Christian Stolle
14.04.2014 | 21:20 205

Kritik an der FED ist kein Antisemitismus

Im Ernst? Kritiker der Montagsdemos haben keine Ahnung vom Geldsystem und greifen blind zur Nazikeule.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Christian Stolle

Wenn man Großbanken, die FED, oder das Geldsystem angreift, wird das heute von Kommentatoren in den Öffentlich-rechtlichen – und vermutlich auch in weiteren "Leitmedien" – als antisemitisch oder rechts eingestuft. Ironischerweise sind es aber genau diese Kommentatoren, die dadurch antisemitische Ideen verbreiten. Denn wenn sie behaupten, dass Kritik an Großbanken und am Geldsystem automatisch antisemitisch ist, sagen sie damit implizit, dass man von Großbanken wie der FED immer eine Verbindung zum Judentum ziehen müsse. Diese Verbindung als gegeben anzunehmen ist Ausdruck des antisemitischen Vorurteils, dass Juden grundsätzlich die Banken beherrschen.

Ein Beispiel für derartige antisemitische Äußerungen lieferte Stefan Maas in einem Beitrag für den Deutschlandfunk am 16. April:

"Ich bin sozusagen noch dabei mir dieses Thema anzuschauen und habe angefangen Indizien zusammenzutragen und ich würde sagen, man kann es an der Semantik festmachen. Zum Beispiel, ich bin am Montag selbst an so einer Demo hier vor dem Brandenburger Tor vorbeigefahren, da waren mehrere Schilder, da stand drauf 'Gegen die FED'. Und ich hab' noch gedacht, warum demonstrieren die gegen die Federal Reserve, also die amerikanische Notenbank?

Und wenn man jetzt aber rund um diese neuen Montagsdemos liest und Videos anschaut, dann stößt man letztlich immer auf die These 'Die FED ist Schuld an allem Übel in der Welt' und 'Die FED ist eine Privatbank' und von da aus ist man wieder ganz schnell – wenn man die politischen Sprachbilder kennt – beim jüdischen Finanzkapital als Ursache allen Übels in der Welt. Das haben schon die Nazis so gesehen.

Und dann wird in Reden und im Netz dieses zweite Bild beschworen, 'wir hier unten gegen die da oben', also die Eliten, die Politikelite, die Medienelite, die uns hier unten – und das kann man in dem Fall wohl so sagen – verarschen wollen. Auch das ist ein Kennzeichen des Populismus, des Rechtspopulismus."

Anscheinend reicht es vollkommen aus, wenn man mal an einer Demo vorbeifährt und sich einfach mal irgendwas durchliest und irgendwelche Videos ansieht, um dann im Deutschlandfunk einen Kommentar über die Montagsdemos abzugeben. Namen von Quellen oder Videos müssen nicht genannt werden, Interviews mit Demonstranten vor Ort müssen nicht geführt werden.

Ähnlich wie Stefan Maas, dessen journalistische Schwerpunkte Verbraucher- und Sozialpolitik sind, sieht es Jutta Ditfurth, Mitinitiatiorin der ökosozialistischen Partei ÖkoLinX. In der 3sat Sendung Kulturzeit sagte sie ebenfalls am 16. April:

"Wenn zum Beispiel der Organisator der Friedensdemos, Lars Mährholz, sagt – in einer Rede, kann man bei YouTube ja sehen – dass in den letzten hundert Jahren alle Weltkriege, alle großen Probleme der Menschen rückzuführen seien – und zwar wirklich alle weltweit – auf die amerikanische Federal Reserve Bank, dann deutet er damit in diesen Kreisen an; jüdische Weltverschwörung.

Das heißt, heute sagen diese Art von Nazis oder Antisemiten [..] nicht mehr, 'wir bezweifeln, dass sechs Millionen Juden von den Nazis, von Deutschland, vernichtet worden sind', sondern sie deuten an und sagen 'Ostküste' oder sie sagen 'die FED ist Schuld'. Und [...] auf diesen Seiten findet man immer antisemitische Karikaturen, Hassschriften gegen die Rothschilds und was auch immer."

Interessanterweise ist es aber Jutta Ditfurth, deren politische Überzeugungen frappierende Ähnlichkeiten mit denen von Adolf Hitler und Joseph Goebbels aufweisen, wie Oliver Janich nachgewiesen hat. Trotzdem ist sie es, die den Teilnehmern der Montagsdemos vorwirft antisemitisch und rechtsradikal zu sein, ohne handfeste Indizien zu nennen. Als Beleg zitiert sie lediglich die Kritik an der Federal Reserve und angebliche antisemitische Karikaturen und Hassreden auf nicht genannten Internetseiten.

Es ist wahr, dass im Dritten Reich die Kritik an Banken häufig gekoppelt war mit der Dämonisierung des Judentums, und sicherlich gibt es auch heute Antisemiten, die sich gegen die Federal Reserve aussprechen. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr leicht nachweisbarer Fakt, dass die größten alternativen Nachrichtenseiten weltweit keinen Antisemitismus verbreiten und häufig sogar explizit erwähnen, dass jegliche Art von Xenophobie zu verurteilen sei.

Als Beispiel für diese aufgeklärte und differenzierende Haltung innerhalb der Wahrheitsbewegung und der Mehrheit der Demonstranten auf den Montagsdemos soll hier ein Ausschnitt aus der Radiosendung von Alex Jones dienen, der die alternative Medienszene weltweit beeinflusst und ein scharfer Kritiker der Federal Reserve ist. In diesem Ausschnitt antwortet Alex Jones auf den Kommentar eines Anrufers, der an eine jüdische Weltverschwörung glaubt.

Anrufer: Wir sind in einer Depression. Unsere Wirtschaft geht den Bach runter. Goldman Sachs, Bear Stearns, die Rothschilds und andere böse, gierige internationale jüdische Banker an der Wall Street haben unsere Wirtschaft zerstört. [...]

Alex Jones: Lass mich dich etwas fragen. Was denkst du, sollte man die Juden loswerden?

Anrufer: Ja, sollte man. In jedem Land...

Alex Jones: Das reicht, ich habe genug von dir gehört. Ich bin jüdisch. Ich meine, ich bin zwar nicht wirklich jüdisch, aber wenn du so redest und die Juden umbringen willst, dann nur über meine Leiche. Alles klar? [...] Und wenn du sagst, Latinos sind Teufel und müssen umgebracht werden, oder Schwarze [...] oder Weiße, [...] dann musst du erst an mir vorbei. Im Ernst, du hast gerade gesagt, du willst Millionen von Menschen umbringen, das ist unfassbar.

Weder Alex Jones noch der Großteil der Wahrheitsbewegung ist antisemitisch. Die Kritik an der FED und am Geldsystem aber bleibt. Der Hauptkritikpunkt liegt darin begründet, dass es momentan weltweit staatlich aufrechterhaltene Monopole auf die Geldschöpfung gibt, wobei de facto vor allem private Großbanken die Fäden in den Händen halten. In diesem System, in dem Geld aus dem Nichts geschaffen und gegen Zinsen verliehen wird, ist es mathematisch unvermeidlich, dass die weltweiten Schulden insgesamt unaufhörlich steigen und unmöglich zurückgezahlt werden können. Die Sparmaßnahmen, wie man sie heute praktisch überall sieht, werden dadurch ad absurdum geführt. Nutznießer dieser Sparmaßnahmen sind diejenigen, die sich in Zeiten der Krise physische Werte aneignen und ihre Kontrolle über die Bevölkerungen durch strengere Gesetze festigen.

Abgesehen von den Antisemitismus-Vorwürfen hat es von Mainstream bisher wenig Reaktionen auf die Montagsdemos gegeben, was vermutlich auch daran liegt, dass die von den Demonstranten angesprochenen Themen für im Mainstreamparadigma verhaftete Journalistendarsteller schwierig zu erfassen sind. Vermutlich wird bald argumentiert werden, die FED sei keine private Bank, wie von den Demonstranten behauptet. Aber wer besitzt die FED wirklich? Offiziell heißt es, dass niemand die FED besitze (!) und dass sie keine private, profitorientierte Organisation sei. Diese Darstellung ist irreführend, da mehr als 8.000 Privatbanken und nationale Zentralbanken Anteilseigner der Federal Reserve sind. Was zunächst nach einem diversifizierten Besitz aussieht, ist jedoch relativ stark zentralisiert, wenn man bedenkt, wie eng verwoben besonders die Hauptanteilseigner sind, wie 2011 in einer Studie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich nachgewiesen wurde. Demnach besitzt eine Kerngruppe von 147 Unternehmen ca. 40% des weltweiten Vermögens. Drei Viertel der Unternehmen innerhalb dieser Kerngruppe sind Banken.

Vertreter der größten dieser Bankhäuser waren es, die in einem geheimen Treffen auf Jeckyll Island den Grundstein für das Federal Reserve System gelegt haben. Mit dem Federal Reserve Act, der 1913 vom Kongress genehmigt wurde, wurde dem Staat das Monopol auf die Geldschöpfung praktisch entrissen und in die Hände der Federal Reserve gegeben. Frank A. Vanderlip, einer der Teilnehmer des Treffens auf Jeckyll Island, schrieb später, "Ich glaube, ohne übertreiben zu wollen, dass unser geheimes Treffen auf Jeckyll Island die Geburtsstunde des Federal Reserve Systems war. [...] Wenn wir der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen wären und ein Bankengesetz verfasst hätten, wäre dies niemals vom Kongress genehmigt worden". Öffentlich lehnten viele Mitverschwörer dieses Gesetz ab, um den Eindruck zu erzeugen, dass es den Großbanken schaden und dem kleinen Mann nutzen würde. Außerdem wurden Carter Glass und Robert Owen von der Demokratischen Partei instrumentalisiert, um den Eindruck zu erwecken, dass es auch in der Partei des kleinen Mannes Unterstützung für dieses Gesetz geben würde.

Die Großbanken, die die FED erschaffen haben, kontrollieren die Federal Reserve zwar nicht offiziell – in der Tat könnten die Gesetzgeber in den USA die FED sogar auflösen – aber durch die Kontrolle von Schlüsselpositionen innerhalb der Machtstruktur des Politik- und Bankwesens wird effektiv auch die Geldschöpfung durch die Federal Reserve kontrolliert. Dies erklärt auch, warum gewisse Banken "too big to fail", zu groß zum Scheitern, sind und mit Steuergeldern gerettet werden. Der Bock ist der Gärtner. Vermutlich wird von Mainstreamjournalisten auch bald argumentiert werden, dass der US-Präsident den Vorsitzenden der Federal Reserve ernennt, was beweisen würde, dass die Federal Reserve nicht von den Großbanken kontrolliert wird. Dies lässt jedoch die Tatsache außer Acht, dass der Präsident seinerseits nur mit dem Segen der besagten Großbanken regiert. Kein Kandidat, weder bei den Demokraten noch bei den Republikanern, schafft es heute in einflussreiche Positionen, wenn er nicht in Übereinstimmung mit den Wünschen der Banken regiert. Alex Jones hat dies in seinem Film Die Obama-Täuschung am Beispiel von Präsident Obama eindrucksvoll nachgewiesen. Der letzte Präsident, der aktiv die Monopolstellung der Federal Reserve angegriffen hat, war John F. Kennedy. Ein halbes Jahr, nachdem Kennedy die Executive Order 11110 zur Entmachtung der Federal Reserve unterschrieben hat, wurde er umgebracht, wobei Lee Harvey Oswald als Täter präsentiert wurde, obwohl die Beweislage eindeutig gegen diese Darstellung spricht.

Die Monopolposition der Großbanken hinter der Federal Reserve wurde von Woodrow Wilson, der amtierender US-Präsident war, als die Federal Reserve Bank geschaffen wurde, mit klaren Worten beschrieben. In The New Freedom gestand Wilson die verheerenden Konsequenzen der Schaffung der Federal Reserve:

"Eine große Industrienation wird von ihrem Geldsystem regiert. Die Kontrolle unseres Geldsystems ist in privater Hand konzentriert. Das Wachstum der Nation ist deshalb abhängig von wenigen Männern, die – selbst wenn sie aufrichtig dem öffentlichen Interesse dienen wollen – in ihren Unternehmungen natürlich beachten, inwiefern ihr eigenes Vermögen betroffen ist. Aufgrund dieser Umstände kontrollieren und zerstören diese Männer echte wirtschaftliche Freiheit.

[...]

Wir haben heute nicht ein, zwei oder drei, sondern viele etablierte Monopole in den Vereinigten Staaten. Wir haben nicht ein oder zwei, sondern viele Bereiche, in denen es schwierig oder sogar unmöglich ist unabhängig Fuß zu fassen. Wir haben ein eingeschränktes Geldsystem, eingeschränkte Möglichkeiten, eine unfreie Entwicklung und wir sind dadurch zu einer der am schlechtest funktionierenden, einer der am meist kontrollierten und dominierten Regierungen in der zivilisierten Welt geworden – nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger einer Regierung der Überzeugung und Wahl der Mehrheit, sondern eine Regierung, die der Meinung und dem Zwang von kleinen Gruppen dominanter Männer unterworfen ist."

Es ist nicht zu erwarten, dass diejenigen, die das Geldsystem heute direkt oder indirekt kontrollieren, ihre Macht freiwillig abgeben werden. Im Gegenteil, vermutlich würden diese Kräfte versuchen auch bei einer Neuordnung des Finanzsystems im Geheimen Einfluss auszuüben. Dies kann nur verhindert werden, wenn es ein öffentliches Interesse an der Geldschöpfung gibt und die Bürger selbst darauf achten, dass das Geld, welches sie benutzen, ihnen langfristig nicht mehr schadet als nützt. Es gibt diverse Ideen für neue Geldsysteme, die parallel nebeneinander existieren können, was auch die einzig realistische Vision ist, wenn man bedenkt, dass sich niemals alle Menschen freiwillig auf ein einziges Zahlungsmittel einigen werden. Die Idee der parallelen Existenz von Zahlungsmitteln ist nicht neu, sondern wurde von der Österreichischen Schule der Ökonomie als "freies Marktgeld" beschrieben.

Welche Form die Zahlungsmittel der Zukunft auch haben werden, durchsetzen werden sich vermutlich nur die, deren Schöpfung transparent geschieht. Warum würde jemand freiwillig ein Zahlungsmittel nutzen, bei dessen Schöpfung er weder Einfluss noch Einsicht hat? Ähnlich formulierte es auch die ehemalige Weltbank-Mitarbeiterin Karen Hudes, "Wir werden ein bereinigtes Finanzsystem haben, darauf läuft es hinaus. Aber in der Zwischenzeit werden diejenigen, die nicht wussten, dass das System manipuliert wurde, es noch herausfinden. [...] Wir werden ein neues internationales Finanzsystem kreieren. Es wird eine neue Welt werden, in der die Menschen wissen, was passiert – keine geheime Deals in Hinterzimmern, so etwas wird es nicht mehr geben. Wir werden neue Medien haben, wenn die Menschen nicht länger kontrolliert und dominiert werden wollen, wovon ich ausgehe."

Zuerst erschienen auf we-are-change.de.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (205)

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Ehemaliger Nutzer 19.04.2014 | 22:40

Ach Herr Stolle, Sie sind doch gerade noch zu feige, zu schreiben, "Wie der Reichskanzler Adolf Hitler die Unabhängigkeit von internationaler Zinsversklavung erreichte", dazu muss man sich auf von Ihnen empfohlene Webseiten begeben. Dass Sie <Ihre eigene Webseite vom Kopp-Verlag finanzieren lassen, und die Werbetrommel dafür rühren (" Kopp hat durchaus viele gute Bücher und Produkte, und über die Provisionen von Kopp wird diese Seite finanziert. Wer also den Banner klickt und dann was bei Kopp kauft, hilft diese Seite hier am Leben zu halten. :) " sei Ihnen unbenommen. Andererseits könnten Sie mir auf FREITAG.de aus der Sonne gehen.

g.leyen 19.04.2014 | 22:47

Gaaaaaaaaaaaaaanz luschtig. Noch ein Infokrieger aus der Schall & Rauch-Szene. Dem nicht besseres einfällt, als bei freitag.de aufzuschlagen, um die Message zu verbreiten: Neues Zeitalter. Weil Satan und so. Und totalitäre Weltregierung nach Alex Jones. Ach geh mir doch mit dem Dreck. Vor allem aus den Augen. Denn du beleidigst den durchschnittlichen Verstand, der zwischen deinem halluzinierenden Horror und der Wirklichkeit unterscheiden kann. Geh, und produzier deinen Rauch woanders. Vor allem: Geh, hau ab, bring dich in Sicherheit, bevor der Energy Generator dir dein Quantum versohlt!

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Ehemaliger Nutzer 20.04.2014 | 02:55

Es ist in der Tat ein bisschen goldig, dass da eine Linke, die da in grotesker Selbstverliebtheit den Geschichtssondermüll von Planwirtschaft und Weltrevolution und Diktatur des Proletarisats mit sich herumschleppt, ernstlich glaubt, nur sie dürfe sich nicht an bestimmten Dingen stören, ein Bürgertum aber nicht.

Es gibt da tatsächlich einige Berührungspunkte mit der (frühen) NSDAP. Diese bestehen aber nicht im Aufruf zum Zigeunermord oder dem Umbau Deutschlands zum Ariergestüt. Sondern etwa in einer nationalen Problematisierung des Zinseszinsprinzips. Man denke an Gottfried Feder. Was immer man davon hält: Wenn man so tut, als sei eine Beschäftigung mit solchen Fragen dasselbe wie der Aufruf zu Schädelvermessen (der keineswegs notwendig damit einhergeht), darf man sich in der Tat nicht wundern, wenn die Mehrzahl der Leute das eigene Geschrei als ein wenig schrill empfindet.

Wenn da rassenbiologistische Vorträge in Mode kommen, bin ich auch dagegen. Solange das nicht passiert und es um globale Finanzstrukturfragen geht, nicht. Ob die Ein-Themen-Maschine Mährholz sie in Gänze durchschaut, in indes eine andere Frage.

Mit dem Fernrohr betrachtet reiben sich in der ganzen Debatte doch die internationalen und antideutschen (das eigene Gemeinwesen als abzuschaffend ansehenden oder es sogar hassenden) mit den nationalen (landesweiten) Sozialisten. Dass letztere mit der roten Fahne nichts am Hut haben, ist indes richtig. Und das erklärt die Angst bestimmter Kreise, die Deutungshoheit über das Wort "Montagsdemo" zu verlieren.

Wobei diese sich historisch ebenfalls von rechts gegen die SED-Diktatur richtete.

Nachdem die Kommunisten weg sind, beginnt Deutschland nun, angetrieben durch den aus Russland bewirkten "Vorzeichentausch", auch den amerikanischen Einfluß loszuwerden.

Ob man da mit der Notenbank anfängt, ist indes eine andere Frage. Ich würde es in Osteuropa und im Internet machen.

iDog 20.04.2014 | 09:45

Ich halte diesem Artikel soweit für nützlich, denn er enhält bei weitem mehr Info als hier im Durchschnitt per Artikel angeboten wird - redaktioneller Teil inklusive.

Natürlich enthält er Details , die dem Durchschnittsleser noch nie untergekommen sind . Er fordert also heraus den Inhalt zu überprüfen. Das ist bei detaillierter Info immer so. Die soll man ja nicht einfach glauben, sondern es soll nachvollziehbar werden , was an Inhalten geboten wird.

Das hier ist kein Infotainment !!!

Das Thema ist recht umfassend und zu den historischen Fakten bestehen natürlich wie immer unterschiedlich Auffassungen, aber die Sachlage lässt sich erfassen. Wenn man diese Inhalte hier nicht nachvollziehen kann lohnt es sich dennoch sich darum zu bemühen obwohl man einig Zeit wird investieren müssen. Es gibt Ein menge Bücher dazu , aber auch um Internet viel Inhalt. man sollte wen es geht nicht versäumen viel quellen zu konsultieren, dann kommt man zumindest in etwa da an, wo der Artikel sich positioniert.

Warum lohnt sich diese "Investition"?

Es handelt sich immerhin um das Kernthema unseres kapitalistischen Herrschafts- und Geldsystems. Daher ist es auch einigermaßen obskuriert.

Zum Inhalt eine Anmerkung. Der Artikel enthält mMn auch mindestens eine Zuordnungen , die nicht 100% belegbar ist.

