chrislow

Wenn alle sind, wie sie sind, dann ist es die Normalität?
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RE: Die Mär von der Objektivität | 18.10.2016 | 14:56

Wo denn hat man nicht verstanden? Wo ist das Vorspiel denn?

RE: Die Mär von der Objektivität | 18.10.2016 | 13:41

Das sieht aber nicht so aus. Macht aber nicht wirklich was. Es gibt schlimmeres.

RE: Wie man uns gern hätte | 18.10.2016 | 11:27

Naja, über die Maischberger habe ich mich neulich auch aufgeregt. Sie wollten wissen, warum Attentäter morden, aber laden Familienangehörige von Opfern ein, die uns dann nur beschreiben, wie es war und was sie empfanden. Die Frage zur Sendung wurde wirklich gar nicht behandelt. Alle redeten von Emphatie, aber niemand hat es geschaft, sich in einen Attentäter einzufühlen. Natürlich ist das kein gutes Zeichen für Fernsehen mit Bildungsauftrag, wenn Versprechen nicht eingelöst werden.

Aber was soll man machen, wenn auch die Gutmenschen nicht in der Lage sind, hinreichend Emphatie aufzubringen oder auch nur zu versuchen sich andere Lebenssituationen zu vergegenwärtigen? Man will sich aus der eigenen "schöne Welt-Bequemlichkeit" sowieso nicht herrausdenken. Ist doch eh alles zu furchtbar und unangenehm.

Ansonsten war das öffentlich rechtliche Fernsehen immer ein Zankapfel und Kritik hat noch nie was gebracht. Zeitverschwendung...

RE: Sexismus - ohne Konsequenz geht es nicht! | 18.10.2016 | 11:14

Wenn alle anderen Tittengrabschen, dann bist du doch der Beste von allen, weil du es nicht tust. Sieh es doch mal so. Du bist fein raus. Was beschwehrst du dich also? Fremdschämen? Das must du dir sowieso abgewöhnen. Sonst tun es andere für dich.

Seltsam ist es aber schon, dass sich bei Joko und Claas niemand aufregt. Ausser du natürlich. Sonst sind die xxxxxxxxxx... ja immer schnell dabei mit dem Sexismus und so. Offenbar würden sich diese feministisch gestimmten Weibsen von den beiden Gören mit Bart sehr gerne an die Dinger fassen lassen. ...!

Wegen der Grabschereien in Köln und anderswo musst du hier mal lesen:

http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/10/17/die-leitkultur-der-gestutzten-hecken-und-kapellen-7023/

Don Alphonso in bester Manier wieder.

RE: Die Mär von der Objektivität | 18.10.2016 | 10:46

Ah nein, die Leute, die "Lügenpresse" schreien, wollen vielleicht eine andere Regierung, vielleicht eine andere Meinung... aber was sie sicher wollen, ist, das sie aufhören extrem tendenziel, zugespitzt und populistisch zu berichten. Sie wollen sehr wahrscheinlich genau das nicht, was sie als Journalistin lieber wollen. Wenn sie allerdings wollen, dass die Lügenpresse weniger Marktkonform oder weniger nationalistisch berichten, dann wollen sie genau das gleiche, wie jeder andere Leser guter Presse. Also wollen sie doch nicht etwas anderes.

All die Details der Medienlandschaft und ihre Inhaltstendenzen, die sie ansprechen, sind eben derzeit offensichtlich völlig aus dem Ruder gelaufen. Es wäre demnach nicht gerade die sinnvollste Aufgabe, sich mit allen anderen Veröffentlichungsn gleich zu machen und ebenso "tendenziel" zu werden und sich mit der Sache gemein zu machen (egal, welche Richtung sie da einschlagen), sondern dafür zu kämpfen, das es wieder eine gute Presse; eine gute Berichterstattung gibt.

