Carlo Pedersoli

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RE: Zerfall im Off der Kamera | 12.09.2011 | 20:14

Ganz Ihrer Meinung, Dabularasa.

In der Archäologie gibt es viele Möglichkeiten, sich um das Fach verdient zu machen - und ZH hat dies ganz zweifelsfrei getan, egal was jetzt im Nachhinein über ihn verbreitet wird. Ein großer Kommunizierer, und jemand der sein Leben der ägyptischen Identität verschrieben hat.

Dass er dabei auf die Resultate seiner Kollegen aufbaut, ist doch wohl nur natürlich - und überhaupt gilt auch hier: Nur wer nix macht, macht auch nix falsch.

Ein unglücklicher Artikel!

RE: Demokratie ist keine Umsonst-Bibliothek | 03.04.2011 | 18:09

Google-Bashing gehört ja irgendwie zum guten Ton. Als Autor, dessen Bücher auf Google Books zur Verfügung stehen und der selbst von dieser Form der Verfügbarkeit profitiert (nicht-finanziell), fände ich es jedoch sehr schade , wenn das Angebot verschwinden würde oder in einen Bezahlservice umgewandelt werden sollte. Das Argument ist nicht Demokratisierung des Netzes, sondern freie Verfügbarkeit von Wissensbeständen für alle - und das unterstütze ich bedingungslos.

RE: Kann und muss ich meinen Doktortitel nun auch vergessen? | 17.02.2011 | 20:34

Das eigentlich Schlimme an dieser Diskussion ist, dass das Wort 'Plagiat' den wahren Sachverhalt verschleiert - was Guttenberg vorgeworfen wird, ist geistiger Diebstahl, Aneignung fremden Eigentums. Kann ja sein, daß der Gossengoethe nicht viel vom Doktortitel hält, aber wenn man sein Geschreibe unter fremdem Namen veröffentlichen würde (warum auch immer...), dann wäre er bestimmt der erste, der einen vor den Kadi schleifen würde. Man muss das Kind beim Namen nennen!

RE: Thatchers Erben | 22.10.2010 | 23:05

Der Schaden im Bereich der Hochschulbildung ist viel größer als in diesem Artikel dargelegt: Den Hochschulen wird - mit Ausnahme weniger geschützter Bereiche in den Natur/Technikwissenschaften - der Geldhahn praktisch vollkommen abgedreht - die Zeche bezahlen die Studenten, die für ein dreijähriges BA-Studium dann mit mindestens 21.000 Pfund (!!!) in der Kreide stehen werden. Auch bei den research councils wird massiv gekürzt, womit ein zweiter Einkommensstrom versiegt. Was für ein Kontrast zu Deutschland, wo man Bildung gottseidank als Gemeingut und Staatsaufgabe begreift - der Schaden für das britische Hochschulsystem ist noch nicht abzusehen. (Natürlich werden die zukünftigen Generationen mit den Füßen abstimmen und anderswo studieren.)

RE: Der entkoffeinierte Andere | 09.10.2010 | 14:32

"Ein übles Pamphlet eines sich in den Mantel der Philosophie hüllenden Agitators, der mit vorurteilsgefärbten, emotionalen Pauschalbehauptungen alles und jedes denunziert, das nicht seiner kaum identifizierbaren eigenen Meinung entspricht."

Ja, little Louis, genau das ist Ihr Kommentar. Der Artikel ist herausragend und subversiv - Slavoj Zizek gehört in die erste Reihe der Denker unserer Zeit, ob man ihn mag oder nicht, und ich bin froh, ihn im Freitag lesen zu können.

RE: Scharf geschossen | 02.10.2010 | 09:31

Man fragt sich, ob Sloterdijk sich dieses Spiel auch nachträglich noch als Kunst schönrationalisiert hätte, wenn alternativ zu dem hier beschriebenen feature die Option 'KZ-Wärter schießt auf fliehenden Juden' bestünde.

[Und bevor man sich hier aufregt: Ja, ich finde, man kann NS- und DDR-Unrecht miteinander vergleichen, aber Nein, ich finde NICHT daß NS- und DDR-Unrecht dasselbe Ausmaß haben. Darum geht es aber auch nicht.]

Das Problem mit solchen Spielen wurde m.E. von Slavoj Zizek einmal gut auf den Punkt gebracht - es ist nicht das Ausleben einer Seite von uns, die im wahren Leben nicht existierte; es ist das Ausleben des wahren Selbsts, das im Alltag mangels Möglichkeiten unterdrückt wird. In dieser Hinsicht ist dieses Spiel moralisch verwerflich.

RE: Fischerei ist Männersache | 28.09.2010 | 15:49

Ausgezeichneter Beitrag - mehr davon! Wäre auch schön, etwas mehr darüber zu hören, wie man vor Ort der Bewahrung der Vergangenheit gegenüber steht.

RE: Unter Journalisten | 26.09.2010 | 19:19

h.vanna hat Recht. Was die Aporie am Ende betrifft: Ein Grundproblem besteht m.E. darin, daß Typen vom Schlage eines Fleischhauers einfach keinen Sinn für Humor und Ironie besitzen. (Zynismus und Schadenfreude ja, aber Humor und Ironie nein.) Beides sind aber Grundvoraussetzungen für Distanz und Reflektion.

Und bevor nun konservative Leser über mich herfallen: Nein, ich meine das nicht allgemein und auf alle Konservativen bezogen, sondern auf eine bestimmte Gruppe - quasi das Gegenstück zu einigen der linken Typen, die im Fleischhauer-Opus vorgeführt werden: letztlich haben sich da einfach nur zwei Varianten desselben defizitären Typus gefunden und begaffen sich aneinander.