Der unaufgeklärte Kennedymord wird gerne auf Kennedys Bemühungen um die Geldwirtschaft bzw. -schöpfung mit der Bankenlobby iun Verbindung gebracht. Zeitgleich betrieb er aber auch eine Kleineasienpolitik die etwa eine Intervention des israelischen Geheimdienstes auch nicht ausschließen würde. Da streiten sich die Interpreten also heute noch. Eines Tages werden die Fakten dazu hoffentlich offengelegt werden können.

Richtig und voll unterstützenswert ist die Anregung nicht nur das aktuelle Geldsystem in seiner perfiden Funktionsweise und historisch komplett transparent zu machen, denn es ist eben gar nicht so komplex, wie gerne behauptet wird, sondern auch auf ein ganz anderes mindestens nicht privates Geldsystem umzusteigen, bei dem die (globale) Allgemeinheit der einzige Begünstigte ist, also ein System, das nicht durch diktatorische Verschuldungs- und Zinspolitik den weltweiten Geldfluss reguliert, ohne dass die staatlichen Instanzen wie heute irgend einen nur annähernden Einfluss ausüben könnten. Die Geldschöpfung sollte also klar in öffentlicher Hand liegen und dort auch kontrolliert werden.

Private Banken müssen also verschwinden, das heißt zB. man darf sie nicht retten, wie etwa in Island geschehen. Da ist dann die Welt auch nicht untergegangen - im Gegenteil. Es geht dort bergauf.

Die zunehmende Austeritätspolitik ist aber gerade diese Bankenrettung, die mit dem Druck durch die Großbanken überall durchgesetzt wird. Sie haben leider die (Geld) Macht dazu und ihre Leute in fast allen wichtigen Regierungen des westlichen Kapitalismus sitzen, zum Teil bis hinunter auf Regieonalebene nachvollziehbar.

Dann muss die Funktionsweise eines Geldsystems und dessen Varianten zum Lernstoff jeder Schule also jedes Menschen auf der Welt werden. Haben Sie sich schon gefragt warum sie nicht gelernt haben, wie das Geldsystem funktioniert und warum es genau so funktioniert wie es funktioniert? Diese Frage darf für niemanden auf der Welt mehr eine Frage sein.

Erst dann können Bevölkerungen verantwortlich und demokratisch entscheiden welches Geldsystem sie nutzen möchten.

Ich würde mich für ein Geldsystem ohne Zins entscheiden , das der Allgemeinheit gehört - also assoziativ-solidarisch oder ganz einfach kommunal/regional organisiert wäre. Echte, imperative Demokratie ist dafür Voraussetzung.

Was wir definitiv nicht brauchen sind private Geldinstitute die Weltmacht besitzen, weil sie so zu den Hauptprofiteuren eines kapitalistischen Akkumulationssystems werden, das über Verschuldung, Zins und Geldschöpfungsrecht funktioniert, und damit die Welt regieren kann, wenn auch nicht immer direkt sondern durch den instrumentellen Hebel Geld.

Die Zusammenhänge der Großbanken mit dem Faschismus des 20ten JHs sind weitgehend bekannt und werden in Krisenzeiten wie jetzt wieder akut. Die Implikationen der Großbanken in Kriege sind nicht von der Hand zu weisen. Das internationale Kapital sucht immer die beste Rendite. Und wenn sonst nichts läuft am Markt ist Krieg immer eine willkommenes Geschäftsmodell - im Grunde aber auch das einträglichste von allen - aber nur für die Privatbanken.

MO 20.04.2014 | 09:50

Von Historikern wird jedoch konstatiert, dass Parolen wie diese keine Rolle für die tatsächliche Politik der Nationalsozialisten spielten; sie gehörten

„…ins manipulationsfähige Vorfeld, das der Tarnung, der Verwirrung diente und nach Opportunitätsmotiven mit wechselnden Schlagwörtern bestückt war. Wie zynisch zumindest an der Spitze die Programmgrundsätze missachtet wurden, erfuhr einer der jungen enthusiastischen Überläufer zur Partei im Gespräch mit Goebbels; auf die Bemerkung, dass Feders Brechung der Zinsknechtschaft doch ein Element des Sozialismus enthalte, bekam er zur Antwort, brechen müsse höchstens der, der diesen Unsinn anhöre.“

Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. S. 393

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die Forderung nach Brechung der Zinsknechtschaft nicht umgesetzt. Anstatt Gottfried Feder wurde der damalige Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht zum Reichswirtschaftsminister ernannt, der sich vollständig von der Brechung der Zinsknechtschaft abwandte:

„Die Bankenaufsichtsbehörde verdankt ihre Entstehung einem Gesetz, das ich als Wirtschaftsminister im Jahre 1934 veranlaßte. Die nationalsozialistische Agitation hatte unter Führung von Gottfried Feder in schärfster Weise gegen das private Bankwesen und gegen unser ganzes Währungssystem Stellung genommen. Bankenverstaatlichung, Brechung der Zinsknechtschaft und Einführung des staatlichen »Feder«-Girogeldes waren die Schlagworte, die unserer Geld- und Bankwirtschaft den Garaus machen sollten. Um diesem Unsinn zu steuern, berief der Reichsbankpräsident eine Bankenquete ein, die Vorschläge zur strafferen Aufsicht und Kontrolle der Banken entwarf. [...] In mehreren Unterhaltungen war es mir gelungen, Hitler von den törichten und gefährlichen Bank- und Währungsideen seines Parteigefolges abzubringen.“

– Hjalmar Schacht: Magie des Geldes S. 66

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Brechung_der_Zinsknechtschaft

iDog 20.04.2014 | 09:54

Lieber Hardob, hier vertuen Sie sich , wie ich meine. Ich habe mich auch jahrelang mit diesem Thema beschäftigt und der Artikel ist weitgehen korrekt. Die Werbung für koop ändert auch nichts daran. Und dabei auf Jutta Ditfurths "Neurechtenkeule" aufzuspringen, tut nicht Not.

Lesen sich mal ein in das Thema , es gibt auchBücher und infos dazu, die nicht von koop kommen. Aber Autoren die dazu schreiben haben natürlich immer ein Problem veröffnetlicht zu werden. Nur aus dem Grunde gibt es etwas wie den koop Verlag überhaupt. Dem kann man zwar vorwerfen , dass er eben keinen Unterschied macht zwischen seriösen Werken und esoterischem Unsinn oder gar medzinischem Irrglauben und Verschwörungsverarschung, und er tut damit denseriösen Autoren und ihren Themaen keinen Gefallen.

Aber das alles ändert nichts an der Geschichte der FED.

Der US amerikanische, konservative Präsidentschaftskandidat Ron Paul zb hat viel dazu zu sagen und tut es auch iummer wieder sogar bei den großen TV Spektakeln zu den US wahlen. Also?

JFK 20.04.2014 | 10:16

Ach Herr Hardob, Sie sind ja in der Lage unberechtigte Kritik am Geldsystem zu erkennen und zwar - und das ist mir sehr sympatisch - insbesondere dann, wenn´s um die "Zinskritik" am bestehenden Geldsystem geht. Und ja ! sie haben recht nur ein faschistisches Geldsystem (eine staatliche Monetative) ist in der Lage Geld ohne Zins zu schaffen.

Aber wo bitte haben Sie das denn im Artikel vonn Herrn Stolle rauslesen können, dass er Zinskritik übt - bitte wo genau ?? - nach merhfachem Lesen ist es mir nicht gelungen das zu finden. Er plädiert nach meinem Verständnis für einen freien Wettbewerb von versch. Geldarten - wie es sich doch wohl für eine Gesellschaft, die ansonstn im (zumindest propagierten) freien Wettbewerb wirtschaftet ziehmen würde, oder ? Freier Wettbewerb der Währungen eben !! Diejenige Währung die z.B. Kaufraft am besten erhält wird vom mündigen Bürger bevorzugt, oder eben auch die die am schnellsten verfällt - jeder kann FREI wählen.

Also wenn ich sie da richtig verstanden habe und Sie einen zunehmend gegen NUll konvergierenden Zins als zunehmende Entdemokratisierung bis hin zum Faschismus interpretieren, dann sehe ich das auch GENAU so und gleichzeig frage mich bei dem aktuellen Trend

und bei den aktuellen Zinsen auf Sparguthaben und auf frischgeschöpftes Zentralbankgeld, auf welchem Kurs wir uns da befinden, wenn das so weitergeht !!

Ich denke, es war nicht Ihre Absicht, die argumentative Sonne, die beim Freitag doch noch manchmal scheint, durch sehr neblig bis wolkige Behauptungen und Schlüsse zu verdunkeln.

Sonnige Ostern !

iDog 20.04.2014 | 12:16

komme ich hin, kein Sorge , ich hab eine Menge Kommentare zu beantworten , was ich auch seit heute morgen um 9 bereits mache.

"Politische Profitabilität" ist aber ein Ding, das ich an sich nicht anstrebe. Denn ich habe kein persönlichen Profitinteressen. Ich mach das hier freiwillig, um anderen Infirmationen zukommen zu lassen , die ich für beachtenswert halte. Was die damit machen ist mir dann aber egal. Als überzeugter Demokrat kann ich nur darauf hoffen, dass es zur weiteren Aufklärung genutzt wird und irgendwann eine andere Gesellschaft hervorbringt. Aufklärung ist immer Herrschaftskritik.

Die Informationen, die ich anbiete und damit auch die Meinungen die ich vertrete bezieht sichauf Inhalte seröser Autoren und meine Meinung dazu, also daraus entstehende subjektive Interpretation bzw. Konklusisonen. Kann nicht ander sein.

Wenn es Profit(abilität) gibt , dann hoffentlich auf Seiten derer , die davon angeregt nachforschen und zu mehr Kenntnissen und einer begründeteten und kritikfähigen Position zur (globalen) Gesellschaftssituation kommen. Das ist Gewinn!

Exakt: ich will keine bestimmte Gesellschaft fordern , obwohl ich eine eignen Priorität und vorstellungen habe, sondern ermöglich, dass die Menaschen sich eines tages eine geben können. Im Moment scheint das wenig möglich zu sein , da die Kopmpetenzen der einzelnen nicht mal auszureichend zu sein scheinen, um zu erkenenn was in der Tagespolitik gespielt wird. Da muss also noch einges passierten.

Wie wärs wenn sie auch mal in die Hände spucken und ihre Kenntnisse und Kompetenzen zur Verfügung stellten?

iDog 20.04.2014 | 12:37

ich kann ihrer Argumentation logisch folgen, verstehe aber nicht:

" ... sie haben recht nur ein faschistisches Geldsystem (eine staatliche Monetative) ist in der Lage Geld ohne Zins zu schaffen."

Warum sollte das so sein? Es gibt ja viele Möglichkeiten sogar Geld mit negativem Zins als Umlaufsicherung zu nutzen . Auch ist die kooperative Lösung regionaler und lokaler Währungen möglich. Ich lebe in eine Region, in der es ein regionale Währung gibt, die ohne Zins funktioniert und sich wachsender beliebtheit erferut, weil sie die lokale wirtschaft fördert und diese damit den Wert der Währung. Wir haben hier aber keinen Fschismus, zumindet nicht durch diese Währung bedingt. Der kommt allenfalls als asudruck eines Notleidenen kapitalismus und motiviert erst eine Alternatives Geldsystem.

Ihre aussage muss sich also ausschließlich auf die dem Kapitalistischen Geld- und Wirtschaftssystem innewohnende faschistische bzw rassistische Grundfunktion beziehen. d.h. erst wenn der Kapitalismus zum Faschismus wird , weil er in Not ist , werden die Zinsen auf Null gesetzt, um den (Finanz) Eliten die Herrschaft zu erhalten, deren Geldsystem vor dem absturz weiter zu sichern.

Ansonsten kann aber doch in einer anderen Vision der GesllschaftzB. imperative ( basis )Demokratie als solidarisches Versorgungs- bzw. Wirtschaftssystem gedacht werden, das dann zinsloses Geld als Verkehrstmittel zugunsten der Allgemeinheit ausgibt. Und rein theoretisch gäbe es da keinen zwingenden Grund zinz etablieren. Dadurch wird aber eine gesllschaft ja nicht faschsisch. Es gäbe natürlich auch gesellschaftrelevante Gründe positiven oder negativen Zins zu nutzen. Da gibt es wie gesagt viele Varianten.

Ich bin persönlich der meinung, dass es keine privaten Banken geben darf, denn die sind der Schlüssel zur Kapitalistischen Herrschaft und damit zum Faschismus.

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Ehemaliger Nutzer 20.04.2014 | 14:27

Ihnen auch frohe Ostern.

Im Ernst. Ich brauche vier Clicks, einen auf die Website des Autors, dort auf Leitmotiv, danach im Satz: Viele vor uns haben bereits großartige Arbeit geleistet, wenn es um Recherche und die Präsentation von Informationen geht, viele Verweise dazu sind im Text und unter dem Menüpunkt links, Da finde ich die empfohlene Seite terragermania.com und dort sofort eine Eloge zum 125. eine(r) der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Da ist nur eineder Möglichkeiten, die der Autor anbietet, sich im braunen Sumpf zu suhlen. Wenn Sie das gemeinsam mit Herrn Stolle machen möchten und sich in diese Front einreihen möchten, bitteschön ich habe nichts dagegen.

Hartmut Lau 20.04.2014 | 14:53

Es ist doch Superklasse, wie die politischen Ansichten aufeinander prallen. Hier werden die geistigen Kraefte zerrieben, phantastisch, weiter so!! Rot gegen Schwarz, links gegen rechts, oben gegen unten, Christen gegen Moslem, offentlich rechtliche Medien gegen private Medien,Kapitalismus gegen …..

Lasst euch weiter benutzen…..

Damit haben die privaten Geldschoepfer die Grundlage seit ueber einem Jahrhundert geschaffen, dass ein ganz besonderer “Stoff” durch alle Haende fliesst, und unbehindert die Auspluenderung von ganzen Volkswirtschaften ausfuehren kann, und wer sich wehrt, wird mit Krieg ueberzogen! Reichen die Kriege der vergangenen zwei Jahrhunderte immer noch nicht ??

Dieser besondere “Stoff” wird in der Umgangssprache mit G E L D bezeichnet. in Wahrheit ist es Luftgeld, aus dem N I C H T S geschoepft, ein gesetzliches Zwangsgeldsystem,ein offizielles Betrugssystem, dass eigendlich wegen des “Schneeballeffektes” ein verbotenes Spielsystem ist. In der Summe sind Schulden plus Guthaben in diesem System aus naturgesetzlichen Gruenden gleich Null, denn die Schuld der Vielen ist das Vermoegen der Wenigen. Aus dieser naturgesetzlichen Tatsache muss wegen des exponentiellen Zinseszins jede Volkswirtschaft zusammen brechen. Nur die Zeitintervalle sind wegen des Zinses verschieden.

Das vorhandene Zinseszins Schuldgeldsystem ist die Ursache alles volkswirtschaftlichen und sozialen Sorgen.
Wer diese Sorgen nicht will, muss die Ursachen aufloesen. Konkret heisst dieses, dass alle privaten Banken zu verstaatlichen sind, in der Form, dass diese nicht von der Politik als Weisungsempfaenger missbraucht werden koennen.

….fangt endlich an N A C H Z U D E N K E N.

Holt euer Geld per Lohntuete ab, dass ist ein Weg, ganz legal das vorhandene Bankensystem auszutrocknen! Mahathma Gandi in Europa, dass waer doch mal was…..

und ich bin es satt, seit Jahrzehnten belogen zu werden.

Wir sind das Volk

Christian Stolle 20.04.2014 | 14:56

Auf Terra Germania gibt es durchaus viele interessante Beiträge. Mit der Verherrlichung Hitlers und des Dritten Reiches gehe ich nicht konform, aber es gibt dort auch viel anderes, kürzlich zum Beispiel einen Beitrag von Paul Craig Roberts. Mit anderen Worten, widersprüchliche politische Ansichten stehen auf Terra Germania friedlich nebeneinander, das muss man der Seite zu Gute halten.

Es sagt doch einiges, wenn hier nicht auf den Inhalt des Artikels eingegangen wird, sondern auf die Links auf meiner Homepage verwiesen wird. Dort sind über 40 Seiten verlinkt – wer würde da ernsthaft annehmen, dass ich jeden Artikel auf jeder dieser Seiten unterschreibe? Als Journalist ist es für mich selbstverständlich, jede interessante Information unabhängig vom Kontext oder der Quelle auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Für eine Vielzahl verschiedener Quellen offen zu sein, empfand ich bei meiner Arbeit bisher immer als bereichernd, genauso wie die Kommunikation mit Menschen verschiedener Gesinnungen. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir alle durch eine offene und respektvolle Kommunikation miteinander und voneinander lernen können, speziell dann, wenn wir nicht von Vornherein einer Meinung sind.

Rufus T. Firefly 20.04.2014 | 16:29

Hmm, Fahrwax bezieht sich wohl auf Blogwart "Irgendwielinks", der sich offenbar gern in Deiner Peripherie aufhält und hier erst (wieder) aufgetaucht ist, nachdem das Zerbrechen der fc in der fc thematisiert wurde. Zu dessen Aussagen und Aktivitäten kam bisher kein derartiger Hinweis von Dir. Einige kommentieren dessen Auslassungen nur noch mit dem Stinkefisch. Nicht ganz zu Unrecht, wie ich finde. Ich habe zwar schon einige (wenige) Sachen bei ihm gelesen, denen ich zustimme. Der ganze Karren samt Gespann fährt allerdings nicht in meine Richtung. Ganz zu schweigen von der Mentalität die durchscheint. Senf. Meiner.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Gräben zwischen den meisten Mitgliedern hier eh zu tief und alt sind, als das eine Diskussion hier irgendwo hinführen würde, als zu noch tieferen Gräben. Hoffe ich irre mich. Wobei, wenn ich ehrlich bin, ist es mir mittlerweile irgendwie Wurst. Wo wir wieder beim Senf sind.

Georg von Grote 20.04.2014 | 16:48

Das mag durchaus sein, aber ich finde auch, dass es ein wenig kindisch ist, just jetzt auf vermeintliche Trolljagd zu gehen und die Augen vor dem zu schließen, was gerade abläuft.

Wenn diese Geschichte mit den Montagsdemos durch ist, dann wird die Jagd wahrscheinlich hier erst richtig losghen, denn dann ist die FC nicht mehr was sie war und wird es auch nie wieder. Dazu sind die Gräben zu tief und zuviel Porzellan zerschlagen worden.

Rufus T. Firefly 20.04.2014 | 16:51

Die kann man eventuell "entmythologisieren", indem man Informationen einholt. Als erster Schritt ist eventuell der Link von Hardob weiter oben dienlich.

Ich stehe hier mit Meinung in der gesamten Diskussion zwischen den Stühlen. Auch weil ich beide Seiten nicht ganz nachvollziehen kann. Bezogen auf diesen Blog, stimme ich diesem Satz allerdings voll zu: "...es geht nicht um die Kritik an der FED. Es geht darum, wer da diese Kritik, die hier allen offenbar so gefällt, hinausposaunt und damit auf Rattenfang geht." Das ist für mich weitaus wichtiger als die Frage, ob die Aussagen inhaltlich korrekt oder akzeptabel sind.

Mein ISP lahmt, macht keinen Spaß so. Bin erstmal raus.

karamasoff 20.04.2014 | 17:11

Ich weiss jetzt nicht, an welcher Stelle ich mehr lachen musste. Als ich die Webseite angesteuert hatte und das sonnige Gemütsgrinsen des Betreibers sehen musste oder als ich seine plumpe Gegenüberstellung von Zitaten von Ditfurth, Hitler und Goebbels zum Zwecke der Verbreitung letzterer, als "hermeneutische Textauslegung" und "Beweis" vom Verfasser dieses Artikels zurechtsgerückt.

Ein Glück, man kann sie immer noch an ihrer Plumpheit erkennen, die "wissenschaftlichen" Burschen.

gelse 20.04.2014 | 17:42

>>Holt euer Geld per Lohntuete ab, dass ist ein Weg, ganz legal das vorhandene Bankensystem auszutrocknen!<<
Vielleicht. Aber nicht sicher, denn siehe: Geldverleih, Zins und Zinseszins, Kreditpfand und solchen Kram gab es schon als alle Gehälter noch bar ausgezahlt wurden.
Damit ist schon eine gewisse Familie Fugger stinkreich geworden.