Was im Beitrag von ihnen noch auffällt, ist, dass sie scheinbar auch am "coming of age"-Syndrom leiden. Sie wollen irgendwas bewirken, was verändern, Gegenöffentlichkeit schaffen. Wollen sie ein Revolutionär werden? Dann viel Glück. Aber daran scheitern die Leute hier - trotzdem es sich hier dem Vernehmen nach um einen freien Rechtsstaat handelt, geht auch hier nicht alles mit rechten Dingen zu. Sie könnten möglicherweise auf Gegenwehr treffen, die sie nicht einmal mitbekommen und plötzlich in einer überwältigenden Situation befinden, die sie nicht mehr beherrschen können. Im zweifel landen sie dann mit Panikattacken in der Klapse, weil man sie vergiftet hat. Mein Rat: Suchen sie nicht die unbekannte Öffentlichkeit ohne Rückhalt und ohne ein Umfeld, dass sie schützt. Sonst wird das nichts. Die ganze Freiheits-Soße in allen Ehren, aber wer frei ist, ist im allgemeinen auch allein. Und allein kann man keine Revolution machen. Ein paar schöne Beiträge irgendwo veröffentlichen reicht da sowieso nicht - die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen ist viel zu kurtz, als das es was bewirken könnte. Oder sie versuchen es mit Nacktfotos...vielleicht!?

RE: Die Mär von der Objektivität | 18.10.2016 | 10:20

Mannomann Herr Franz, sie haben auch nur eine Rille auf ihrer Platte, oder?

RE: Die Mär von der Objektivität | 18.10.2016 | 10:19

Ach, das ist im Studiom Journalismus so vorgesehen, dass sich journalisten nicht mit der Sache gemein machen?

So sollte das auch sein. Nicht, wie in den deutschen Medien in den vergangenen Jahren - wo alles tendenziel dramatisiert wurde - und wohl so weitergeht.

Ihr Zitat:
"Jede*r Journalist*in ist geprägt von der eigenen Sozialisation, von Vorkenntnissen, Erfahrungen und Vorlieben."

-> Deswegen sprechen wir von Profession oder von professioneller Arbeit. Sie müssen sich vergegenwärtigen, wozu sie Journalist sind. Nämlich um den Leser ohne Beigeschmack und ohne Propagandatendenz zu informieren, was in der Welt los ist. Dabei ist die Objektivität wichtig. zu schreiben, was los ist; nicht mehr.

Und weil sie das Objektivitätsdiktat nicht einhalten wollen (oder können), schreiben sie hier ihre Meinung hin? Weil das hier "für alle" möglich ist!?

Naja, dann werden sie damit mal glücklich. Anders sähe es aus, wenn von der Redaktion Tendenzen verlangt würden, die ich nicht mittragen könnte. Dann würde ich auch hier veröffentlichen.

Und doch: Objektivität gibt es. Lesen sie die NZZ. Und sie werden feststellen, das es sie gibt. Leider erscheint das gelesene etwas trocken. Aber so sollte es sein.

RE: Das Destruktive in der Normalität | 18.10.2016 | 05:12

Zitat:

"...eine angeblich linke - rotgrüne - Regierung ab 1998..."

-> Korrekt. Mit der Agenda 2010 nahm der Rechtsruck auch in der Politik deutlich fahrt auf - damals noch getarnt als "neoliberal". Oder war nur die Reaktion darauf ein rechtsruck? Eben, weil man darauf nur mit Frustration und Radikalität reagieren kann, wenn man sonst nicht fähig ist, mit der Gesellschaft mitzuhalten?

Jedenfalls erwähnt ich neulich anderswo, dass die Ursache des jetzigen deutlichen Rechtsrucks in der Ursache einer von einer rot-grünen Regierung verbrochenen Agenda 2010 zu sehen sei, die allzudeutlich den Sozialstaat aufs Korn nahm.

Oder wann hat sich Michael Moore über viel zu hohe Deutsche Löhne aufgeregt? Das war in den 90´gern irgendwann.

Seitdem fielen die Löhne von Lohnarbeitern und stiegen die Bonusse von Managern.

RE: Das Destruktive in der Normalität | 18.10.2016 | 05:03

Das nennen auch andere "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit". Der Begriff - der nicht nur als Alternative zu Rassismus angewendet werden kann, ist nicht neu.

Feindlichkeit aber ist eine Folge von irgendwelchen Begebenheiten. Meint: es ist eine Ursache dessen zu ergründen.

Woran ich mich stoße, ist ihre Beschreibung der Migranten als "schwache Gruppe". Ich weiß nicht, woher sie ihre Erkenntnis haben, aber ich habe vollkontakt mit Migranten gehabt und kann ihnen berichten, dass die Migranten sicher nicht "schwach" sind. Und eine Gruppe sind sie nur, weil sie eben auch selbst erkennen, das sie meist eindeutig zu erkenen ist, dass sie zugewandert sind, in welcher Nachfolgegeneration auch immer...

