RE: Profitgier first, Bedenken second | 19.08.2018 | 11:46

betr. BeautifulDay

inhaltlich gibt der Kommentar von "BeautifulDay" bei Lichte betrachtet aber auch nicht viel her.

Daher drängt sich der Verdacht auf, es geht gar nicht um den Titel des Beitrags, der Inhalt des Beitrags gefällt Frau/Herrn "BeautifulDay" (in German: "schöner Tag") nicht.

N'est-ce pas? (das ist Französisch).

RE: Billig ist zu teuer | 19.08.2018 | 11:20

@pleifel

Ich kann ihrer Argumentation in diesem Punkt nur zustimmen.

Sicherlich gehören die "Arbeiter in den Cockpits" das Einkommen betreffend nicht zu den Niedriglöhnern auf diesem Planeten, egal für welche Fluggesellschaft sie arbeiten. Da den Jobs im Cockpit im Vergleich zu den "einfachen" Tätigkeiten im Flugzeug oder am Boden zweifelsohne immer noch eine zentrale Verantwortung zukommt, kann man trefflich darüber streiten, ob die Höhe der Gehälter gerechtfertigt ist.

Wer allerdings versucht, die eine Gruppe der Arbeiter im Cockpit gegen die Arbeiter im Fluggastraum oder die Arbeiter am Boden auszuspielen, lenkt damit von den eigentlichen Profiteuren und den grundlegenden strukturellen Missständen ab. Dazu gehören z. B. auch die durch die Billigfliegerei verursachten (externen) ökologischen Kosten, die mehr oder weniger auf die gesamte Umwelt verteilt, mit anderen Worten: sozialisiert werden und dann auch diejenigen trifft, die existenziellere Probleme haben als am Wochenende für ein paar Euro von Berlin nach London zum Shopping zu fliegen.

Zu den Profiteuren gehören unbestreitbar bislang die Aktionäre bzw. Eigentümer der Fluglinien. Sowohl über den Shareholder Value als auch über die Didendenausschüttungen in dreistelliger Millionenhöhe wird allerdings hierzulande nur sehr selten geredet. Multimilliardär wird man nicht, wenn man von seinem Einkommen Monat für Monat 1.000 Euro spart und auf die hohe Kante legt. Das glauben ganz offenkundig nur Journalisten bei Welt, Bild, SZ, FAZ und anderen "Qualitätsmedien".

Zu den Profiteuren gehören auf der anderen Seite zweifelsohne aber auch die Konsumenten, die immer noch für zwanzig Euro um die halbe Welt fliegen wollen und glauben, das Konzept würde auf Dauer problemlos funktionieren.

Das Gesagte gilt im Übrigen auch für die "Billigschifffahrt" auf den Weltmeeren (Containertransport und Kreuzfahrten).

RE: Profitgier first, Bedenken second | 18.08.2018 | 09:42

Zitat: "... sind zukünftig Arbeitszeiten bis zu 16 Stunden am Tag möglich – inklusive weniger Ruhepausen."

Wieso nur 16 Stunden am Tag? Arbeitgeber-Lobbyisten vom Typ INSM (Initiative Neue "Sozialdarwinistische" Marktwirtschaft) und Wirtschaftsjournalisten der Welt, SZ, FAZ usw. würden an dieser Stelle vermutlich einwenden: Da geht doch noch deutlich mehr, schließlich hat der Tag 24 Stunden und die Woche hat sieben Tage.

Vollkommen richtig. Arbeit macht frei. Deshalb brauchen wir brauchen die totale Marktwirtschaft. Erst dann sind die Investoren, Aktionäre bzw. Eigentümer von Flixbus und Konsorten nahezu glücklich. Nahzu, denn erst der Krieg ist für Konservative, Neoliberale, Soialdarwinisten und Pseudo-Sozialdemokraten die Krönung der Marktwirtschaft.

RE: Diese Mütter arbeiten alle Vollzeit | 17.08.2018 | 11:21

betr. Maximilianspapa: "Und ich hab das trotzdem geschafft, Mit Vollzeitstelle, Studium neben dem Beruf, eigenem Haushalt, einem behinderten Kind und keinem Unterhalt durch die Mutter."

