Christian Füller
20.01.2016 | 13:15 39

Verwilderte Netz-Demokratie

Liquid Democracy Es blühten die schönsten Träume von der digitalen Republik. Doch der Hass nach Köln beendet die Hoffnung auf liquiden Diskurs und mehr Partizipation. Jedenfalls vorerst

Verwilderte Netz-Demokratie

In Sachen Diskurs heißt das Stichwort: Vergiftung

Bild: Imago/Levine Roberts

Das hätte kaum jemand für möglich gehalten. Dass es noch mehr Hass und Abscheu geben könnte, der sich in Leserkommentaren der Online-Ausgaben oder bei Facebook Bahn bricht. Aber die missbrauchte Silvesternacht in Köln hat die finstersten Befürchtungen übertroffen. Mit den sexistischen und rassistischen Hasstiraden geht auch eine schöne Hoffnung zugrunde: die auf mehr Partizipation und einen kreativeren Diskurs durch eine durchlässigere, weil digitale Demokratie. Jedenfalls fürs Erste.

Das Letzte, was sich selbst die Fans der plebiszitären Auffrischung der Demokratie angesichts des Unflats und der Volksverhetzung wünschen, ist das: Volksabstimmungen, bei denen mit Netz-Kampagnen voller Sexismus, Lügen und gefälschten Videoschnippseln das Volk aufgestachelt wird. Das Plebiszit galt als die große Hoffnung, die Verengungen der liberalen Demokratie zu überwinden. Auch andere als Parlamentarier sollten Einfluss auf politische Entscheidungen bekommen. Das Internet und seine zweite Zündstufe, die sozialen Medien, unterstützten diesen Traum durch immer neue Foren und Kanäle der Beteiligung.

„Nur der Charakter der Bürger erschafft und erhält den Staat, und macht politische und bürgerliche Freiheit möglich.“

Liquid Democracy hieß eine der Ideen, die andere Formate von Repräsentation und Partizipation aufzeigte. Gepaart mit ihrem Vorläufer, der deliberativen Demokratie, hätte sie den demokratischen Diskurs verflüssigen können. Jürgen Habermas empfahl erweiterte Formen des Deliberierens, also Beratschlagens und Erörterns, in der demokratischen Agora – und das Netz schien wie gemalt, um solche Konferenzen in virtuellen Denkräumen einfacher und schneller abhalten zu können. Aber von Verflüssigung der Diskurse kann, ehrlich gesagt, spätestens seit Köln nicht mehr die Rede sein. Das Stichwort heißt: Vergiftung. Alles, was gerade nötig scheint, wäre Entschleunigung und Versachlichung des Diskurses.

Strafanzeigen wegen Volksverhetzung

Zwei Momente, so scheint es, haben die Apologeten der digitalen Republik zu wenig beachtet. Erstens ist es offenbar nicht damit getan, dass heute jeder Bürger technisch sein eigener Leitartikler sein kann – bei Facebook, im Blog oder als Leserbriefschreiber. Dazu gehört freilich die Professionalität und ein ethischer Kodex, den Journalisten – in der Regel – gelernt haben und zu achten bereit sind. Recherche, Faktentreue, Schreiben, das sind keine Fertigkeiten, die für jeden Entäußerer im Netz selbstverständlich sind, ganz im Gegenteil. Das einzige Feedback, das sich Vernünftige derzeit erhoffen, ist kein liquides – sondern Strafanzeigen wegen Volksverhetzung und Ehrabschneiderei.

Zweitens bezogen sich die Dimensionen der digitalen Partizipation meistens auf die konstruktiven Möglichkeiten, bei schönem Wetter Neues und Kreatives zu schaffen. Wenn liquide Beteiligungen gedacht wurden, dann meist als Ideenspenden, die Parlamente und Abgeordnete mit schwärmerischer Intelligenz aufmischen. Oder als wohl temperierte Resonanzböden für Politiker, die sich zwischen Wahlterminen immer wieder mit Wählern oder Bürgern rückkoppeln. Das idealisierte digitale Pendant des gewählten Abgeordneten oder politischen Funktionsträgers war stets ein sachverständiger wie engagierter Experte. Wir erträumten uns den Kundigen der örtlichen Lage als Sparringspartner. Meistens half er vor unserem inneren Auge, politische Felder oder die Politik selbst in eine lichtere Zukunft durch Rückversicherung und Anregung weiter zu entwickeln. 

Der Pöbel definiert den Ausnahmezustand

Nun tritt eine Figur auf, die bisher nur als Netiquette-Problem begriffen wurde: der übellaunige Leserbriefschreiber, der Wutbürger, ja der beleidigende Extremist überflutet uns mit seinem Feedback – und nicht der digitale Citoyen. Es geht aber nicht mehr um die Sonnenscheindemokratie, sondern den Ernstfall und den Ausnahmezustand. Und dieser Ernstfall wird nicht durch Politik und Presse definiert, sondern durch sein vermeintlich vernünftiges Korrektiv. Der Pöbel hat die Definitionsmacht übernommen, Politiker und Leitartikler sind in keiner Weise mehr leitend, sondern leidend, karikiert als verrottete volksverachtende Eliten. Nicht mehr die Atmosphäre auf diesem oder jenem Forum steht auf dem Spiel, es ist das Politische schlechthin. Die digitalen Kanäle sind Kloakenrohre geworden, aus denen auf das vermeintliche „System“ und seine Vertreter gefeuert wird. Es riecht nach Umsturz, und inzwischen schwadroniert mancher abgehalfterte Verfassungsschutzpräsident darüber.

Wie immer stellt sich die Henne- und Ei-Frage. Was muss zuerst kommen, der mündige Bürger, der seinen Blog-Post, seinen Kommentar überdenkt und wägt, ehe er ihn absendet? Oder eine zunehmend liquider werdende politische Verfassung, die ihre Bürger Schritt für Schritt in relevantere Arenen einlädt und sie so zu urteilsfähigen Teilgebern eines politischen Diskurses macht?

Bürger für die Verfassung erschaffen

Diese Fragestellung ist uralt. In seinen Briefen über die ästhetischen Erziehung mokierte sich Friedrich Schiller vor über 200 Jahren über die französische Revolution – weil sich die Bürger „nach aufgehobenem Band der bürgerlichen Ordnung entfesseln und mit unlenksamer Wut ihrer tierischen Befriedigung zueilen.“ Der aufgeklärte Mensch der zivilisierten Klassen stürze bis zum Teuflischen herab. „Nur der Charakter der Bürger [und nicht die Institutionen oder Gesetze, Red.] erschafft und erhält den Staat, und macht politische und bürgerliche Freiheit möglich“, lautete Schillers Annahme. Seine Folgerung war klar: „Wir müssen damit anfangen, für die Verfassung Bürger zu erschaffen, ehe man den Bürgern eine Verfassung geben kann.“

Auf heute gemünzt hieße das: Ehe man den Bürgern Liquid Democracy gibt, müssen sie erstmal schwimmen lernen.

Kommentare (39)

Moorleiche 20.01.2016 | 13:55

Wer hätte das gedacht, dass bei: "Sag's in 140 Zeichen" die Tiefe versandet?

