Christian Füller
24.03.2016 | 16:59 32

Die neue Linke ist grün

DiEM25 Yanis Varoufakis trifft sich in Rom mit jungen Linken – und appelliert an einen neuen grünen Gesellschaftsvertrag

Die neue Linke ist grün

Blau, aber grün: DiEM25

Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Am Ende, als Yanis Varoufakis gefragt wird, was denn als nächstes geplant sei, kommt die große Überraschung. Er werde von Rom aus nach London fahren. Um dort Jeremy Corbyn zu unterstützen, den linken Vorsitzenden der Labour-Partei: „Großbritannien muss seine Demokratie erneuern, England muss in der EU bleiben!“ Der Applaus im Römischen Aquarium an der Piazza Manfredo Forti ist berauschend.

Yanis Varoufakis und die von ihm begründete Bewegung ist so pro-europäisch, dass er sogar bereit ist, gewissermaßen Seit an Seit mit Jean-Claude Juncker, Parlamentspräsident Martin Schulz und Finanzminister Wolfgang Schäuble um den Verbleib der Insel in der EU zu kämpfen. Wenn das keine gute Nachricht ist, vom Meeting der linken Demokraten, was dann? Die „Democracy in Europe Movement“ (DiEM) machte nach ihrem Start Anfang Februar in Berlin ihren zweiten Halt in der italienischen Hauptstadt. Es war ein sehr italienisches Treffen, große Verspätung, noch größere Emphase. Und ein sehr demokratisches. Yanis Varoufakis hat offenbar gelernt von der scharfen Kritik, die ihm auch von linker Seite entgegen schallte. Der Vorwurf lautet: dass seine Bewegung eben nicht demokratisch und transparent ist, obwohl sie es sein will.

Der prominente grüne Europaabgeordnete Sven Giegold hatte Varoufakis kürzlich vorgeworfen, dass er den Institutionen der Europäischen Union pauschal jede demokratische Legitimität abspreche. Das gehe zu weit. Giegold wollte auch wissen, was mit einzelnen Vorschlägen zur Reform der EU geworden sei, die er, Giegold, an Varoufakis' DiEM weiter gereicht habe. Varoufakis hat das ziemlich rüde zurückgewiesen. Er hielt dem früheren Attac-Mann und heutigen Grünen-Politiker in süffisantem Ton vor, er habe „zu lange in den scheußlichen neon-beleuchteten Fluren Brüssels verbracht.“ Europa aber müsse von seinen inkompetenten Herrschern befreit werden. Nicht gerade eine Einladung an Giegold, der sicher zu den wichtigsten EU-Kritikern gehört.

Also hatten die Veranstalter in Rom diesmal ein induktives Konferenzformat gewählt. Vormittags diskutierten sechs Arbeitsgruppen und gaben ihre Ergebnisse an die große Runde von einigen prominenten und vielen halb-prominenten Linken am Abend weiter. Dabei ging es um das bedingungslose Grundeinkommen für alle Europäer, ein riesiges paneuropäisches Investitionsprogramm, einen „green new deal“ und natürlich immer wieder, fast drehorgelhaft, um Transparenz und Demokratie. Fast scheint es, als wollte Varoufakis Anleihen bei Gorbatschows Glasnost und Perestroika der 1980er Jahre nehmen.

Zwischendurch äußerten sich Prominente – aber sie waren fast alle nicht anwesend, sondern per Livestream zugeschaltet. Bei Julian Assange war das nicht anders möglich, weil er immer noch in der ecuadorianischen Botschaft in London sitzt. Die US-Publizistin Saskia Sassen und die Linken-Vorsitzende Katja Kipping aber hätte man dennoch gerne im römischen Aquarium gehört. Auch wäre Pablo Iglesias Turrión von der linken spanischen Podemos-Partei wichtiger gewesen als der eher unbekannte Soziologe und Autor Jorge Moruno.

