Rassistische Diskriminierung

Fremdenfeindlichkeit Rassismus ist heutzutage ein Wort, was jeder von uns kennt. Dieses Wort ist Alltag geworden und immer mehr Menschen stellen sich den Folgen des Rassismus
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Laut einer Studie aus dem Jahre 2020, stimmen 62% der Befragten der Aussage zu, dass Rassismus in sozialen Medien ein sehr großes und reales Problem ist und 60% sagen, dass es bei der Wohnungssuche große Probleme mit rassistischem Verhalten gibt. Man findet im Internet Massen an Videos, zur Gewalt an Ausländern in Deutschland. Wir wachsen damit auf, dass Rassismus ein großer Teil unserer Gesellschaft ist.

Als ich aufgewachsen bin, bin ich nie mit Rassismus in Verbindung gekommen. Ich habe keine Videos gesehen, in denen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder Herkunft verletzt und beschimpft wurden. Auch wenn ich türkische Wurzeln habe, wurde ich als Kind nie beleidigt. Heutzutage ist das anders und auch für meinen Vater war es nicht immer leicht in Deutschland. Mein Mutter war in der Türkei, in Istanbul im Urlaub und hat dort meinen Vater kennengelernt. Mein Vater war DJ und die beiden haben sich auf einer Party kennengelernt. Nach einem Jahr Fernbeziehung, haben die beiden entschieden zu heiraten, damit mein Vater nach Deutschland kommen kann. Er hat den Job als DJ geliebt, jedoch hat er in Deutschland keinen Job mehr bekommen. Er hat eine Ausbildung als Metallbauer gemacht und wurde in seiner Firma oft diskriminiert. Er hat weniger Geld bekommen, musste härter arbeiten als jeder andere und war somit fast nie zuhause. Als Kind habe ich das alles nicht mitbekommen, bis mir, als ich 14 war, eine Mitschülerin gesagt hat, dass mein Vater wieder in die Türkei zurück soll und mich und meine Schwester gleich mitnehmen solle, weil wir nicht nach Deutschland gehören würden. Ich sagte, dass ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin und hier lebe, genauso wie alle meine Mitschüler*innen. Ich spreche noch nicht mal Türkisch. Jedoch sah sie das etwas anders und ich frage mich seitdem, wie extrem man meinen Vater wohl diskriminiert hat, wenn es Menschen, sogar Kinder gibt, die mich so ansprechen. Das war das erste und einzige mal, dass ich persönlich mit Rassismus in Kontakt gekommen bin.

Das was ich erlebt habe, ist ein Bruchteil von dem, was andere Menschen erleben. Menschen werden getötet, verletzt, angespuckt und beleidigt. So behandelt man keine Menschen. Genau deshalb ist es so wichtg, dass immer mehr Menschen aufmerksam werden. Das Thema Rassismus ist so lange präsent in unseren Leben, bis wir in einer Welt leben, in der jeder respektiert und akzeptiert wird. Ich bin fast 20 und ich habe mein ganzes Leben noch vor mir. Ich will in einer Welt voller Akzeptanz leben, in einer Welt, in der wir alle gleich behandelt werden, egal wo her wir kommen, an was wir glauben und nach welcher Kultur wir leben. Wir sind alle gleich und dennoch verschieden und genau das macht uns zu dem was wir sind.

Gerade jetzt sollte man nicht weggucken. Wir müssen weiterhin für Gleichberechtigung und gegen Fremdenfeindlichkeit kämpfen.

09:11 10.02.2021
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Geschrieben von

Cara

Ich heiße Cara und bin eine junge, selbsternannte Journalistin. Ich schreibe das, was mich bewegt und inspiriert, über Menschen, Kultur und Vielfalt.
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