Meine Erfahrung ist, dass auch die Initiatoren von "Diskursen" gar nicht reden und diskutieren wollen, sondern nur noch Statements raushauen. Und so wird das nichts.

Wir haben inzwischen eine Diskursunkultur und das Internet lebt von Hass, Titten und oberflächlichen Kontakten, d.h. der Pflege primitiver Affekte. Es ist Brandbeschleuniger, aber nicht die Ursache.

sch123 20.01.2016 | 15:48

Lobo formulierts etwas drastischer aber auch hilfloser:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html

Ich denke problematisch sind weniger die Pöbler oder das Pöbeln, sondern wie ernst es genommen wird. Je mehr dazu übergegangen wird, es klar zu benennen, ggf. zu ächten und zu ignorieren (ähnlich wie bei einem Kind, das mit "Kacka Kacka" Aufmerksamkeit heischen will, so arrogant das jetzt klingen mag), desto eher wird diese Unart wieder eingehegt.

Wenn klar ist, dass man sich als Diskussionsteilnehmer disqualifiziert mit Hetze, Beleidungen und plumpen Dummheiten, dann werden sich auch wieder mehr Leute überlegen wie und was sie schreiben.

Solange Pöbler, insbesondere medial, noch honoriert werden, und sei es nur mit negativer Aufmerksamkeit, solange werden sie auch weitermachen. Das bezieht sich jetzt ausdrücklich nicht auf diesen Artikel, sondern z.B. auf das Zitieren entsprechender Kommentare in Fernsehsendungen und anderen Medien. Auch habe ich den Eindruck, dass bei einigen, um nicht zu sagen zu vielen, die darauf angewiesen sind, die "Stimmung im Volke" zu sehr an der Stimmung im Netz festgemacht wird. Das gilt sowohl für Medienschaffende als auch für Politiker. Diese Gleichsetzung, so bequem es natürlich ist, halte ich für verzerrend.

Ich habe, wie Lobo, den Eindruck und die Erfahrung, dass "das Netz" insbesondere von vielen gebildeten, klugen und vernünftigen Menschen nach wie vor eher gemieden wird (zumindest wird sich nicht an Debatten im Netz beteiligt). Sie haben entweder keine Zeit und Lust, oder sehen es einfach als unter ihrer Würde im Netz zu versumpfen. Dünkel spielt also oft auch eine Rolle. So entwickelt sich eine schwierige Dynamik.

Beispiel:

Der feine Herr Journalist mag - verständlicherweise - nicht in Kommentarspalten zu seinem Artikel mitdiskutieren wenn das Niveau unterirdisch ist (auch hier: nicht auf diesen Artikel oder seinen Autoren bezogen!), der Kommentator fühlt sich nicht wahr- oder ernstgenommen von "den Eliten". Ähnliches gilt natürlich für all die unbeantworteten "Briefe" an Politiker und Redaktionen dieses Landes.

denkzone8 20.01.2016 | 16:04

von enttäuschungen gebeutelt wird immer primär die hoffnungs-trunkene naivität.

die freigabe sämtlicher bespielbarer flächen führt nicht automatisch zum aufschwung der graziösen ball-behandlung. bolzen und holzen wird sich ne weile halten. bisher un-entdeckte talente( wie mich) wirds hoch-spülen, braune meinungen werden einem klärungs-prozeß zu-geführt, gehaltvolleres hat immer einen schweren stand, vom großen geld gesponsortes ist privilegiert, wie im richtigen leben.

falsch ist: unser täglich panik gib uns heute!

denkzone8 20.01.2016 | 16:50

von enttäuschungen gebeutelt wird immer primär die hoffnungs-trunkene naivität.

die freigabe sämtlicher bespielbarer flächen führt nicht automatisch zum aufschwung der graziösen ball-behandlung. bolzen und holzen wird sich ne weile halten. bisher un-entdeckte talente( wie mich) wirds hoch-spülen, braune meinungen werden einem klärungs-prozeß zu-geführt, gehaltvolleres hat immer einen schweren stand, vom großen geld gesponsortes ist privilegiert, wie im richtigen leben.

falsch ist: unser täglich panik gib uns heute!

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Ehemaliger Nutzer 20.01.2016 | 17:25

das liquid democracy nicht funktioniert und warum nicht, habe ich, also so eine unprofensionelle mal ebenso Schreibslerin, also quasi eine vom Pöbel, schon 2012 begriffen und erörtert.

https://www.freitag.de/autoren/angelia/wenn-man-die-rechnung-ohne-den-wirt-macht

dazu ist aber eine weitere Erkenntnis hinzugekommen, eine, die auf empirischen Beobachtungen basiert: wenn man mit Menschen problemlösungsorietiert disputieren (um etwas streiten will) ist es kontraproduktiv das gegenüber in die Fresse zu schlagen, weil einem die Art und Weise nicht passt.

Und Ihr Beitrag ist m.E in der jetztigen Situation alles andere als konstruktiv, da pauschalisierend und diffamierend.

Dazu gehört freilich die Professionalität und ein ethischer Kodex, den Journalisten – in der Regel – gelernt haben und zu achten bereit sind. Recherche, Faktentreue, Schreiben, das sind keine Fertigkeiten, die für jeden Entäußerer im Netz selbstverständlich sind, ganz im Gegenteil.

das kann tendenziell so sein, konstrutive Kommunikation müsste die Presse vielleicht lernen...

Richard Zietz 20.01.2016 | 19:38

Abgespeckt um die schon vor zehn Jahren bescheuerten wie elitären Netztechnik-Lobpreisungen à la Liquid Democracy und so weiter und abzüglich der unterschwelligen Behauptung, die Medien verbreiteten ausnahmslos Die Wahrheit™ und hätten selbiges auch immer getan, ist die Beschreibung leider zutreffend. Allerdings: Auf den Punkt gebracht stört mich dabei weniger, dass »das« Volk plötzlich seine durch das System zugeteilte Rolle als demütig agierender Bittsteller verlässt und mittlerweile recht vernehmlich auf den Putz haut, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Chose zwischenzeitlich in stramm rechte Kanäle (um nicht zu sagen: Kloaken) abgedriftet ist.

Gegen diese rechte Bewegung muß man Mittel und Wege finden. Der große Schulterschluß mit den Alternativlos-Apologeten ist dabei zwar eine Option. Da diese letzte Gegenmittel-Packung allerdings Medikamente mit hochtoxischen Nebenwirkungen enthält (um nur einige zu nennen: kritiklose Leitmediengläubigkeit, keine Kritik an NATO, Euro, EU, Reichtum, Armut & sozialer Schere, Opposition nur noch gemäßigt im Schlepptau von CDUSPDGrünen usw.), wäre meiner Meinung nach lediglich in allerhöchster Not auf sie zurückzugreifen. Im Klartext: dann, wenn die Faschisten, wie in Weimar anno 1932, vor der Machtübernahme stehen.

na64 20.01.2016 | 20:33

Es kommt alles ganz, ganz anders, wie von uns gedacht, oder erwartet und über unsere Ideen zum möglichen Verlauf der Zukunft geglaubt, da die Zeit sich neu schichtet und alles was vorrangig an unseren Taten war, sekundär in der neu geschichteten Zeit unwichtig erscheint. Dann ignorieren wir halt einfach die Zukunft und bleiben, bzw. leben in der Gegenwart, im analogen. Dabei habe ich nicht einmal einen Verlust zu beklagen, oder vermisse etwaige Ablenkungsdinge. Die bietet das Analoge doch auch. Doch dies ist dann wieder eine ungewohnte Situation für die Kreativität, da ihre Kraft am stärksten ist, wenn defizite vorhanden sind. Not fördert diesen Ton.