Die Demokratie-Bewegung von Varoufakis ist weniger breit aufgestellt als man erwarten möchte. Oder mag sich nicht jeder linke Spitzenpolitiker mit dem redegewandten, übermächtigen, ungeduldigen Varoufakis einlassen? Bei der Übertragung aus dem römischen Aquarium ist alles auf den ehemaligen griechischen Finanzminister ausgerichtet: Die Bilder einer jubelnden Menge, die ihm auf dem Motorrad huldigt genau wie die Biker-Kolonne, die er anführt. Der schnelle Yanis braust vornweg, alle anderen folgen ihm, das ist die Botschaft. „Ja, Europa wird demokratisiert oder es wird auseinanderfallen“, lautet das übergreifende Leitmotiv, das jeden Flyer ziert und das Varoufakis immer wieder in die Menge ruft. Auch Assange und andere greifen dieses Motiv auf. Europas Institutionen werden im Römischen Aquarium „demokratiefreie Zone“ genannt. Und kein Sven Giegold in der Nähe, der das irgendwie genauer erklären könnte.

Varoufakis benennt sechs „Schlachtfelder“, auf denen ein wahrhaft demokratisches Europa erkämpft werden müsse. Die Hauptkampfzonen dabei sind interessanterweise ein „green new deal“ und „green transition“. Freilich definiert Varoufakis im Auditorium die beiden Begriffe durchaus eigenwillig. Der grüne Gesellschaftsvertrag hat bei ihm zunächst keine grüne, sondern eine rein finanzielle und soziale Dimension. „Der grüne neue Vertrag ist der einzige Weg, damit die Institutionen mit der Krise der Schulden und der Banken, den niedrigen Investitionen und der Armut in Europa fertig werden können“, sagt Varoufakis. Mit dem grünen Vertrag ist ein „grüner Übergang“ verbunden, ein eigener sehr wichtiger Punkt, wie Varoufakis betont. Was versteht er darunter? Dass genau abgewogen werden müsse, in welche Felder man die großen europäischen Investitionen stecke. In grüne Energien und nachhaltige Technologien, so viel ist klar. Aber es brauche einen Selektionsprozess, welche Technologien nun genau nachhaltig sind und daher finanziert werden. Weil es sehr wichtig sei, so Varoufakis, „dass Europa seine technologische Souveränität behält und nicht in der Tasche von Google und Microsoft“ endet.

Das hat, erstens, den Geschmack einer zentralen Investitionssteuerung. Und ist, zweitens, eine durchaus enge Verdichtung von Instrumenten, Feldern und Zielen, die auch nicht viel klarer wird, wenn man das Manifest von DiEm studiert. Dort ist von grünem Wohlstand und und grünem Übergang die Rede – ohne nähere Ausführung.

Die lange linke Nacht der Demokratie in Rom ließ sich von solchen Details nicht stören oder fragte etwa nach, wie das alles genau zu verstehen sei. Das ist auch verständlich. Varoufakis hat, so souverän er mit Vorschlägen und Kritik auch immer umgehen mag, so etwas wie einen europäischen Aufbruch bewirkt. Junge linke Europäer begeistern sich für zivilgesellschaftliche und ökologische Ziele. Dass DiEM nicht ein weitere Partei sein will, sondern eine paneuropäische Bewegung ist gut für Europa – und spart blöde frühe Enttäuschungen. Ob es die Briten für ein Ja zu Europa gewinnen kann, wird man sehen.

Kommentare (32)

