LACHEN sie woanders ...

Spott als Waffe: oder wenn sich Menschen mit ihren schlechten Eigenschaften brüsten.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

"Das Lachen verlangt Arglosigkeit, die meisten Menschen lachen aber am häufigsten boshaft." Fjodor Dostojewski

Wer sich für die jetzige Debatte um religiöse Beschneidung an Unmündigen interessiert liest vielleicht nicht nur die Artikel, sondern widmet sich auch den unzähligen Kommentaren: diese sind oftmals leicht in einige Kategorien einzuteilen.

1. Kategorie: Gegner gegen das gesetzliche Verbot der Beschneidung.

2. Kategorie: Befürworter für ein Gesetz gegen die Beschneidung.

Und dann gibt es noch eine ganz besondere Kategorie: die Kategorie der Spaßvögel. Sie MÜSSEN es immer wieder betonen, dass der Freitag schon verspottet wird für das große Interesse an der Vorhaut und man (wer auch immer das ist) schon irgendwo (wo auch immer das sein sollte) vom Vorhaut-Freitag spricht.

Man mag darüber diskutieren ob der 100. Beitrag noch neue Erkenntnisse bringt. Man kann daran zweifeln, ob eine Diskussion die Menschen wirklich sensibler für die andere Meinung macht und näher zueinander führt. Woran man nicht zweifeln sollte, dass es scheinbar Redebedarf gibt. Welche Meinung auch immer jemand vertritt, der sich in einer Diskussion äußert: oftmals trägt er seinen Teil dazu bei - er hat etwas zu sagen und sei es auch im Auge eines bestimmten Betrachters die dümmste Meinung. Vielleicht kann man anschließend im besten Falle sagen man hat etwas gelernt, reflektiert in Zukunft vielleicht die eigene Meinung besser und versteht die andere Meinungen vielleicht ein Stück eher als zuvor. Menschen müssen, und mussten auch in der Vergangenheit, sich gegenseitig austauschen um zumindest die Grundlage zulegen sich gegenseitig verstehen zu können: wer stumm ständig den Mund hält, weder seine Meinung noch seine Gefühle zeigt und sein Innenleben hermetisch verschließt wird für seine Mitmenschen ein Mysterium bleiben.

Wer sich nicht verschließt ist die Gruppe der Spaßvögel: sie LACHEN laut, sie haben zwar nicht viel zu sagen, aber eines haben sie zu sagen: wir verspotten euch (natürlich sagt dieses Lachen oftmals mehr aus über den Lacher als über den Belachten). Eigentlich ist Spotten keine Tugend, sei es nun über die Andersartigkeit von Menschen oder eben die Leidenschaft seine Zeit mit Kommentare und Artikel zu schreiben zu verbringen. Natürlich kann man, und die meisten werden es kennen, alleine im Stillen spotten, im besten Fall schämt man sich wenigstens etwas, dass man den anderen Menschen nicht völlig ernst genommen hat. Jemanden aber offen auslachen hat eine andere Dimension. Die meisten haben es wahrscheinlich aus eigener Erfahrung gelernt, Spott tut weh, man kann damit Menschen wunderbar verletzlich machen und angreifen. Natürlich gibt es noch ganze andere Werkzeuge die Ähnliches erreichen.

Deswegen ein Tipp: persönliche Beleidigungen (sie müssen auch gar nicht stimmen) funktionieren auch ganz gut.

Wer auf jedenfalls offen so einen schlechten Charakter zeigt muss irgendeine Intention damit verfolgen, anders wäre für mich wohl auch kaum der Umstand zu erklärem, dass solche Kommentatoren magisch von solchen doch `lächerlichen` Artikeln angezogen werden: vielleicht haben sie sonst nichts zu lachen.

18:21 27.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Cameiro

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