Warum schreibe ich dies jetzt alles!?.

Scheinbar geht es um das dazugehören. In Gruppendynamiken geht man auch in eine Kinofilm, den man vielleicht gar nicht sehen möchte, da man ja mitreden und weiter in dieser Gruppe dazugehören möchte. Das ist normales Verhalten. Anderes Beispiel sind Weihnachtfeiern und der Zwang der drin steckt. Doch im nach hinein war es gut dass man dabei war. Jetzt kann man mitreden, mitschimpfen, mit mobben usw. und es macht sogar Spaß. Das wiederum ist auch ganz normales Verhalten und stärkt die einzelnen Gruppen in der Belegschaft und auch die Arbeitsmoral. Klar gibt es hier auch Opfer, wie im Internet und in jeder Demokaratie. Diese Demokratie muss nicht mal flüssig sein und wenn Sie schon flüssig ist, wo fließt die den hin!?. Ins Meer und da ist auch lauter Müll den wir dort reinschmeißen. Der Vorteil im digitalen Lebenswandel ist der, dass mich keiner sieht, wenn ich den Müll reinschmeiße. Ach welch ein gelaber und wir sollten diese "freie" Meinungsausübung nicht so ernst nehmen. Selbst Artikel haben oft nur eine Lebensdauer von ca. 6 Stunden und dann sind Sie raus.

Und übersetzt heißt mein geschwafel: Wenn ich etwas ins Internet setze, so ist es dann sogleich Vergangenheit und ich denke nicht mehr weiter über diese Tat nach. Dies heißt; es ist ein riesengroßer Müllberg entstanden. Manche bekommen ja auch Geld dafür.

Und warum hab ich das hier jetzt geschrieben!?.

Weil ich beim selber mitmachen mehr lerne, wie wenn ich es nur konsumieren würde, was geschrieben wird.

JR's China Blog 20.01.2016 | 20:44

Sie »schrieben vor dreieinhalb Jahren:

Ich denke etwas, was dem Gedanken der Liquid Democracy entgegenkommt ist, dass Wandel immer ein Prozess ist, in dem sich Forderungen und Lösungen erst entwickeln.

Das scheint mir zu stimmen, und das würde, wenn ich es richtig verstanden habe, in "deliberativen", forschenden Bürgerbeteiligungen vor Ort am besten funktionieren - in der Welt, in der alle Beteiligten leben, und das nicht nur "digital".

So würde auch mancher Bürger "schwimmen lernen", wie Herr Füller das nennt. Allerdings nicht als ein Zugeständnis oder Befehl von oben, wenn der Bürger denn "reif" dafür sei, sondern aus der Einsicht heraus, dass Beteiligung zu nachhaltigeren Lösungen führt.

Wo aber die Grenze zwischen der "Demokratie der Unentwegten" und einer zweckmäßigen Basisdemokratie verläuft, wäre zentral (europäisch, bundesdeutsch etc.) schwer zu klären. Die konkrete Situation (wie gesagt, tendenziell vor Ort) muss das entscheiden.

Columbus 20.01.2016 | 20:44

Ich finde gut, dass Sie, in ihrer Reaktion oder Parallelaktion zu Sascha Lobo und die Bestialisierung der dritten Öffentlichkeit, auf Schiller kommen, Bürger der französischen Revolution, die in ihrem Lauf durchdrehte und zweimal bei starken Männern hängenblieb.

Schiller sah die Ästhetik als Mittel, nicht nur das Schöne und Wahre zu zeigen, sondern moralisch zu wirken. Das war sein Kunst und Kulturauftrag, ein Politikum. Er selbst verpflichtete sich dem Programm und bot auf der Bühne als Anstalt (öffentliche Anstalt) und in der Lehre (Geschichte) entsprechendes an.

Ihr Schlusssatz trifft, >>Auf heute gemünzt hieße das: Ehe man den Bürgern Liquid Democracy gibt, müssen sie erstmal schwimmen lernen.<<. - Aber dazu bräuchte es eben SchwimmlehrerInnen, die sich am Beckenrand nicht genauso aufführen, wie der dritte und vierte Stand, wenn er sich auskotzt. Die Lehrer sollten zudem auch noch schwimmen können.

Zurück zur Revolution: Wer dem Publikum vormacht, wie man Menschen köpft und vorführt, wer professionelle öffentliche Tribunale einrichtet (heute in Print-Massenmedien), der schafft Vertrauen in die Macht der Dummheit, nicht der Aufklärung.

Die Revolution kommt zu ihrem Ende und vernichtet, was sie eigentlich gärtnern wollte, weil die Art und Weise des Umgangs im Diskurs über Vorbildlichkeit hergestellt wird.

Das jedenfalls, lehren auch die Sozialwissenschaften und die Psychologie, das wissen jene, die mit dem Esprit Du Coeur noch etwas anfangen können, und eben nicht, aus Betroffenheit oder mit Kalkül, sprachlich dauerentgleisen.

Am Ende glauben zu viele an absolute Sprüche und dann folgen absolute Taten.

Wieder hin zu den Medien, in denen Sie und Sascha Lobo auftreten und erkennbar sind, jedoch, da wo es zählt, zu oft Leuten viel Platz geboten wird, die die Medien zwar spannender machen sollen, dafür aber nicht wegen ihrer Eigenschaft zu wägen und Wissen zu teilen auserwählt werden, sondern um zu holzen, in Wort und Schrift.

So wurde medial, aus einem versexten Wetterfrosch ein Sexualstraftäter; aus einem ungeschickten Bundespräsidenten, ein käuflicher; aus Flüchtlingen, eine Bande von Sexisten und Kriminellen; aus Journalisten und Verlegern, Antisemiten; aus Zeithistorikern und Friedensforschern, Verschwörungstheoretiker; aus einer Kanzlerin erst eine willkommene Mrs. Chance und nun, als sie erstmals selbst Farbe bekannte, einmal auch in der Öffentlichkeit wirklich konkret wurde, eine Traumtänzerin. Usw.

Um nicht fortzufahren, denn es ist ja nur ein Kommentar: In den letzten zwei Jahrzehnten durften Kolumnisten und Meinungsjournalisten eine Stilrichtung besonders pflegen, bis auf das Stilmittel des schwarzen Kanals und des ehemaligen ZDF- Magazins hinab. Dieses Mittel hieß Polemik. Es stand, weil man sich ja selbst ein wenig schämte, vorsorglich an jedem zweiten oder dritten Produkt, in irgendeiner Ecke auch dran.

Das war auch das Einzige, was diese Leute, immer bemüht um das lauteste Wort, die möglichst beleidigende Schreibweise, lehrten, nicht Sorgfalt, nicht Vorsicht bei der Wortwahl, nicht Absentismus beim Absolutismus der eigenen Meinung.