Übrigens. Nehmen wir mal an, mit Barauszahlung der Arbeutsentgelte würden wirklich die Banken den Bach runter gehen: Ändert das etwas daran, dass Käufer der Arbeitskraft (AK) souverän darüber bestimmen, wie die gekaufte AK eingesetzt wird? Nämlich fürs Verschrotten der Atmosphäre, des Grundwassers und der Gesundheit, weil eben nicht Lebensfreude, sondern Kapitalrendite das betrübswirtschaftliche Ziel ist?
Und die Besitzer der Produktionsmittel, also AK-Käufer, entscheiden auch darüber wie sie den lächerlichen Mehrwertanteil als Preis der AK auszahlen wollen. Seit ca. 50 Jahren nur noch per Banküberweisung, basta. Nix Mahatma Gandhi mit Lohntüte.
Mir Eurer Bankenkritik, so richtig sie in Teilen ist, springt Ihr entschieden zu kurz. Aber wenn man genau hin schaut, dann stellt sich heraus, dass Ihr gar nicht springt. Ihr wollt nur erreichen dass Eure Adepten zur kurz springen und in den Bach plumpsen…

MO 20.04.2014 | 18:35

Warum lohnt sich diese "Investition"?

Es handelt sich immerhin um das Kernthema unseres kapitalistischen Herrschafts- und Geldsystems. Daher ist es auch einigermaßen obskuriert.

*****

Zum Inhalt eine Anmerkung. Der Artikel enthält mMn auch mindestens eine Zuordnungen , die nicht 100% belegbar ist.

*****

Die Geldschöpfung sollte also klar in öffentlicher Hand liegen und dort auch kontrolliert werden.

Private Banken müssen also verschwinden, das heißt zB. man darf sie nicht retten, wie etwa in Island geschehen. Da ist dann die Welt auch nicht untergegangen - im Gegenteil. Es geht dort bergauf.

Okay, aber es trifft m.M. nach nicht den Kern. Der Kern ist die ungedeckte Geldschöpfung an sich. Ungedeckte Geldschöpfung bedeutet immer Geldentwertung, die die Gesellschaft tragen muss, im Prinzip also versteckte Steuern. Keine Gesellschaft könnte sich einen Krieg leisten, wenn es nicht das Prinzip „Geldschöpfung aus dem Nichts“ gäbe. Hätten Sie eine Gelddruckmaschine, könnten Sie ein komfortables Leben führen ohne dafür etwas zu leisten. Warum aber ist es verboten, Geld zu fälschen. Der Schaden besteht nicht darin, dass Sie direkt jemandem etwas wegnehmen, sondern, dass Sie die Geldmenge erhöhen, wodurch Sie das Geld entwerten. Sie schaden also allen, jedem Einzelnen zwar in kaum nennenswertem Maß, aber dafür allen, was eine Gesellschaft nicht tolerieren.

Des gleichen Prinzips bedient sich aber eine Notenbank. Es handelt sich um eine Art staatlich legitimierte Geldfälschung.

Ich würde mich für ein Geldsystem ohne Zins entscheiden , das der Allgemeinheit gehört - also assoziativ-solidarisch oder ganz einfach kommunal/regional organisiert wäre. Echte, imperative Demokratie ist dafür Voraussetzung.

Der Zins ist ein Problem, m.M. nach aber ebenfalls nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass wir streng genommen, kein Geld als Zahlungsmittel haben, sondern Schuldtitel. Der Zins sorgt nur dafür, dass der Druck aus Schuldverschreibungen stetig ansteigt, was zu einem Überdruck führt.

Zins ist gerecht, wenn es sich beim geliehenen Kapital um echtes Kapital handelt, also eins, das erarbeitet wurde, denn es steht dem Verleiher ja nicht zur Verfügung, weshalb er als Ausgleich eine Art Pacht erhält. Nur ist es so, dass das Kapital, das Banken verleihen, weder von den Banken erarbeitet wurde, noch gehandeltes Kapital ist, also das von Sparern erarbeitete Kapital, für das die Bank ihrerseits Zins bezahlen müsste. Nein, es ist aus dem Nichts geschaffenes Geld, also eine Zahl auf dem Girokonto, die per Knopfdruck erzeugt wurde. Mit echtem Geld nur zu einem Bruchteil gedeckt, ansonsten durch das Versprechen des Schuldners, es zurückzuzahlen.

Nicht Gier ist das Hauptproblem, sondern die Verschuldung, die dazu führt, dass man zu einem ununterbrochen Getriebenen wird. Nicht die Gier (ja, die auch) bringt einen dazu, gegen seinen Willen und gegen seine Natur zu handeln, sondern der Zwang - da man sein Leben fristen muss - die Mittel dazu in die Hand zu bekommen.

Die Zusammenhänge der Großbanken mit dem Faschismus des 20ten JHs sind weitgehend bekannt und werden in Krisenzeiten wie jetzt wieder akut. Die Implikationen der Großbanken in Kriege sind nicht von der Hand zu weisen. Das internationale Kapital sucht immer die beste Rendite. Und wenn sonst nichts läuft am Markt ist Krieg immer eine willkommenes Geschäftsmodell - im Grunde aber auch das einträglichste von allen - aber nur für die Privatbanken.

Hier wieder Zustimmung, denn Kriege sind für eine Gesellschaft immer ein Verlustgeschäft, weil definitiv Werte zerstört werden (während bei anderen Verlusten, etwa Börsencrashs, genaugenommen kein Verlust, sondern nur eine Umverteilung entsteht). Allerdings sind die Profiteure bei Kriegen nicht nur die privaten Banken, sondern auch die privaten Konzerne. Kriege sind nicht in erster Linie interessant, weil sie Profite abwerfen, sondern, weil sie den Wohlstand einer Gesellschaft zerstören. Der Wohlstand, den sich eine Gesellschaft ohne Kriege aufbauen würde, würde dazu führen, dass der Schulddruck abnehmen würde und dadurch die Vermögensumverteilung von unten nach oben abnehmen bzw. zum Stillstand kommen würde. Damit also die Vermögensumverteilung unseres Geldsystems von Arm nach Reich funktioniert, müssen Kriege oder Krisen für regelmäßige Wertevernichtung sorgen.

gelse 20.04.2014 | 18:54

>>…Wenn Pabst Benedikt vom Kapitalismus der tötet spricht, sind seine institutionellen Absichten mir klar.<<
Und ausserdem ist die Kenntnis älter als der akute Papst und sogar älter als Ratzi „Benedikt“, der das nicht gesagt hat.

>>…Wenn seine Schäfchen seine Denkaufforderung umgesetzt haben, werde ich alles dafür tun, das sie zu Ende denken.<<
Wenn die Schäfchen an den Papst glauben, dann wollen sie von Ihm geschoren werden und nicht von Dir.

Rufus T. Firefly 20.04.2014 | 18:55

Ich habe keine Gründe daran zu zweifeln, dass Du das auch in Zukunft noch voneinander trennen kannst. Ich würde das aber für den Großteil der Menschen nicht behaupten. Es gibt doch auch Mechanismen, über die sich viele zwar bewusst sind, von denen sich die wenigsten aber frei machen können. Ich kann das für mich nicht 100%ig in Anspruch nehmen. Einfach weil ich schon zu oft beobachten musste, wie schnell das gehen kann. Menschen die einem nahe stehen sind im nächsten Moment so weit weg und eben nicht mehr mit rationalem Denken erreichbar. Durch Zustimmung und Gemeinsamkeiten, steigt die Sympathie für eine Person, in der Masse schnell dessen Autorität und das Gemeinschaftsgefühl, bzw. die Zugehörigkeit. Die Verkünder oder "Anführer" werden schnell unangreifbar, für einige sogar unfehlbar. Eine Gefolgschaft/ Gruppe dann davon zu überzeugen, dass sie sich instrumentalisieren lässt, bzw. nicht zu Ende denkt, ist denke ich ähnlich schwierig, wie einen orthodoxen und überzeugten Katholiken, dazu zu bringen alle Seiten der RKK zu sehen. Stichwort kognitive Dissonanz.

Hat man sich erstmal für eine Richtung/Person entschieden, ist eine Abkehr mit zuviel Negativem verbunden, wie Selbstkritik (Fehldenken/-entscheidungen eingestehen), Ausschluss aus der Gemeinschaft etc. Vielleicht male ich den Teufel an die Wand, mag sein. Aber mein Bauchgefühl sagt mir was anderes. Meiner Meinung nach ist es daher durchaus angebracht darauf hinzuweisen, wer bzw. wessen Meinung hier in der fc so alles applaudiert bis hofiert wird.

JFK 20.04.2014 | 20:28

Mal im Ernst Hardob, ich werde das Gefühl nicht los, dass sie sich ausschließlich auf das Sortieren in Ihre Schubladen verstehen, und wohl doch eher nicht auf inhaltliche Diskussionen, ich hoffe ich irre !

, denn wie " So einer" der sich´s immer leicht macht, kommen Sie eigendlich nicht rüber.

Offensichtlich hat Herr Stolle in seinem Artikel irgend etwas in Ihnen angestachelt, auf seiner Website nach etwas "rechtslastigem" zu suchen. Da es mir zumindest (nach dem Lesen des Artikels) nicht in den Sinn kam, dies zu tun und mir der Artikel als solches genügte, bin ich interessiert, WAS GENAU am Artikel des Herrn Stolle SIE BEWOGEN hat, auf dessen Website, nach wie Sie´s umschreiben "rechtem Gedankengut" zu suchen. Vielleicht wäre das ein Einstieg in den sachlichen weil Themen-bezogenen Diskurs. Mir persönlich helfen jedenfalls Schubladen beim Denken nicht weiter, weshalb ich an dieser Stelle der anregenden Antwort von IDOG danken möchte

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Ehemaliger Nutzer 20.04.2014 | 20:28

Bon soir Idog, wie der Franzos so sagt

auf den Zug von Jutta Dietfurth bin ich gar nichtr aufgesprungen, Ich saß bei meinem Comment selber in der Lok. Das mit der Jutta Dietfurth müsst ich jetzt erst einmal alles nachlesen dazu fehlt mir aber die rechte Lust.

Es ist ja richtig, man könnte das alles mal wirklich ernsthaft diskutieren. Aber doch nicht hier, wo es müffelt, arg müffelt. Wir könnten uns mal an Michael Jägers grand opus machen. Bräuchten wir halt ein bisschen Zeit. Die werden wir schon noch haben. Hoff ich zumindest.

Als dann, alles Gute ... und aufpassen, gut aufpassen

Gruß, hardob

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Ehemaliger Nutzer 20.04.2014 | 20:47

Hallo JFK,

ganz so schwer war es nicht, mich anzustachlen. Wenn einer mir ungefragt schreibt:

Kritik an der FED ist kein Antisemitismus

frag ich mich halt, wie kommt'n der auf diese Verbindung. Für mich hat Kritik an der FED nix mit Antisemitismus zu tun. Kritik an der FED kann Kritik an den Auswüchsen oder der ganzen Grundformation des Kapitalismus sein. Was die jetzt mit Antisemitismus zu tun haben soll? Ja, bei denen, die das ganze kapitalistische Gewese für eine Verschwörung des Weltjudentums halten, da ist die Kritik an der FED antisemitisch, wie könnte es bei solchen Welterklärern auch anders sein. Was bewog den Autor also zu seiner Überschrift? Er bietet, um mir das zu erklären, den Link zu seiner Website an. Also guck ich da nach und werde innerhalb kurzer Zeit fündig, ganz bequem. Und da denk ich mir, über dieses Stöckchen, Stolle, das du mir hier hin hältst spring ich nicht. Mach ich nicht. Betrüblich find ich, dass auf FREITAG.de Ruckzuck-Verlinkungen in die Stinkebrühe von Neunaziseiten möglich sind. Aber gut, man muss sich das nicht antun. Und gut finden muss man es auch nicht.

Beste Grüße

JFK 20.04.2014 | 20:48

Sehr geehrter Herr IDOG

auch mich hat lange beschäftigt zu beurteilen ob die Welt eine bessere wäre, wenn es ein Geldschöpfungsmonopol bei einer (es ehrlich meinenden) Regierung läge. Nicht umsonst nenne ich mich JFK - zumal die Kennedy executiv order 11110 im Artikel des Herrn Stolle angesprochen wurde. Letztlich bin ich jedoch zur Einsicht gekommen, dass es sehr schwer bzw unmöglich sein wird ZU GARANTIEREN, dass es eine ehrlich meinende Regierung geben wird - wie wir ja auch heutzutage (aber eigendlich durch die gesante Geschichte hindurch) an unseren eigenen Regierung wunderbar sehen können. Egal wem man die Macht der Geldschöpfung per Gesetz anvertraut - ob nun Bank oder Regierung - ER WIRD DIESE MACHT MISBRAUCHEN ! Fazit: Man sollte diese Macht nicht vergeben !-an NIemanden.

Geht das `?

Na logisch - Geld gab es auch immer ohne Regierungen und ohne Banken. Nur die Festsezung des Geldes zum gesetzlichen Zahlungsmittel konnte immer die Perversität zur Blüte führen.

(Nebenbei ein Staatsgeld ohne Banlen, einen Mindestlohn und die konsequenter Weise damit verbundenen Staatlich regulierten Mindestpreise (EVP) hatten wir schon mal in der DDR - was draus wurde wissen wir ja, Es gibt ja immernoch Menschen, die glauben die DDR ist ideologisch kaputt gegangen - ich denke, es war rein ökonomisch !) Und nun kurz zum Freigeld mit Negativ-Zins - brauchen wir das wirklich ???, ich denke wir haben das doch schon ! - man beachte nur die reale Inflationsrate und ignoriere die vom Bundesamt für Statistik erlogene !

Ich bin also für den freien Wettbewerb der Währungen !! Mögen die Meschen jeden Tag auf´s neue entscheiden, in welcher Währung sie kaufen, investieren, handeln und sparen wollen. Und wenn z.B. eine Währung beim Sparen einen zu hohen Kaufkraftverlust über eine Zeitspanne aufweist, dann nehme ich halt die Alternative !

iDog 20.04.2014 | 21:01

danke für die ausführliche Antwort. Alle ihre Punkte sind mit bekannt und fast alle korrekt soweit ich weiß.

ich geh jedoch zumindest theoretisch !!! davon aus , dass es in einem Geldsystem wo die initiale Geldschöpfung in öffentlicher Hand liegt auch eine funktionierende demokratische Kontrolle existiert - sonst macht es keinen Sinn .. und letztendlich eine versorgungorientierte Solidarwirtschaft und eben keinen konkurrenzorientierten Finanzkapitalismus. Der wäre ohne Privatebank nicht möglich, die diese Maschine über die Vermögenskapitalisierung und die damit entstehende Verschuldungsspirale anwerfen.

Was den Zins angeht interessiert der dann in erster Linie die Privatbanken bei der Girageldschöpfung.

Ihr Ansatz des "echten Kapitals" ist durchaus fragwürdig. Was ist das? Vieleicht Vermögenswerte aus vorher privatisiertem Allgemeineigentum, um es mal diplomatisch auszudrücken? "Echtes Kapital" wie man in der Enstehungsphase des modernen Kapitalismus sieht, bezieht sich dann zwangsläufig auf die tradierten Besitzverhältnisse , nach denen nur der Schuldverträge und Titel aus Eigentum generieren kann , der schon besitzt. Also im späten 13ten Jh geht es da um die englische Aristokratie - Grundbesitzer, um nach den Bauernaufstände Löhne zahlen zu können etc. . Nach einer Währungreform wären es ebenfall nur wieder die Eigentümer der Produktionsstätten oder Grundbesitzer , die das Zinsakkumulatitionsprogramm von forne beginnen mit allen bekannten Konsequenzen, weil diese die eizigen wären , die über kapitalisierbares Eignetum verfügen.

Die Verschuldung ist das Hauptproblem. Das sehe ich auch so , aber sie wird eben durch das Zinssystem erst zum Problem, weil der geforderte Zins bei der Geldschöpfung durch Kapitalisierung eben nicht mit geschöpft wird und darum erst am sogenannten Markt die kapitalistische Konkurrenz entsteht - also darum den Zins auch bezahlen zu können und nicht nur die Tilgung. Daher muss es mMn auch im Laufe der Akkumulationsperiode , in der den Gläubigern (auch Banken) einfach gesehen immer mehr ehemalige Kreditsicherheiten in die Hände fallen, zu einem Forderungsüberhang der Gläubiger kommen, weil bestimmte Schuldner nicht bankrott gehen können oder sollen. Es werden zum Schluss des Zyklus nur noch Zinsen bezahlt und nicht mehr getilgt ( siehe Staatsverschuldung) . Das verschafft den Gläubigern Macht über die Schuldner. Ohne Zins wäre das so nicht möglich. Und weil dieses Problem schon lange bekannt ist gab es früher auch oft das sogenannte Sabathjahr als allgemeinen Schuldenerlass, heute Haircut oder auch Währungsreform genannt. ( Ist jetzt natürlich alles etwas verkürzt dargestellt.)

Georg von Grote 20.04.2014 | 21:14

Ist schon toll, mit welchen Kunststückchen und Verdrehungen hier manche versuchen, das Braun von den Westen zu rubbeln.

Zum einen, sollte man das, was Ditfurth moniert hat, nicht absichtlich verdrehen, nur um am Ende Recht zu behalten.

Ditfurth ist genauso dafür, die FED und andere Banken zu entmachen und ein neues System zu entwickeln.

Was sie jetzt in Zusammenhang mit den Wahnmachen so auf die Palme gebracht hat und ander ebenso, ist die Tatsache, dass die dortigen Redner behaupten, FED=Rothschild=Jude=Schuld an allen Kriegen mitsamt des WKII inclusive Holocaust. Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen.

Was sie führt, ist nicht eine Debatte über die FED, sondern über den rechten Dunstkreis, der diese Veranstaltungen organisiert und kontrolliert und mit platten Parolen die Leute anlockt. Und das funktioniert sogar so gut, dass auch von den Linken, oder denen, die sich dafür halten, eine Masse so blind und dumm ist, darauf hereinzufallen statt sich ert einmal zu fragen: Wer ist das eigentlich, der mir das da erzählt.

Und vielleicht mag es ja vielen egal sein, wer da am Rednerpult steht, aber das ist eben nicht nebensächlich.

Und man muss sich dann schon wundern, dass man plötzlich jemanden, der für einen Verlag, wie Kopp schreibt und Werbung macht, so völlig vom braunen Dunstkreis freispricht, aber jeden fast lyncht, der für eine Zeitung, wie BILD oder ähnliches schreibt.

Und das glaube ich nicht mehr, dass das ein Versehen ist, sondern in der Vehemenz in der das zur Zeit gemacht wird, hat das Methode. Sprich, diese community ist brauner verseucht,. als man sich das vorher je vorgestellt hat. Und um da kein Missverständnis aufkommen zu lassen, auch Querfrontler sind in meinen Augen keine irregeleiteten Linken, es sind Rechte.

iDog 20.04.2014 | 21:16

kann ich nachvollziehen , was sie hier schreiben. Nun ist es bei mir auch so, dass ich an Regierungen schon nicht zu glauben gewillt bin, daher bin ich eher basisdemokratisch und anarchistisch orientiert. Mein Präerferenz einer imperativ demokratischen Solidargesllschaft hätte, hätte , Fahradkette, dann keins dieser genannten direkten Vertrauensprobleme, das man eben mit demokraticher Kontrolle zuerst regeln müsste, wenn sowas tatsächlich eine Weile läuft, ändert sich natürlich über das Bildungsystem das Verhältnis des einzlenen zur Wirtschaft und es könnte davon ausgegangen werden , dass es wieder einen etwas gößeren Vertrauenspieleraum geben wird, der in manchen Bereichen des altäglichen Lebens um die Versorgung des einzelnen und lokal , Geld ganz überflüssig machen könnte. In anderen Bereichen muss über die kollektiven Finanzen bei kooperativen Projekten/Bereichen sollte sicher immer eine kontrolle erfolgen. Diese Art der Selbstorganisation ist übrigens bei offengelassenen Bevölkerungen zu beobachten , also in Gebieten wo dar ehemalige Kolonialherr sich, weil es nicht mehr zu hohlen gab , praktisch vollständig zurückgezogen hat. Dazu wird man bei Greaber fündig.

gelse 20.04.2014 | 21:19

>>Mögen die Meschen jeden Tag auf´s neue entscheiden, in welcher Währung sie kaufen, investieren, handeln und sparen wollen.<<
Ja klar: Da wo ich zur Zeit meine Arbeitskraft verkaufe, möchten sie gerne in US-Dollar zahlen. € mögen sie nicht, es steht mit aber frei, Hartz4 in € zu beziehen.
In der Bäckerei in meiner Nähe kann ich vielleicht mit Dollars ein Brot bekommen. Aber im nächsten Monat bevorzugt der Arbeitskraftkäufer den Peso. Den nimmt jetzt keine Bäckerei am Ort, aber es steht mit immer noch frei Hartzgeld in € zu beziehen. Dann sag ich, ich will türkische Lira, weil dafür krieg vielleicht ein Döner Kebap. Aber die Agentur für Armut hat gerade auf den südafrikanischen Rand umgestellt. Macht eigentlich aber nix, denn es gibt sicher Billigflüge nach Südafrika. Blöd, wenn die gerade人民幣 / 人民币 wollen. Aber so ist das Leben und für den Fottschritt bringt man doch gerne Opfer…

---

>>...investieren...<<
Das ist aber etwas unsachlich eingeflochten, oder? Wer Überflussgeld hat, investiert doch schon lange wo in in welcher Währung es gerade passt. Oder dieser in Landsberg einsitzende Wurstmaxe nur in € spekuliert? Ehrlich, ohne Flax? Erzähl kein Scheiss, Fitzgerald...