Ein Mann, der sich darüber beklagt, dass (alleinerziehende) Frauen vor allem jammern. Hat doch alles wunderbar geklappt für den Mann. Bei dieser maskulin-konservativen Vorzeige-Biografie fehlt auf dem Weg nach ganz weit oben nur noch die erste Million. Kommt bestimmt auch noch.

Noch viel besser wäre es natürlich gewesen, der Papa hätte bei sozialen Auswahl seiner Fortpflanzungspartnerin a priori genauer hingeschaut oder bei der körperlichen Vereinigung etwas besser aufgepasst. Auch bei einem One-Night-Stand kann und hätte man heutzutage als "Mann" vorsorgen können. Ein Kondom kostet nur ein paar Cent und nicht die Welt. Oder sind für die Verhütung immer noch allein die Frauen zuständig?

RE: Zigarren für alle | 17.08.2018 | 10:46

Bevor man sich in historischen und wirtschaftspolitischen Details ergeht, wäre es nicht viel besser, die zentrale Frage zu stellen und zu beantworten, was denn die real existierende derzeitige Einkommens- und Vermögenssituation Deutschlands tatsächlich noch mit "Wohlstand für Alle" zu tun hat?

Zweifelsohne sind derlei Schlagworte wie auch der Begriff der "Sozialen Marktwirtschaft" selbst diffus und nicht exakt definiert. Wer allerdings die "Soziale Marktwirtschaft darauf reduziert, dass in Deutschland niemand verhungern müsse, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, entweder ein dummer A-Kriecher zu sein oder ein scheinheiliges konservatives A-Loch, das andere für dumm verkaufen will.

Im real existierenden Deutschland von heute gibt es inzwischen Bürger, die im Jahr mehr als 500 Millionen Euro verdienen und auf der anderen Seite Bürger, die ein Leben lang hart gearbeitet haben und die sich bei der Tafel anstellen, weil die Rente gerade noch für die Miete reicht.

Und wer argumentiert, in unserem Land würde so viel "umverteilt" oder der Staat müsse "sparen", der muss die Frage beantworten, warum in Deutschland Multimillionäre und Milliardäre mit Kindergeld allimentiert werden, aber das Kindergeld bei Hartz IV-Empfängern zu 100 Prozent auf den Regelsatz angerechnet wird?

Das ist keine Soziale Marktwirtschaft, das ist eine asoziale bzw. sozial pervierte Marktwirtschaft und die Asozialen, das sind nicht die Hartz IV-Empfänger. Die Asozialen, das sind die "anständigen" Bürger, die so etwas gutheißen und Volksvertreter wählen, die im Parlament solche Gesetze beschließen.

Das oben Gesagte gilt übrigens auch für Begriffe bzw. Slogans wie die "Mitte" wählen oder wenn es um die Entlastung der sogenannten "Leistungsträger" geht. Auch das sind Begriffe mit denen sogenannte Konservative gerne das Denken der Bürger vernebeln.

Was ist das ein Leistungsträger? Jemand, der mit harter Arbeit netto 3.000 im Monat verdient (A) oder 5.000 Euro (B) oder vielleicht 50.000 Euro in der Stunde (C), weil sie/er als Aktionär/in eine Dividendenausschüttung in Höhe von 100 Millionen Euro im Jahr erhält und das mehr oder weniger fürs Nichtstun. Als Krönung des Ganzen ist der Grenzsteuersatz bei der Person C auch noch geringer als der bei A und B. Oh je, jetzt wird es aber kompliziert, jedenfalls zu kompliziert für die meisten Jounalisten uin der Glotze und für die neoliberal-konservativen Schreiberlinge bei Welt, SZ, FAZ und anderen Gazetten, die sich als "bürgerlich" bezeichnen. Ganz abgesehen von der Bild, der Zeitung, die den Leuten vorgauckelt, die Interessen des "kleinen Mannes" zu artikulieren.