Dass dabei nicht Schiller und Tucho, nicht Carl von Ossietzky oder Theodor Wolff, nicht Horst Stern oder Hanns Joachim Friedrichs, nicht Marion Dönhoff oder Peggy Parnass, um Profis aus Deutschland zu nennen, die Richtung und die Vorbildlichkeit bestimmen; meine lebenden und toten Favoriten, Ulrich Ladurner oder Florian Klenk, Niklaus Meienberg, Veronica Guerin oder Marie-Monique Robin aus unserer europäischen Nachbarschaft nicht die geringste Chance haben, als Leitsterne zu dienen, das ist das Problem.

Jetzt habe ich, aus gutem Grunde, die Badboys and girls gar nicht genannt. Ich denke, viele wissen insgeheim wer gemeint ist und dass sie gemeint sind.

Beste Grüße und weiter

Christoph Leusch

pinats 20.01.2016 | 21:27

lieber christian füller,

woimmersieauchsind, ich verstehe ihren frust.

fraglich für mich ist jedoch, ob sich derartiger frust mit herablassenden bemerkungen, arroganz und überheblichkeit neutralisieren lässt. immer wieder interessant, in einem "linken" medium abwertenderweise worte wie "proll" fka proletariat zu vernehmen. ihre argumentation ist m.e. ein ping-pong-spiel ohne gegner, nur die wand spielt den ball zurück. diesen vorwurf muss sich wohl die gesamte linke grad gefallen müssen lassen, zu der ich sie nicht zähle. you're just a jerk-off. mindwise.

Fro 20.01.2016 | 22:45

Man sollte die Anzahl der 'Gestörten' nicht überschätzen. Die Aufregung ist nicht angemessen (außer für direkt Betroffene). In einem demokratischen Verfahren wären diese Leute zahlenmäßig im Promillebereich.

Ich bin bei Ihnen, wenn Sie einer Mehrheit der Bürger Demokratiefähigkeit absprechen. Aber diese Bürger sind nicht nur ungeeignet für Liquid Democracy sondern auch ungeeignet fähiges politisches Personal zu wählen...

Das Wahlrecht erst mal auf Eis legen?

maxundmoritz 21.01.2016 | 00:36

Nun verfolge ich diese Diskussionen über liquid democracy, zugegebenermassen, nur vom Rand her. Was mich von Anfang an immer wieder überrascht hat, waren die hohen Erwartungen, die daran und darüber hinaus an das Netz geknüpft worden sind. Das Netz als Medium für die Vermittlung und schließlich Schaffung einer besseren Zukunft; liquid democracy als Mittel zur Kreation von neuen demokratischen Formen der Teilhabe und Willensbildung. Und so weiter und so fort....

Überhaupt die ganzen Diskussionen über die Wirkmächtigkeit des Netzes. Die ist sicher gegeben. Aber diese Einschätzung krankte bisher daran, dass eines ganz und gar ausgeblendet wurde: die digitale Realität bleibt solange eine virtuelle, solange sie nicht zur materiellen Wirklichkeit wird - heißt: erst durch die Verbindung mit und die Nutzung in der analogen Welt, durch die Befolgung dessen, was im Netz an Gedanken und Ideen produziert wird, so wie der hochkomplexe computergesteuerte Fräsautomat solange nichts ist, als bis er ein Werkstück bearbeitet, wird die digitale Welt Auswirkungen auf die analoge Welt haben.

Daraus ergibt sich m.E. die Schlussfolgerung, dass erst durch Manifestationen in der analogen Welt wirkliche Veränderungen möglich sind. Das Netz an sich ist nur eine Maschine zur Produktion von Ideen, es selbst kann keine materielle Gewalt ausüben, dazu braucht mensch die entsprechenden Werkzeuge und Waffen. Auch die müssen zunächst mal hergestellt werden; dazu wird natürlich immer mehr die Digitalisierung der Produktion beitragen (Industrie 4.0), aber letztendlich: das alles ist dann sehr real und nicht mehr virtuell!

Daraus ergibt sich für mich eine weitere Schlussfolgerung: will mensch die ungehemmte Verbreitung von geistigem Schmutz im Netz, und hier insbesondere die brauner Gedankenscheiße, eindämmen, bleibt nur eines zu tun: raus aus der Gemütlichkeit der Klickdemokratie und dem damit verbunden Gefühl von Zufriedenheit, wenn mensch wieder mal per Blog-Beitrag oder Facebook-Eintrag dem braunen Gesocks einen mächtigen Schlag versetzt hat. Die Nazi-Heinis lachen sich darüber doch kaputt und schmeißen derweil ganz analog den nächsten Brandsatz auf eine Asylbewerberunterkunft.

Also, Notebook runterfahren, Smartphone ganz tief in der Tasche versenken und raus auf die Straße und mit all den Gleichgesinnten, die seit Jahr und Tag daran gewöhnt sind, ihren - lobenswerten - Beitrag per Mouse-Klick für eine bessere Welt zu leisten, demonstriert für mehr Demokratie, gegen randalierende Nazi-Banditen und rechte Wutbürger.

Das hat dann wieder Rückwirkung auf die digitale Welt und das Netz - da kann man Demokratie erst wirklich fließen lassen, indem man ganz analog Flagge zeigt. Dann wird sich auch im Netz wieder was ändern. Es stimmt schon: was zählt ist die Macht des Fucktischen - und nur das; Cybersex ist und bleibt halt eine Sache für die eigenen vier Wände; mehr als Selbstbefriedigung kommt dabei nicht raus. Versucht's also mal und ihr werdet erleben, wie sexy das sein kann mit so vielen zusammen und draußen.

Fro 21.01.2016 | 01:51

„Wir müssen damit anfangen, für die Verfassung Bürger zu erschaffen, ehe man den Bürgern eine Verfassung geben kann.“

Sehr richtig Herr Schiller.

Und daher brauchen wir mehr Journalisten, die nicht nur Polittheaterkritik an Darstellern und Kulissen betreiben, sondern auch auf Vernetzungen der Darsteller, auf ihre Stichwortgeber, ihre Klientel und Sponsoren hinweisen. Tief hinter die Kulissen schauen. Den Bürgern die Informationen geben, die sie befähigen sich politisch einzubringen..

Nur informierte Bürger sind demokratiefähig. Und da sieht es leider ziemlich mau aus...
Und was eine effektive echte Demokratie (die das Grundgesetz fordert!) sein kann - wie sie nützen würde - interessiert heute auch kaum jemanden ...
Eigentlich unglaublich, dass eine Mehrheit schlecht- oder uninformierter Bürger und Mitläufer gegebenenfalls über Krieg und Frieden, das Asylrecht usw entscheiden darf, indem sie das entsprechende Personal dazu wählt...