JFK 20.04.2014 | 21:21

Sie MÜSSEN die "demokratische Kontrolle der Geldschöfung" garantieren, ansonsten wird es beim Neustart auch nur wieder irgendein Neustart innerhalb der letzten 5000 Jahre, der zum selben Ende führt wie aktuell. WIE WOLLEN SIE DAS TUN ??? Warum sollte die Menschheit jetzt Gesetze erlassen können, die um so vieles besser und schlauer sind als diejenigen unserer Vorfahren und einen erneuten Geldmisbrauch verhindern. WIE GENAU SOLL DAS GEHEN ?

Der Zins ist aus meiner Sicht nicht nur wichtig für die Giralgeldschöpfung. Denn auch ich würde keinem Fremden Geld ohne Sicherheit und Zins( = Preis des Geldes = u.a. Ausfallaufgeld) leihen. Zudem müssten Sie auch u.a. Mieteinnahmen verbieten, wenn Sie den Zins abschaffen wollen - geht also nicht !

JFK 20.04.2014 | 21:37

Hi GELSE

mir gehts eigendlich nur um das Folgende. Eine Bevölkerung die mündig und frei entscheiden kann, was Geld ist und was nicht, hat die Macht jeden Krieg ad absurdum zu führen, bzw im Keim zu ersticken, weil mit einem Geld das vom Volk nicht akzeptiert wird, kein Krieg geführt werden kann.

Nebenbei - die Umrechung der Währungen ineinander - ließe sich auch schon heute mit einer Klingelkasse beim Dönerlden (in der nichtmal ein Dual-Core-Prozessor stecken muss), rein technisch in Millisekunden bewerkstelligen. - nur mal so ... als Anregung !

Dein Fitzgerald

iDog 20.04.2014 | 21:39

verstehe, nein verbieten will ich sowieso nichts. Das ergibt sich oder eben nicht. Ich denke je nach kenntnisstand der Bevölkerung. Wenn es also einen Neustart geben sollte , die Regierung sich ändert, kommt es auf die Transparenz und den Aufklärungsstand der Menschen an. (Genau darum müsste eigentlich eine Frau Ditfurth zb nicht bei sat 3 die Keule geben sonderen vor der Menge stehen und die Fed erklären , wenn sie es denn drauf hat.)

Mehr ist wohl nicht drin. Aber ichweigere mich wie einige hier den status quo als alternativlos zu sehen, weil das nur heisst die jetzige Dummheit mit der jetzige Dummheit zu beweisen. Für die sorgt ja gerade das nicht tranparente Geld- und Herrschaftrssystem, und deswegen sind solche Blogs hier auch wichtiger als die Rezension des letrzten Tatorts. Die Dummheit muss nicht so bleiben :-))

Georg von Grote 20.04.2014 | 22:01

Ihr könnt doch lesen? Was es mit diesen Wahnmache-Veranstaltungen auf sich hat, ist hier doch nun wirklich bis auf i-Tüpfelchen vorgetragen worden

.

Okay, kann man natür nicht lesen und verdrängen. Aber bevor ich mich mit der FED befasse oder dem Weltfrieden, richte ich erst einmal mein Augenmerk auf das Wesentliche hier, direkt vor der Haustür. Und da erstarkt gerade der rechte Mob, weil die Linke zu blöd ist, das zu verstehen.

Was hab ich von einem Weltfriedengesülze, wenn ich am Ende die Nazis wieder an der Backe habe? Demn Frieden, den die wollen, will ich jedenfalls nicht.

iDog 20.04.2014 | 22:14

Ich finde nein sagen an sich auch korrekt, aber auf Nachfrage und bevor man gneua diesem nein zustimmt ist es manchmal ganz hifreich zu wissen, was sich einer vorstellt, der nein sagt , denn das tun Sie ja auch die ganze Zeit. Genau das führte zu ihrem nein.

Ich oder möglicherweise sogar die meisten hier wollen auch keinen rechten Mob, wie sie es zu nenen pflegen. Wir überlegen daher was zu tun ist, denn eine Diskreditiereung haben wir schon im Raum stehen. Was also weiter? Welchen anderen Frieden also? Doch nicht den der Nato in der Ukraine?

JFK 20.04.2014 | 22:15

Also für mich persönlich ist der rechte Mob - um mit Deinen Worten zu sprechen - genau so tot wie ich - wenn´s bei AFRICOM in Rammstein gaaaanz hell blitzt und dann ein groooooßer Pilz wächst. Deswegen ist für mich der Frieden erstmal wichtiger als alles andere ! und na gu, t Ken Jebsen und Andreas Popp haben zwar das aktuelle Geldsystem nicht verstanden aber was den Frieden angeht tun sie genau das Richtige und "rechts" sind die nach meinem Verständnis auch nicht !

gelse 20.04.2014 | 22:34

>>...weil mit einem Geld das vom Volk nicht akzeptiert wird, kein Krieg geführt werden kann.<<
Ach das ist doch kein Problem. Du willst Sold in Dollars, ich zahle in Liwonzen: Rechnen wir um, mit der Klingelkasse vom Dönerladen.
Du willst 3000 G36 ind Schlawurzen zahlen, ich will dafür €roni: Rechnen wir um, mit der Klingelkasse vom Dönerladen.
Du musst nur aufpassen dass Du niemals einem Engländer eine schottische Pfundnote andrehst...

Georg von Grote 20.04.2014 | 22:36

Nein, den will ich auch nicht.

Nur ehrlich gesagt, ist das was im Moment in der Ukraine passiert, für mich eher zweitranging, weil bei uns ein wesentlich gravierenderes Problem aufgetaucht ist. Für die Ukraine kann ich im Moment nichts tun, das hiesige Problem kann ich aber bekämpfen.

Und das hiesige Problem ist, das die Rechte eine neue Strategie hat und offenbar die meisten die nicht erkennen, oder erkennen wollen.

Ich nehme mal die Berliner Betreiber heraus, weil die besonders im Fokus stehen, weil auch offiziell bekannter.

Denen geht es nicht um die Ukraine, denen geht es wahrscheinlich nicht einmal um die FED. Die sind auf Stimmenfang für die rechten Parteien und Gruppierungen, von AfD über DVU bis hin zur NPD.

Das Friedensgequake von Jebsen und Co ist nur der Köder.

Sie bekommen es vielleicht nicht mit, aber wir, die wir die Gruppen im Netz zur Zeit ständig beäugen.

Die neueste Aktion worldwebwide, die von Ken Jebsen und Elsässer gemeinsam in Werbeaktionen geführt wird ist der ziemlich groß promotete Aufruf, "das Unterstützer-T-Shirt für KenFM zusammen mit einem Compact -Jahresabo zu erwerben, um den Frieden zu retten."

Willkommen bei Jebsens und Elsässers Kapitalismuskritik :-)

iDog 20.04.2014 | 22:55

um's zum ende zu bringen: wofür brauchen die Stimmen? doch nicht für eine paar sitze im eu paralament? Und meinen Sie einer, der sonst nicht NPD wählt, wohlmöglich ein Linker , der was nicht verstanden hat , wählt dann plötzlich NPD nur weil Jebsen da mal was von der FED gerappt hat? Ist das nicht ein bisschen paranoid?

Während ich jede Paranoia , dass die Amis mitsamt Nato und EU die Tage in der Ukraine einen neuen Stellvertreterkrieg anzettelen, durchaus verstehen kann.

Und dann ist ja auch die deutsche Landschaft sowieso wo du hinguckst von Nazis verseucht, oder? Kein tag vergeht wo nicht irgendwo Nazis auftauchen und wenn's im Spiegel ist... und jetzt sind sie ja auch hier und , na egal ... komisch das die gar keine druck von euch bekommen - zumindest hier nicht.

Ich sagte ja schon : in FR sind neuerdings auch alle Systemkritiker Nazis, sogar Schwarze ...

gelse 20.04.2014 | 23:03

>>…den Sold für das Abknallen anderer Menschen…<<
Ha ja, wenn es um die Akzeptanz eines Zahlungsmittels geht.

und die Bezahlung der Waffen durch Kriegsherren, nicht zu vergessen

Auf welche Weise entscheidet denn der Zwangssoldat über Teilnahme oder Nichtteilnahme am Krieg? Im ersten Weltkrieg haben sie das mit Hochstrecken von weissen Fahnen gemacht. Geht das heute mit einem Zahlungsmittel?

Georg von Grote 20.04.2014 | 23:58

Nee sorry, idog, hab mich getäuscht. Jebsen geht es nur um Frieden und darum dass endlich dieses bankensystem geändert wird und seine dhirts verkauft er nur, weil er damit den kleinen Flüchtlingskindern aus Syrien helfen will.

Sie merken es immer noch nicht, oder? :-) Aber wenn es dann so weit ist, dürfen Sie auf sich ganz stolz sein, denn Sie haben mit dazu beigetragen, dass Faschismus in Deutschland wieder gesellschaftsfähig ist. Congrats! :-)

MO 21.04.2014 | 09:10

ich geh jedoch zumindest theoretisch !!! davon aus , dass es in einem Geldsystem wo die initiale Geldschöpfung in öffentlicher Hand liegt auch eine funktionierende demokratische Kontrolle existiert

Absolut richtig, aber genau darin liegt das Problem. Diese Kontrolle müsste jedoch weitergehend installiert werden, so wie eine Verfassung auch einen Riegel vor bestimmte politische Entscheidungen schiebt.

Ich muss gestehen, dass ich eine Lösung nicht habe. Jedoch gibt es auch Lösungsansätze jenseits von staatlicher Geldschöpfung. Auch die sind aber theoretisch bzw. ist es zu wenig, wenn sich Lösungsansätze nur theoretisch erschließen.

Ihr Ansatz des "echten Kapitals" ist durchaus fragwürdig. Was ist das?

Sorry, wenn ich Begriffe verwende, die mit einer bestimmten Terminologie zu kollidieren scheinen. Was ich meine, ist, dass Geld einerseits ein Tauschmittel ist und somit Werte spiegelt, also Arbeit oder Sachwerte, andererseits gibt es so genanntes Fiatgeld, das eben wie durch Zauberei entsteht, ungedeckt ist und durch das Versprechen, es wieder zu vernichten (zurück zu zahlen) in die Welt gesetzt wird. Dieses Geld ist aber nicht von jenem Geld, das Werte spiegelt, zu unterscheiden (bzw. wenn es einmal in die Welt gesetzt wurde, nicht mehr zu unterscheiden). Mit anderen Worten, Banken verwenden den Trick, Fiatgeld in die Welt zu setzen, um es dann in reale Werte zu verwandeln, während uns dieser Trick nicht zusteht. Wir müssen dafür arbeiten. Das Kapital oder der Besitz aus Geldschöpfung oder Arbeit ist aber in seiner Funktion nicht mehr zu unterscheiden. Das hier weiter zu vertiefen, würde den Rahmen etwas sprengen. Hatten Sie aber nicht auf Heinsohn verwiesen? Ich denke bei Heinsohn ist das gut dargestellt.

Zum Zinssystem: Sie haben vollkommen Recht. Man sollte nur bedenken, dass der Zins auch in Form echter wirtschaftlicher Wertschöpfung erwirtschaftet werden kann. Das Problem ist jedoch, dass damit stetig Wachstum erforderlich ist, verschärft durch Zinseszins, den Wachstum eben nicht mehr einholen kann.

Zins bei einem Geldsystem, wo Geld ein reines Tauschmittel wäre, würde diesen Druck jedoch weniger erzeugen. Warum sollten Sie nicht einen kleinen Ausgleich erhalten, wenn Sie Ihr Geld jemandem leihen, der dieses Kapital gerade benötigt? (So wie man sich das ja auch einbildet, wenn man sein Geld auf ein Sparkonto legt z.B) Das Prinzip ist doch folgendes: A hat eine Wiese. Sie ist nur etwas wert, wenn er sie bewirtschaftet. Also baut er Hafer an, erwirtschaftet einen Wert, den er auf dem Markt verkauft. Wenn A nun keine Ahnung hat vom Haferanbau, verleiht er die Wiese an B. B baut Hafer an, verkauft diesen und A erhält eine kleine Provision.

Sofern Geld endlich ist, wird das Modell der Wiese, das man auch auf Kapital übertragen kann (theoretisch!) funktionieren. Banken als Vermittler von Krediten (so wie man meint, wie es wäre) würden eine relevante Rolle spielen. Aber Banken sind eben keine Vermittler, sondern erhöhen kontinuierlich die Geldmenge, wodurch ein Gegendruck (nämlich die Schulden, die danach drängen, zurück gezahlt zu werden) entsteht. Der Druck wird dann dadurch ausgeglichen, dass er erhöht wird. So absurd es klingt, aber die Verschuldung führt dazu, dass man, um sie zurückführen zu können, noch mehr Schulden aufnehmen muss. Das geht natürlich nur, weil zu den Schulden auch die Zinsen hinzukommen, aber - und da unterscheiden wir uns vielleicht - ist mM. nach nicht die Abschaffung der Zinsen die Lösung, sondern ein Geldsystem, das kein unendliches Schöpfen von Geld (banknoten / Schuldtitel) ermöglicht.

Bei der Analyse stimme ich aber vollkommen zu und die zwangsläufigen Währungsreformen, die daraus resultieren, kann man ja überall auf der Welt auch beobachten, wenn davon auch der normale Nachrichtenkonsument kaum etwas mitbekommt.

MO 21.04.2014 | 09:16

Tatsache, dass die dortigen Redner behaupten, FED=Rothschild=Jude=Schuld an allen Kriegen

Nur, um es richtig zu stellen. Diesen Zusammenhang hat Ditfurth erfunden. Es will ihr da auch keiner das Copyright streitig machen. Und es ist ein Unterschied, ob man fragt, wer SCHULD hat, oder wer etwas FINANZIERT hat. Oder wollen Sie behaupten, dass die Wallstreet beim "rise of Hitler" keine Rolle gespielt hätte?

fahrwax 21.04.2014 | 09:19

Deine Bedenken zur kognitiven Dissonanz bilden derzeit die Grundlage jeder Führungsrolle selbsternannter "Eliten" mit angegliedertem "Glaubengebäude".

Wo ein Benedikt von tötendem Kapitalismus faselt, verschweigt er den Mitaufbau durch seinen hierarchischen Verein.

Vergleichbare Gebäude liefert jede Partei und fabuliert vom demokratischen Souverän, wo die Macht einer schmalen Hierarchie unübersehbar ist.

Sieht es in der FC anders aus?

Angemasste Kompetenzen hinter denen pure Warmluft zum Vorschein kommt, wenn bescheidene Fragen nach dem Hintergrund der lautstark vorgetragenen Anmassung gestellt werden........

Jeder Hoheit versucht ihre Anmassung hinter flachen Definitionen eigener Deutung zu verbergen, das ist hohl.

Gerade hier

MO 21.04.2014 | 09:24

Ich vermute, GvG sieht 80 Millionen Nazis in D., die man nur durch eine elitäre, militärische Clique im Zaum halten kann.

Und das meint GvG zur Svoboda:

"Und bevor ich hier eine neue faschistische Ukraine an die Wand male, würde ich doch erst einmal die Wahl im Mai abwarten. Dann kann man sehen, wie stark etwaige Strömungen dieser Art dort tatsächlich sind."

"Im Moment muss man sich nun einmal damit abfinden, dass in der ukrainischen Übergangsregierung auch die Swoboda mitmischt."

MO 21.04.2014 | 09:39

""Echtes Kapital" wie man in der Enstehungsphase des modernen Kapitalismus sieht, bezieht sich dann zwangsläufig auf die tradierten Besitzverhältnisse , nach denen nur der Schuldverträge und Titel aus Eigentum generieren kann , der schon besitzt. Also im späten 13ten Jh geht es da um die englische Aristokratie - Grundbesitzer, um nach den Bauernaufstände Löhne zahlen zu können etc. . Nach einer Währungreform wären es ebenfall nur wieder die Eigentümer der Produktionsstätten oder Grundbesitzer , die das Zinsakkumulatitionsprogramm von forne beginnen mit allen bekannten Konsequenzen, weil diese die eizigen wären , die über kapitalisierbares Eignetum verfügen."

Vielleicht noch eine Anmerkung hierzu. Das ist insofern richtig, als wir eine Verteilung von Besitz haben, wo an der Spitze wenige fast alles besitzen...

Doch wie soll man das Problem lösen? Die Reichn enteignen? das ginge nur mit Gewalt (nicht unbedingt militärischer, aber mit Gesetzen, die auch notfalls mit Wegnahme durchgesetzt werden müssten). Glauben Sie nicht, so etwas würde katastrophal ändern, da sich die Reichen wehren würden und dazu auch - aufgrund ihres Reichtums - die Mittel haben?

mM.nach kann es nur eine Möglichkeit geben, nämlich die derzeitige systembedingte Vermögensumverteilung von unten nach oben durch Änderungen beim Geld- und Währungssytem umzudrehen, so dass der Wohlstand nach unten hin wächst und die Spitze verliert.

fahrwax 21.04.2014 | 10:16

Leider sind wir alle zu blöd einen Faschisten von einem Fahrrad unterscheiden zu können. Klammheimlich sind wir auch noch Antisemiten, was uns selbst aber nicht klar ist. Wir machen uns pausenlos etwas vor und halten Dialektik für die schönste Möglichkeit der Nutzung von Klopapier.

Eigentlich sind wir nur auf der Suche nach einem neuen Führer, weil wir dumm und auch noch farbenblind sind.

Endlich sollten wir einsichtig werden, GvG und seine geistige Gewandschaft aufs Schild heben und Montags schön im Bett bleiben.

Was dann, von Dienstags bis Sonntags, noch so ansteht wird in einem neuen Blog veröffentlicht - dem ist unbedingt Folge zu leisten. Das dann aber zügig und ohne Widerspruch.

Mann, hab ich wieder Blähungen...........

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 10:17

Mein lieber Mo,

..."mM.nach kann es nur eine Möglichkeit geben, nämlich die derzeitige systembedingte Vermögensumverteilung von unten nach oben durch Änderungen beim Geld- und Währungssytem umzudrehen, so dass der Wohlstand nach unten hin wächst und die Spitze verliert"...

Das ist sicher richtig, aber darum scheiden sich ja so viele Geister wie so etwas von statten gehen könnte ohne Blutvergiessen.

Wenn ein:

..."Gert G. Wagner, 61, ist Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik an der TU Berlin, Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, Fellow am Max Planck Institut für Bildungsforschung und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).
Zudem ist Wagner Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung und des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten, sowie Mitglied des Statistischen Beirats. Von 1989 bis 2011 leitete er beim DIW die Längsschnittstudie „Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)“. 2007 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande von Bundespräsident Horst Köhler"...

am 19. April 2014 SAGT:

..."Daher gibt es ja auch gute Argumente für eine Erbschaftssteuer nahe 100 Prozent"...

Da hamwerse wieder, das Blut auf den Strassen...

;-)

Lesenswerter Artikel übrigens

Gruss

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 10:34

Ich finde richtungsweisende Autoren die uns jeden Tag mit einem erhellenden Blog im Freitag die Äuglein öffnen immanent wichtig damit wir nicht der Idee verfallen, Diskussionen zu eröffnen die sich auf Augenhöhe befinden. Selbstbeweihräuchernde Blogs und kritikabstinente Kommentare sind wichtig um die Diskussionskultur im Freitag aufrecht zu erhalten.

