ChristianBerlin
24.03.2009 | 14:50 59

Meine FreitagsPause (1): Zwischenbilanz

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied ChristianBerlin

Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ bürste ich gerne gegen den Strich mit der Frage: Wenn ich die erste Stufe kenne, wozu dann noch die lange Treppe ganz hinaufgehen? Wie es weitergeht, weiß ich doch schon.

Nach sechs Wochen intensiven Testens ist mir jedenfalls klar, was man als FreitagsBlogger erreichen kann, und was nicht. Mit ein wenig Fleiß durfte ich in diesen sechs Wochen z.B. mit einem Zitat bei den „best of“ in der Printausgabe stehen, war mal ganz oben auf der Rankingliste der Meistkommentierten, mein Nickname stand in vier Blogbeiträgen und etlichen Kommentaren anderer Communitymitglieder, ich konnte kleine Minitrends in Gang setzen und elf Abonnenten werben, zwei davon aus der Redaktion. Immerhin.

Was ich nicht erreicht habe, sind Sternchen plus Beförderung, was angeblich hier so ähnlich wie beim Bund irgendwie zusammenhängen soll. Das will aber nichts heißen. Es scheint nämlich, dass nur wenige User anderen überhaupt positive Bewertungen geben wollen. Klickt man bei Freitag.de auf „Beste Wertung“, dann ist auf allen Zeitebenen (7 Tage, Monat, Bisher) chris97 mit „Das Versagen des Freitag“ einsamer Spitzenreiter. Der hat immerhin ganze drei Bewertungen gekriegt hat – wenn auch nur mit einem Stern.

http://earthgoo.de/Beste_Wertung.jpg
Die "Beste Wertung" hat "Bisher" der Beitrag "Das Versagen des Freitag"

Was ich außerdem nicht erreicht habe, ist eine auf Dauer spannende Diskussion zu entfachen. Für mich heißt das, dass ich in der Diskussion erkennen kann, ob ich verstanden wurde oder nicht und dass Widerspruch mit handfesten Argumenten untermauert wird. Das kam zwar vor, z.T. sogar mit Hinweisen auf aufschlussreiche Literatur oder Links. Aber oft genug redeten wir konsequent aneinander vorbei. Und die Quote derer, die gemeinsam um ein Verständnis der Realtität ringen wollen, schien zunehmend abzunehmen gegenüber jenen, die sich die Welt widewide-wie-es-mir-gefällt machen möchten um das dann als ihre freie Meinung zu verbreiten.

Letzteres gilt leider auch für das Konzept der Redaktion. Chefkritiker Chris und Cem(b) sind sich einig: „In einer Wochenzeitung kann man keine Tagesaktualität haben. Eher Meinung und Hintergrundberichte. Kommentare, Glossen und Essays.“ Selbst wenn das zutrifft, kommt mir im Freitag die Textsorte Hintergrundbericht zu kurz. Bei den anderen - Kommentar, Glosse und Essay – habe ich immer den Verdacht, man will sich ein gutes Thema nicht mit zuviel Recherche versauen.

Andere Wochenmagazine oder –zeitungen stellen regelmäßig unter Beweis, dass es auch anders geht. Aus zweien davon konnte ich deshalb gelegentlich Informationen wiedergeben, die im Kontrast zu den im Freitag vertretenen Behauptungen standen. Nach sechs Wochen ist aber klar, dass der Freitag in diese Konkurrenz nicht hinein will, und ich muss aufhören, die irreführenden Stilblüten der verdächtigen Textsorten zu zerpflücken, als hätten sie den Anspruch, die wirkliche Welt zu beschreiben und zu deuten. Der Namensbeitrag über die „Mitleidindustrie“ von Götz Eisenberg bewegte sich z.B. formal an der Grenze zwischen Spekulation und Desinformation – verteidigt hat das bisher niemand, nicht mal der Autor selbst.