Was Marketing und Public Relations angeht, waren und sind Rechte bzw. Konservative unbestritten besser als "Linke", da der Begriff "links" per se schon negativ konotiert ist. Besser wäre es (gewesen), die Linke hätte sich z. B. Partei der Sozialen Marktwirtschaft (PdSM) genannt oder PdM ("Partei der Mitte").

Da Ludwig Erhard den ökonomischen Niedergang der Weimarer Republik, die Sparpolitik des sog. "Hungerkanzlers" Heinrich Brüning und den politischen Aufstieg Adolf Hitlers persönlich miterlebt hat, nehme ich es Erhard ab, dass er es mit der Zielsetzung nach dem Krieg "Wohlstand für Alle" zu schaffen, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt, tatsächlich erst gemeint hat. Ganz mit Gegensatz zu den scheinheiligen Neoliberal-Konserverativen, die sich heute auf Ludwig Erhard berufen und ihn glorifizieren.

M. W. hat sich Erhard noch zu Lebzeiten selbst gegen den Begriff "Wirtschaftswunder" ausgesprochen. Außer Zweifel dürfte auch stehen, dass Erhard mehr Ahnung von Wirtschaft hatte als der derzeit "amtierende" CDU-Bundeswirtschaftsminister, dessen Namen ich tatsächlich erst googeln musste.

Und was sagt "Mutti" Merkel, die Lieblingskanzlerin aller Konvervativen und Pseudo-Sozialdemokraten dazu?

Mutti Merkel sagt dazu:

Zwei mal drei macht vierwiddewiddewitt und drei macht neune. Ich mach' mir die Weltwiddewidde wie sie mir gefällt ...Ich hab' ein Haus, ein kunterbuntes Hausein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus ...und jeder, der uns mag,kriegt unser 1 x 1 gelehrt.(nach Pippi Langstrumpf)

RE: Google liebt euch doch | 08.08.2018 | 07:25

"Mutti" Merkel und die neoliberal-konservativen Religionsanhänger in Deutschland sagen, in einer "marktkonformen Demokratie" müssen sich die Menschen dem Markt unterordnen und dem Markt dienen und nicht umgekehrt. Denn das oberste Gebot dieser Religion lautet: "Ich bin der Markt, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Mutti Merkel muss dass wissen, schließlich ist sie eine Pastorentochter.

Ich sehe das anders, aber ich bin auch kein neoliberaler Konservativer und kein Pastorensohn.

RE: Sie haben es nicht verstanden | 27.07.2018 | 21:08

@Flegel vor 7 Tagen: "Ich freue mich über solche Fotos, sofern sie nicht nur als PR-Veranstaltung gedacht sind, sondern einen Gesinnungswechsel signalisieren."

Wenn dahinter tatsächlich ein "Gesinnungswandel" stehen würde, müssten dann nicht auch (politische) Taten folgen, die die Situation tatsächlich verbessern? Wo sind diese Taten?

Nur zur Erinnerung: Bei der sogenannten Bankenkrise wurden von "Mutti" Merkel und ihrer neoliberal-konservativen Regierung innerhalb weniger Tage Milliardenbeträge in dreistelliger Höhe aus dem Hut gezaubert und den sogenannten "notleidenden" Banken ganz tief in den Arsch geschoben und das nur, weil sich sogenannte "Spitzenbanker" beim Zocken an den Finanzmärkten verspekuliert haben.

Irngendeine Hofberichterstatterin in einem TV-Sender moderierte die oben geanannte Stippvisite von Frau Merkel übrigens treffenderweise mit den Worten an (sinngemäß): Die Bundeskanzlerin gehört zu denen, die ihre Wahlversprechen einlösen.

Offenkundig bestand das Wahlversprechen darin, ein Altenheim zu besuchen und nicht darin, etwas an der Situation zu verbessern. Wenn "Mutti" Merkel etwas daran verbessern wollte, wozu hat sie dann Jens Spahn in ihr Kabinett berufen, einen neoliberalen Hardliner?