Ich habe Durchfall

fahrwax 21.04.2014 | 10:49

Offensichtlich sind wir einem infektiösen Darmleiden unterlegen.

Eine Therapie bis zur Genesung ist notwendig.

Nur so ein Therapieansatz:

Damit die friedensschaffenden Humanisten der US-Streitkräfte ihre Vorhaben auch mit dem notwendigen Rückhalt der deutschen Bevölkerung veranstalten können, veranstalten sie - ab sofort und täglich - Tage der offenen Tür. Dort wird dann auch der, vom Herrn Präsidenten gestiftete, Friedensnobelpreis als Wanderpokal verlost.

Eine Liste der gut gepflegten, einladenden Liegenschaften ist HIER.

Sollte das Personal im jeweiligen Eingangsbereich zu Unhöflichkeiten neigen, liegt das nur an den Unzulänglichkeiten des ministeriellen Postversandes per Drohne.

iDog 21.04.2014 | 11:46

"Die Reichn enteignen? das ginge nur mit Gewalt (nicht unbedingt militärischer, aber mit Gesetzen, die auch notfalls mit Wegnahme durchgesetzt werden müssten)"

nur dazu . hab heute keine Zeit :-(

es ist zum Beispiel so , dass die Banken in der französischen Nachkriegsgeschichte 2 mal verstaatlicht wurden. einmal direkt nach dem Krieg und einmal von Mitterand.

Und wenn die Enteignung der Bürger durch die Banken "ok" ist , dann wird das Gegenteil auch funktionieren - das hängt dann ja nur wie man am Beispiel sieht initial an der politischen Konstellation bzw dem Willen/Votum einer Bevölkerung. Es braucht also nicht unbedingt Gewalt. Die Gewalt entsteht vielmehr auf der Gegenseite, wenn die Banken den Staat unterwandern , wie man deutlich an der heutigen Widerstandbekämpfung sieht.

Bei all dem gibt es sicher einen Rubicon , ob der überschritten ist kann man nie mit Sicherheit sagen . Ist er überschritten , kommt es zu Gewalt. Und dann wird die Legitimität dieser willkürlichen antidemokratischen Gewalt aber auch evaluiert , und zwar von der Bevölkerung. Und dann entwickelt sich das Votum oder nicht. Das kommt dann stark auf die bestehende Transparenz des Themas an, für die wir uns engagieren.

fahrwax 21.04.2014 | 12:00

Persönlich halte ich es ja für eine schöne Möglichkeit dem Reichen zu sagen, das er seine Scheinchen gern allein essen kann, seine Maschinchen schick allein bedienen und seine Feinde allerbest allein totmachen, kanner mal probieren.

Sollte ihn alsbald der Appetit plagen, könnte er für ein Marmeladenschnittchen vorsprechen, aber dafür wird er sich bewegen müssen.

Träume sind natürlich Schäume, aber schämen soll sich wer will.

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 12:02

WOOOOOOO ?

nach grotes verschwörungstheorie kann man das halt nicht eindeutig und konkret festmachen >>> weil DAS ja genau das subversive dieses "gemeinen, gefährlichen, hinterhältigen" plans ist und sie die "schwarze, böse katze" erst aus dem sack lassen, wenn alle von "ihren guru" völlig benebelt sind und nicht mehr wissen, was sie tun ... ER weiss das ... woher??? kann er nicht beantworten >>> deshalb versucht er halt mit beschimpfungen und abwertungen der "ratten" hinter ihrem flötenspieler eine adaptierte geschichte zu fabulieren ... die er wohl selbst glaubt, zumindest nicht hinterfragen will, was wesentlich überzeugender wäre ... da ER ja eigentlich der flötenspieler ist ... aber "natürlich" nur für hellwache, kluge ratten, die ER retten will ... nur weil die ganze geschichte hinten und vorn nicht stimmt >>> und die menschen WIRKLICH!!! frieden wollen und alle raffinierten lügen schon lange durchschaut haben und alles ANDERE als einen guru oder rattenfänger wollen ... dreht er am rad ...

MO 21.04.2014 | 12:14

Ich habe den Artikel nur überflogen. Werde ihn mir vielleicht mit mehr Zeit noch genauer ansehen. Ich halte nur den Diskurs über Leistung für verfehlt, weil er mir zu moralisch ist. Da taucht gleich die Frage auf, was ist Leistung, eröffnet auch die Möglichkeit, zu erklären, dass ein Hartz-4-Empfänger leistungsloses Einkommen erhält.

Es wäre schon viel gewonnen, wenn es tatsächlich nur darum ginge, wie man die Umkehr hinkriegt. Ich glaube aber, dass darüber noch zu wenig gesellschaftlicher Konsens besteht. Wenn eine Forderung wie "Schafft die FED ab" schon im Keim erstickt wird (so sehr man auch über die Details und was immer das "Abschaffen" bedeutet), dann ist der Weg der Analyse noch weit und die Lösungen noch hinterm Horizont. Die Frage ist auch, wie sich Liberale und Sozialisten in diesem Punkt, den beide in ähnlicher Weise analysieren und kritisieren verständigen, oder ob dort eine Spaltung stattfindet (initiiert wird), so dass das Ding einfach stecken bleibt.

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 12:38

..."es ist zum Beispiel so , dass die Banken in der französischen Nachkriegsgeschichte 2 mal verstaatlicht wurden. einmal direkt nach dem Krieg und einmal von Mitterand"...

Das finde ich höchst interessant, „les trois vieilles“, auch denen musste 2008 unter die Arme gegriffen werden, mit Steuergeldern versteht sich, nachdem man sich mit Credit fault Swaps verhoben hatte.
"Fracturation hydraulique financiér", oder wie sagt man bei euch?

Bis ihnen die Scheisse aus den Ohren kommt.

gelse 21.04.2014 | 12:43

>>Wenn A nun keine Ahnung hat vom Haferanbau, verleiht er die Wiese an B. B baut Hafer an, verkauft diesen und A erhält eine kleine Provision.<<
Anders gesagt, A hätte eigentlich die gesellschaftliche Erlaubnis, auf dem Grund Hafer oder sonst was anzubauen, ist dazu aber nicht fähig oder zu faul. Deswegen überlässt er das Grundstück B, der damit etwas anfangen kann. Die „Provision“ an A, der zum Arbeitsergebnis von B nichts beiträgt (ausser dass er zu faul ist den Grund selber zu bearbeiten) ist durchaus fragwürdig, sobald wir das Besitzprivileg* infrage stellen: Das Besitzprivileg erlaubt es A, von der Arbeit des B zu leben ohne sich selber irgendwie nützlich zu machen.
*Das Bestitzprivileg verschafft A also ein leistungsloses Einkommen. Stellen wir uns einfach mal vor, A hätte soviel Grund, dass er die Pachteinnahmen nicht vollständig zum Leben verbraucht. Dann will er das Überschussgeld „anlegen“, damit es ihm mehr Geld einbringe. So kommen wir zum kapitalistischen Prinzip: „Geld muss Geld bringen und mehr Geld muss noch mehr Geld bringen“. Und so lange das unsere Arbeit beherrscht, werden wir weder Umweltprobleme, noch Hunger noch Kriege in den Griff bekommen können.
Das Bankwesen ist nicht der Ursprung, sondern ein Symptom des Besitzprivileges. Symptomdämpfende Therapien ändern bekannlich nichts an der Krankheit. Das meinte ich oben mit „zu kurz springen“.

---

A verbreitet eventuell gegen Kritiker den Glaubenssatz, er besässe mit dem Grund ja „schaffendes“ und nicht „raffendes“ Kapital. Das „raffende“ Kapital entsteht aber genau aus den Überschüssen, die A aufgrund des Besitzprivilges einnimmt. A ist aus naheligenden Gründen nicht daran interessiert dass sich damit jemand auseinander setzt.

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 12:56

Lieber Mo,

..."Ich halte nur den Diskurs über Leistung für verfehlt, weil er mir zu moralisch ist"...

Ueber diesen Satz denken wir noch mal bitte nach!

Nebenbei, Sie verstehen meinen grummeligen Hinweis nicht.

Wenn schon ein "Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik an der TU Berlin, Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, Fellow am Max Planck Institut für Bildungsforschung und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech)"...Titelblabla... darauf hinweist, das in der Gesellschaft etwas ganz gewaltig schiefgeht, was Arbeit, Leistung und Einkommen angeht, ist es viel schlimmer als man denkt.

Lesen Sie den mal, damals, als ich mir noch Mühe gegeben habe...

Gruss

MO 21.04.2014 | 13:18

Sie zielen hier auf ein Kernproblem, nämlich, dass Eigentum an sich verwerflich sei. Der Gedanke, muss ich zugeben, hat was. Ich bin allerdings weder Kommunist, noch unrealistisch und glaube kaum, dass man einerseits von einer eigentumslosen Gesellschaft träumen sollte und andererseits den Raubzug der Banken bzw. die durch das Geldsystem ermöglichte Enteignung der unteren und mittleren Schichten dann eben in kauf nehmen sollte.

Warum ist die Vermietung leistungsloses Einkommen? Wenn ich mir die Wiese erarbeitet habe, ist sie es nicht. Ich habe meine Arbeit in Geld getauscht und das Geld wiederum in Wiese. Und da wollen Sie ansetzen und mir die Wiese wegnehmen? Wie gerecht.

Wie schon erwähnt, ist der Gedanke, dass Grundbesitz verwerflich sei (jeder sollte das Land nutzen können wie es ihm beliebt) interessant. Die Realität dieser Theorie ist jedoch nie ein Zurück in Zeiten als es noch nicht die Unterscheidung zwischen Eigentum und Besitz gab, sondern hin zu einem Staatskapitalismus.

Meine oben dargelegte Vorstellung ist weder Abschaffung des Eigentums noch Monopolisierung durch den Staat, sondern (gerechte) Verteilung. Eine Umkehr der jetzigen Vermögensverteilung von unten nach oben hin zu von oben nach unten - und zwar so langsam, dass es dabei friedlich zugeht. Ein Stopp des jetzigen Umverteilungssystems von unten nach oben würde mir für die nächsten 5 Jahren schon reichen. Eventuell würde ich mich sogar vorläufig damit zufrieden geben, dass Werte-zerstörende Kriege nicht stattfinden, denn Kriege und Krisen sind die Garanten dieses von unten nach oben verteilenden Systems.

Übrigens würde ein gerechteres Aufteilen und mehr Vermögen in Händen der unteren und mittleren Schichten automatisch kapitalistische Auswüchse begrenzen. Denn wenn B selbst genug Wiesen hat, muss er sie nicht von A leihen. Mit einer Eigentumsmonopolisierung oder einer allgmeinen Enteignung (Abschaffung von Privateigentum) schaffen sie nur Sklaven, deren einzigert Trost ist, dass der andere ja auch nur Sklave ist, und dann bestünde immer die Gefahr, den Staat zu hijjacken und eine Oligarchie zu installieren. Der beste Schutz gegen Faschismus / Oligarchie ist meiner Meinung nach eine Gesellschaft, in der der Reichtum (und unsere Gesellschaft ist reich) relativ gleich verteilt ist und vor staatlicher Enteignung (bzw. über Banken) geschützt ist.

MO 21.04.2014 | 13:40

Und wenn man nichts verebt, wem fällt dann das erarbeitete Vermögen zu? Die Kirche ist da immer sehr interessiert an. Sie sammelt die ganzen Schäfchen ohne Erben ein, wenn es auf den Zeitpunkt zuläuft. Der Staat wird da nicht anders sein.

Ich habe dazu nun einmal eine andere Meinung und wenn Sie die nicht respektieren möchten, dann kann ich mich sehr gut auch dem Ostereiersuchen widmen.

Die Frage der Leistung etc. wäre für mich eine separate Diskussion, zu der auch die justiziable Handhabbarkeit gehört. Wenn Gelse nun eine geniale Erfindung macht und kann aufgrund eines Gedankens den Rest des Lebens ein Einkommen beziehen, ist es dann gerecht, dass man ihr alles über Steuern wegnimmt? Ist nur eine Leistung, die einen zum Abend müde gemacht hat? Soll Jutta Ditfurth an ihren Büchern nicht mehr verdienen als Hans Wurst, weil ihre Bücher erfolgreicher sind? Ist der Erfolg eines Buches auch der Maßstab für die Leistung? Ist also eine Promi-Autobiografie mehr Leistung als ein ökonomisches 600-Seiten-Werk? Was machen Sie mit dem Geld, das Sie verdienen? Wenn Sie es auf ein Sparkonto legen, handeln Sie nach dem oben beschriebenen Wiesen-Prinzip. Muss dann der Sparkassendirektor fragen, ob Sie dafür genügend geleistet haben, bevor er es annimmt?

Es gibt genügend Grundstücke, schließlich wohnt ja jeder irgendwie. Wie wäre es denn, wenn jeder in seinem Eigentum wohnte? Wäre das nun schlecht für die Gesellschaft oder den Kapitalismus, der auf Mieter angewiesen ist, nicht aber auf Eigentümen.

gelse 21.04.2014 | 13:44

>>Na ja, das mit dem Erben ist so eine Sache, könnte es die Steinaxt gewesen sein die auf den Nachbarn niedergesaust ist?<<
Steinaxt oder Schwert. (Kampfdrohnen hatten sie ja noch nicht.)
Und dann den Anderen gesagt: "Des ghört jetz mir! Und wer seine Schafe drauf weiden will, muss mir ein Zehntel der Wolle und ein Zehntel der Lämmer abgeben!!"
Der Kinder des Axtschlägers/Schwerthauers erbten, gemäss dem Neuen Recht, das Recht, den Zehnten einzukassieren. Und für die Kinder derer die nicht schnell genug zurückhauten, war das dann schon normal.

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 13:45

..."So nicht, lieber Tlacuache!"...

..."Ich halte nur den Diskurs über Leistung für verfehlt, weil er mir zu moralisch ist"...

Ich übersetze es noch einmal:

"Ich halte die Diskussion über Produktivität für verfehlt, da sie festgelegter Bestandteil eines Handlungsmusters, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen sind".

Das wiederum in meinen Augen eine kulturelle Konstruktion ist, die durchbrochen werden muss.

Mit "so nicht" kommen wir nicht weiter, wenn da hinten nix kommt...

MO 21.04.2014 | 13:56

Mit "so nicht" kommen wir nicht weiter, wenn da hinten nix kommt...


Wenn es ums weiterkommen geht und Sie sich einschließen, was "uns" impliziert, dann sind Sie auch imstande auf Oberlehrer-Sprüche zu verzichten. Wir sind ja nicht in der Grundschule.

Die Übersetzung ist falsch. Produktivität ist nicht Leistung, aber sowohl das eine wie das andere kann man nicht in einer Gesellschaft gesetzlich festlegen. Meine Vorstellungen von Leistung und Produktivität sind ganz andere als Ihre (möglicherweise). Ich halte auch eine Diskussion über solidarische Einkommen, die keine Produktivität einfordern, für kontraproduktiv. Der Sozialstaat ist eine Errungenschaft, die man nicht über Leistungsdiskussionen in Frage stellen sollte (wobei ich nicht behaupte, sie hätten das gemacht, aber es ist eben in der Leistungsdiskussion angelegt).

Die individuellen Leistungs- und Produktionsvorstellungen lassen sich aber in einer offenen Gesellschaft besser verwirklichen als in einer, wo der Staat alles konrolliert. Sie können z.B. Formen finden, wo sie diese Möglichkeiten verwirklichen. Genossenschaften, Klöster etc.

Der alles umfassende und keinen aus seinen Klauen entassende Würgegriff ist aber das Geld bzw. das Monopol auf die Kontrolle des Tauschgeschäftes. Selbst in einer Genossenschaft nach ideal-sozialistischem Vorbild, müssen die Steuern in Euro bezahlt werden. Man kann dem nur entgehen, indem man autonom wird und seine eigenen Lebensmittel anbaut. Hochachtung vor diesen Menschen, die im allgemeinen als Spinner abgetan werden, aber sie sind wenigstens konsequent. Nur von sozialistischen Idealem zu reden, jede Form von Kapital abzulehnen, aber mitzumachen, ist weniger konsequent.

Mahdi 21.04.2014 | 13:59

Ist doch Lustig, keine der Parteien würden zu Frieden aufrufen, fällt wem eigentlich noch etwas auf, und dann stellt sich eine Jutta Ditfurth hin, und das das seien alles Antisemiten, was sich jeder Semit, der daran teil genommen hat verbittet. Und hier hat mal wer vergleich gezogen, satirisch gesehen, welche Äußerungen Frau Dittfurth schon mal von sich gegeben hat, dann müsste diese ja auch Antisemitin sein, wenn das auf die Friedensbewegung zutrifft, die die Methoden der FED kritisiert.

Wer sagt eigentlich etwas gegen den Krieg, wenn nicht sogar 3. Weltkrieg da von unseren Parteien?

"Also Jutta Dittfurth ist sicherlich keine Faschistin. Aber sie sollte da auch mit der Verunglimpfung anderer Zeitgenossen vorsichtig sein, zumal sie kollektiv ganze Friedensbewegungen in die rechte Ecke stellt statt als Linke selber für linke Friedensbewegungen zu mobilisieren . Spaltung der Friedensbewegung als Selbstzweck ist abzulehnen. Alternativen für den Kampf gegen Faschismus und Krieg sind gerade jetzt angesichts der Ukraine-Krise und der Erstarkung der Faschisten in Europa gefragt, zumal die Linke auch immer überparteiliche Volksfrontbewegungen im Kampf gegen Faschismus und Krieg propagiert hatte und für das übergeordnete Ziel auch Nichtlinke, Pazifisten, Christen und bürgerliche Politiker mit ins Boot geholt hatte.

Nichtlinke können das Vakuum als Organisatoren von Friedensbewegungen doch nur deshalb füllen, weil Linke und auch linke Grüne hier jämmerlich versagt haben und sich nicht an die Spitze der Bewegung für den Weltfrieden und gegen Kriege sowie Eurofaschismus in der Ukraine gestellt haben. Das ist allein dem Versagen der Linken im Lande geschuldet und nicht Leuten wie Märholz, Jebsen und Co, die diese Lücke eben nur füllen."

http://internetz-zeitung.eu/index.php/1736-satire-vertritt-die-ex-vorsitzende-der-grünen-jutta-dittfurth-nazi-ideologie

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 14:02

..."Es gibt genügend Grundstücke, schließlich wohnt ja jeder irgendwie. Wie wäre es denn, wenn jeder in seinem Eigentum wohnte? Wäre das nun schlecht für die Gesellschaft oder den Kapitalismus, der auf Mieter angewiesen ist, nicht aber auf Eigentümen"...

Hoffentlich lebst du auf der richtigen Seite, Beispiel Manila:

http://www.happytellus.com/img/manila/manila_5336.jpg

http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTKXOCNTLLCuGITlnZGGjyJJ3SlW2MVqr-FJT9U5NMfWCliHU_S

Hier noch mal Sao Paulo:

http://www.aporrea.org/imagenes/2010/01/sao_paulo.jpg

Du lebst links?

gelse 21.04.2014 | 14:05

>>Und wenn man nichts verebt, wem fällt dann das erarbeitete Vermögen zu? Die Kirche ist da immer sehr interessiert an. Sie sammelt die ganzen Schäfchen ohne Erben ein, wenn es auf den Zeitpunkt zuläuft. Der Staat wird da nicht anders sein.<<
Man könnte, als Denkanstoss, mal schauen, wie sie das in der Mondragón Corporación Cooperativa geregelt. Jeder/Arbeitende ist Teilhaber mit einer Stimme. Und es gibt keine Erben die von aussen Ansprüche stellen könnten.

---

>>Was machen Sie mit dem Geld, das Sie verdienen?<<
Interessante Frage, ja. Davor steht die Frage: „Wieviel brauche ich überhaupt zum Leben?“
Und die andere Frage: „Wer vollbringt die enorme Leistung, 1 000 000 Bücher zu verkaufen?“
Die Antwort kann lauten: „Der/die Autor/in.“ Oder: Es ist eine gesellschaftliche Leistung. Autor, Setzer, Drucker und Verteiler in den Buchläden bewirken das gemeinsam.

>>Ich habe dazu nun einmal eine andere Meinung und wenn Sie die nicht respektieren möchten,…<<
Ja, das ist mir schon klar. Ich habe dazu ungläubige Fragen und wenn Sie die nicht respektieren möchten, dann kann ich ja…
Man muss nicht diskutieren, neinnein, muss man nicht.