Ich plädiere für eine Änderung des Wahlrechts:

Wer heute nicht mindestens die 5 wichtigsten 'Einflüsterer' der aktuellen und vergangenen Regierungen und Abgeordneten nennen kann, die Menschenrechte und Artikel 20 des Grundgesetzes nicht kennt, sollte m.E. gar nicht erst zur Wahl zugelassen werden... (mir ist grad so)

denkzone8 21.01.2016 | 05:07

die frz. revolution war genausowenig ein subjekt wie alle sozialen/politischen prozesse..

das bild des schwimm-lehrers am becken-rand,dessen schwimm-kompetenz fraglich ist, ist schön.polemisch.treffend.chapeau.

polemik ist eine temperaments/temperatur-frage. journalistische exaltationen können in alle richtungen gehen. daß z.b. gärtnerische demut und erruptiv-ausgelebtes im journalismus eine unglückselige liaison bilden können, müssen wir hier im hause nicht erörtern. stil-fragen sind mir nicht vorrangig.

problematischer erscheint mir, wie breitflächige apologie des real-existierenden neo-liberalismus gegen die alltags-wahrnehmung (zumindest des unteren drittels der gesellschaft) in den medien sich vollziehen konnte.

das un-ge-klärte, aggressive braune geblubbere ist auch resultat des-orientierenden,fragmentierenden medien-bombardements, wie rechts-erscheinungen nach-trägliches mit-resultat einer verlogenen despotie(ddr) sind.

warum hajo friedrichs in diese ehren-reihe rein-jubeln? sein dümmliches statement, über info-purismus und enthaltsamkeit/nicht-engagement sich ins vertrauen der familien zu schleichen?

der saubermann am becken-rand mit rat-schlägen gegen die angst vorm ertrinken ignoriert die befindlichkeit der betroffenen, provoziert ihr lauter-werden.

verunreinigungen im bade-wasser können an zügel-losigkeit liegen,aber auch an angst-reaktionen. oder?

denkzone8 21.01.2016 | 06:01

zum kopf-beitrag:

den griechen galten fremd-sprachige als barbaren. schwer-berechenbare kultur-ferne, deren laune bedrohlich werden kann. gegen erruptives an-branden von fremden mußte man sich rüsten wie zur abwehr gegen die sklaven und unfreien in eigenen diensten.

in deutschen landen ists etwas anders: schillersche erziehung(sdiktatur?) wird immer dann von denen ersehnt, die von barbarischem überrascht werden, sich die welt intelligibler,durch argumente leitbarer vorgestellt haben: ansprechbarer im code der frei-sinnig vernünftigen, die den kampf ums notwendigste, die zumutungen der (staatlichen) bürokratie im griff haben.

immer wieder stellt sich raus: das gängel-band für kinder, die zügel für tierisches, reichen nicht aus zur steuerung des aufgebrachten pöbels. wo fügsam-naives willkommen war, schwappt und flutet wut(schlimmer als des tigers zahn,ist der mensch in seinem wahn): ausnahme-zustand ! ungeheure un-wissens-bestände tun sich dem moderaten pisa-versteher auf. zudem destruktive energien un-geahnten aus-maßes.

dem: das-wird-man-doch-wohl-noch-sagen-dürfen folgt: das-kann-doch-wohl-nicht-wahr-sein.

es gibt nicht nur eine diskurs-arena der wohl-erzogenen,die sich gegenseitig fairness attestieren. sub-gebildetes(im doppelsinn) trägt sich auf anderen ebenen aus.

denkzone8 21.01.2016 | 06:56

ein nicht nach-tragender nachtrag:

-der gegensatz zur polemik ist irenik. empörung ist nur eine facette des widerstands, beschwichtigung, gar beschweigung aber nicht.

-wie wärs mit wallraff statt friedrichs? der hat sich mit tief-eintauchendem journalismus ent-hüllend, de-maskierend das mißtrauen der beschwichtiger verdient. und die gräfin,tadelnd nach guts-herren-art? aber andeutungen, die nicht ausführlich begründet werden, sollte man ja im angesicht der fährnisse von meinungs-schlachten vermeiden. dauer-berieselung kommt ohne gewitter aus.

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Ehemaliger Nutzer 21.01.2016 | 07:39

"Auf heute gemünzt hieße das: Ehe man den Bürgern Liquid Democracy gibt, müssen sie erstmal schwimmen lernen."

Genau - und die Beckengröße und -tiefe darf nur Herr Füller vorgeben.

Es ist halt schon ein bisschen Scheisse, wenn die Journalisten jahrelang dabei helfen, den Deckel auf dem Schnellkochtopf immer fester zu halten und dann plötzlich loslassen müssen, weil sie durch die "digitale Demokratie" überrollt werden.

Comparse 21.01.2016 | 12:59

Analysieren und Philosophieren.

Fragen stellen und Antworten suchen.

Sachlichkeit und Ehrlichkeit.

Werte definieren und ihnen eine Lebenswelt schaffen.

Integrieren und Lieben.

Mitgefühl und Solidarität.

Jedoch in einer Gesellschaft, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, zuallererst dem schnöden Mammon zu dienen, kann nichts anderes von deren Mitgliedern erwartet werden, als das, was sich soeben manifestiert.

Columbus 21.01.2016 | 14:24

Ja, klar, Wallraff, Denkzone 8. Das ist sogar einer, der in seinen Sozialrecherchen immer skrupulös fragt, ob es sich wirklich um Ausbeutung, Ungerechtigkeit und skandalisierbare Praxis handelt, die er da gerade kennenlernte.

Die Aufzählung muss unvollständig bleiben und kann immer ergänzt werden. Es geht um die journalistische Haltung und ihren Ausdruck.

Mir ging es um diese absolute Rhetorik, in der es immer und gleich um, "ist Lügner, gehört zum Pack, ist Memme, ist Nanny, ist Verbrecher, ist "Gutmensch", ist Antisemit, ist Nazi, ist Sexist, ist gekauft, ist korrupt,...,", geht. Meist in Meinungstücken, meist in den Kurzformen, die so bevorzugt werden, nicht in Recherchen.

Was die Angstreaktion angeht: Ich weiß, dass die Menschen, die wirklich existenziell und einfach materiell Angst haben (Wie soll ich überhaupt überleben, wie in Würde unter anderen leben? Wie den Angriff auf meine Person und Persönlichkeit verkraften?), diesbezüglich eher ruhig und still in einer Öffentlichkeit sind (oft mit gutem Grund!), jedenfalls kaum zu einer gewaltsamen, aggressiven und verleumderischen Sprache greifen, wenn überhaupt.

Mit Schiller ist man schon an einer passenden Adresse, denke ich. Der hat ja gerade den Einbruch des sogenannt "barbarischen" Handelns unter schon Zivilisierten, immer wieder thematisiert. Als individuelle Verfehlung, denken Sie an die Räuber; als Staatsverbrechen, denken Sie an Don Carlos, den Tell, denken Sie an Schillers Geschichte vom Abfall der Niederlande.

Diesem derzeit überbordenden, immer persönlich wertenden Sprech- und Schreibstil der erweiterten Öffentlichkeit, haben die von mir genannten AutorInnen selten Vorlagen und Anlässe geliefert, obwohl sie knallhart recherchierten oder aber das unbestechliche Reporter-Auge haben/hatten, obwohl sie, wie Meienberg z.B., zu schärfster, witziger und polemischer Sprache fähig waren, obwohl sie , wie Friedrichs, sich an der allgemeinsten Stelle die im Info-Medienreich zu vergeben ist, an ein Millionen- und Allerweltspublikum wendeten, obwohl sie, wie Tucho, sich durchaus auf polemische Formen und die kunstnahen Kleinformen des Journalismus verstanden. So war es gemeint.