schna´sel 24.03.2016 | 21:14

Wenn die neue Linke grün ist, dann kann man nur hoffen, dass sich diese Linke an Vorstellungen von sozialer Gesellschaft, einer Gemeinschaft und eines Gesellschaftsverrages erinnert, welche "Die Grünen", die ja zumindest in Teilen aus der alten Linken hervorgangen sind auch mal ausgemacht haben. Und die auf dem Weg in die Regierungsbeteiligung meiner Meinung nach auf der Strecke geblieben sind. Die Ökologie bleibt zweifelsohne ein ganz wichtiger politischer Faktor. Aber wenn man "Grün" politisch neu definiert sollte mehr als genau abgewogen werden, in "welche Felder man die großen europäischen Investitionen" steckt. Technologie und Kontrolle der Technologie ist die eine der Seiten, über die die Hebel der Macht bedient werden. Das Feedback der Eingriffe, die so möglich sind und real erfolgen ist offensichtlich und kann sofort nachgeprüft und gemessen werden in seiner Wirkung. Das leuchtet jedem Technokraten ein. Die andere Seite ist weniger offensichtlich, aber es ist die Seite die seit langem vernachlässigt wurde. Wenn man von Ökologie redet, spricht man auch immer über die Unschuld, die Seite Natur, die jenseits von Macht und Herrschaft, ganz einfach immer mit gerechnet werden muss. Die Seite, die Transparenz nicht als Instrument der Kontrolle einfordern kann, weil sie Objekt dieser demokratischen Kontrolle ist. Investitionen sollten nicht nur danach beurteilt werden, was sie für den Investor an direkt messbaren Erfolgen einbringen, sondern aus den Erfahrungen heraus, die die ganze "Ökosystem" der Gesellschaft berücksichtigt. Was auch prekäre Verhältnisse und all die Bereiche mit einschließt, in denen der "benefit" nicht jedem sofort einleuchtet. Sonst endet das genau dort, wo es schon mal geendet ist und wo wir uns heute befinden.

mymind 25.03.2016 | 00:38

Mal MEINE MEINUNG zu alldem:

Spätestens nach 5 Monaten Syriza-Regierung hätte ich mich nicht nur manchmal am liebsten in Arsch getreten, dass ich trotz meines Misstrauens immer noch naiv verträumt genug war zu glauben, dass in Europa eine linke | sozialistische Partei tatsächlich eine Wahl gewinnen kann, ohne dass die elitären Neolib´s diese wie auch immer zu kapern wissen. Spätestens der Rücktritt von Varoufakis war eine Ohrfeige an die Hoffnung, dass charismatische Persönlichkeiten nicht zwangsläufig unkäuflich sein müssen, dass politische Quereinsteiger nicht zwangsläufig in eigener Regie fungieren. Kurz: Varoufakis wie sein inszeniertes Diem25-Projekt erscheint mir zunehmend als EU-Polit-Manöver, linke Kräfte aus linken Parteien & Bewegungen auf ihre Seite zu ziehen & auf ein Abstellgleis zu führen. Damit wären sämtlich noch vorhandenen linken Parteien in den EU-Ländern geschwächt.

Wie komme ich zu meiner Annahme: Heute erreicht mich diese Mail der Diem25:

>>Genug geredet - jetzt wird gehandelt!

vergangene Nacht ist etwas Tolles passiert. Etwas Großes! Unsere Bewegung hat durch unsere erste Großversammlung in Rom begonnen, konkrete Gestalt anzunehmen. Wir haben dort DiEM25s Pläne für erste Aktionen vorgestellt - und wir hoffen, Du bist dabei!

Europa befindet sich an einem kritischen Punkt: die EU wird zerfallen, wenn sie sich nicht (wieder) der Demokratie zuwendet. Ohne Transparenz versagt die Demokratie. Dort wo zu viel im Dunkeln geschieht, können Regierungen zwielichtige Vereinbarungen treffen, ohne je zur Verantwortung gezogen zu werden, weil ihre Bürger nicht erfahren was vor sich geht, bevor es zu spät ist.

Doch gemeinsam können wir das ändern. Wir können damit anfangen, dass wir die EU Institutionen auffordern, ihre Treffen öffentlich zu machen. Wir sollten erfahren wann sie Entscheidungen treffen, wie unsere Vertreter abstimmen und mit welchen Lobbygruppen sie sich treffen. Wenn wir alle gemeinsam diese Transparenz einfordern, können uns die EU Institutionen nicht ignorieren. Lüften wir den Deckmantel der Geheimniskrämerei von der EU, lassen wir etwas Licht rein (#Let_light_in).<<

WOW _ die Diem25 versteht unter Handeln, dass sie nach zig Konferenzen ´Transparenz innerhalb der EU-Institutionen´ fordert. Als wenn es keine Partei im EU-Parlament gibt, die dieses seit Jahren fordert _ als wenn es keine ´brennenderen´ Themen gäbe, mit denen die ´paneuropäische´ Linke ein Konzept | Manifest erstellen könnte _ als wenn die mangelnde Transparenz das einzige Manko der EU-Politik darstellt. Kein Wort über die neoliberalen Verfehlungen der Sozialpolitik oder zu den der kriegstreibenden Kräften der Außenpolitik, die seit Jahrzehnten zu Hundertausenden | Millionen Kriegsopfer & Flüchtlingen erst führte.

