Interessante Studie zum Arbeitsmarkt

Integration Fünf Jahre nach der Ankunft in Deutschland hat die Hälfte der Flüchtlinge einen Job.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Dank des Fachkräftemangels in Deutschland haben es Geflüchtete leichter, eine Arbeitsstelle zu finden. Studien belegen, dass fast die Hälfte der Menschen, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, einen Teil- oder Vollzeitjob haben.

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg geht fast die Hälfte der Geflüchteten, die zwischen den Jahren 2013 und 2016 in die Bundesrepublik kamen, einer geregelten Arbeit nach. Davon arbeitet die Hälfte als Fachkraft oder in einem Beruf mit hohem Anforderungsniveau, 44 Prozent gehen einer Tätigkeit als Helfer nach. Demnach haben insgesamt 68 Prozent der Migranten einen Job, 17 Prozent machen eine Berufsausbildung und drei Prozent ein bezahltes Praktikum. Zwölf Prozent gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach. Somit sei die Integration auf dem deutschen Arbeitsmarkt besser gelungen als bei den Menschen, die in den 1990er Jahren aufgrund des Jugoslawien-Krieges nach Deutschland eingewandert sind, von denen nur insgesamt 44 Prozent nach fünf Jahren einer geregelten Tätigkeit nachgingen.

Fachkräftemangel bietet Chancen

Die Bedingungen hinsichtlich Sprache, Bildung und Ausbildung waren zwar in den 1990er Jahren besser, doch in der heutigen Zeit ist die Zahl der Arbeitslosen wesentlich geringer und die Beschäftigungswachstum höher. Der derzeitige Fachkräftemangel in Deutschland bedeutet für die Geflüchteten bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als früher. Dank umfangreichen allen zugänglichen Datenbanken zum aktuellen deutschen Stellenmarkt ist es in den letzten Jahren durchaus einfacher geworden auch Jobs überregional zu finden.Vor allem im Handwerk werden händeringend Fachkräfte und Auszubildende gesucht. Hier bestehen zahlreiche Möglichkeiten für Flüchtlinge, eine geregelte Arbeit zu finden, und die Menschen nehmen diese Gelegenheiten gerne wahr. Zudem werde laut den Forschern des IAB mehr in Sprachkurse und andere Integrationsprogramme für Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge investiert als noch vor 30 Jahren, was die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die Migranten deutlich erhöht.

Gefälle zwischen Männern und Frauen ist erheblich

Allerdings gibt es bei den erwerbstätigen Migranten noch ein großes Gefälle zwischen Männern und Frauen. Während bei den berufstätigen Männern die Quote bei 57 Prozent liegt, gehen nur 29 Prozent der Frauen einer geregelten Arbeit nach. Dies betrifft zum größten Teil Frauen mit Kleinkindern, die nur zu einem verschwindend geringen Anteil berufstätig sind. Das hängt hauptsächlich mit den Familienstrukturen zusammen. Vor allem bei Familien aus dem arabischen Raum ist hauptsächlich die Frau für den Haushalt und die Betreuung der Kinder zuständig. Hinzu kommt wie bei den deutschen Frauen die immer noch zu geringe Anzahl an Betreuungsplätzen.

8.000 Flüchtlinge wurden befragt

Die Wissenschaftler hatten eine Befragung ausgewertet, die von dem zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden IAB, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie dem Sozio-oekonomischen Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Bei der erneuten Befragung wurden Flüchtlinge mit einbezogen, die zwischen 2014 und 2016 nach Deutschland gekommen sind. Bislang wurden demnach 8.000 Migranten befragt.

Insgesamt kamen von 2013 bis 2016 kamen rund 1,2 Millionen mehr Menschen nach Deutschland als in den Jahren zuvor, davon kamen die meisten Flüchtlinge im Jahr 2015.

21:13 15.02.2020
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Charlotte Balgheim

Als waschechte Hanseatin in Bremen geboren und aufgewachsen interessieren mich gesellschaftliche Themen weltweit.
Charlotte Balgheim

Kommentare 2