Schweriner

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Von Einheit war nie die Rede | 23.05.2010 | 10:45

Ich bin ebenfalls Schweriner und war anfangs ebenfalls bei einigen Gebeten (Paulskirche) und Montagsdemos dabei. DDR reformieren - aus heutiger Sicht romantischer Firlefanz. Als die ersten Rufer nach der D-Mark laut wurden, zog ich mich in Beobachtungsposition zurück. Jeder der damals privilegiert war West-Fernsehen zu schauen (eigentlich jeder Schweriner), wusste das es dort eben nicht jedem "Gold ging". Als dann auf dem Alex in Berlin, Leute wie Heiner Müller, Stefan Heym etc. folgerichtig auf künftige Arbeitslosigkeit etc. hinwiesen und dafür ausgebuht wurden.Dr. Kohl versprach, keinem würde es schlechter gehen, aber nicht erklärte woher dass Geld kommen sollte, fiel mir Brecht ein: " Nur die allerdümmsten Kälber ....":

Wir trafen uns seinerzeit fast täglich im Cafe Rothe in der Puschkinstrasse. An einem Tag begannen wir als Gehirn-Akrobatik eine fiktive Partei zu gründen - die MVP ( Mecklenburger Volkspartei) mit konservativem, progressivem und was weiß ich noch alles Flügel. Wie gesagt, eine reine Gehirnakrobatik ohne gewollte Folgen. Um so erstaunter war ich, dass am nächsten Tag auf dem Weg zum Theater, die gesamte Innenstadt mit kleinen Zetteln der "MVP" bekleistert war. Ich sprach eines der "Gründungsmitglieder" darauf hin an (seinerzeit für die Mecklenburgische Kirche tätig). Und es hatte sich heraus gestellt, dass am Vortag ein anderer Mitarbeiter am Nachbartisch im Cafe gesessen hatte. Er nahm unser Gespräch für bare Münze und meldete es an die Stasi weiter. Diese hatte dann wohl die Plakate über Nacht geklebt um weitere Partei-, bzw. Organisationsgründungen zu vermeiden. Allerdings ließ sich der Weg der Information sehr konkret zurück verfolgen. Und so gibt es seit dem einen schwarzen Leithammel weniger in der Herde des Herrn.

RE: Von Einheit war nie die Rede | 23.05.2010 | 10:44

Ich bin ebenfalls Schweriner und war anfangs ebenfalls bei einigen Gebeten (Paulskirche) und Montagsdemos dabei. DDR reformieren - aus heutiger Sicht romantischer Firlefanz. Als die ersten Rufer nach der D-Mark laut wurden, zog ich mich in Beobachtungsposition zurück. Jeder der damals privilegiert war West-Fernsehen zu schauen (eigentlich jeder Schweriner), wusste das es dort eben nicht jedem "Gold ging". Als dann auf dem Alex in Berlin, Leute wie Heiner Müller, Stefan Heym etc. folgerichtig auf künftige Arbeitslosigkeit etc. hinwiesen und dafür ausgebuht wurden.Dr. Kohl versprach, keinem würde es schlechter gehen, aber nicht erklärte woher dass Geld kommen sollte, fiel mir Brecht ein: " Nur die allerdümmsten Kälber ....":

Wir trafen uns seinerzeit fast täglich im Cafe Rothe in der Puschkinstrasse. An einem Tag begannen wir als Gehirn-Akrobatik eine fiktive Partei zu gründen - die MVP ( Mecklenburger Volkspartei) mit konservativem, progressivem und was weiß ich noch alles Flügel. Wie gesagt, eine reine Gehirnakrobatik ohne gewollte Folgen. Um so erstaunter war ich, dass am nächsten Tag auf dem Weg zum Theater, die gesamte Innenstadt mit kleinen Zetteln der "MVP" bekleistert war. Ich sprach eines der "Gründungsmitglieder" darauf hin an (seinerzeit für die Mecklenburgische Kirche tätig). Und es hatte sich heraus gestellt, dass am Vortag ein anderer Mitarbeiter am Nachbartisch im Cafe gesessen hatte. Er nahm unser Gespräch für bare Münze und meldete es an die Stasi weiter. Diese hatte dann wohl die Plakate über Nacht geklebt um weitere Partei-, bzw. Organisationsgründungen zu vermeiden. Allerdings ließ sich der Weg der Information sehr konkret zurück verfolgen. Und so gibt es seit dem einen schwarzen Leithammel weniger in der Herde des Herrn.