CaD78

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RE: Wir sind Wulff | 15.12.2011 | 18:11

Das pikante daran ist ja, dass das Verhalten von Herrn Wulff offenbar schon formal rechtmäßig (im Sinne von juristisch einwandfrei) ist. Ich denke, darauf wollte Elbschleicher hinaus.

Viele Menschen haben sich leider angewöhnt, die Gesetzbücher anstatt ethischer Grundsätze zum Maßstab ihres Handels zu machen. Was rechtlich erlaubt ist (und sei es durch Gesetzeslücken), ist auch korrekt. Dieser Denke kann und will ich auch nicht folgen.

RE: Wir sind Wulff | 15.12.2011 | 17:39

Hier interpretieren Sie meine Äußerungen dann doch zu scharf. Sicher hatte kein Mensch (egal welcher (Nationalität) den Tod verdient, selbst wenn er im Geiste glühender Nationalsozialist war. Aber die 'Regierung', die Deutschland zu diesem Zeitpunkt hatte, war aus der zeitlichen Distanz betrachtet die logische Konsequenz des in weiten Teilen der Bevölkerung vorherrschenden Gedankengutes und von daher 'verdient'. Diejenigen die hier argumentieren, dass niemand diese Entwicklung wirklich gewollt habe, machen es sich in meinen Augen sehr, sehr einfach.

Ebenso verhält es sich mit meinem Kommentar zu Ägypten. Tote durch kriegerische Handlungen würde ich nie mit einem sarkastischen 'selbst schuld' kommentieren. Ebenso dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass ich mir zu Libyen und Syrien keinen solchen Kommentar herausgenommen habe. Wann immer aber das Volk die Regierung, die es hat, letztendlich selbst zu verantworten hat, spreche ich von 'verdient'. Und dieser Umstand ist nach meiner Meinung nicht nur bei einer Direktwahl der Fall. In Ägypten deutet sich jedenfalls eine ähnliche vom-Regen-in-die-Traufe-Entwicklung an wie seinerzeit im Iran.

RE: Wir sind Wulff | 15.12.2011 | 16:50

Dass meine Aussage angesichts des weltweiten Ausmaßes an Leid und Tod durch das Dritte Reich reichlich zynisch ist, ist mir bewusst. Aber letztendlich drängt sich der Eindruck auf, dass den Deutschen der Erste Weltkrieg noch nicht genug war und es einer schonungslosen Demonstration der Zerstörungskraft ihres Gedankengutes bedurfte, um sie mehrheitlich zur Einsicht zu bringen.

Und ja: mit Blick auf missglückte Revolutionen, wie sie etwa im Iran stattfanden und sich in Ägypten anbahnen, lässt sich dieser zynische Gedanke auch heute noch fortführen. Demokratie setzt auch die Demokratiefähigkeit des Volkes voraus.

RE: Wir sind Wulff | 15.12.2011 | 15:21

Ach nein? Hatte das in weiten Teilen nationalistische, militaristische und der Monarchie hintertrauernde Deutschland zu diesem Zeitpunkt etwa keinen Präsidenten von Hindenburg und in letzter Konsequenz kein Drittes Reich verdient? Ich denke schon.

So gesehen ist der Bundespräsident auch immer Spiegel der Gesellschaft. Man beachte: Wulff hat schon zu seiner Zeit in Hannover verkünden lassen, dass er keinerlei Ambitionen in bezug auf hohe bundespolitische Ämter hege. Nun hat er ein solches Amt mit hoher Medienpräsenz, minimaler Verantwortung (vermutlich das, was ihn bei anderen möglichen Ämtern anwiderte), fürstlicher Bezahlung und frühzeitigem gesicherten Ruhestand. Wer eignet sich besser als Spiegel einer Gesellschaft, der es an Enthusiasmus, Ideen und Wagemut mangelt und die primär auf das persönliche materielle Auskommen achtet?

RE: Wir sind Wulff | 15.12.2011 | 14:26

"Der in Hannnover offenbar übliche politische Alltag des allzu engen Miteinanders reicher Leute und ihrer Freunde aus der Politik..."

Langsam nutzt sich die Platte von der 'Maschsee-Connection' spürbar ab. Aber warum ein Klischee auslassen, das quer durch die ganze Presselandschaft bemüht wird? Inwieweit zwei ehemalige niedersächsische Ministerpräsidenten (die es zugegeben in der Bundespolitik in die höchsten Ämter gebracht haben) stellvertretend für eine ganze Stadt oder gar ein ganzes Land stehen sollen, ist mir schleierhaft. Warum hört man ähnliche Geschichten weder aus der Lokalpolitik, noch von den anderen Gestalten, die in der niedersächsischen Landesregierung groß geworden sind oder vermutlich noch werden (McAllister, von der Leyen, Trittin, Gabriel oder die FDP-Bubis Döring und Rösler)?

Auch der vielbemühte Begriff 'Erbfreundschaft' deutet an, dass Wulff schlichtweg keine Wahl gehabt hätte - fast schon als Entschuldigung. Merke: nicht die Herkunft (bzw. in diesem Falle der langjährige Aufenthaltsort) prägt das politische Gebaren, sondern die eigene Persönlichkeit. Man muss schon eine gehörige Portion Opportunismus mitbringen, um sich freiwillig mit reichen Schrotthändlern, Finanzvertrieblern und Rocker-Anwälten zu umgeben.

RE: Wenn einem Hannover gefällt … | 15.12.2011 | 11:47

Och, ich bitte Euch... über Hannover und Niedersachsen gibt's soviele schön platte Klischees, und Ihr kriegt bei einem 'A-Z' nur mickrige 10 Einträge zusammen. Jetzt bin ich als Hannoveraner persönlich beleidigt... nachdem man schon im hier verlinkten 'A-Z der schlimmen Orte' schändlich ignoriert wurde.

Und wer stilecht basht, erwähnt bei 'Zahlen' auch nicht die Population der Kühe, sondern die der Schweine. Davon gibt's in Niedersachsen nämlich Gerüchten zufolge mehr als Menschen - Schnittmengen nicht mitgezählt.