Ich denke nicht, dass eine derart gelenkte linke Bewegung in Europa dazu führen wird, die linke Opposition in den einzelnen Staaten zu stärken. Sie wird sie schwächen, solange Diem25 ein Niveau bekleidet, das höchstens unerfahrene 16-jährige Schüler inspiriert aber den kleinen Rest der linken Wähler vollends resignieren lässt & sich gar nicht mehr zur Wahlurne aufraffen.

mymind 25.03.2016 | 00:51

Was Sie über diese Konferenz in Rom schreiben, deckt sich tw. mit der Mail die ich von Diem25 erhalten habe. Denken Sie nicht, dass diese Themen _ so wichtig sie auch sind _ keine neuen Erkenntnisse & Forderungen darstellen? Hat das eigentlich jemand dort mal angesprochen bzw. darauf hingewiesen, dass eine linke paneuropäische Bewegung ggf. auch die aktuelle Sitauation der europäischen Bürger thematisieren sollte, nicht zuletzt auch die europäische Politik, die mitverantvortlich für die Entwicklung ist, die zu Krieg & Flüchtlingen führte?

Die US-Publizistin Saskia Sassen und die Linken-Vorsitzende Katja Kipping aber hätte man dennoch gerne im römischen Aquarium gehört.

Zumindest was KK angeht, ist es gut, dass sie nicht da war. Für einen kritischen Diskurs wäre sie leider überfordert gewesen & hätte YV stets wie ein Groupie beigepflichtet. Sahra Wagenknecht wäre in dem von Ihnen beschriebenen Rahmen begrüßenswert gewesen.

Haben Sie Lust herauszufinden, aus welchen Gründen sie nicht eingeladen war oder eingeladen werden wollte & die Synergie zu Diem25 nicht so richtig funktioniert?

Klaus Fürst 25.03.2016 | 07:44

"Varoufakis hat ... so etwas wie einen europäischen Aufbruch bewirkt. Junge linke Europäer begeistern sich für zivilgesellschaftliche und ökologische Ziele. "

Sollte das ironisch gemeint sein, dann ist die Irronie sehr gut versteckt. Glauben Sie ernsthaft, nur weil eine Handvoll "Linker" der Selbstinszenierung eines narzisstischen Anpassungskünstlers aufsitzt, würde sich in Europa etwas verändern? Die das erkannt haben, sind doch schon längst wieder auf Distaz. Was bleibt, wird ein Häufchen Identifikationssuchender sein, und Y.V. wird das alles so lange auskosten, wie er Podien findet, die ihm ein angenehmes Reisen und Sich-zur-Schau-Stellen ermöglichen. Danach wird er ein neus Thema finden, und natürlich auch gute Gründe, warum DIEM25 nichts werden konnte. Er selbst wird in diesen Gründen keine Rolle spielen.

Fro 25.03.2016 | 14:16

Bedenkenswert.

Es ist schon etwas seltsam, dass anscheinend nicht der Versuch unternommen wird, die zigtausend Aktivisten für ein demokratisches Europa (die ja schon zig Jahre dabei sind) und deren Wissen und Erfahrungen zu würdigen, und in die Strategiediskussion des Diem25 mit einzubeziehen.