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 14:14

..."Die Übersetzung ist falsch. Produktivität ist nicht Leistung"...

Da gebe ich Ihnen unumwunden Recht, ich war im Kopf schon wieder in Hamsterradleistung.

..."aber sowohl das eine wie das andere kann man nicht in einer Gesellschaft gesetzlich festlegen"...

What?

..."1938 wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika nationale Mindestlöhne eingeführt, mit der Begründung, die weißen Arbeitnehmer vor den damals als minderwertig angesehenen Schwarzen zu schützen. Das Jahr vor der Einführung des Mindestlohns war dann auch das letzte Jahr, in dem die Arbeitslosigkeit der Schwarzen niedriger war als die der Weißen"...

Hmm

MO 21.04.2014 | 14:35

Nein, ich lebe nicht in Manila. Ich bin aber auch nicht paranoid und denke ständig, ich bin von bösen Menschen umgeben, denen ich was auf die Fresse hauen muss. DAS ist es, was für mich einmal im Kern Links bedeutete, ein anderes Menschenbild nämlich. Lange ist es her und damals waren es Rechte oder Konservative, die arrogant waren, sich vom Bösen bedroht fühlten und jedem, der ein Menschenbild hatte, in dem man vom Guten im Menschen ausging, den Stinkefinger zeigte.

Ich gebe zu, das ist nicht gerade die intellektuellste Definition von Links, aber mich schert es auch nicht weiter. Der linke Vergnügungspark aus Verbotsschildern und Einbahnstraßen verirrt sich zuweilen in mich, aber ich mich nicht in ihn. Was ich denken darf und was nicht, bestimme immer noch ich, und kein irgenwie Links.

MO 21.04.2014 | 14:39

Man könnte, als Denkanstoss, mal schauen, wie sie das in der Mondragón Corporación Cooperativa geregelt. Jeder/Arbeitende ist Teilhaber mit einer Stimme. Und es gibt keine Erben die von aussen Ansprüche stellen könnten.

Diesen Hinweis werde ich (ernsthaft) aufnehmen. Ein gesellschaftliches Modell lässt sich jedoch - ohne diktatorische Maßnahmen - am besten in einer Welt verwirklichen, die Pluralität zulässt. Wie schon ausführlich erklärt, hat für mich vorläufig die Systemumkehr Priorität.

MO 21.04.2014 | 14:54

"kann" bedeutet hier, dass es nicht möglich ist, einen Konsens zu finden, der "Leistung" definiert und in einem Gesetzeskanon niedergelegt wird, Sie Meisterinterpret. Im Zusammenhang und mit den genannten Beispielen hätte das eigentlich keiner weiteren Erklärung bedurft. Was hat das mit Gesetzen zum Mindestlohn zu tun? Nichts. Und dass Sie gerade ein Beispiel gewählt haben, in dem es um Rassismus geht, will ich mal wohlwollend zu Ihren Gunsten nicht fehlinterpretieren. Diese Methode der Anklänge und Anspielungen, wenn man argumentativ nicht weiter weiß, wird hier schon zur Genüge betrieben.

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 15:14

..."Wie schon ausführlich erklärt, hat für mich vorläufig die Systemumkehr Priorität"...

Ach so, da habe ich Sie missverstanden,

Mo schrieb:

..."Es gibt genügend Grundstücke, schließlich wohnt ja jeder irgendwie. Wie wäre es denn, wenn jeder in seinem Eigentum wohnte? Wäre das nun schlecht für die Gesellschaft oder den Kapitalismus, der auf Mieter angewiesen ist, nicht aber auf Eigentümen"...

Vielleicht sollten wir da mal anfangen...

Wenn die Quandt - Familie mit BMW Milliarden macht, gegründet auf VARTA Batterien und/oder sogar dänischen KZ - Häftlingen, also noch nicht mal Schwarze oder so, sich sogar ein ehemahliger US - Staatsanwalt mit 90 bein Interview fast einen Herzinfarkt einhandelt, weil sie ihn nicht bekommen haben, da ihn die Engländer versteckt hielten, naja, sowas wäre ja mal neuere Geschichtsaufarbeitung, gelle? So "Oberlehrerhaft"...

Das Schweigen der Quandts

Man koennt jetzt noch mit den Guttis - Krankenhäusern anfangen, und auf einmal wird es ganz schwierig...

Das ist alles so verschachtelt, da behält man kaum noch den Ueberblick, und die Atlantik-Brücke erst, da wird einem vor lauter zionistisch - kommunistisch- nazistischer Namen ganz schwurbelig im Hirn...

verschwör - verschwör, und Mövenpick und Möllemann waren dabör, Genscher holt den Chodorowski raus und die Welt ist wieder mit sich im reinen. G. Schröder und J. Fischer machen jetzt in russischem Gas, aber keine Sorge, es geht nicht um Zyklon - B

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Ehemaliger Nutzer 21.04.2014 | 15:28

..."Diese Methode der Anklänge und Anspielungen, wenn man argumentativ nicht weiter weiß, wird hier schon zur Genüge betrieben"...

Jaja, husch husch, ich gehe wieder ins Körbchen und halte meinen Schnabel, Rabulistik haben hier schon vor einigen Jahren Leute betrieben, die waren Profis, dagegen war ich ein Kücken, aber schön dass Sie mich geoutet haben und ich mich ehrfürchtig in mein Nest zurückziehen muss, da mir argumentativ die Luft ausgeblieben ist, auch ich koche nur mit Wasser und bin kein Schamane, SIE haben mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und verhindert, das ich mit meinen Scheinargumentennoch mehr Unheil in der FRC anrichte...

MO 21.04.2014 | 15:35

Jaja, kenne ich alles? Und was wollen Sie jetzt damit sagen? Spricht das in irgendeiner Weise gegen das, was ich geschrieben habe? Habe ich es rechtfertigt oder was?

Was ist jetzt die Lösung?

Können wir das lösen, indem wir Privateigentum abschaffen und alles der Kontrolle eines Staates überlassen, der auch in Demokratieform bereits seine Bürger dafür zur Kasse bittet, dass er sie ausspioniert und Folterwerkzeuge anschafft?

Ich schrieb ja, dass ich eine Systemumkehr möchte. Dass die Werte in Händen einer winzigen Clique liegen, habe ich ebenfalls geschrieben. Also was ist jetzt so doof daran, wenn ich sage: gerechte Verteilung (durch Umkehr des Geldsystems, das in jetziger Form von unten nach oben... siehe oben) ? Der Unterschied ist nur eventuell der, dass ich mit der gerechten Verteilung meine, dass das Eigentum der wenigen langsam überführt wird in das Eigentum aller und ich mit aller meine: jeder ein Stück vom Kuchen. Und Sie fordern, dass das Eigentum der wenigen in staatliche Verwaltung übergeht und damit dem Staat eine noch mächtigere Kontrolle gegeben ist als jetzt schon. Zum Ausgleich besitzt keiner nichts, was für die Gleichheit schön ist - aber sonst?

Habe ich Sie jetzt richtig verstanden?

Dass die Vermögensverteilung so ungerecht ist, wie sie jetzt ist, dafür kann ich nichts, das finde ich nicht gut und das sollte geändert werden (ich hoffe, man versteht mich).

Da bleibt dann noch die Frage, wie ist der Weg und wie sieht so eine Gesellschaft, die nicht auf Krieg angewiesen ist, überhaupt am Ende aus. Habe dazu meine Vorstellungen beschrieben und verlange nicht, dass man sie teilt. Wäre mir auch zu langweilig.

gelse 21.04.2014 | 15:40

>>Lange ist es her und damals waren es Rechte oder Konservative, die arrogant waren, sich vom Bösen bedroht fühlten…<<
Na ja, die Arroganz ist noch da. Und die Angst, etwas verlieren zu können: Die schafft der Reichtum selber. Immer.
Mir scheint aber, es mischt sich zunehmend Nervosität darunter. Die herrschende Klasse scheint etwas unsicher zu sein:
Sollen sie ihre ideologischen Büttel an die Spitze einer eventuell stärker werdenden kaputalismuskristischen Bewegung setzen?
Oder lieber gleich „Stärke zeigen“?
U. A. Frank Schirrmacher bot sich ja im Herbst 2011 für das Erste an.
Aber ob man damit die Untertanen im festen Griff halten kann ist wohl ungewiss. Deswegen parallel Scharfmachen des Militärs für den „Verteidigungsfall im Inneren“

MO 21.04.2014 | 15:55

"Na ja, die Arroganz ist noch da."

Stimmt, Arroganz ist weder links noch rechts, sondern nur arrogant.

"Und die Angst, etwas verlieren zu können: Die schafft der Reichtum selber. Immer."

Grundproblem erkannt.

Sollen sie ihre ideologischen Büttel an die Spitze einer eventuell stärker werdenden kaputalismuskristischen Bewegung setzen?

Wenn es Büttel sind, dann sicher keine ideologischen, dann wird Ideologie nur instrumentalisiert. Herrschaft ist keine Ideologie, sondern "die Angst etwas zu verlieren".

Philipp Adamik 21.04.2014 | 17:38

Entschuldigen Sie, ich vergesse immer, dass sich hier so einige rumtrollen, die zu keiner eigenständigen geistigen Leistung fähig sind. Aber weil ich grad nix besseres zu tun habe. Wortwörtlich selbstverständlich nirgends.
Aber es wird hier offensichtlich über die FED gesprochen, die bei den rechtspopulistischen Montagsdemos kritisiert wird. Zumindest verstehe ich diesen Satz so. "Kritiker der Montagsdemos haben keine Ahnung vom Geldsystem und greifen blind zur Nazikeule." Und bei denen ist es mir nicht klar über welche FED sie reden. Über das federal reserve System, welches keine Privatbank ist oder über eine Privatbank die ich nicht kenne. Die Frage ist also durchaus berechtigt, aber selbstverständlich nicht zielgruppengerecht formuliert. Es freut mich aber das meine lachse Formulierung etwas Freude in ihren Ostermontag gebracht hat.

gelse 21.04.2014 | 20:10

Grundproblem erkannt.<<
Und damit schliesst sich der Kreis wieder zum Besitzer A und Pächter B:
Irgendwann könnte B anfangen zu rechnen und draufkommen, dass er mit der Pacht den Verkaufswert der Wiese längst überzahlt hat. Dann würde zu Asagen: „Du bekommst von mir nix mehr, im Gegenteil habe ich von dir 5 Gulden zu bekommen!“ A sagt: „Frag ruhig mal ein Gericht. Wir haben einen Pachtvertrag und keinen Kaufvertrag.“ Dem B ist natürlich klar, dass er gar nicht anders konnte, als Pacht zu bezahlen, denn er musste ja von irgendwas leben. Und wegen der Pacht konnte er den Kaufpreis für das Land niemals zusammensparen. Abgesehen davon, dass A seine Gans, die güldene Eier legt nicht verkaufen würde: Eine sehr sichere Einnahmequelle für viele Generationen von A’s. Die A’s haben dafür einen Staat, der die Rechtssicherheit ihres Besitzpriviliges garantiert. Der hat mit Zeit leider zuviele Dinge getan, die mit seiner primären Aufgabe nichts zu tun haben, ihr sogar im Wege stehen. Deswegen muss er verschlankt und wieder auf seine ursprüngliche Aufgabe reduziert werden.

Wenn B nicht mehr glaubt, dass es in einem ewigen Leben irgendwie besser würde, dann nimmt er, falls nicht depressiv veranlagt, seinen Dreschflegel, lauert dem A beim morgendlichen Ausritt auf und haut ihm das Parasitenhirn aus dem Schädel. A jedenfalls würde das bedenkenlos tun wenn er in der Situation von B wäre. Deswegen haben die A’s Angst vor den B’s. Und handeln nach dem Prinzipe: „Vorbeugen ist besser als Revolution abwarten“.

Deswegen erzeugen Leute, die wunderhübsch theoetisch abhandeln, wie der unbestritten kapitalistische Staat mehr „Verteilungsgerechtigkeit“ schaffen könnte, immer wieder Entäuschungen: Seine Lobbyisten tun es nicht, ums Verrecken nicht. Es sei denn, sie hätten ganz konkrete Angst vor den Untertanen, die US-Oberschicht 1930. Aber dann ist das "Geschenk" vergiftet.
Voraussetzung für grundlegende Änderungen der sozialen Verhältnisse wäre eine Machtänderung. (Von der Besitzoligarche zur Demokratie.) Davon sind wir, gerade in Mitteleuropa und USA, sehr weit entfernt. Aber ein lohnendes Ziel lohnt sich eben mehr als Illusionen, auch wenn der Weg dahin mühsamer ist als der kurze Weg zur jahrhundertelang immer wieder neu aufgewärmten Illusion.

Eine Mehrheit hier wird dem wohl nicht zustimmen können, aber das liegt einfach daran, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt.

JR's China Blog 21.04.2014 | 21:09

Dauerwundern nützt nichts, Herr von Grote - und an Anstand, der gar nicht da ist, können Sie nicht appellieren. Es gibt auch links Menschen, denen nur ein Politscharlatan einen kleinen emotionalen Zusatznutzen hinhalten muss - und schon fressen sie ihm aus der Hand.

Sehnse doch selbst, oder? Warum sollten die Geschichtsbücher der Zukunft ganz anders zu schreiben sein als die der Vergangenheit?

Christian Stolle 22.04.2014 | 02:26

Soll, das heißen, dass Pauschalisierungen grundsätzlich falsch sind?

Hat denn irgendeiner der Kritiker der Montagsdemos an irgendeiner Stelle mal darauf hingewiesen, dass die Staatsschulden weltweit in der Summe nicht rückzahlbar sind – und damit ein essentielles Grundverständnis des Geldsystems bewiesen? Oder haben die Kritiker darauf hingewiesen, wie die Hintermänner der FED das Weltfinanzsystem fundamental mitstrukturiert haben, bzw. dies immer noch tun?

In den Leitmedien hört man das Wort "Montagsdemos" praktisch nie ohne den Zusatz "rechts", "rechtspopulistisch", oder "antisemitisch". Schwingen die Kritiker der Montagsdemos also etwa nicht die Nazikeule?

Außerdem steht da nicht "alle (!) Kritiker". Es ist also verallgemeinernd, aber nicht unsachlich. Und diffamierend wäre es nur, wenn es nicht die Wahrheit wäre.

Herr Hennemann, Sie nehmen hier einen einzigen Satz, der Ihrer Meinung nach zu verurteilen ist, zum Anlass, den Inhalt dieses Artikels zu übergehen, zumindest in Ihrem Kommentar. Ähnlich nehmen Sie eine Ihrer Meinung nach schlechte Rede von Lars Mährholz zum Anlass, sich von den Montagsdemos zurückzuziehen, ohne sich weiter mit der Frage zu befassen, was genau die Bürger auf den Montagsdemos zur Teilnahme an den Protesten bewegt hat und ob durch diese Bewegung nicht doch auch etwas erreicht werden kann.

Wir haben es auf den Montagsdemos mit Bürgern zu tun, die offensichtlich ein Interesse daran haben, aktiv an einer besseren Welt mitzuwirken. Allein diese Tatsache sollte jeden, der dies auch will, dazu motivieren, mit ihnen in einen Dialog zu treten, so dass gemeinsam Analysen und Aktionspläne erarbeitet werden können. Unglücklicherweise sind die Menschen heute allgemein aber noch sehr schnell dabei, einander zu verurteilen und selbst kleinste Meinungsverschiedenheiten zum Anlass zu nehmen, jedwede Kommunikation oder Zusammenarbeit zu verweigern. Wer ist heute noch bereit, auch mal öfters über seinen Schatten zu springen?

Martin Luther King sagte: "Wir müssen lernen, entweder als Brüder miteinander zu leben oder als Narren untergehen." Ich persönlich finde an praktisch jedem etwas auszusetzen, auch an mir, aber das hindert mich nicht daran, trotzdem jedem, der mir friedlich gegenübertritt, meine Hand auszustrecken, Menschen mein Ohr zu leihen (während ich selber auch mal meinen Mund halte) und zu sehen, wo es Möglichkeiten gibt, Aktionspotentiale, wie sie beispielsweise auf den Montagsdemos vorhanden sind, kreativ zu nutzen.

Marcus Hennemann 22.04.2014 | 03:40

‚Soll, das heißen, dass Pauschalisierungen grundsätzlich falsch sind?‘

Ähem, was denn sonst? Wann sind Pauschalisierungen denn mal nicht falsch? Wenn man konkret und präzise für oder gegen etwas argumentieren könnte, würde man ja nicht auf das Instrument der Pauschalisierung zurückgreifen müssen um etwas auszusagen, oder?

‚Leitmedien‘

Der Begriff ist mir zu unpräzise. Es gibt mannigfaltige Formate und Organe. Wer sein Papier/Tablet/TV/Radio/PC mit einem Volksempfänger verwechseln möchte kann das meiner Meinung nach gerne machen. Nur ist mir das ehrlich gesagt zu undifferenziert und zu naiv betrachtet. Es bildet auch die Realität nicht ab und erscheint mir als propagandistisch.

‚Nazikeule‘

Sorry, dieser Begriff ist mir einfach zu dumm, um darauf einzugehen. Kannst Du jetzt doof finden – ist aber leider so.

‚Schwingen die Kritiker der Montagsdemos also etwa nicht die Nazikeule? Außerdem steht da nicht "alle (!) Kritiker". Es ist also verallgemeinernd, aber nicht unsachlich. Und diffamierend wäre es nur, wenn es nicht die Wahrheit wäre.‘

Ah ja. Und wie soll es bitte ohne Artikel verstanden werden, wenn nicht als universal? Sehr oft - und meiner Meinung nach auch in diesem Beitrag - ist Verallgemeinerung auch unsachlich. Das schließt sich ja nicht automatisch gegenseitig aus. Und bei einem so meinungsorientierten Beitrag wie dem Deinen solltest Du nicht von Wahrheit sprechen. Dieser Begriff ist eh schwer zu fassen. Dieser Beitrag im speziellen ist mir persönlich dafür viel zu wenig tatsachenorientiert.

‚Herr Hennemann, Sie nehmen hier einen einzigen Satz, der Ihrer Meinung nach zu verurteilen ist, zum Anlass, den Inhalt dieses Artikels zu übergehen, zumindest in Ihrem Kommentar.‘

Stimmt. Ich nehme einen einzigen Satz. Aber nicht irgendeinen mit beliebigem Inhalt, sondern den allerersten, sozusagen die Einleitung/Beschreibung/den Anfixer/nenneswieduwillst… mit ganz klaren stilistischen Mängeln. Ich muss nicht jeden Kram lesen. Und wenn ein Text schon so anfängt, blättere ich lieber gleich um. Nicht weil mir die Aussage eventuell persönlich nicht gefällt, sondern weil es einfach am Grundsätzlichen fehlt. Ich könnte es auch so ausdrücken: An dem Satz ist meiner Meinung nach so ziemlich alles falsch – stilistisch und semantisch – was man eigentlich so falsch machen kann, wenn man einen Satz auf die Öffentlichkeit loslässt. Deswegen lese ich lieber etwas anderes. Andere mögen das anders sehen. Ich sehe das aber so und ich denke, dass das gut durchdacht ist.

‚Ähnlich nehmen Sie eine Ihrer Meinung nach schlechte Rede von Lars Mährholz zum Anlass, sich von den Montagsdemos zurückzuziehen, ohne sich weiter mit der Frage zu befassen, was genau die Bürger auf den Montagsdemos zur Teilnahme an den Protesten bewegt hat und ob durch diese Bewegung nicht doch auch etwas erreicht werden kann.‘

Nö. Mache ich nicht. Da bin ich zunächst unvoreingenommen und neugierig herangegangen. Und ich habe auch nicht polemisch losgewettert sondern analytisch argumentiert, kommentiert und kritisiert. Diese Methode finde ich legitim und sinnvoll - und auch ziemlich toll ehrlich gesagt. Und ich weiß nicht, was daran ähnlich sein sollte zu meiner Kritik an dieser Stelle. In meinem Beitrag habe ich immerhin den gesamten Text kritisiert und nicht nur einen Satz – ist was ganz anders, oder nicht? Mit der Frage, was genau die Bürger dorthin treibt, habe ich mich tatsächlich in meinem Beitrag nicht großartig beschäftigt. Warum auch? Das gehört ja auch gar nicht zu meinem dortigen Thema? Zur Erinnerung: Mein Thema war dort die Kritik der Rede.