Das hat auch Folgen für ihre Selbstwahrnehmung. Und auch auf ihr Verhalten. Ich habe mir öfter mal vorgestellt, wie ich mich wohl verhalten und empfinden würde, wenn ich in einem Ausland unter mir fremden Menschen leben würde. Das Ergebnis war, dass ich mich würde abkapseln und eine deutliche Grenze zwischen mir und dem Umfeld ziehen würde, weil ich selbst denken würde, dass ich hier zugewandert bin und hier nicht hineingebohren wurde. Dazu käme dann noch, das man vielleicht noch eine andere Ethnie entstammt und aus einer anderen Kultur käme.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn:

Wenn ich selbst erkennen würde, dass ich wo ich lebe, nicht hingehöre, weil alle anderen um mich herum (ausser eben die Familienangehörigen und mit mir zugewanderte) eben anders sind und anders lebten, täte ich mich deswegen schon von allein abgrenzen... zurückziehen und mir ein eigenes Lebensumfeld konstruieren. Das ist genau das, was die Migranten üblicherweise auch tun. Getthoisierung und so... Subkulturbildung.

Das scheint also alles normal. Und so empfinde ich es auch. Ich verlangte nicht, dass sich nun alle Migranten bis zur Selbstauflösung "integrierten". Multikulti also nur Bequemlichkeit? (Weils eben auch anstrengend ist)

Aber daran scheiden sich seit einiger Zeit die Geister in Europa (und wohl auch in Amerika). Denn wann immer es wieder mal um auffallende Migranten geht, heisst es immerzu, diese sollen sich "integrieren". Parallel dazu heisst es aber auch immer: Multikulti und alles, was man damit so meint.

Man kann nun aber nicht zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschliessen, miteinander vereinen. Sicher, Integration darf nicht soweit gehen, dass, wie oben schon angemerkt, sich die Migranten bis zur Selbstauflösung integrierten. Weil die Migranten, um die es hier geht, eben Muslime sind, bedeutete es auch, dass sie auch Missioniert werden würden.

Der wahrscheinlich wesendlichste Punkt und Schwierigkeit dieser Problematik sei aber, dass diese Migranten allesamt aus einer deutlichst patriachalen Kultur kommen. Und sie sollen sich in eine deutlich von Frauen dominierte Welt integrieren. Das, so meine ich, ist der Hauptgrund, warum es zu den Problemen bei der "Integration" kommt. Das von Weiblichkeit dominierte Land erwartet, dass sich patriachal geprägte Männer ihnen unterwerfen. Sowas zu fordern, ist geradezu Gotteslästerisch und auch sonst nicht besonders sinnvoll.

Ich schreibe übrigens "von Weiblichkeit" dominiert, weil diese (westliche) Welt entweder durch Leistung/Geld beeindruckt ist, oder durch "Schönheit". Die Schönheit, weiblich. Das Ästethische, auch weiblich assoziiert. In etwa solchen Sphären sei das zu sehen. Schaut euch doch nur um. Mit welcher Leistung haben "süße" Youtuberinnen 1 Million Follower verdient? Wegen ihrer weiblichen Schönheit und Reiz. Echter Nutzwert entsteht etwa durch Schminktips. Ansonsten handelt es sich bei den meisten Youtubern um geistlose Hampelmänner oder desgleichen Frauen.

Wir sind aufs köstlichste "unterhalten" worden, wenn mal wieder ein junges, schönes Gesicht mit Brüsten völligen Quatsch auf Video aufgenommen und veröffentlicht hat. Mehr nicht.

Seit wann reicht soetwas aus? Ich weiß es nicht mehr. Auch nicht, wie so etwas passieren konnte. Aber "schön" war es eben doch irgendwie. Schande über mich (und all die anderen).

Anyway, beschrieben war hier eben die weibische Dominanz durch Schönheit und Ästethik. Weswegen ich zuweilen schon glaubte, in einem Matriachat zu leben (freilich ist mit Schönheit meist auch nur Jugend assoziieren, was einen Hinweis darauf gibt, wie das mit den Geschlecht so ist - nämlich das wir tatsächlich erst viel später zu unserem Geschlecht finden oder gezwungen werden. Als Kind und Jugendlicher noch die Weiblichkeit besitzen, die uns "schön" aussehen lässt. Aber das ist wieder ein anderes unangenehmes Thema).

