Philipp "ChaosPhoenix" Nordmeyer

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RE: Katastrophentouristen im Meinungspluralismus | 25.09.2011 | 13:33

Ich bin immer noch der Meinung, dass wenn das Rad zu schnell stoppt, viele zu Schaden kommen.

RE: Katastrophentouristen im Meinungspluralismus | 25.09.2011 | 12:48

Das sehe ich allerdings auch so. Ein System was auf Wachstum und Konsum basiert, kann nicht stabil funktionieren. Es braucht Systemkrisen, wie Kriege oder Wirtschaftskrisen, um danach wieder wachsen zu können. Allerdings kenne ich kein System, das auf Dauer stabiler ist und auch den Menschen zu gute kommt. Was aber nicht heißt, dass man nicht danach suchen soll, sondern es gerade deswegen muss.

RE: Katastrophentouristen im Meinungspluralismus | 24.09.2011 | 19:59

Um mal etwas offtopic zu geraten: Nur weil ich mich eher mit Kapitalismus identifiziere als mit roten Fahnen, heisst das nicht, dass ich das jetzige System gut finde. Es gibt glaube ich viele Abstufungen zwischen Kapitalismus in reinform (den wir jetzt auch nicht betreiben) und Kommunismus. Eine vernünftige soziale Marktwirtschaft wäre schön, falls es sowas gibt.

RE: Wohlstandsorakel | 19.08.2011 | 16:41

Ja darüber habe ich auch nachgedacht. Keiner hat grundlos Panik, es gibt immer einen Auslöser, auch wenn man ihn nicht kennt. Ist diese Furcht an den Börsen vielleicht Ausdruck der Realität? Alle Staaten sind verschuldet, Schulden gehören auch in gewisser Weise zu jedem Geschäft. Allerdings bleibt die Frage, wie viele Staaten gefährlich verschuldet sind? Wie viele Unternehmen operieren mit großem Risiko und wie viel Wirtschaftswachstum ist durch kurzzeitige Maßnahmen erzeugt?
Generell ist klar, dass die Schulden nicht ins unendliche Wachsen können, aber lange so getan wurde, als wäre das kein Problem. Die Verunsicherung an den Börsen kann auch daher kommen, dass gesamte Weltwirtschaft in einem Schein-und-Sein-Konflikt steht. Ich habe geschrieben, dass bei Kursstürzen die Unternehmen nicht wirklich 5% weniger wert sind. Aber vielleicht ist das eine Anpassung an die Wirklichkeit und das Unternehmen war nur durch die Außendarstellung 5% mehr wert. So gesehen, ist der Absturz der Börsen zwar Panik, aber trotzdem ein treffendes Produkt der Realität.

RE: Wohlstandsorakel | 19.08.2011 | 16:36

Ein Grund warum wir so auf die Börsenkurse achten, ist dass sie generell schon etwas mit dem Problem zu tun haben und einfach zu vermitteln sind. Egal ob Politiker oder Bürger, das Leben ist voller Informationen und Stress, Zeit gibt es kaum. Deshalb müssen verständliche, einfache Botschaften übermittelt werden und das führt leider zur einer zu starken Vereinfachung des öffentlichen Diskurses. Inzwischen scheint es aber auch so, als ist das nicht nur ein Phänomen der Politikvermittlung, sondern auch der Planung und Konzeption.
Durch das Konzentrieren auf Botschaften, hat man irgendwann die Funktion des Problems vergessen und versteht sie selbst nicht mehr. Es dreht sich nur noch um den Diskurs, nicht um die Analyse und Bearbeitung.

RE: Wohlstandsorakel | 19.08.2011 | 13:44

Ja sie haben natürlich recht. Für den Gesamtzustand muss man Gesundheit, Umwelt und Bildung einbeziehen. Es müssen Faktoren gesucht werden, die das Leben positiv beeinflussen. Ich hatte das ganze eher enger gesehen und auf den materiellen Wohlstand bezogen, um den Bogen nicht zu weit spannen zu müssen. Aber selbst bei den materiellen Dingen versagt Börse und BIP als Indikator. Sie sagen höchstens aus, ob es Unternehmen gut geht und wie produktiv die Menschen sind. Aber die Produktivität hat nicht immer einen direkten Einfluss auf das Leben des Einzelnen. Wobei die Börse auch nicht unbedingt aussagt, wie gut es einem Unternehmen geht. Sondern eher wie viel Vertrauen ihm geschenkt wird und wie gut es ihm zu gehen scheint.