Da Du Dich ja selbst in Deinem dFC-Kasten als Journalist beschreibst rate ich Dir im Übrigen dazu, Dir einmal den Pressekodex durchzulesen.

Christian Stolle 22.04.2014 | 04:26

"Wann sind Pauschalisierungen denn mal nicht falsch?"

Sie sagen also: Pauschalisierungen sind grundsätzlich falsch.

Keine weiteren Fragen.

"Der Begriff [Leitmedien] ist mir zu unpräzise [...] und erscheint mir als propagandistisch."

Wikipedia: "Der Begriff [Leitmedium] wird für einzelne Medienangebote gebraucht, die einen besonders starken Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf andere Massenmedien ausüben. Diese Bedeutung wurde durch den Medienwissenschaftler Jürgen Wilke im Jahr 1999 geprägt, der ihn zunächst auf Titel der gedruckten Presse bezog und als Kriterien unter anderem heranzog, welche Medien von Journalisten häufig bei der Recherche konsultiert werden."

"Sorry, dieser Begriff [Nazikeule] ist mir einfach zu dumm, um darauf einzugehen."

Kein Problem, das ist Ihr gutes Recht. Das kann jeder sehen, wie er will. Andere benutzen diesen Begriff, z.B. die Zeit, der Deutschlandfunk, die NZZ oder auch Cicero.

Auf Ihre weiteren Kommentare bzgl. meines Einleitungssatzes antworte ich nicht, weil Sie leider lediglich Ihre Meinung wiederholen, ohne wirklich auf meine Gegenargumente einzugehen. Des Weiteren bemängeln Sie, dass mein Artikel "zu wenig tatsachenorientiert" sei, ohne dabei Fakten auf den Tisch zu legen.

Die Ähnlichkeit zwischen Ihrem Kommentar zu diesem Artikel und Ihrem Artikel zu den Montagsdemos besteht darin, dass Sie hier einen Satz nehmen, den ersten, und mit der Ablehnung dieses Satzes den kompletten Artikel ablehnen, während Sie bei der Montagsdemo eine Rede von Lars Mährholz als Anlass dafür nehmen, die Montagsdemos an sich abzulehnen, wie Sie bereits im Titel Ihres Artikels "Warum man nicht auf die Montagsdemo geht" deutlich machen. Ich wiederhole mich hier leider etwas, aber können Sie jetzt die Ähnlichkeit Ihrer Herangehensweise in beiden Fällen erkennen?

Was den Pressekodex angeht: Ich bin doch nicht derjenige, der die Demonstranten auf den Montagsdemos als "rechts" oder "antisemitisch" beschrieben hat. Ich denke nicht, dass ich gegen den Pressekodex verstoßen habe.

Marcus Hennemann 22.04.2014 | 11:51

Ich bin der Meinung, dass ich ziemlich dolle auf Deine Gegenargumente eingegangen bin. Aber das bringt hier vielleicht einfach nichts. Genau so wenig, wie man alle Texte lesen muss, muss man auch nicht mit jedem diskutieren. Ich mag's auch nicht, wenn mir meine Worte im Mund umgedreht werden. Ich habe außerdem auch alles wichtige dazu bereits geschrieben.

Also wünsche ich Dir noch eine schöne Woche und lese etwas anderes.

Peinhard 22.04.2014 | 12:49

Oder haben die Kritiker darauf hingewiesen, wie die Hintermänner der FED das Weltfinanzsystem fundamental mitstrukturiert haben, bzw. dies immer noch tun?

Ist Wasser nass? Natürlich tun sie das. Dass die Notenbank des immer noch mächtigsten kapitalistischen Staates 'dasWeltfinanzsystem fundamental mitstrukturiert' ist eine Binse ebenso wie die Tatsache, dass jeder, der da seinen Einfluss geltend machen kann es auch tut. Zu kritisieren ist vielmehr, dass sowas schon 'Kritik' sein soll. Vermutlich hindert Sie aber schon ein libertäres Weltbild, dieser 'methodologische Individualismus', für den Gesellschaft nur die Summe individueller Handlungen sein kann, daran zu erkennen, dass weder diese Institution noch die beteiligten Individuen auch wirklich die Subjekte des Geschehens sind. Selbst diese angeblich 'Mächtigsten der Mächtigen' stehen doch selbst unter Zugzwang - den ständig steigenden Anforderungen des Kapitals nach Wachstum zu genügen. Und genau diesen Anforderungen konnte das Geldsystem bereits vor gut 40 Jahren nicht mehr genügen, der Übergang zum ungedeckten 'fiat money' war nichts weniger als ein Systemimperativ. Den Gedanken, dass diesem Handeln und auch der weiter in's Absurde steigenden Verschuldung systemisch 'objektive' Zwänge zugrunde liegen könnten, gar nicht erst zu fassen, geschweige denn ihm nachzugehen und sich stattdessen auf bestimmte Personen und Personengruppen als 'Schuldige' zu kaprizieren - genau darin liegt auch die Anschlußfähigkeit Ihrer Kritik an faschistische Sündenbockideologien. Wobei es im übrigen auch unerheblich ist, ob sich unter diesen nun auch Semiten befinden oder nicht. Any goat will do.

Christian Stolle 22.04.2014 | 13:38

Oder haben die Kritiker darauf hingewiesen, wie die Hintermänner der FED das Weltfinanzsystem fundamental mitstrukturiert haben, bzw. dies immer noch tun?

"Ist Wasser nass? Natürlich tun sie das."

Herzlichen Dank für diese Information! Verzeihen Sie, das muss ich übersehen haben, ich war mir dessen nicht bewusst und kann leider auch jetzt keine Bestätigung für diese Aussage finden. Wenn Sie mich auf eine solche Bestätigung aufmerksam machen könnten, wären ich Ihnen sehr verbunden.

Ich war im Übrigen wie Sie bisher auch immer davon ausgegangen, dass "der Übergang zum ungedeckten 'fiat money' [..] nichts weniger als ein Systemimperativ" war, dass er also vorprogrammiert war und nun von den Banken genutzt wird, um sich physische Werte und die Kontrolle über die Bevölkerungen anzueignen, wie man auch am Aufstieg ehemaliger Banker in wichtige politische Ämter erkennen kann.

Dies berücksichtigend verstehe ich auch nicht, wie Sie behaupten können, dass "weder diese Institution noch die beteiligten Individuen auch wirklich die Subjekte des Geschehens sind", auch steht dies in krassem Gegensatz zu Woodrow Wilsons Aussage, die in diesem Artikel zitiert wurde.

Rufus T. Firefly 22.04.2014 | 13:50

Nee, so sieht es fast überall in der Welt aus. Nicht nur hier. Die anmaßenden Kompetenzen sind immer eine Frage der Sichtweise. Empfindungen und Meinungen sollten nicht mit Qualifikation und schon gar nicht mit Kompetenz verwechselt werden. Ich bin hier um meine Meinung zu sagen, andere zu lesen und meine zu überdenken. Und so sehe ich auch andere fc-Mitglieder. Wenn einige von denen das für sich anders sehen, ok.

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Ehemaliger Nutzer 22.04.2014 | 17:07

Einverstanden. Nur wenn man diese Themen als nicht konstitutiv für das historische Nazistum an der Macht ansieht, was stimmt, warum wirft man den heutigen "Zinsleuten" dann vor Nazis zu sein.

Ist an der FED-Problematik nun etwas dran oder nicht?

Waren die Nazis im Irrtum als mit Ähnlichem warben oder hatten sie Recht und haben es dann verraten?

Das ist ein nicht ganz bedeutungsloser Unterschied, wenn man sich für die weitere Entwicklung dieses Diskurses interessiert.

Christian Stolle 22.04.2014 | 18:14

Herr von Grote, können Sie das genauer erklären? Auf den Demonstrationen wurde die FED erwähnt, jedoch nicht das Judentum. Es wurde auch keine Verbindung zwischen Judentum und FED gezogen. Worin besteht bei der FED-Kritik auf den Montagsdemonstrationen also der Antisemitismus? So wie ich Stefan Maas und Jutta Ditfurth verstehe, sind sie in der Tat der Meinung, dass man Antisemiten heutzutage unter anderem daran erkennt, dass sie die FED kritisieren.

Georg von Grote 22.04.2014 | 20:25

Der Vergleich mit dem zu ziehen, was damals Jakob Augstein vorgeworfen wurde, funktioniert nicht. Dieser Vorwurf, der ja zunächst auch von Broder erhoben wurde und dann in dieser Liste des SWC gipfelte wurde bewußt konstruiert. Augstein hat für den einen oder anderen in seinen Israel-Kolumnen einschlampigen Begriff gewählt, an dem sich einige gestoßen haben, aber seine Kolumnen, seine Artikel und auch seine Äußerungen waren nie antisemitisch konnotiert und sind es auch heute nicht.

Und das sage ich jetzt nicht, weil wir hier seinen Vergnügungspark nutzen.

Bei Jebsen allerdings liegt der Fall völlig anders. Aber da beziehe ich mich nicht auf Broder, weil der für mich schon längst kein ernst zu nehmender Messfühler für Antisemitismus mehr ist und ihm die Provaktion und Selbstdarstellung immer wichtiger ist, als die Sache um die es geht.

Ich weiß nicht, ob Sie es gelesen haben, aber in diesem Blog https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/kenfm-rassistischer-zionismus wird eigentlich alles Wesentliche dazu erläutert. Insoweit will ich Wiederholungen vermeiden. Es geht nicht nur um diese PR-Aussage.

Ich nehm auch Ditfurth nicht so uneingeschränkt in Schutz, wie Sie offenbar empfinden. Ich stehe vielem, was Sie vertritt auch kritisch gegenüber. Und manchmal drückt sie sich (leider) nicht immer klar genug aus. Was sie meint, ist diese pauschale Kritik an der FED, die sozusagen an allem allein Schuld sei. Sie fordert ja selbst ein Umdenken und eine Reformierung dieses Systems.

Was ja die meisten von uns ebenfalls fordern. Nur kann ich nicht hergehen, die FED allein zum Buhmann erklären, sie dann auch noch als Privatbank bezeichnen, sie dazu mit Rothild und damit Juden in Verbindung bringen, ihr an allen Kriegen die Schuld zu geben, unter anderem WKII und alle anderen, wie zum Beipiel Deutsche Bank aussen vor lassen. Das ist die vereinfachende Ideologie, die schon die Nazis praktizierten.

MO 22.04.2014 | 20:42

Gute Fragen. Ich weiß es nicht. Deshalb wurden die Zitate aus Wikipedia auch nur zitiert. Um zu zeigen, dass es dazu auch andere Meinungen gibt.

Vermutlich gab es Strömungen bei den Nazis, die tatsächlich die Zinslosigkeit forderten, die es aber zumindest in der Praxis nicht gab.

Letztlich ist aber die Frage des Zinses sehr viel allgemeiner und auch älter. In vielen Religionen gibt es Zinsverbote. Es beschäftigt die Menschen, seit es Geld gibt, vielleicht sogar noch länger und jeder Wirtschaftswissenschaftsstudent wird sich damit beschäftigen müssen.

Man sollte auch bedenken, dass in dem, was man heute Zins nennt, zumindest ein wesentlicher Anteil steckt, der den Wertverfall kompensiert. Zinsen setzen sich de facto zusammen aus "Kapitalmiete" und "Inflationsausgleich". Somit kann es auch vorkommen, dass man zwar Zinsen erhält, die jedoch unterhalb der Inflationsrate liegen, so dass man unterm Strich fürs Geldverleihen einen Minusbetrag erhält.

Christian Stolle 22.04.2014 | 21:10

Die Klassifizierung der FED ist schwierig, aber der private Aspekt ist nicht zu unterschätzen, wie bereits Woodrow Wilson andeutete. Auch ist es nicht weit hergeholt, die Rothschilds mit der FED zu verbinden, weil diese Familie ein Big Player im Bankengeschäft ist und zu den geistigen Gründervätern der FED gehört. Dabei ist es völlig unerheblich, welche religiöse Überzeugung die Rothschilds haben.

Wie Sie denke auch ich nicht, dass die FED oder Großbanken allgemein die alleinigen Schuldigen an allen Kriegen sind, aber sie haben definitiv an vielen Kriegen mitverdient und häufig beide Seiten eines Konflikts finanziert.

In dem von Ihnen verlinkten Artikel, der den angeblichen Antisemitismus Ken Jebsens beweisen soll, kann ich keinen Antisemitismus erkennen. Ich sehe dort eine sachliche – wenn auch sehr harte – Kritik an der Politik Israels, die in Bezug auf Palästina durchaus unmenschlich ist. Dies wird von einer Vielzahl von Kommentatoren weltweit so gesehen und hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Ken Jebsen hetzt an keiner Stelle gegen das Judentum. Auch viele Israelis sind unzufrieden mit ihrer Regierung, speziell was die Palästina-Politik angeht. An dieser Stelle möchte ich ein Interview von Alex Jones mit dem ehemaligen CIA-Agenten Ray McGovern empfehlen, in dem dieses Thema relativ ausführlich behandelt wird.

Und so wie ich das sehe, hat Herr Augstein keine "schlampigen Begriff[e]" verwendet, sondern sehr klar und deutlich die Politik Israels kritisiert, wie man hier nachlesen kann.

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Ehemaliger Nutzer 23.04.2014 | 01:29

Es ist seltsam die Demos vom Bildschirm aus zu beobachten. Immerhin hört man von keinen Ausschreitungen und nur vereinzelt greifen hier Leute zu dieser sogenannten Keule.

Was ich an diesem Artikel nicht so richtig verstehe ist, warum nun Demonstranten und die hervorgebobenen Aktivisten unter einen Kamm geschert werden.

Was das Aufgreifen des Themas betrifft, da bin ich bei iDog. Und selbstverständlich darf man ein Bankensystem mit logischen Argumenten kritisieren.

Allerdings ist oftmals immer das gleiche Muster und immer wieder tauchen die gleichen Namen, Wörter und sonstiges auf. Kann man ja machen, darf man machen, aber irgendwo wiederholt sich vieles gerne.

Im Übrigen fallen mir gerade viele neuartige Artikel in der FC auf. Bin ja auch nicht lange dabei, aber irgendwie sticht da was ins Auge. Immer dasselbe Theater und die Hauptaktivisten Jebsen, Popp und Elsässer, die irgendwie als die "Böhsen Onkelz" der Journalisten dargstellt werden.

fluxus 23.04.2014 | 02:09

Habe grade keine Zeit, mir den ganzen Schmarren durchzulesen, aber eine Anmerkung zur Diskrepanz zwischen Titel und Untertitel: der im folgenden verlinkte Blogpost erklärt meiner Meinung nach ganz gut, warum es im Hinblick auf die kryptofaschistische Verschwörungsszene, aus der Stolle zweifelslos stammt (siehe we-are-change.de), wichtig ist, Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik NICHT pauschal mit "rechts" oder "Nazi" gleichzusetzen:
http://goldglitzer.blogsport.de/2014/04/20/gedanken-zur-friedensbewegung-2014

fluxus 23.04.2014 | 02:09

Habe grade keine Zeit, mir den ganzen Schmarren durchzulesen, aber eine Anmerkung zur Diskrepanz zwischen Titel und Untertitel: der im folgenden verlinkte Blogpost erklärt meiner Meinung nach ganz gut, warum es im Hinblick auf die kryptofaschistische Verschwörungsszene, aus der Stolle zweifelslos stammt (siehe we-are-change.de), wichtig ist, Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik NICHT pauschal mit "rechts" oder "Nazi" gleichzusetzen:
http://goldglitzer.blogsport.de/2014/04/20/gedanken-zur-friedensbewegung-2014

gweberbv 23.04.2014 | 02:26

Zur FED: Die amerikanische Zentralbank unterscheidet sich in ihrer Funktion und ihrem Vorgehen nicht wesentlich von den übrigen Zentralbanken der "modernen" Welt.


Dass die US-Privatbanken Anteilseigener der FED sind (sein müssen), lässt sich mit der IHK-Zwangsmitgliedschaft für bestimmte Unternehmen in Deutschland vergleichen. Die Banken sind sozusagen stille Teilhaber und können über ihre Anteile an den regionalen Filialen der FED keine Macht auf die Entscheidungen der FED-Gremien ausüben.

Machtlos sind die Banken deswegen natürlich nicht. Sie müssen sich halt - wie im Rest der Welt - Politiker kaufen, um politischen Einfluss zu erringen.

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Ehemaliger Nutzer 23.04.2014 | 03:43

Sie stehen hier ganz automatisch auf der Seite von Broder. Denn

Broder und Jebsen Feuer und Wasser und sie sind gegen Jebsen.

Das geht mit Verlaub nicht davon weg, dass Sie es nicht wahrhaben wollen oder beide Personen menschlich nicht mögen.

Broder ist ein schriller Westler, Jebsen ein Gegner des Westens. Broder glühend pro Israel, Jebsen dagegen und pro Iran. Broder einseitig, ein kapitalistischer Liberaler, Jebsen mehrseitig, ein je nach Sicht Konservativer, Crossover, Querfrontler, Nationalbolschewist.

Sie werden nicht ernsthaft behaupten wollen, das sei dasselbe.

Ich an Ihrer Stelle hätte den Jebsengegner Broder angesichts des Offensichtlichen nicht beschimpft, sondern das vom blinden Huhn und dem Korn geantwortet.

Anand Ajita 23.04.2014 | 10:44

Das ganze ideologische Geschwafel wird spätestens dann zu einem Schluß kommen, wenn die 30 000 Guillotinen in Amerika`s Fema Camps die Köpfe in die Millionen Särge rollen lassen. Jeder hat gut gelebt, sich in den politischen Ratsch-Stammtischen ausgelabert, die Verhungernden vergessen. Die Abrechnung kommt und aus ist es mit der Hobbypolitik. Holt euch besser eure Anleitung zum Leben und Lebensführung in der wahren Religion ( was ist denn das wohl? ). religio=Rückanbindung zu Gott. Dann hört das ganze Neidertum und Verbrechertum auf.

Georg von Grote 23.04.2014 | 11:30

Kuntz, Kuntz, Kuntz,

manchmal ist Ihre bewußt gespielte Eindimensionalität schon amüsant.

Nur weil Broder und ich, andere ja auch, bestimmte Sachen bei Jebsen monieren, macht uns das noch nicht zu einer Allianz oder Gemeinschaft.

Das ist ja genau der Trugschluß, den die sogenannten Linken im Moment begehen, wie man vor allem hier deutlich vor Augen geführt bekommt: Man setzt sich ein Ziel, Frieden, sucht sich Gegner, USA und Finanzkapitalismus, stellt fest, die Rechten bis hin zum extrem rechten Rand haben ja die gleichen Ziele und Gegner und schwupps, wirft man alles über den Haufen und bildet eine verschworene Gemeinschaft. Weil so schlimm können die dann ja wohl nicht sein, sie wollen ja das gleiche wie wir.

Nur, wenn zwei das Gleiche wollen, ist es noch lange nicht dasselbe.

Sie haben insoweit Recht, ich mag weder den BRoder noch den Jebsen, ich mag allgemein den Typus nicht, den sie verkörpern. Bei Broder mögen Sie richtig liegen, bei Jebsen irren Sie sich gewaltig.

Jebsen ist eine trademark. Jebsen verkauft mal das, mal das, aber im Vordergrund steht immer, sich selbst so bestmöglich zu verkaufen. Heute gegen den Westen, morgen gegen den Osten, je nachdem, wer am besten zahlt. Das hat Jebsen im Laufe seiner Tätigkeit gelernt, darin ist er auch für eine bestimmte Klientel gut, aber das ist dann schon alles.

Deshalb ja immer wieder mein Hinweis, nicht zu sehr auf Jebsen schauen, sondern auf die, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Und das sind nicht nur Leute wie Märholz, Elsässer, Popp, sondern an dieses Montagsdemos dürften ganz andere sehr viel ausgeprägtere Interessen haben, bis hin zur AfD.

Und zum Schluß, ja, auch der Broder findet manchmal ein Korn und muss sich nicht immer selbst eins schnitzen. Meist werden ihm die Körner zugespielt, wie diese damalige mail, der Brief an Merkel oder jetzt der von IHnen verlinkte Artikel, der ja von der Huff Po kommt.

Das ändert aber nichts an meiner Einstellung zu ihm und den teilweise oft dort zu lesenenden Schmieragen.

