1.000 Opfer bei Berliner Grünen

Missbrauch Bis in die 90er Jahre hinein war die Alternative Liste ein Hort für sexuelle Gewalt gegen Kinder
Christian Füller | Ausgabe 21/2015 54

Als Grünen-Chefin Simone Peter die Zahl zum ersten Mal hörte, da entglitten ihr die Gesichtszüge. 1000 Opfer sexueller Gewalt gegen Kinder soll es in Berlin-Kreuzberg in den 80er und 90er Jahren gegeben haben, und Grüne selbst waren diesmal die Täter und Organisatoren des Missbrauchs. Bislang hatte Peter stets die Formel bemüht „Wir Grünen sind nicht der Ort der Taten“. Diese These lässt sich angesichts des jüngsten grünen Aufklärungsberichts nicht mehr halten, den die Berliner erstellt haben. Die Zahlen und Strukturen gehen weit über das hinaus, was bisher über Missbrauch bekannt war. Die Odenwaldschule war eine Art Waisenhaus gegen das, was in Kreuzberg geschah.

Die Zahl der „bis zu 1.000 Betroffenen“ von sexueller Gewalt im direkten Zusammenhang mit der Alternativen Liste hat der Berliner Grünen-Abgeordnete Thomas Birk zunächst  bestätigt; bei der Vorstellung des Berichts nannte er diese Zahl dann "spekulativ". Sie kommt zustande, weil allein vier pädokriminelle Intensivtäter in Kreuzberg ihr Unwesen trieben. Sie sind inzwischen gestorben oder sitzen in Sicherheitsverwahrung. Bei den Berliner Grünen gründeten sie innerhalb der Partei eine AG „Jung&Alt“, die als Tätergruppe agierte – und als ideologisches Zentrum. In und mit der Partei kämpften die Aktivisten für die Abschaffung der Missbrauchsparagrafen 174 und 176, sie spielten sich im Kreuzberger Kiez als eine Art grüne Jugendbeauftragte auf und traten bei Prozessen als Unterstützer auf – für angeklagte Täter. „Die Schwulen-AG unserer Partei war bis 1993 mehr oder minder ein Pädophilenbereich“, gesteht Birk ein. Er ist der Kopf hinter der radikalen Aufklärung, die die Berliner Grünen mit ihrem 80-Seiten-Bericht praktizieren.

Dies war dringend nötig. Denn die Grünen waren damals das Herz eines großen Kinderpuffs namens Kreuzberg. Praktisch jede Kindereinrichtung stand in der Gefahr, von Pädosexuellen okkupiert zu werden. Das berichten die Zeitzeugen – und es ist teilweise im Bericht dokumentiert: ein Kinderbauernhof, der Freizeitkeller „Falckenstein“ – er war die operative Basis der grünen Pädosexuellen –, Kindertagesstätten und Jugendgruppen, sogar einen „Kindernotruf“ gründeten Missbraucher. Wer dort anrief, landete direkt bei den Tätern. Der grüne Haupttäter groomte die Kinder in einer Grundschule und begleitete sie die ganze Zeit. Er manipulierte sie, zahlte alleinstehenden Müttern Geld. Aber er schickte sie auch auf den Kinderstrich am Bahnhof Zoo, sagen Zeugen aus.

Für die Grünen ist der Bericht beides: Ein Akt der schonungslosen Aufklärung von innen heraus; das gab es bisher nur ansatzweise. Und zugleich eine Katastrophe. Denn die Aufklärer in der Hauptstadt legen zugleich bloß, wie vorsichtig und wertlos die bisherigen Bemühungen etwa der Göttinger Forscher um Franz Walter waren: Dort wurden Diskurse untersucht, ein intellektuell redliches Unterfangen – aber von Tatorten, Taten und Tätern war in ihrem Buch stets nur sehr verschämt die Rede.

Das Berliner Papier kann wieder nur ein Zwischenbericht sein, so auch sein Name. Denn was fehlt, sind die Verbindungen zu Tatorten anderer grüner Landesverbände. Berlin-Kreuzberg war gewissermaßen Nachschublager und Drehscheibe für Reisen mit Knaben. Wichtig wäre es auch, das Netzwerk der hochrangigen Beschützer aufzudecken: Es ist überaus aufschlussreich, zu hören, wer in den 80er Jahren plötzlich anrief, um die mutigen Sozialarbeiterinnen und die pädokritischen Frauen aus der Kreuzberger Alternative Liste zurückzupfeifen. Es ist, so viel kann man sagen, ein kleines Who is Who der Linksliberalen in Deutschland.

14:00 20.05.2015
Geschrieben von

Christian Füller

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Christian Füller

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