Erzbistum Köln: Erfolg gegen Menschenrechte

vergewaltigung Ein unter der Führung von Kardinal Meisner erlassener Ukas verwehrt vergewaltigten Frauen das Recht auf Behandlung in katholisch geführten Krankenhäusern.
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Ein unter der Führung von Kardinal Meisner erlassener Ukas, wegen dessen auch schon MitarbeiterInnen gekündigt wurde, verwehrt vergewaltigten Frauen das Recht auf Behandlung in katholisch geführten Krankenhäusern*1. Könnte ja auf Abtreibungsberatung hinauslaufen*2

Das ist ja auch richtig so, denn Frauen sind sowieso Menschen zweiter Klasse. Gott hat schließlich Adam nach seinem Bilde (aus irgendwelchem Dreck) geschaffen und für Eva nur eine seiner Rippen recycled. Durch das Weib kam eh das Böse ind die Welt, weil, die hat als erste in den Apfel gebissen. Da laut Kirchenlehrer Augustinus Frauen ohnehin minderwertige Geschöpfe sind, haben sie konsequenterweise auch weniger Rechte als Menschen.

Außerdem, vielleicht würde die vergewaltigte Frau ja auch einen Sohn gebären. Da Martin Luther sprechte: „Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden!“ und Kirchenlehrer Thomas von Aquin „Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.“ und man per Ultraschall mittlerweile schon recht früh das Geschlecht erkennen kann, könnte man ja einfach etwas zuwarten und dann, wie in Indien nicht selten gemacht wird, das werdende Weib abtreiben. Wobei, nach dieser Definition wäre Abtreibung vor der sechsten SSW, also erst recht per Pille danach, doch sowieso gar kein Problem?

Nunja, lassen wir sie doch einen Knaben gebären und, da sie sicherlich aufgrund seiner Entstehungsgeschichte ihn lieber nicht behalten mag, kann er ja in einem katholisch geführten Heim aufgezogen und misshandelt werden, bis er dann ein gefügiger Messdiener*3 ist, der in jeder Hinsicht seine Pflicht tut. Denn zwar ist todeswürdig, wenn ein Mann bei einem Manne liegt, doch ist so ein Knabe ja noch gar kein Mann, und der Mann Gottes*4, der bei ihm lag, genießt den besonderen Schutz seines Arbeitgebers, der genug Teppiche hat zum drunterkehren der ganzen vielen Einzelfälle.

Vielleicht sollte das Problem auch gelöst werden, indem sie ihren Vergewaltiger einfach heiratet. Jedenfalls sollte man da nicht so ein Geschiss drum machen, die hat ihn sowieso bestimmt aufgereizt und provoziert und nicht laut genug geschrieen. Zudem sind ja laut den Lehrern der Katholischen Kirche*5 Frauen weniger Wert, also haben sie auch weniger Rechte zu haben. Auch auf Behandlung. Oder Spurensicherung. Nachher finden sich noch Priesterspuren, aber bei einer erwachsenen Frau?

    • Anm. 2: nota bene: Auch konfessionell geführte Krankenhäuser bekommen ihre Kohle nicht von der Kirche- dann hätten sie gewiss weniger Probleme, sich zu finanzieren, und kämen nicht auf die Idee, ihre MitarbeiterInnen z.B. so zu manipulieren, dass sie z.B. freiwillig aufs Urlaubsgeld verzichten- tatsächlich passiert, Quelle mir bestens bekannt. Vielmehr werden sie von den Krankenkassen bezahlt und teilweise vom Land gefördert. Wie alle anderen auch. Trotzdem haben sie Sonderrechte.
    • Anm. 4: der übrigens nicht von Kirche oder Kirchensteuer, sondern vom Staat bezahlt wird!

Aus meinem Blog: http://weblog.hundeiker.de/item-7080.html

15:26 18.01.2013
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Geschrieben von

catweazle

Bj. 1972. Krankenpfleger. Verrückt.
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