Lügenpresse weiterhin gefährlich

BZ, SZ, zzz... Irgendwo zwischen Orwellscher Sprachverdrehung und der mitunter kompletten Ignoranz eines abgeschlossenen Halbwissens weht der eisige Wind des Totalitarismus…
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Im Juni dieses Jahres war es Steven Geyer von der BZ, der Xavier Naidoo vorwarf, "zuletzt mit rechtspopulistischen Verschwörungstheorien" aufgefallen zu sein.

Wie ich daraufhin kommentierte, riss er dabei eine Aussage Naidoos aus dem Zusammenhang, verdrehte eine weitere, und bewies darüber hinaus ein gefährliches Halbwissen zum Thema 'Verschwörungstheorien'.

Jetzt war es Johannes Boie, der Naidoo und Jürgen Todenhöfer in der SZ als "gefährliche Weltinterpreten" bezeichnete.

Wie bereits Steven Geyer kritisiert Johannes Boie die Nennung der Rothschild-Familie in einem Song von Naidoo und unterstellt ihm dabei implizit Antisemitismus.

Die Frage muss nun aber erlaubt sein, warum die Religionszugehörigkeit der anderen von Naidoo in seinem Song kritisierten Personen keine Rolle zu spielen scheint.

Oder ist die Kritik an einer Person jüdischen Glaubens – selbst wenn die Kritik oder Nennung nicht auf die Religionszugehörigkeit der Person bezogen ist – grundsätzlich antisemitisch?

Außerdem monierte Boie wie zuvor Geyer, dass Xavier Naidoo von Deutschland als besetztem Land spreche.

Im Juni merkte ich dahingehend an: "Die nicht vollständige Souveränität Deutschlands wurde von Wolfgang Schäuble ausdrücklich zugegeben und kürzlich öffentlichkeitswirksam in der Sendung Die Anstalt​ anhand von Fakten erklärt."

Zudem zieht Naidoo eine Verbindung zwischen dem Holocaust und der Behandlung von Muslimen heute. Boie sieht darin eine Verharmlosung des Holocaust, also latenten Antisemitismus.

Der Völkermord an Muslimen findet jedoch tatsächlich statt: Nicht in Europa, wie Boie richtig bemerkt – dafür aber im Nahen Osten.

Insgesamt starben hunderttausende, wenn nicht Millionen von Zivilisten beim Krieg gegen den Terror. Der Terror selbst kam dabei 2014 auf die vergleichsweise geringe Zahl von 32.658 Todesopfern weltweit – die meisten davon im Nahen Osten und Afrika.

Wem das noch nicht reicht: Nach dem amerikanischen Einsatz von Uranmunition stieg die Krebsrate in der irakischen Stadt Falludscha vor etwa zehn Jahren stärker an als in Hiroshima und Nagasaki nach den Atombombenabwürfen von 1945.

Grimme-Preisträger Frieder Wagner produzierte eine hervorragende Dokumentation über diese denkwürdige Tatsache, wofür er bis heute von der sogenannten etablierten Medienwelt geächtet wird.

Die Kriege der NATO-Staaten zerrütteten den Nahen Osten und Afrika: Friedliche Nationen wurden angegriffen, souveräne Machthaber gestürzt, und Bevölkerungen durch die Einsetzung eigener Verbündeter unterjocht.

Von einem "wie auch immer gearteten westlichen Imperialismus" will Boie trotzdem nichts wissen. Bei der gemeinsamen Schlussbeurteilung von Geyers und Boies Artikeln möchte ich daher mit Boies Worten sprechen: "Beiden gemein ist, dass sie einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten."

Johannes Boie meint: "Vielen Menschen gefällt das."

Vielleicht macht er es ja deswegen.

(Übrigens, in den USA äußerte sich der Präsidentschaftskandidat Donald Trump bereits positiv über ein mögliches Zentralregister für Muslime.)

00:20 05.12.2015
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Geschrieben von

Christian Stolle

Freischaffender Journalist, Übersetzer, Lektor
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Christian Stolle

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