Was jeden weiteren Kommentar überflüssig macht, ist deshalb die Tatsache, dass wir Blogger von der Redaktion sowie nicht ernst genommen werden – und von deren Autoren erst recht nicht. J.A. und das Team, das die Blogosphäre betreut, sind da eine erfreuliche Ausnahme, aber mehr auch nicht.

Am deutlichsten wurde mir das an einem eher untypischen Beispiel. Dem Autor Uli Heyden hatte ich sozusagen „Liebesgrüße nach Moskau“ geschickt - mitsamt der Kritik, dass ich gern mehr Hintergründe zur aktuellen Anklage gegen Chodorkowskij gekannt hätte. Auf die Kritik ist Uli eingegangen, die Grüße hat er schlicht ignoriert. Dabei bin ich vor vier Jahrzehnten für ihn durchs Feuer gegangen und wäre fast von der Schule geflogen.

Von Uli hatte ich 1971 als 14jähriger gelernt, dass die Bourgoisie uns mit ihrem Sprichwort „lieber tot als rot“ das genaue Gegenteil suggerieren will: dass rot zu sein so schlimm ist, dass allenfalls der Tod noch schlimmer sein könnte. Erst Hannes, unser Direktor, machte uns deutlich, dass es bei tot und rot um keine Alternative geht, sondern für ihn beides dasselbe bedeutet. Er profezeite uns, dass mindestens einer seinen Hut nehmen muss, entweder er oder wir – nur für den Fall, dass wir ernst meinten, was in unseren Flugblättern stand. Hier mag einer der Gründe liegen, dass sich unsere Wege dann trennten, aber keineswegs im Streit.

Natürlich weiß ich, dass Uli meine Grüße nicht zuordnen konnte. Aber warum fragt er dann nicht nach – wie es normal wäre? Ich kann mir das nur damit erklären, dass wir Blogger eben nicht normale Menschen sind, sondern irgendetwas, was man als Autor besser nicht für voll nimmt.

Das alles kann einem Blogger egal sein, solange wenigstens sein Follower-System funktioniert. Ab dem 4. März ging es sogar mal – allerdings nur für kurze Zeit. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass wieder Abonnenten keine Benachrichtigung bekommen haben. Man selbst merkt das gar nicht, außer wenn sich andere beschweren.

Noch im Februar hatte ich meinerseits vier Blogs abonniert. Da kam ebenfalls nie eine Mail, was allerdings nicht am System lag. Hier geschah etwas anderes, noch Seltsameres. Da gefielen mir – einem manchmal vielleicht überkritischen Leser – die Beiträge von drei Journalistenkollegen so gut, dass ich deren Blogs abonniere, und wenn das Benachrichtigungssystem endlich funktioniert, sind die inzwischen verstummt.

EtienneRheindahlen (Journalist): Vom 07.02. bis zum 03.03. sieben Beiträge und 31 Kommentare. Danach: Schweigen.
hneu (Journalist): Vom 31.01. bis zum 09.02. drei Beiträge und 14 Kommentare. Danach: Ruhe.
cms (Journalist): Vom 14.02. bis zum 26.02: vier Beiträge und 34 Kommentare. Danach: Nichts mehr.

Kann das Zufall sein, oder ist das repräsentativ – und welche Dunkelziffer abgewanderter interessanter Schreiber verbirgt sich ggf. dahinter? Womit waren sie ggf. so unzufrieden, dass sie das nicht einmal ihren Followern verraten haben?

Die Antwort auf die erste Frage kann nur vom Freitag kommen (eine Recherche von außen wäre zwar machbar, aber sehr aufwändig), die auf die zweite nur von verstummten Bloggern.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (59)

flüsterkissen 24.03.2009 | 16:21

hallo!
[quote] ....inzwischen verstummt...[/quote]

Es ist halt nicht nicht gerade viel [i]action[/i] hier und irgendwie fehlt ein Forum.
Viele User möchten wahrscheinlich nicht gleich ein eigenes (schon wieder was gelernt) Blog starten und die Komentarfunktion macht nicht wirklich Spaß. Warum installiert man nicht einfach ne kleine Boardsoftware, das schaffen tausende von Scriptkiddies...

