Ich gestehe: Ich bin schuldig

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Heut morgen habe ich mal wieder ( und habe es sofort bereut) den Politikteil unserer Lokalzeitung, der HNA aufgeschlagen.

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Konsum stützt Konjunktur

schreit es mir aus der fetten Überschrift entgegen; und darunter:

„ Mit dem Kauf neuer Autos und Fernseher trotzen die Deutschen der Wirtschaftskrise“

Das klang für mich ungefähr so:

Die Wirtschaft in der Krise, die Konjunktur im Eimer: Doch dann kommt der stolze treue, ja geradezu heldenhafte und unerschütterliche Konsument und kauft und kauft und kauft... und siehe da der Konjunktur geht es doch gleich wieder besser, die ersten Lichter sind am Horizont zu erkennen. Man sollte dem Konsumenten einen Orden verleihen, im Lorbeeren umhängen, große Feiern zu seinen Ehren abhalten, Weihnachten in den Tag des Konsumenten umbenennen usw.

An dieser Stelle muss ich ein Geständnis machen: Ich bin schuldig!

Ich habe weder einen Fernseher gekauft noch ein Auto. Ich habe sogar meinen Eltern ausgeredet ein neues Auto zu kaufen. Sowohl das neue Handy als auch der neue MP3-Player, jetzt auch zum Filme gucken, sind an mir vorbeigegangen. Der Computer ist auch schon 5 Jahre alt und bis auf einen Hosenkauf bin ich den Hochburgen der Eitelkeit aus dem Weg gegangen. Ich habe nicht nur die Konjunktur nicht gestützt, mich nicht in wilder Ekstase in die Einkaufshallen zur Errettung der Wirtschaft geworfen, nein, ich habe mich auch noch über das bunte Treiben lustig gemacht, habe die Moral des Konsumentenkampfes gegen den drohenden Untergang untergraben.

Ja ich bin schuldig, ich gestehe es. Aber ich bereue nichts und werde mich auch in Zukunft nicht bessern. Ich weiß, ich werde auf den „Goldenen Einkaufswagen“, den Orden für jene die am Warenregal Treue, Mut und Tapferkeit bewiesen haben, verzichten müssen. Das trifft mich hart, aber da der „ Goldene Einkaufswagen“ ohnehin nur wieder aus Messing sein wird, lässt es sich verschmerzen.

Ach nach einem schönen Geständnis lässt sich doch gleich viel besser atmen.

14:36 28.08.2009
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Geschrieben von

Chrisliegtindersonne

Bei herrlichem Sonnenschein, nettem Vogelgezwitscher und dem Rauschen eines kleinen Baches im Hintergrund einfach herumliegen, gequält von 1001 Fragen mit der Befürchtung, dass auch 1001 Nächte mir keine 1001 Antworten bringen
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