Fassen wir zusammen: Derlei Bilder dienen leider nur dazu, der Öffentlichkeit vorzugauckeln, unsere neoliberal-konservative Regierung würde etwas gegen Alterarmut und für die Pflegebedürftigen tun.

Notleidende alte Menschen sind aber keine "notleidenden" Banken. Daran hat sich bei Lichte betrachtet überhaupt nichts geändert. Notleidende alte Menschen gehen "Mutti" am Arsch vorbei, so lange die Alten ihren Mund halten und sich wie die Schafe zur Schlachtbank führen lassen.

RE: Sich der Zersplitterung entgegen stellen | 15.07.2018 | 17:05

@Gerdtrader50

Nix comprende!!! Ich ganz dummes Idiot mit IQ unter 50.

Das ist die stereotype rechte Mär von der angeblichen Sozialdemokratisierung konservativer Parteien. Zentraler Punkt der AfD ist und bleibt der blinde nationalistische Hass auf Flüchtlinge, Migranten und Ausländer, mit dem man von allen übrigen und vor allem den innenpolitischen Problemen in Deutschland und Europa ablenken kann.

Nur für Rassisten, Nationalisten und einfache Dummköpfe hat Frau Merkel eine "linke" Gesinnung, das wird man ja noch sagen bzw. schreiben dürfen. Denn die Wirtschaftspolitik, die Umweltpolitik, die Bildungspolitik, die Rentenpolitik, die Gesundheitspolitik, die Steuerpolitik, die Finanzpolitik und alles andere, das "Mutti" Merkel bislang gemacht hat und macht, hat überhaupt nichts mit "linker" Politik zu tun. Das ist neoliberale Politik für die oberen Zehntausend dieses Landes und denen geht die Flüchtlingspolitik entweder am Arsch vorbei oder sie profitieren sogar davon.

Charakteristisch für rechte Dumpfbacken ist zum einen die Verwendung der Bezeichnung "Gutmensch". Ein Begriff, mit dem schon lange vor 2015, dem Zenit der Flüchtlingszuwanderung, alle diejenigen Bürger diffamiert werden, die nicht mit Dreck auf sogenannte "Schwache" (Arbeitslose, Obdachlose, Kranke, Hartz IV-Aufstocker, Armutsrentner, Behinderte, Homosexuelle usw.), werfen.

Geradezu schizophren ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass "Dutzende von Mördern und Terroristen, welche Einwohner dieses Landesx massakrierten" ins Land gelassen wurden.

Wie viele Autofahrer starben und sterben immer noch Jahr für Jahr an sogenannten unbeschrankten Bahnübergängen? Gibt es eine Partei, die sich dafür einsetzt, dass es an allen Bahnübergängen Schranken gibt? Natürlich nicht. Wieso nicht?

Wie viele Radfahrer in Deutschland sterben jedes Jahr, weil sie im toten Winkel von LKW-Fahrern übersehen werden? Auch diese Zahl könnte man mit modernen Assistenz-Systemen erheblich reduzieren. Warum gibt es keine Partei, die das an die erste Stelle ihrer politischen Agenda setzt?

Wie viele Bürger saufen sich in Deutschland jedes Jahr zu Tode? Ah halt, die machen das natürlich vollkommen freiwillig, schließlich führt Alkoholismus bekanntlich zu einem sehr schönen Tod. Außerdem kostet das den Staat keinen Cent, die Behandlungskosten zahlt schließlich die gesetzliche Sozialversicherung oder die private Krankenkasse.

Wie viele Menschen in Deutschland begehen Jahr für Jahr Selbstmord, nicht weil sie sich gerne umbringen wollen, sondern weil sie in diesem angeblich christlichen Land nicht mehr so weiterleben wollen? Kein Selbstmörder bringt sich um, weil er Angst vor Terroristen und Mördern hat. Gibt es eine Partei, die das zu ihrem zentralen politischen Inhalt macht? Warum nicht?

Du verstehen?

Da habe ich jetzt allerdings begründete Zweifel daran.