Also ich würde mich freuen wenn das noch ein weitergeht hier (wo ich mich jetzt schon extra geragt habe)

Freundschaft!

ChristianBerlin 24.03.2009 | 16:51

Danke für das nette Kompliment, liebe mathegudrun. Mit Pause ist wirklich nur Pause gemeint. :)

Nachdem Chris97 Bilanz gezogen hatte, wollte ich das auch tun, etwas weniger rhetorisch-deftig und teilweise mit anderem Schwerpunkt. Mehr die lautstarke Kritiker wie Chris sind bei mir die verstummten der Auslöser.

Der Freitag hat einen ehrlichen Reflex verdient, und jede persönliche Ergänzung anderer User, die ehrlich und sachlich bleibt, könnte ihm helfen, zu sehen, was los ist.

cemb 24.03.2009 | 17:13

Lieber ChristianBerlin, danke für die Hervorhebung - aber ich bin kein "Chefkritiker".

Im Gegenteil, siehe hier (von gestern abend): http://sprechblase.wordpress.com/2009/03/24/der-freitag-espresso-mein-community-blog/

Seit gestern nachmittag bin ich hier in der Community aktiv, um mal selber zu erleben wie Freitag funktioniert. Drei Artikel habe ich seitdem veröffentlicht. Ich bin positiv eingestellt und sehe selber in der nächsten Zeit wie das Ganze funktioniert. Vielleicht dann auch Zeit für ein resumee wie deines heute.

Ohne Zweifel gibt es natürlich Optimierungsbedarf. Das weiss aber auch der Community Support und der Verleger.

Es steht ja auch dick "Beta" oben in der Titelzeile der Seite :-)

ChristianBerlin 24.03.2009 | 17:32

Das hatte ich zwar nicht direkt behauptet, aber man kann es so lesen, und deshalb hast Du Recht.

Konjunktionen mit "und" sind manchmal mehrdeutig, z.B. wenn - wie hier - ein Attribut Singular oder Plural sein kann.

"Chefkritiker" ist als Singular gemeint und bezieht sich nur auf Chris, d..h. Chefkritiker Chris und [Du] stimmen überein.

Die Unterlegung eures Konsenses mit einem Link könnte freilich suggerieren, dass ihr in einen Topf gehört. Dein Hinweis ist wichtig, um Missverständnissen vorzubeugen. Danke.

Wenn Du weißt, wie das ganze funktioniert, und ein Resumee schreibst, schick mir doch zur Sicherheit eine Privatmail, dann kommt immer eine Benachrichtigung. Vor allem bin ich gespannt, ob Du in sechs Wochen noch immer jedes zählebige Manko durch den Begriff "Beta" und das freimütige Eingeständnis der Redaktion entschuldigt siehst, dass alles schon bekannt und die Optimierung in Arbeit sei.

Ansonsten herzlich willkommen, auch wenn ich bald in die Pause gehe (sobald diese Diskussion durch ist). :)

der Freitag 24.03.2009 | 17:38

Hallo und vielen Dank für die ehrliche Kritik!

gerne möchte ich zu den angesprochenen Punkten etwas sagen.

Bewertungen:
Das klappt bei uns überhaupt nicht gut. Das Feld mit den Sternchen für die Bewertungen ist viel zu versteckt. Die Sternchen gehören sichtbar über die Buttons fürs "Senden" "Merken" etc. Ein OK-Klicken, um die Bewertung abzusetzen ist sicherlich auch eher überflüssig. Ende des Monats sollte diese Hürde keine Hürde mehr sein und die Sternchen werden besser platziert sein.