Und Ähnliches (aus dem Manifest DIEM25) und weit besseres könnte man sicher auch in Schülerzeitungen der 80er Jahre finden;):

Wir rufen unsere europäischen Mitmenschen dazu auf, sich uns unverzüglich anzuschließen und

mit uns die Bewegung zu gründen, die wir DiEM25 nennen, um

gemeinsam gegen das europäische Establishment zu kämpfen, das die Demokratie zutiefst verachtet, und die Europäische Union zu demokratisieren

der Reduzierung aller politischen Verhältnisse auf Machtverhältnisse ein Ende zu machen, die dann als rein technokratische Entscheidungen ausgegeben werden

die EU-Bürokratie dem Willen der souveränen Völker Europas zu unterwerfen

die gewohnheitsmäßige Dominanz der Macht der Konzerne über den Willen der Bürger zu beenden

die Regeln, die für unseren gemeinsamen Markt und die gemeinsame Währung gelten, wieder zu repolitisieren."

Mir scheinen diese Leute um Varoufakis nicht sonderlich qualifiziert, was (echte) Demokratie anbelangt … und etwas fern der Wirklichkeit …

Fro 25.03.2016 | 14:41

Auch etwas seltsam:

Wir (DIEM25) sind der Meinung, dass das Modell nationaler Parteien, die im Europäischen Parlament flüchtige Allianzen eingehen, überholt ist. Der Kampf um Demokratie von unten (auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene) ist nötig, aber er kann nicht ohne eine internationalistische Strategie geführt werden, die auf eine paneuropäische Koalition für die Demokratisierung Europas abzielt.

Die europäischen Demokraten müssen erst zusammenkommen, eine gemeinsame Agenda beschließen und dann Wege finden, um sie mit Kommunen und auf regionaler und nationaler Ebene zu realisieren.

Es gibt gerade auf lokaler Ebene viele demokratische Projekte und Aktivitäten, die teils sehr erfolgreich sind.

Die Bürger sollen nun innehalten mit ihrem lokalen Engagement, bis die europäischen Demokraten (unter Führung der DIEM25?) beschlossen haben, was sie auf kommunaler Ebene zu tun hätten????

weinsztein 26.03.2016 | 02:50

Dass in einem journalistischen Beitrag Bericht und Kommentar quasi eins werden, stört mich weniger.

Womöglich wäre es eleganter, andere zu zitieren, deren Meinungen zu erfragen, vor allem von Teilnehmern dieser Tagung. Auch um die eigene Meinung zu stützen.

Das klappt allerdings nur dann, wenn der Autor selbst vor Ort war, in diesem Fall beim Treffen von DiEM25 in Rom. Diesen Eindruck habe ich nicht.

Mir scheint, dieser Artikel lebt von (Meinungs)Beiträgen zum Diem25-Treffen anderer Medien und Christians Füllers persönlichen Gewissheiten.

Sollte der Autor aber tatsächlich dabei gewesen sein, in Rom, hätte ich ein paar kritische Anmerkungen, auch zur Machart.

Reinhold Schramm 26.03.2016 | 22:04

Die neue Linke ist antikapitalistisch und antiimperialistisch, oder sie ist nicht!

Sie ist für Gemeineigentum an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln. Für die Beseitigung der realen Macht und realen Herrschaft der [staatsmonopolistischen] Finanz- und Monopolbourgeoisie. Sie ist für Gleichheit [keine "Gleichmacherei"], unabhängig von der Herkunft, Geschlecht und Hautfrabe!

Die sozialrevolutionäre, gesellschaftspolitische und emanzipatorische Linke ist für eine qualitative und sozial-ökonomisch-ökologische Kreislaufwirtschaft auf der Grundlage des Gemeineigentums an gesellschaftlichen Produktionsmitteln und für ein Ende der Entfremdung von Mensch, Tier -Natur- und Umwelt!

Zentrale Hauptaufgabe ist die Beseitigung des Kapitalismus [Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Ein Ende der realen Klassengesellschaft, -- unter welcher bürgerlichen und kapitalfaschistischen Verschönerungsflagge und -bezeichnung auch immer!

weinsztein 28.03.2016 | 05:02

"Zumindest was KK angeht, ist es gut, dass sie nicht da war. Für einen kritischen Diskurs wäre sie leider überfordert gewesen & hätte YV stets wie ein Groupie beigepflichtet. "

Zu dumm, Sie wollen "KK" gern diffamieren - auf eine ähnlich schmierige Art wie Christian Füller an anderer Stelle es gegen Sahra Wagenknecht versucht.