RE: Volkswirtschaftsleere | 15.07.2018 | 14:36

@BeautifulDay

(1) Zitat: "Ist es so schwer nachzuvollziehen, daß sich VWL mit dem befasst, was seien SOLL und nicht mit dem was IST? Wenn sich VWL an der Lebenswirklichkeit orientiert, überschneidet sie sich mit der Soziologie."

Es gibt in der realen Welt immer Überschneidungen zwischen den Wissenschaften, so z. B. auch zwischen den Rechtswissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften, da in der realen Welt von heute Verträge in der Regel nicht mehr per Handschlag wie im Mittelalter abgeschlossen werden. Um Verträge per Handschlag abzuschließen, braucht man nämlich keine Rechtswissenschaften. Man benötigt und dies auch nur im Streitfall lediglich eine Person, die den Handschlag bezeugen kann.

Ist es etwa Aufgabe der Soziologie zu überprüfen, ob in der real existierenden Volkswirtschaftslehre Bullshit gelehrt wird? Vielleicht ist das aber auch ein Grund dafür, dass in den letzten Jahrzehnten an den deutschen Universitäten und Hochschulen so viele Lehrstühle für Soziologie abgeschafft wurden.

(2) Zitat: "Das darf nicht sein, denn WARUM die Gegenwart ist wie sie ist, ist für die VWL vollkommen unerheblich. Wenn die Zukunft so werden soll wie es die Theorie empfiehlt, dann ist Realitätsbezug nur hinderlich."

Da wären wir beim entscheidenden Punkt: Dann ist die Volkswirtschaftslehre aber KEINE NEUTRALE WISSENSCHAFT MEHR und schon gar KEINE NATURWISSENSCHAFT. Dann ist die real existierende Volkswirtschaftslehre nichts anderes als die Glaskugel von Propheten, die Behauptungen für die Zukunft in den Raum stellen, die wahr sein können oder eben auch nicht nicht. Wie bei einer Religion kann man glauben, dass es einen Himmel und eine Hölle gibt oder das Paradies mit den 77 Jungfrauen, wenn man sich selbst und noch ein paar andere Menschen, die etwas anderes glauben, in die Luft sprengt. Beweisen kann man das nicht und widerlegen kann man es auch nicht. Man muss es glauben und es wird auch nicht deshalb wahr, wenn der Mainstream der Wirtschaftswissenschaftler behauptet, dass es einen Himmel und eine Hölle gibt oder die oben genannten 77 Jungfrauen.

Wenn eine Wissenschaft wie die VWL vorgibt, dass man in der Realität die Einflussgröße X ändern müsste, damit in der Zukunft ein bestimmtes Ergebnis Y eintritt, dann muss diese Wissenschaft auch überprüfen, ob und inwieweit dieses Ergebnis eingetreten ist und ggf. die Parameter und/oder die Schlussfolgerungen ändern. Wenn die Volkswirtschaftslehre zudem für ihre Theorien zentrale Annahmen zugrundelegt, z. B. den homo oeconomicus, das immer und überall rational handelnde Wirtschaftssubjekt, das es in der Realität nicht gibt, dann sind nämlich auch die Schlussfolgerungen falsch. Es sei denn, es handelt sich um den Ausnahmefall einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil alle glauben, dass es morgen regnet, dann regnet es auch. Wenn alle glauben, morgen wird ein schöner Tag, dann wird es ein schöner Tag. Das ist keine Wissenschaft, das ist Voodoo.

An dieser Stelle ein ganz konkretes und sehr einfaches Beispiel: Vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes gab es in Deutschland zahlreiche Warnungen sogenannter Wirtschaftswissenschaftler, dieser würde THEORETISCH mindestens eine Millionen Arbeitsplätze vernichten. Wie sich herausgestellt hat, ist dies nachweislich EMPIRISCH aber nicht eingetreten. Ist die wirtschaftswissenschaftliche Theorie dann trotzdem richtig, obwohl sich die Realität nicht an wirtschaftswissenschaftliche Theorie gehalten hat? Oder liegt es daran, dass zahlreiche sog. Wirtschaftswissenschaftler inzwischen einen Horizont haben, der aus einem Kreis mit dem Radius Null besteht?

