstützung der Khmer Serei.

Die wechselnden Haltungen europäischer Linken interessieren allerdings in Kambodscha bis zum heutigen Tag niemanden, dort gibt es ein oder zwei andere Probleme.

Was ich persönlich allerdings als den Gipfel von Hohn, Hybris und Selbstbezogenheit empfinde: sich in üblich-öden Grabenkämpfen um das einzig wahre links die Füße an den 2 Millionen Toten und den mühsam Überlebenden in Kambodscha abzuputzen.

Über Kolumbien weiß ich viel zu wenig, da höre ich hier lieber tlacuache (Grüße!) zu, vermute aber, daß er meine Meinung zu so mancher europäisch-überflüssiger linker Selbstbezogenheit teilt.