Wären Sie ein Pärchen, fände ich Sie drollig, MyMi & Füller.

Eine Art Flügelzange (Fußballerbegriff).

Christian Füller 28.03.2016 | 23:48

Es wäre hilfreich, wenn Sie andere Leute nicht einfach diffamieren. Der Freitag ist ein Meinungsmedium, wenn sie chronologische und neutrale Berichte lesen wollen, müssen sie vorher andere Zeitungen gucken. Zudem sind hier alle Links angegeben. Dass ich Sekundärquellen heranziehe ist so selbstverständlich wie ich die O-Töne von der Veranstaltung verwende. Woher sollten die Zitate stammen? Erfunden? Abgeschrieben? Es hat im deutschsprachigen Raum keine Berichte über DiEM gegeben. Beste Grüße!

weinsztein 29.03.2016 | 05:55

Ich diffamiere Sie nicht, ich kommentiere ab und zu mal Ihre Beiträge.

Sie kommentieren Haltungen politischer Akteure, ich reagiere gelegentlich auf Ihre Kritik hier im Freitag, dem Meinungsmedium.

Warum schreiben Sie, dass ich "chronologische und neutrale Berichte lesen" will? Wo und wann habe ich das je gefordert?

Das ist einfach Quatsch.

Ganz ehrlich, @Christian Füller, sehe ich es so, dass Sie auf Fragen und Kritik Ihrer Leser gelegentlich nicht angemessen reagieren, hier im Meinungsmedium. Sondern schnoddrig.

Sie deuten an, dass Sie persönlich in Rom dabei waren aber Ihr Bericht über Diem25 gibt das nicht her, finde ich.

David Danys 29.03.2016 | 16:06

Bei aller Begeisterung für Varoufakis' Versuch, den beschränkten nationalen Horizont auch unter Europas Linken aufzubrechen, bleibt die Bewegung des Herrn Professors doch eine sozialdemokratische, die vor der Wurzel des Übels zurückschreckt: In einer Gesellschaft, in der die Kontrolle über die Produktionsmittel und damit die eigentliche Macht beim Kapital verbleibt, ist jede "Demokratie" nur die hübsche Fassade eines brutalen Wirtschaftsregimes. Ehrbar der Ansatz, wenigstens die politische europäische Einheit zu bewahren - denn auf Nationalstaaten zurückgeworfen und untereinander zerstritten sind die Völker Europas eine viel schwächere Beute für sogenannte Investoren, die von EU-Normen ungestört mit den jeweiligen, schwächlichen Einzelregierungen Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards und Sozialsysteme weiter aushöhlen können. Doch darüber darf nicht vergessen werden: Das eigentliche Schlachtfeld, auf dem die Zukunft nicht nur unseres Kontinents sondern der Welt entschieden wird, liegt nicht in Parlamenten und Regierungen, sondern in den Fabrikhallen und Managementetagen.

David Danys 29.03.2016 | 16:07

Bei aller Begeisterung für Varoufakis' Versuch, den beschränkten nationalen Horizont auch unter Europas Linken aufzubrechen, bleibt die Bewegung des Herrn Professors doch eine sozialdemokratische, die vor der Wurzel des Übels zurückschreckt: In einer Gesellschaft, in der die Kontrolle über die Produktionsmittel und damit die eigentliche Macht beim Kapital verbleibt, ist jede "Demokratie" nur die hübsche Fassade eines brutalen Wirtschaftsregimes. Ehrbar der Ansatz, wenigstens die politische europäische Einheit zu bewahren - denn auf Nationalstaaten zurückgeworfen und untereinander zerstritten sind die Völker Europas eine viel schwächere Beute für sogenannte Investoren, die von EU-Normen ungestört mit den jeweiligen, schwächlichen Einzelregierungen Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards und Sozialsysteme weiter aushöhlen können. Doch darüber darf nicht vergessen werden: Das eigentliche Schlachtfeld, auf dem die Zukunft nicht nur unseres Kontinents sondern der Welt entschieden wird, liegt nicht in Parlamenten und Regierungen, sondern in den Fabrikhallen und Managementetagen.