Wenn die Volkswirtschaftslehre keinerlei Bezug zur empirischen Welt hat, dann ist sie entweder vollkommenen überflüssig wie die Pickel im Gesicht pubertierenden Jugendlicher oder sie eine Religion, deren Propheten abhängig vom jeweiligen Glaubensbekenntnis Prophezeiungen aufstellen, die eintreten können oder auch nicht. Vielleicht steht VWL nicht für "V"olks"W"irtschafts"L"ehre, sondern es ist die Abkürzung für die "L"ehre von den "V"oodoo"W"issenschaften.

Hinzu kommt: Wie bei jeder Religion kann man eine Religion auch noch missbrauchen, nämlich dann wenn die "Erkenntnisse" der VWL, die eben keine Erkenntnisse sind, wenn diese lediglich auf theoretischen Annahmen und theoretischen Schlussfolgerungen beruhen, dazu dienen, in einer Demokratie ganz bestimmte reale politische Maßnahmen zu rechtfertigen (Renten- und Lohnsenkungen, Sozialstaatsabbau, Steuersenkungen für Superreiche, Steuererhöhungen für die breite Masse der Bevölkerung usw.) Und da wäre sie dann doch, die Überschneidung der VWL mit der "Lebenswirklichkeit". Denn spätestens jetzt stellt sich die Frage, wer profitiert davon und zwar in der Realität und nicht in der abstrakten Theorie.

Ist das jetzt so schwer nachzuvollziehen?

RE: Echte Transparenz könnte Sie ja überfordern! | 14.07.2018 | 11:24

Wenn es um staatliche Kontrolle und die staatliche Überwachung des Bürgers geht, argumentieren vor allem konservative, autoritäre und reaktionäre Hardliner in Deutschland gerne mit dem beliebten Spruch "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten."

Wie man sieht, gilt das ganz offenkundig im Deutschland des Jahres 2018 aber nicht für den Staat selbst bzw. seine staatlichen Organe.

Jeder kann Fehler machen. Das gilt auch für die staatlichen Organe. Darum geht es überhaupt nicht. Im Gegensatz zur "Demokratie" der "D"DR sollte der sogenannte Souverän, also der Bürger, in einer echten Demokratie aber darüber informiert werden, wenn Polizei, Staatsanwaltschaft, Verfassungschutzschutz und andere staatliche Behörden Fehler machen. Vielleicht schützt der Verfassungschutz irgendetwas oder irgendwen, aber nicht das Grundgesetz. Woher aber weiß der Bürger das, wenn alles per se geheim ist oder erst nach 120 Jahren veröffentlicht werden darf. Wer außer ein paar Historikern interessiert sich dann noch dafür und vor allem welche Konsequenzen hat dies gegebenenfalls, wenn alle handelnden Personen inzwischen verstorben sind?

Wer wie der bayerische Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärt, die Herausgabe von Akten könnte Bürger "überfordern", beleidigt jeden Bürger in diesem Land, der zwischen seinen beiden Ohrwatscheln auch einen Verstand hat und eine demokratische Einstellung. In einer echten Demokratie sollte der Bürger entscheiden, ob er damit geistig oder anderweitig "überfordert" ist. Das allerdings geht nur, wenn man weiß, was passiert ist.

Die CSU schreibt auf Ihrer Plakate gerne den Spruch "näher am Menschen". In Wahrheit scheißt die CSU auf die Bürger einen großen braunen Haufen.

Nach jeder demokratischen Phase kommt wieder eine Diktatur. Nach dem ersten Weltkrieg hatten wir die Demokratie von Weimar und nach dem Zweiten Weltkrieg hatten wir die Demokratie von Bonn und Berlin. Adolf Hitler und die Diktatur des Dritten Reiches sind 1933 nicht einfach so vom Himmel gefallen.

Und was sagt "Mutti" Merkel dazu? Nix. Das hat die Frau in der "Demokratie" der "D"DR gelernt.