Das ursprünglich Destruktive hier scheinbar seit langem schon die zur Schaustellung von Schönheit sei, die vom wesendlichen und von den Realitäten soweit ablenkte, dass man geradezu an Entzugserscheinungen leidet, wenn man der Schönheit nicht mehr folgen kann... oder auch: man selbst langsam das ästhetische Ideal nicht mehr leisten kann, weil man etwa alt wird. Ist eine solche Erkenntnis (oder eine ähnliche) dann da, ist das Destruktive erfolgreich gewesen und man ist seitdem wahrscheinlich abgetrennt - ohne Möglichkeit wieder aufzuschliessen.

Das würde dann auch die Ursache dieser "destruktiven Normalität" darstellen können. Also warum es derzeit so ist, wie es ist - überall. Der Kragen ist bei vielen Menschen geplatzt, weil sie es nicht mehr aushalten, diese vielen Widersprüchlichkeiten, die uns so erschienen in den vergangenen Jahrzehnten. Auch der gesellschaftliche Druck ist enorm gestiegen (siehe Integrationsanforderung, die ja nicht nur Migranten betrifft, sondern selbstredend auch für die Einheimischen gilt) und nur durch diesen enormen gesellschaftlichen Druck sind die ganzen neoliberalen Reformen (Hartz4 ist nur ein Teil dessen) überhaupt so erfolgreich gewesen. Quasi besonders bei denen, die jetzt eben so quer schiessen und so destruktiv sind. Sie haben keine Lust mehr mitzumachen.

Hat sich diese schleichende "brutalisierung" angekündigt? Vielleicht im Gewandt des Neoliberalismusses.

Ansonsten scheint mir auch die Wahrheit zu sein, dass wir es in Deutschland (und vielleicht auch in Europa) wegen der Weltkriege und den Erfahrungen von Gewallt uns zu "gewalltfrei" eingerichtet haben (wie das gehen konnte, ist unklar. Mir scheint aber, dass dies nicht ohne Gewalt machbar gewesen ist. Oder reichten zwei Weltkriege, um eine normale Brutalität in Populationen für Generationen ausgerottet zu haben? (eben weil sich die Gewaltbereiten oder auch nur der Gewallt mächtigen in den Kriegen gegenseitig mordeten?)

Anyway, bezeichnend ist, dass die neue Rechte (Pegida, AFD und die daraufhin folgenden...eben auch diejenigen, die derzeit gegen Zuwanderung sind) gegen die Islamisierung protestiert, aber deren eigene Grundlage von Islamisierung sehr wohl profitieren könnte. Gemeint sei hier, dass die Islamisierung das Patriachat wieder einführen würde. Dabei sei zu bemerken, dass aus dem Munde der neuen Rechten eben eine Gruppe spricht, die wohl gerne wieder ein echtes Patriachat hätte.

Tja, da findet man ständig Widersprüche. Es widerspricht sich ja nicht, dass man von der neuen Rechten hört, sie würden die offene Gesellschaft durchaus unterstützen, aber die zuwandernden Muslime würden die ja bedrängen. Das widerspricht sich subjektiv nicht, weil diese neue Rechte aus eben dieser (scheinbar) "offenen/pluralistischen Welt" stammt und selbst darin lange Zeit wahrscheinlich hinreichend gut gelebt hat (den Druck noch ausgehalten hat), nun aber, wo die Zuwanderer kommen, der Kragen platzt und um die eigene Stellung in der Gesellschaft fürchtet. Sie erwidern, niemand würde ihnen die Stellung streitig machen? Das stimmt nicht. Der Wandel kommt unbemerkt und am Ende werden die Dinge plötzlich anders gesehen. Manche Einflüsse sind eben unbemerkbar überwältigend.

RE: Dein Freund der Bot im Kampf der Meinungen | 18.10.2016 | 01:25

Korrekt, es wird medial ein Krieg geführt, den niemand der teilnehmenden aus der zweiten Reihe gewinnen kann.

Das Internet ist kaputt (o-ton S. Lobo) . Geentert von Menschen mit Geld und Einfluß und know how und den gewissem Überblick. Und natürlich auch entsprechendem Kampfeswillen, den man nur hat, wenn einem dieser gelassen wurde (meint: der lässt sich nämlich zerstören - etwa mit Nervengiften, die scheußlich hinterlistig an entsprechend gefährliche Geister des Kampfes verabreicht werden - ganz wie in alten Zeiten).