Mahdi 23.04.2014 | 23:10

(Ps.) danke, mehr kann man eigentlich auch nicht mehr sagen zu dem Artikel, und danke es so viele gibt die die wirkliche Gefahr sehen. irgendwie ist dieses Interview bei den Massenmedien auf NDR nicht angekommen, oder es geht wirklich darum Krieg zu führen, dann frage ich mich allerdings wo sich diese Chefredakteure befinden werden, oder Verlagsinhaber. http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp7411.html

knattertom 24.04.2014 | 01:16

"In anderen Worten ausgedrückt trifft es ziemlich gut das, was ich auch meine. Eine Umkehr - Vermögensumverteilung von Reich nach Arm (oder oben nach unten) - kann man, muss man aber nicht "Enteignung" nennen. Aber im Grunde ist es genau das, worum es geht."

Ohne besserwisserisch klingen zu wollen :o), eine kleine Ergänzung an diesem Punkt. Umverteilung würde bedeuten, den Eigentümer ändern, enteignen meint m.m.N. eher, das es anschliessend keinen (oder alle) Eigentümer mehr gibt.

knattertom 24.04.2014 | 01:35

"Wie schon erwähnt, ist der Gedanke, dass Grundbesitz verwerflich sei (jeder sollte das Land nutzen können wie es ihm beliebt) interessant. Die Realität dieser Theorie ist jedoch nie ein Zurück in Zeiten als es noch nicht die Unterscheidung zwischen Eigentum und Besitz gab, sondern hin zu einem Staatskapitalismus."

Als letzteren kann man die Wirtschaftssysteme im ehemaligen Ostblock bezeichnen. Interssant hierzu ist folgendes:

Das NÖS

Mit dem NÖS wurde eine Delegierung von Verantwortung auf die Betriebsebene und eine stärkere Verpflichtung dieser zu wirtschaftlichem Handeln angestrebt....., nach Einführung 1963, stieg 1964 die Produktivität in der DDR um 7%.

Wie wäre es denn, wenn Zentralverwaltungen auf regionaler Ebene den Grund und Boden verwalteten und ihn mit langfristigen Pachtverträgen treuhänderisch interessierten Experten anvertrauten?

Rudy Fehren 24.04.2014 | 01:41

Was bin ich sie leid, diese Verteidigungsschriften der *Montagsmahnwachen* seit Wochen in den sozialen Netzwerken zuhauff zu finden....
Solange die Frage der Eigentumsverhältnisse nicht abschliessend geklärt ist, wird es nie Frieden geben und genau diese Frage wird explizit sowie implizit nicht gestellt...
Eine einseitige Kritik des Kapitalismus und hier die Reduzierug auf die Geldpolitik, sowie auch die durchaus berechtigte Kritik des Zins und ZinsesZins Systems ist eben nur verkürzt und eben nur ein Teil des Problems Kapitalismus ....
Stellen wir uns einfach mal vor der Zins und ZinsesZins wäre abgeschafft, gäbe es dann keine Not oder Armut, Hunger oder Ausbeutung der Menschen mehr? Nein sie würden weiterhin fort bestehen, sie würden auch nie aus der Realität entschwinden, aus Not entstehen und entstanden die meisten Kriege. Lediglich die Profitrate der Banken wäre niedriger je nach dem für was ein Kreditsystem man sich entscheiden würde, denn Investitionen werden immer stattfinden, solange es die Menschheit gibt und diese werden nicht immer aus Eigenkapital finanziert sondern auch und gerade dann wen der Zins abgeschafft würde auch aus Darlehen Hausbau, Maschinenparks, Fabriken etc.pp

So aber damit wäre die Frage des Friedens immer noch nicht beantwortet weil die Frage des Eigentums nicht in den Vordergrund gebracht wird, ja und das ist die viel wichtigere Frage und ja das fängt explizit schin beim Wasser an..


Christian Stolle 24.04.2014 | 02:50

Ich finde es erstaunlich, wie hier anscheinend keiner bemerkt hat, dass das Erscheinungsdatum dieses Artikels hier nachträglich von der Redaktion gefälscht wurde, damit der Artikel nicht mehr auf der Hauptseite in der Rubrik "Meistkommentierte Artikel" erscheint.

Ich habe diesen Vorgang in einem neuen Artikel angeprangert und daraufhin eine Verwarnung kassiert. Das Erscheinungsdatum des neuen Artikels wurde übrigens auch nachträglich gefälscht.

https://www.freitag.de/autoren/christian-stolle/artikel-zu-montagsdemos-und-fed-im-fadenkreuz

MO 24.04.2014 | 06:59

Die Vermögensumverteilung von Arm nach Reich, die es im Moment gibt, ist systembedingt. Dadurch, dass sie verschleiert ist, gibt es dagegen auch kaum Widerstand. Allein schon die Inflation ist eine systembedingte Vermögensumverteilung, weil sie eine versteckte Steuer ist. Es ist das Prinzip Falschgeld, das ich oben beschrieben habe.

Wenn das System dafür sorgt, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen in manchen Zeiten profitieren (weil insgesamt die Wirtschaft wächst) in anderen Zeiten (wie jetzt) aber verlieren, dann kann man das auch "Enteignung" nennen. Manche sprechen auch von "Raub" (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_größte_Raubzug_der_Geschichte)

Da es viele Möglichkeiten gibt, wie man das ändern könnte, würde ich nicht grundsätzlich unterscheiden. Steuern wären z.B. eine Möglichkeit, die allerdings vor allem den Reichen immer Möglichkeiten gibt, zu entgehen. Änderung des Bankensystems wäre z.B. ein erster, relativ einfacher Schritt, der lediglich ein bisschen die Innenarchitektur von Banken betreffen würde (Mahagoni statt Marmor). Änderung des Geldsystems wäre ein radikaler Schritt, der aber immer noch weit entfernt von Enteignung im Sinne von "gewaltsamer Wegnahme" wäre.

MO 24.04.2014 | 07:59

Interessant. Kannte ich nicht.

Ich werde dann mal etwas weiter ausholen. Eigentum und Besitz sind im Grunde Rechtsansprüche, die mit staatlicher Gewalt garantiert werden. Wenn Sie eine Wiese haben, können Sie damit (fast alles) machen, was sie wollen. Mit anderen Worten: Sie kontrollieren die Wiese. Wenn Sie sie vermieten, geben Sie per Vertrag die Kontrolle an jemand anderen weiter und erhalten dafür eine Gegenleistung (grob vereinfacht, aber so ist das Prinzip). Die Frage ist also am Ende, wer kontrolliert was. Der so genannte Sozialismus und alle Ideen, die auf Enteignung oder "Eigentumslosigkeit" beruhen, berühren kaum die Frage nach der Kontrolle. Die Kontrolle in Händen von wenigen ist meiner Meinung nach immer eine Oligarchie, ob das nun wenige Reiche oder ein Staat ist. Interessanterweise zeigt Ihr Beispiel, dass trotz wirtschaftlicher Verbesserung das NÖS nicht gewollt war, weil es statt der zentralen Kontrolle auf Dezentralisieung setzte.

Wenn man die Frage des Eigentums unter dem Aspekt des Rechtsanspruchs auf Kontrolle betrachtet, ergeben sich ganz andere Sichtweisen. Wir sind alle gleich und eigentumslos verschließt dann die Augen davor, dass es einen großen Kontrolleur gibt. (Kein Wunder, dass das Sandmännchen in der DDR so beliebt war).

Tur mir leid, aber die DDR war vor in meinen Augen vor allem ein Belohnungssystem. Durch die zentrale Kontrolle des Staates über alles und jeden, konnte man sich seine Schäfchen so hinbiegen, dass sie brave, angepasste Arbeiter waren. Die braven wurden belohnt, die bösen bestraft.

Rückkehr zu wirklicher Eigentumslosigkeit gibt es nicht, denn das würde bedeuten, dass es Sachen gibt, für die kein Rechtsanspruch auf Kontrolle existiert. Das ist nicht mal bei Wasser der Fall. Luft, ja, Luft.

Was es gibt und worüber man nachdenken könnte, wäre, dass man Kontrolle einschränkt bzw. ausweitet. Gibt es nicht ein Menschenrecht auf Wasser? Oder so etwas hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Jedermannsrecht

Das mit den Zentralverwaltungen verstehe ich nicht ganz. Langfristige Pachtverträge auf Grundstücke gibt es in verschiedenen Ländern. Soll das für kommunale Grundstücke gelten oder für allen Grund und Boden, das heißt, man würde auch Oma ihr klein Häuschen einkassieren, um es dann wieder an die Oma zu vermieten (bzw. das Grundstück darunter)?

MO 24.04.2014 | 08:17

Wie kommen Sie darauf, dass Kriege aus Not entstehen?

Kriege werden gemacht und sie werden vor allem auch finanziert. Die Frage der Finanzierung ist ein ganz entscheidender Punkt und wenn Kriege daran scheitern sollten, dass sie zu teuer sind bzw. die Bevölkerung - wenn sie denn direkt zur Kasse gebeten würde - sich der Finanzierung von Zerstörung widersetzen würde bzw. könnte, dann würden sie auch nicht mehr stattfinden.

knattertom 24.04.2014 | 11:12

Doch doch, ich habe mir die Begleitumstände zu diesem Artikel angeschaut. Die Redaktion behält sich genau das Recht vor, nämlich Artikel durch Umdatierung von der Startseite zu entfernen, wenn sie der Meinung sind, der Inhalt könnte "grenzwertig" sein, oder so ähnlich ist es formuliert.

Das ist deren gutes Recht, unter anderem dient diese Funktion auch dazu, unerfahrene "Schreiberlinge" vor sich selbst zu schützen......, es kann hier auch schnell mal strafrechtlich relevantes geschrieben werden, und kein Redakteur oder Lektor liest alles vor der Veröffentlichung.

Du kannst hier auf deinen Beitrag schon recht stolz sein, und du siehst ja, wir diskutieren hier immer noch weiter, obwohl die Halbwertzeit von Artikeln hier im Freitag sonst nicht über einem Tag liegt.

Christian Stolle 24.04.2014 | 16:04

Tatsächlich, in der Netiquette steht, dass sie das mit grenzwertigen Artikeln machen. Ich lach' mich kaputt. Erstens könnte man das manuell machen, also den Artikel aus der Liste der meistkommentierten Artikel entfernen, denn das Erscheinungsdatum zu verfälschen ist völlig daneben. Zweitens, was "grenzwertig" ist, ist offensichtlich sehr subjektiv. In meinem Artikel ist nichts strafrechtlich Relevantes, es handelt sich lediglich um eine Analyse und Meinung, eine die der Redaktion offensichtlich nicht passt. Nur weil man vorher festlegt, dass man eine gewisse Sache auf eine gewisse Art handhabt, wird es dadurch nicht legitimiert. Das Fälschen des Erscheinungsdatums ist ein Unding, egal wie man es dreht und wendet.

In der Netiquette steht auch: "Der Freitag steht für einen engagierten Journalismus abseits des Mainstreams – nutzen Sie die Gelegenheit, sich engagiert einzumischen und echte Meinungsvielfalt zu ermöglichen!"

Ja klar. :)

knattertom 24.04.2014 | 17:41

"Der so genannte Sozialismus und alle Ideen, die auf Enteignung oder "Eigentumslosigkeit" beruhen, berühren kaum die Frage nach der Kontrolle. ".

Wie sagte Lenin: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" :o)

Das oben verlinkte NÖS lehnte sich inhaltlich an die ökonomische Lehre Lenins an.

"Interessanterweise zeigt Ihr Beispiel, dass trotz wirtschaftlicher Verbesserung das NÖS nicht gewollt war, weil es statt der zentralen Kontrolle auf Dezentralisieung setzte. "

Ja, mehr Autonomie war offensichtlich ungewollt. Im Zuge der zeitweiligen Umsetzung musste Walter Ulbricht als Unterstützer abdanken und E. Honecker, als linientreuer Parteisoldat, hat dann übernommen und das Rad wieder zurückgedreht. Diese Entwicklung ist vielleicht auch ein Grund heutzutage rückblickend von "Staatskapitalismus" anstatt vom "real existiertem Sozialismus" zu sprechen.

"Das mit den Zentralverwaltungen verstehe ich nicht ganz. Langfristige Pachtverträge auf Grundstücke gibt es in verschiedenen Ländern. Soll das für kommunale Grundstücke gelten oder für allen Grund und Boden, das heißt, man würde auch Oma ihr klein Häuschen einkassieren"...

Ich bezog mich einzig und allein auf Produktionsmittel, also auf Grund und Boden, der bewirtschaftet wird, da fallen selbstgenutzte Häuser und auch Kleingärten nicht darunter.

knattertom 24.04.2014 | 18:00

"Eine einseitige Kritik des Kapitalismus und hier die Reduzierug auf die Geldpolitik, sowie auch die durchaus berechtigte Kritik des Zins und ZinsesZins Systems ist eben nur verkürzt und eben nur ein Teil des Problems Kapitalismus ...."

Was die Entstehung von Kriegen angeht, möchte ich "Mo" zustimmen, der Hauptgrund ist zumeist Profitstreben oder die Sicherung von Ressourcen um von diesen zu profitieren.

Das Geld und Zinssystem vereinfacht die Finanzierung von Kriegen "auf Kredit" und ist von daher ein Ansatzpunkt, aber ich stimme Dir auch zu, dass die Kritik am System "zu kurz springt" und als Beitrag von mir, dass sie über den "nationalen Tellerrand" nicht hinauskommt. Aber dazu werde ich wohl selbst bald hier etwas veröffentlichen.

Irgendwie links 24.04.2014 | 18:04

in der Netiquette steht aber auch,

Falls Moderationsentscheidungen in Beiträgen thematisiert werden, steht es der Moderation frei, diese zu entfernen, den User zu verwarnen oder gegebenenfalls zu sperren.

Mit der Anmeldung haben Sie diesen Modalitäten zugestimmt. Unkenntnis schützt vor Strafe nicht.

Die Sache mit der Rückdatierung ist eine programm-techn. bedingte hilfsweise Maßnahme.

Rudy Fehren 24.04.2014 | 23:04

Nun Bürgerkriege wie zum Beispiel in Afrika geschehen mit Zehntausenden Toten und noch immer nicht zu Ende, pflegen sich nicht an Ihre Annahme zu halten, sie entstehen oft spontan aus einer Situation heraus, wie zum Beispiel Ethnische Probleme und breiten sich unkontrollierbar aus und werden dann zum Flächenbrand... Die Massenvernichtungswaffe der Neuzeit ist übrigens das AK das in jeder Hinterhofwerkstatt angefertigt werden kann danach folgt in Afrika die Machete... Zur Finanzierung greift man auf vor Ort vorfindbare Ressourcen zurück, versklavt dort die Bevölkerung und verkauft seltene Erden die zur Produktion jedes Smartphone und Handy unerlässlich sind, auch ist zusätzlicher Sklavenhandel ein weit verbreiter Zweig um Finazierung zu gewährleisten... Auf dem Balkan war es seinerzeit der Organhandel... Weiterführende Information: http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg

MO 24.04.2014 | 23:58

Sagen Sie mal, wollen Sie mich vergackeiern? Sie stellen da eine Behauptung über ethnische Konflikte auf und nennen als einzige Quelle den Wikipedia-Eintrag über Krieg, der nicht einmal ein Fitzelchen von dem, was Sie behaupten, belegt.

Allein schon die einleitende Definition widerspricht geradezu Ihrer Behauptung: "Krieg ist ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragenerKonflikt,[1][2] an dem oft mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind."

Wenn man ein bisschen die Augen aufmacht, wird man erkennen, dass verschiedene Ethnien oder Religionen lange friedlich miteinander auskommen. Die meisten wissen nicht einmal, was der Nachbar ist oder glaubt. Und wie kommt es dann zu Konflikten?

Hören Sie, was der Direktor am Max-Planck-Institut für Ethnologie dazu meint: "Häufig ist die Bildung und Verbreitung von Feindbildern elitengesteuert."

Oder lesen Sie gleich selbst den Artikel "Ethnische Pluralität löst keine Kriege aus."

"Viele Konflikte werden als ethnisch wahrgenommen - fälschlicherweise. Letztlich gehe es meist um Ressourcen. Im Kampf um Wasser, Öl und Weidegründe seien die Mitglieder der eigenen Ethnie dann nur nahe liegende Verbündete."

Hier: http://www.mpg.de/933885/F004_Fokus_038_043.pdf

"

Oder lesen Sie am besten selbst:

Hier noch die Einleitung, für alle,

Paule 17.06.2014 | 02:24

Lieber Herr Stolle,

ich bin etwas schockiert über diesen Artikel und möchte deshalb zwei Dinge ich los werden:
1. Warum die Kritik an der FED mit Antisemtismus in Verbindung gebracht werden kann, wird in dem Moment klar, wenn man sich die Quellen der Montagsdemonstranten anschaut. Zum Beispiel Lars Mährholz, der Initiator der Montagsmahnwachen in Berlin, bezieht seine Informationen (nach eigenen Angaben siehe seine Hompage) von der Seite Freiheit durch Wissen. Auf dieser Plattform wird von einer jüdischen Verschwörung ausgegangen. Außerdem treten in Berlin Menschen auf, wie z.B. ein Ken Jebsen (siehe "rassistischer Zionismus"). Da kann schon die Frage aufkommen, ist die Kritik an der FED vielleicht nur ein Code? Immerhin ist es auch ein rechter Kampfbegriff...Ist es Zufall das ein Andreas Popp sich dann auf ein Gottfried Feder bezieht, der von schaffenden und raffenden (jüdischen) Kapital spricht.
Ich kann dir nur empfehlen die Seiten, die die Redner auf den Montagsdemos als freie Medien bezeichnen zu besuchen. Neben Freiheit durch Wissen. wird auch gerne auf Alles Schall und Rauch verwiesen. Auf dieser Seite finden sich ebenfalls krude Theorien. Auch ein David Icke, der neben antisemitischen Äußerungen, von einer reptiloiden Weltverschörung ausgeht, wird dort Platz geboten.

2. Dieser Punkt ist mir fast schon wichtiger, denn was soll diese Kritik bewirken? DIe Kritik an der FED ist m.E. eine verkürtzte Kapitalismuskritik. Der Banker handelt genauso wie der Bäcker. Eine so FED fixierte Kritik schürrt vor allem eines Verschwörungstheorien. Denn wenn ich behaupte, dass all das Übel auf der Welt durch eine kleine Gruppe Bankiers ausgelöst wird, der glaubt schlussendlich auch an die Verschwörung von Zionisten oder Freimauerern usw. Einfache Lösungsmuster sind das, als Antwort auf eine komplexe Welt.

Dieser Kommentar wurde von der Moderation editiert

Christian Stolle 25.06.2014 | 09:30

1. Wo äußern sich Montagsdemo-Teilnehmer und -organisatoren antisemitisch? Die überwältigende Mehrheit kritisieren lediglich das Geldsystem, und das zurecht.

2. Kapitalismus = freier Markt & Privateigentum, das kann man herausfinden, wenn man Wirtschaftslexika konsultiert. Die FED hat das Monopol auf den Dollar, freier Markt ist dort also nicht vorhanden. Außerdem sind Dollars immer nur geliehen.

FED hat nur im oberflächlichen öffentlichen Diskurs etwas mit Kapitalismus zu tun, weil dort immer angenommen wird Kapitalismus = Gier & grenzenloses Profitstreben.

Paule 26.06.2014 | 20:19

Herr Stolle,

ich hatte mich gewundert, warum sie sich auf mich beziehen, ohne dabei inhaltlich argumentativ etwas einzuwerfen.
Aber ein Blick auf ihre Website (We-are-Change) offenbart einiges. SIe bewerben David Icke und schalten Werbung für den Kopp- Verlag, bedenklicher geht es gar nicht mehr.
David Icke fällt gerne mit Sätzen wie " Menschen geschmäht und eingesperrt, weil sie einige offizielle Versionen des Holocaust in Nazideutschland in Frage stellen." ( aus "the truth shall set you free") auf. Das ist natürlich kein Antisemtismus, wenn man den Holocaust in Frage stellt, aber gut.
Ich könnte jetzt auch noch über den Kopp Verlag einiges Schreiben, aber ich lasse es lieber. Denn du wirst es eh nicht hören wollen.

Als letztes vielleicht noch eins, deine FED und Kapitalismuskritik ist so verkürzt und unfundiert, das ich mich Frage welchen Wandel du anstellen willst....