Die meisten Medialisten und Journalisten arbeiten nicht als Reporterauge. Das geht nicht und es wäre auch furchtbar einseitig und chaotisch. Aber gerade die Einordner, Interpretierer, Aus- und Verwerter der beschafften Information, müssten höhere Ansprüche stellen, bevor sie eine Meinung bilden und das, sowie die Selbstreflexion, mit ihrer Sprache, Schreibe, deutlich machen. Das wirkte auf ein Publikum.

Ein paar Namen, die ich nannte, sind bekannter, ein paar andere längst Geschichte, ein paar eben AutorInnen, bei denen es mir aktuell auffiel, in Auswahl.

Die andere Seite, die Polemiker, die ich so nennen würde, weil sie fast immer in diesem Modus schreiben, sprechen und speziell dafür auch schon länger gebucht werden, in Radio, TV und Web, kennt ja fast jeder. Sie haben sich in Jahrzehnten vermehrt und sind stilbildend geworden, für das Publikum, das heute zurückschreibt und zurücksendet, das damit auffällt und ausfällt.

Die aufnehmende Öffentlichkeit unterscheidet so nicht mehr die Formate. Das wird meist nicht beachtet. Gesagt ist gesagt. Selbst kluge Medienmacher, die extra ihr Format als Kasperlkoffer oder Bühne anlegen, werden 1:1 genommen. Die allgemeine Lesefähigkeit dafür, hat gelitten.

Grüße

Christoph Leusch

denkzone8 21.01.2016 | 15:35

zum umgang mit medien.

der schock, der in die glieder fährt, ist medial nicht zu erzwingen.

den erfährt man nur im persönlichen erleben. aber die abstumpfung ist durch mediale berieselung erreichbar.

aufrüttelnde tabu-verletzung mag imaginierte harmonien zerschneiden, erregungen erzeugen, klarheit ist nur im kühlen modus zu erreichen.

die versuche, durch texte an echter lethargie zu rütteln, halt ich für aussichtslos. text-wirkung setzt lese-bereitschaft voraus. diese lese/denk-bereitschaft war e.a.rauter bemüht, zu evozieren, dumpfes, klischeehaftes, intelligenz-abstoßendes zu minimieren, leser ernst zu nehmen, ihre investierte lese-zeit zu schätzen. die denk-arbeit des autors nicht durch ungeschick im texten zu verderben.

da leser unterschiedlich ticken, gibt es nicht nur einen weg.

denkzone8 21.01.2016 | 15:47

zu schiller:

was mich an ihm und seinesgleichen irritiert: sie bemerken barbarei als regression, nicht als das fundament, auf dem sich kultivierteres aufbaut. die eigene erreichte sensibilität, intellektuelle, gewalt-ferne haltung ist ihnen nicht als eine privilegierte stellung bewußt. ihnen fehlt die refexive haltung tolstois,der als junge staunend bemerkte,daß das landvolk ihn, als grafen, von dem man eigentlich nichts weiß, hüte und mützen ziehend ehrerbietung entgegen brachte.

Columbus 21.01.2016 | 19:23

Ja, der Vorteil der späteren Geburt. Auch ein Unterschied, Schiller- Goethe.

Tolstoi und Goethe, sofort vergleichbar, aus der Sicht z.B. Thomas Manns. Aber Schiller hat, trotz seiner Leidenschaft für die Revolution, diesen Blick vom Individuum her, nicht vom Volk, von einer Gesamtkultur (Bauernwelt). Und der Einzelne gerät in sich und mit sich selbst in Konflikte, nicht nur mit anderen und der Gesellschaft. Klar, das ist auch dem Lebensweg Schillers geschuldet. Schiller war kein Aristokrat und auch keiner aus der gehobenen und seltenen, saturierten Bürgerschicht.

Dafür war er einer der ersten Intellektuellen, der so etwas wie ein psychosomatisches Bewusstsein hatte (Tipp: Lesen Sie mal, was Wolfgang Promies, Martin Sutermeister, Schiller selbst in seinem Briefwechsel, dazu geschrieben haben).

Ich denke, das führt sehr weit ab vom Artikel. Der Sinn, sich auf Schiller zu beziehen, liegt ja in dessen Forderung, sich zu überlegen, wozu man die Fähigkeit zu schreiben und etwas mitzuteilen und eben die reale Möglichkeit dazu, einsetzt.

Wenn heute oftmals, in der Kommunikation nur noch Furcht und Schrecken, Übertreibung und Verdammungsurteile, sehr häufig auch eine endlose Beschimpfung, bleiben, dann ist das eben weit weg von Schiller.

Moral ohne Relativierung geht nicht. Z.B. im Koran: Allah gefällt es mehr, wenn der gläubige Muslim geduldig, vergebend und gebend tätig ist. Und: Sure 16, Die Biene, gleich zu Beginn: Maße dir keine Gottesurteile (die eben absolut sind) an. - Das alles zu einer Zeit formuliert, in der Vergeltung und die Macht dazu, unbedingt die städtischen und nomadischen Kleingesellschaften prägte und Gottesurteile/absolute Urteile herbeigeführt wurden.

Grüße

Christoph Leusch

Moorleiche 22.01.2016 | 15:50

Hallo Columbus.

Früher hat man vorausgesetzt und erwartet, dass jemand, der sich zu einer Sache öffentlich äußert, sich auch schlau macht. Das fanden einige dann diskriminierend. Heute traut sich jeder Halbaffe seinen Unrat öffentlich rauszuwürgen und bedient sich dabei gerne auswendig gelernter Versatzstücke. Was die rhetorische Trickkiste angeht, da haben etliche aufgerüstet, verweisen auf Demokratie und ad hominem Argumente. Wir brauchen wohl doch Kriterien, die rhetorische Tricksereien von echten Argumenten trennen. Da kann man nicht unten anfangen und auf Selbsteinsicht hoffen, man muss neue Standards setzen.

Columbus 22.01.2016 | 17:38

Was sollen wir tun? Zunächst einmal, mit der Argumentation hier in der dFC vorbildlicher umgehen und sich eben Mühe geben.

Das wäre schon viel, ein Gewinn für den Diskurs. - Dabei ist es hier schon gut, vergleiche ich es mit den digitalen Briefkästen und Abwurfzonen der großen Presse, der TV- Anstalten.

Mein Vorwurf an diese Professionellen lautet übrigens, dass sie zwar behaupten, sich durch Digitalisierung und schnelle Beteiligungsformen in Sachen und Meinungen breiter aufgestellt zu haben, aber dieses Beteiligung

a) wie ein Feigenblatt wirkt;

b) nun eben ein paar krawallige Tweets und Kommentare eingebunden werden;

c) sich an der sehr schmalen und ewiggleichen Auswahl der länger Rede- und Senderechte bekommenden Wissenden und Kundigen, gar nichts geändert hat, man sich nicht einmal traut, aus dem engeren Feld der Politik und der politischen Medien, mehr und andere Personen einzubinden, obwohl es die in Deutschland, in Europa, massenweise gibt. Zum Glück arbeiten die meist sachlich und da, wo es real auch Not tut!