RE: Wozu noch Journalismus. Beitrag zu einer Serie | 19.02.2010 | 10:35

Ich kann das nur wieder aus der Sicht der jungen Leute versuchen zu schildern. Dieses Nichts-Tun ist etwas, das man sich selbst und von anderen anerzogen bekommt. Widersprechen wird in der Schule nicht gerne gesehen, in vielen Unis leider auch nicht, besonders seit dem Bachelor. Früher stand man früher auf eigenen Füßen. War es für die meisten noch Schule -> Arbeiten, ist es jetzt Schule -> Abi -> Bachelor -> Master -> Praktika -> Nebenjobs -> Arbeiten.

Das ist keine Beschwerde, nur ein Hinweiß darauf, daß sich die Umstände geändert haben. Jeder muss seine Nabelschnur selbst durchtrennen und auf eigenen Beinen stehen. Bis das soweit ist, sind für viele die Misstände, der Willen etwas zu ändern und auch die eigene Meinung zu einem leisen Hintergrundrauschen geworden. Ein "man kann ja eh nichts ändern", das aber nicht stimmt.

Genauso, wie früher nicht alles besser war ;-)

RE: Wozu noch Journalismus. Beitrag zu einer Serie | 19.02.2010 | 10:27

Ich denke auch, daß es einen Markt für Wahrheit gibt. Es gibt auf jeden Fall einen für differenzierte Berichterstattung. Viele Menschen lesen keine Zeitung, weil sie den Medien grundsätzlich nicht mehr glauben. Der Wert der Ware ist also gering. Also sind viele auch nicht bereit dafür zu zahlen.

RE: Wozu noch Journalismus. Beitrag zu einer Serie | 19.02.2010 | 09:42

Ist mein Text larmoyant? Für mich klingt Larmoyanz immer nach Selbstmitleid oder Wehleidigkeit. Das wollte ich damit nicht ausdrücken. Sicher klingt eine gewisse Frustriertheit mit, wenn es um Bevormundung und Zensur geht. Ansonsten gibt es aber nichts zu beweinen. Zwar ist es aus der Sicht der Verlage schade, daß sich junge Menschen kaum noch für ihre Produkte interessieren, jedoch haben Twens ihre eigenen Medien gefunden.
Das in einer Gesellschaft einzelne Milieus entstehen, die ihren eigenen Kommunikationskanal haben, ist völlig normal.

Zu 1.: Was Sie schreiben ist vollkommen richtig. Ob nun im Duden oder in einer Zeitung, es wird oft über Jugendtrents und Jugendsprache berichtet. Aber ich denke nicht, daß die Jungen wirklich damit erreicht werden. Allerdings geht hier auch nicht darum. Ich meinte ganz konkret etwas anderes, ohne es konkret zu nennen.
Die anderen Stimmen des Chors sind die Politiker und Parteien. Es wird meiner Meinung nach viel Wahlkampf auf dem Rücken der unter 30-jährigen geführt, aber kaum Wahlkampf für sie. Ob nun von der Leyen das Internet dämonisiert oder Roland Koch die jugendlichen selbst - es werden Vorurteile geschürt und Missverständnisse gepflegt, wo sie auch geklärt werden könnten.

Zu 2.: Ich denke meine Generation ist vorallem kreativ, neugierig und gar nicht so anders, wie jede andere Generation. Es gibt immer etwas neues, das die Älteren nicht gut finden, ob das nun der Tonfilm ist oder die Beatles. Die Kluft zwischen Jung und Alt erscheint mir nur intensiver, vielleicht weil sich alles immer schneller ändert und gleichzeitig die Deutschen immer älter werden.
Die Medien sollen berichten worüber und wie sie wollen. Ich wünsche mir nur, sie würden wirklich berichten und nicht nur wiederkauen, was jemand vorgekaut hat. Außerdem scheinen die Printmedien oft das Interesse der Verlage zu vertreten, wenn es um Themen wie Internet, Open Access und so weiter geht.

Noch etwas anderes. Die meisten Schrift-Medien sind auf Zielgruppen fixiert. Der Spiegel hat öfter getitelt, daß das Internet dumm, einsam und abhängig macht, während Spiegel Online eher gemischt berichtet. Ist eine solche Zielgruppenausrichtung Fluch oder segen?