Christian Füller 30.03.2016 | 20:44

Wichtig wäre, dass Sie Argumente bringen. Inhaltliche oder meinetwegen auch formale. Zum Formalen: Sie sprechen von Vermischung von Nachricht (chronologisch; neutral - sie haben das nicht gesagt, aber das ist so) und Meinung. Wir machen hier i.d.R. aber keine Nachrichten. Ihr Punkt geht also fehl. Zur Information habe ich einige Quellen zusammen gestellt. Ich beschimpfe Varoufakis z.B. nicht als Person, sondern versuche zur Sache zu sprechen. Versuchen Sie´s mal, das geht! Sogar gut.

weinsztein 31.03.2016 | 04:25

Sie schreiben zunehmend wirr und unterstellen mir Aussagen, die ich nie gemacht habe. Auch das macht es mir nicht leicht, Sie als Journalist ernst zu nehmen.

Torstensc kommentierte am 24.03.: "Was ist dann der Text? Bericht und Kommentar vereint? Wie soll ich denn als Leser so einen Tagungsbericht für bare Münze nehmen, wenn mir der Autor seine Haltung sofort unter die Nase reibt? Bitte nüchterner berichten."

Sie Herr Füller, antworteten: "Gucken sie mal den Titel dieser Zeitung an: 'Der Freitag: Das Meinungsmedium'. Ok?"

weinsztein am 26.03. "Dass in einem journalistischen Beitrag Bericht und Kommentar quasi eins werden, stört mich weniger." Es folgten meine kritischen Anmerkungen zu Ihrem Beitrag.

Sie, Herr Füller, schrieben mir am 28.03: "Es wäre hilfreich, wenn Sie andere Leute nicht einfach diffamieren. Der Freitag ist ein Meinungsmedium, wenn sie chronologische und neutrale Berichte lesen wollen, müssen sie vorher andere Zeitungen gucken."

weinsztein 29.03: "Warum schreiben Sie, dass ich "chronologische und neutrale Berichte lesen" will? Wo und wann habe ich das je gefordert?Das ist einfach Quatsch."

Am 30.03 antworten Sie: "Sie sprechen von Vermischung von Nachricht (chronologisch; neutral - sie haben das nicht gesagt, aber das ist so) und Meinung. Wir machen hier i.d.R. aber keine Nachrichten. Ihr Punkt geht also fehl."

Sie ergänzen, dass es wichtig sei, Argumente zu bringen, inhaltliche oder formale. Und Sie teilen mir mitVaroufakis nicht als Person beschimpft sondern zur Sache gesprochen zu haben. Varoufakis aber habe ich in diesem Thread gar nicht erwähnt.

mymind 31.03.2016 | 23:29

Hallo Weinsztein _ was ist mit Ihnen los?

O.K. ich sehe wenig Kompetenz bei Katja Kipping hinsichtlich einer nachhaltigen Betrachtung als auch Kritik der inner- wie außenpolitischen Umstände. Sorry, dass ich diese Erwartungshaltung an Politikerinnen habe _ dennoch stehe ich dazu.

Merken Sie noch den Unterschied zwischen Einschätzung, Meinungsäußerung & Diffamierung? Oder wie unangemessen Sie im ´Sippenhaft- Denken´ ausufern. Lernt man das in der Türkei oder haben Sie das aus Deutschland mitgebracht?

weinsztein 01.04.2016 | 02:14

Weiter oben hatten Sie diffmierend über Katja Kipping geschrieben: "Zumindest was KK angeht, ist es gut, dass sie nicht da war. Für einen kritischen Diskurs wäre sie leider überfordert gewesen & hätte YV stets wie ein Groupie beigepflichtet. "

Das fand ich unangemessen und habe es entsprechend kommentiert. Interessant, dass Sie einen Bezug zur Türkei herstellen. Das sollten Sie unbedingt erklären.