Wenn z.B. immer nur 2 oder maximal 3 Kriminologen zu Rate gezogen werden, geht es wieder einmal um einen Erreger, dann wirkt das einförmig.

Wenn man dazu aber auch noch bevorzugt "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens" zu Statements einlädt, die sich in der Aussagequalität nicht von denen unterscheiden, die auch rein zufällig von der Straße geholt werden könnten, darf man sich nicht wundern.

Die Polemik und die Polemiker, oft sogar mit aggressivem Unterton, gewinnen die Oberhand, und sie gelten gar als Vorbilder, siehe zum Beispiel hier:

https://www.freitag.de/autoren/sutrebe/machs-noch-einmal-jan

Beste Grüße und gutes Wochenende

Christoph Leusch

Nashira 22.01.2016 | 19:55

Die Bewussteinsqualität eines Volks bestimmt über die QUalität ihrer Vertreter und Vertretung. Wer oberhalb der mittleren Marge liegt, hat meist Pech und wird nach seinem Dafürhalten schlecht regiert, weil er schon selbst in einer anderen Liga spielt. Aber dieses Spiel wird sich in dieser Regel auch fortpflanzen. Also ist alles daranzusetzen, die Gesamtbewusstseinsqualität anzuheben. Nicht anders habe ich die ästhetischen Briefe verstanden... Allerdings auch: Das kann nicht von oben herab verordnet werden, sondern sollte zur Sehnsucht und Lust des Individuums werden. Ansonsten passiert jedes Chaos doch nur folgerichtig und die Gesetzmäßigkeit dieser Ordnung ist durchaus erkennbar.

zelotti 22.01.2016 | 21:15

Ein Begriff wie Pöbel ist schlimm. Natürlich bestimmt auch das Sein das Bewusstsein. Die Menschen verstehen eben, dass der Import von kulturell unverträglichen Menschen nur der Entsolidarisierung der Arbeiterklasse durch künstliche Konflikte dienen soll, und dass die Emphase mit der das geschieht durch und durch verlogen ist.

zelotti 22.01.2016 | 22:28

Wenn wir die AfD uns anschauen, dann sehen wir doch wie die kreuzbrave erste Generation um Lucke medial niedergemacht worden ist, mit allen Unfairheiten, die es gibt. Nun hat man eben eine weit nach rechts gerückte Partei und Anhängerschaft, die gegen solche Anfeindungen immun ist, weil sie keine faire Berichterstattung mehr erwartet. Das ist eben das Gefährliche am Slogan der "Lügenpresse" und der Ausgrenzung, dem Niederschreiben von politischen Minderheiten. Ein Monster wird erschaffen, weil auch politische Gegner sehen und sich eingestehen müssen, dass die Behandlung nicht fair ist. Und das dann alles noch von Leuten, die sich selbst als "tolerant" wähnen, aber feixen, wenn die Rechtslage zur Benachteiligung ihres politischen Gegners von rechts gedehnt wird, Versammlungen verhindert werden mit Tricksereien, oder öffentlich-rechtliche Medien sie verunglimpfen.

Wir bekommen keine linke Mehrheiten, wenn wir schweinisch und prinzipienlos mit dem politischen Gegner umgehen, und jedem damit klarmachen, dass seine Propaganda stimme.

Moorleiche 23.01.2016 | 11:20

Hallo Columbus.

Was sollen wir tun? Zunächst einmal, mit der Argumentation hier in der dFC vorbildlicher umgehen und sich eben Mühe geben.“

Ja, besser sein. Die gröbsten Fehler als solche benennen, öffentlich machen und Druck ausüben. Und gleichzeitig gute Kritik nicht wegbeißen. Es ist nicht jemand per se schlecht, nur weil es nicht meiner Meinung ist. Wenn er schlecht argumentiert, versuche ich ihm Fehler nachzuweisen, hinsichtlich Logik, Quellen, a priori wertender Argumentation usw. Wenn jemand gut argumentiert würde ich das akzeptieren und ggf. sogar meine Meinung revidieren. Und immer wieder auf Qualität setzen, zeigen und vorleben, was Qualität ist.

Im Idealfall weder belehrend oder arrogant, im Kampfmodus durchaus mit konstruktiver Arroganz. Jemand dessen Weltbild aus 12 auswendig gelernten Versatzstücken besteht, den würde ich erst mal frontal auflaufen lassen, durchaus mit der angemessenen Herablassung, denn als wohlmeinender Bittsteller wird man in einigen Kreisen erst gar nicht angehört. Ich glaube, man muss drauf achten, dass sich diese arrogante Pose einschleift, das wäre schlecht. Und doch kann man sich damit Gehör verschaffen.

Wenn ich Dich kritisieren darf, dann habe ich den Eindruck, dass Du das drauf hast, zudem das Herz am rechten Fleck – ich glaube, dass wir in vielen inhaltlichen Punkten verschiedener Meinung sind, in der groben Linie, eine tatsächlich bessere und gerechtere Welt zu wollen, nicht – meine leise Kritik wäre, dass Du etwas zu viel „sloterdijkst“. Bei Deinen Texten quillt manchmal zu viel Bildung zwischen den Zeilen hervor, man muss das mögen, ich mag es sogar, aber es ist nicht jedermanns Sache. Ich hab' mal in einer der genialen Kafka-Biographien von Reiner Stach den Satz gelesen: Er widerstand der Versuchung sich interessant zu machen. Die Latte liegt hoch, finde ich, mir ist es hoch selten gelungen, sie nicht zu reißen. Vielleicht ist es auch nur persönlicher Stil.

Aber man kann formulieren, was das Ziel sein soll und das Gute ist, dass Du bei turmhohen Ansprüchen immer die Kurve kriegst – außer Heidegger vielleicht – die Normalität liebevoll und anerkennend zu umarmen. Beim Zen, bei Kant, bei Meister Eckhart, im Grundgesetz, überall findet man das Motiv, dass derjenige, der den Geringsten verachtet, ein Idiot ist. Das allerdings ist kein Glaubenssatz, den man auswendig lernen muss (wenn es erst mal so ist, besser als nix), sondern eine Erfahrung, die man machen muss. Das ist eine hohe Stufe der Entwicklung, aber man kann sie super bewerben, weil sie wirklich besser ist (und fast alle wollen besser sein, das ist sexy für viele) und sie geht überdies noch mit einem besseren Lebensgefühl einher, als der kurzweilige Triumph der Psychopathen. Es ist anhaltender, wenn ich mich mit anderen freuen kann, als wenn ich ständig über andere triumphieren muss, aber das muss man eben in die Sprache der Egomanen transferieren, also auf das achselzuckende „Und was hab ich davon?“ eine Antwort geben können.

Unsere Aufgabe wäre also, die Sprache des anderen zu lernen und ihn zu verlocken, zu verführen, zu irritieren. Wenn die Differenz zu hoch erscheint, blockt das Gegenüber ab. Man muss also den Schlüssel finden um den anderen zu erreichen und dann ein Ziel formulieren, was diesem Menschen interessant erscheint. Damit stresst man den anderen im positiven Sinne. Diese Trickserei bedeutet nicht, dass man nicht zugleich in anderen Punkten vollkommen authentisch sein kann, denn eine Taktik zu haben heißt nicht, dass man künstlich, steril und unberührbar sein muss.

Werte zu haben und sie ernst zu nehmen, sich also auf sie verpflichten zu lassen ist offensichtlich ein großes Bedürfnis. Es ist vermutlich deshalb eines, weil es bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen und geht mit einem Gefühl des Selbstbewusstseins und des Stolzes einher. Unterschätzen wir das nicht, sondern lass es uns nutzen. Die europäisiche Wertegemeinschaft ist de facto keine und das kann man auch nicht mehr schön lügen. Statt dessen entstehen überall kleine Wertegmeinschaften, auch extremistische: linke, rechte, religiöse, atheistische, usw. Was könnte ein Ziel sein, das alle gemeinsam verfolgen, mit dem sie sich identifizieren können? Brauchen wir mehr saftigen Mythos, statt abstrakter Ideen? Könnte fast sein, ich weiß es aber nicht.

Columbus 23.01.2016 | 18:28

Ich nehme die Kritik nun einmal an und denke dazu nach, ich würde "sloterdijken". - Inhaltlich bin ich meist weit weg von diesem Philosophen und müsste mir sogar eingestehen, dass ich gegen seine Texte, denen ich zu Zeiten der "Kritik der zynischen Vernunft" noch Bewunderung entgegenbrachte, nun eine gewisse Aversion entwickelte, eine "Zornsparkasse" anlegte, wie z.B. auch gegen seinen weniger aufwendig argumentierenden Kollegen Norbert Bolz, diesen Medienphilosophen oder besser Theoretiker.

Sprachlich und bezogen auf Peter Sloterdijks Wissen, mag ich gar keinen Wettkampf führen, denn mit seinem Wortefindungsreichtum und philosophischen Wissen kann ich nicht mithalten. - Die Frage ist aber, muss ich es überhaupt!

Der Mann hat ja, ich glaube es war in der FAZ, einmal einen sachlich argumentierenden Kritiker seiner Gabetheorien, einen Sozialphilosophen, aufgefordert, dieser müsse erst einmal einige tausend Seiten seiner, Sloterdijks, Werke durchlesen, bevor er ihn als Kritiker akzeptieren könne.

Es gibt ein großes Bedürfnis danach, wenn was in öffentlich und allgemein zugänglichen Medien stehen soll, es ganz einfach und zunehmend immer deutlicher, zu formulieren. Die größte Aufmerksamkeit gilt mittlerweile der völlig entschiedenen Behauptung und der veritablen Beleidigung.

Aber die Gesellschaften, die Kulturen und die Wissenschaften, selbst die Religionen, sofern Bürger sie noch ernst nehmen, entsprechen dieser Wunschvorstellung schon lange nicht mehr. Sie sind komplex, kompliziert und ihre Entwicklung/Erhaltung (schreibe es, weil es auch ein Stück weit konsrvativ klingen soll) ist darauf angewiesen, dass nicht einfach und grundsätzlich Tabula rasa gefordert, geschrien oder aufgeschrieben wird. - Das gilt sowohl dann, wenn die Vereinfachung einmal zutrifft, als auch dann, wenn weder Fakten, noch eine Moral sie stützen, was sehr viel häufiger der Fall ist.

Meine Ausbildung und auch meine Erziehung, meist war es eine Selbsterziehung, sagt mir, gehe vom Fall aus, vom Einzelfall, vom individuellen Fall und hüte dich vor der Generalisierung dessen, was da einmal richtig oder falsch gewesen ist, an der eigenen Interpretation, aber bleibe auch dabei, dass es eine unangreifbare Basis an Vorbedingungen für Diskurse und Handlungen gibt, die du mit grundsätzlich jedem anderen teilst, es sei denn, er will dir dein Recht und deine Existenz nehmen.

Um jetzt nicht völlig aus dem eigentlichen Artikel- Kommentarteil herauszufallen und trotzdem auf "Was könnte ein Ziel sein, das alle gemeinsam verfolgen, mit dem sie sich identifizieren können? Brauchen wir mehr saftigen Mythos, statt abstrakter Ideen?.", zu antworten.

Der Bürger Schiller war ein Idealist und zum Idealismus gehört auch das mythische Denken, dass tatsächlich Grundprinzipien (Menschenrecht und Menschenwürde) und abstrakte Ideen (Gleichheit, Freiheit, Solidarität) praktisch möglich sind. Darum war Schiller ja so von den Erhängten an den Laternen und der Arbeit der Guillotine enttäuscht.

Um ein praktisches Beispiel zu bilden, das auch dem Artikelschreiber Christian Füller gerecht wird:

Dass die Odenwaldschule oder die Regensburger- Domspatzen an ihren unsäglichen Missbräuchen und der Verfehlung ihrer Musterpädagogen und Observanten zugrunde gingen oder gehen, mag vielleicht notwendig sein. Aber die Unterrichtskonzepte der Reformschule, ihre idealen und praktischen Vorschläge, ebenso wie die Schönheit und musikalische Sinnhaftigkeit von Internatschören, muss dadurch nicht mit untergehen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Moorleiche 23.01.2016 | 22:35

Hallo Columbus.

Die Sloterdijk-Analogie meinte ich rein stilistisch, nicht inhaltlich. Was die Kritik an Sloterdijk angeht, bin ich als alter Wilber-Fan Schlimmeres gewohnt, da wurde aus der Frage, wann man wen kritisieren darf eine Religion gemacht. Inhaltlich muss man staunen, was Sloterdijk bisweilen raushaut, auf der anderen Seite, kann ich immer nur den Kopf schütteln, dass er sich Seitenhiebe gegen die Frankfurter Schule usw. nicht verkneifen kann. Aber niemand ist perfekt, außer *zensiert*.

Diese Beleidigungen sind leider wirklich eine Seuche.

Dass Moral uns in unseren in der Tat komplexen Zeiten nichts mehr zu sagen hätte, glaube ich nicht. Genau das sind doch die Eckpfeiler, die uns eine Orientierung ermöglichen, wenn nicht, was dann? Zumal Deine selbst beigebrachten Werte ja im Grunde auf Kantsche oder Diskursethik abzielen, die fließend ineinander übergehen. Aber die Frage ist eben, wie man da (erstmalig oder wieder) hin kommt.

Darum war Schiller ja so von den Erhängten an den Laternen und der Arbeit der Guillotine enttäuscht.“

Ja, kann ich verstehen. Aber schaffen wir das unmythisch nicht auch und viel „besser“? Es klingt alles so vernünftig, so schrecklich vernünftig.

Und die Missbrauchsfälle. Passieren die, weil die Struktur da mythisch ist oder unbeobachtet von der Öffentlichkeit? Missbrauch begeht auch der Schwimmlehrer mit unverdächtigem Hintergrund.

(Ich sehe das schon noch mit Bezug aufs Thema, die Netzkultur ist von der Gesamt-Kultur nicht abgeschnitten.)