Abonnenten (Leser/ Schreiber-Funktion):
Wir haben die Funktion ausgiebig getestet und konnten keine Fehlfunktion feststellen. In Mein Freitag kann eingestellt werden, ob man sofort per E-Mail benachrichtigt werden möchte oder ob man eine Tageszusammenfassung bevorzugt. Wenn hier alles richtig eingestellt ist, sollte es funktionieren.
Sollte es allerdings daran liegen, dass keine Benachrichtigungen eintreffen, weil die entsprechenden Schreiber einfach nichts veröffentlicht haben, sind wir schon beim nächsten Kritikpunkt auf der obigen Liste.
Seit dem Start gibt es eine Fluktuation von Lesern und Schreibern, die sich derzeit noch nicht auf eine tägliche Konstante eingepegelt hat (bzw. wünschenswerterweise anwächst). Viele kommen und kamen, um sich umzusehen und die Seite auszuprobieren. Wir hatten in der Vergangenheit einige Probleme, die vor allem mit der Stabilität der Seite zusammenhingen und haben mit diesem Problem sicher auch Schreiber verschreckt. Die Performance hat sich bis heute sehr verbessert und kann noch besser werden.
Jetzt, fast 2 Monate nach dem Start unserer Seite, sehen auch wir aber auch welche Chancen unsere Seite noch hat, die wir momentan nicht nutzen. Diese Chancen liegen vor allem in der Vielfalt der Themen, die die Blogger auf unserer Seite hervorbringen. Diese Themen besser zu bündeln und zugänglich zu machen ist ein nächster Schritt. Der Vorschlag ein Forum einzuführen ist mit Sicherheit eine Sache, die wir noch bedenken werden - die Idee wird aber auch nur Erfolg haben, wenn wir alle anderen Baustellen vorher beseitigen. Etwas ähnliches wie ein Forum, welches strikt themenbezogen funktioniert, ist schon in naher Zukunft geplant - hier halten wir euch im Freitag-Blog auf dem Laufenden.
Zum Schluss noch, ...ChristianBerlin, es wäre schade wenn deine Freitagspause sich allzu lange dehnt. Du hast es immer geschafft zu vielen Diskussionen etwas konstruktives beizutragen.

Herzliche Grüße
Peggy

cemb 24.03.2009 | 17:46

Danke für dein Angebot, @ChristianBerlin.

Gut finde ich die Idee weiter oben in den Kommentaren, im Freitag auch ein Forum einzurichten, um Dinge untereinander zu klären und sich Tipps (und Tricks) zu holen im Umgang mit der Technik oder Schreibe. Es ist eine sehr nahe liegende und nützliche Idee. Fast jede Community hat so etwas.

Was mich momentan interssiert ist, wer hier schreibt und liest. Denn ich habe ja schon ein Blog, was eine Lesrschaft hat. Erreiche ich hier andere Leute als bei mir? Ergeben sich andere Themen, die mich interessieren dadurch?

Dazu ein Selbstzitat: "Ob ich mich beim Freitag und seiner Community wohlfühle, ob ich die Inhalte dort mag, ob ich in der Lage bin gelegentlich ein weiteres Blog zeitlich zu führen und inhaltlich sinnvoll zu füllen, werden wir sehen. Schaunmermal."

Es ist ein kleines Experiment. Viel Erfolg allen Autoren, Kommentatoren und Lesern. Dem Verleger und seinem Team ebenso.

ChristianBerlin 24.03.2009 | 18:04

Mit euren guten Wünschen und der Positivbilanz mirgegenüber gehe ich um so lieber in die Pause, ähnlich wie bei mathegudrun und flüsterkissen. Ihr beide kamt ja auch in meiner Kritik gut weg, wenn ich das noch mal unterstreichen darf. :-)

Ob ihr dem Rest der Redaktion vermitteln könnt, dass sie uns Blogger ruhig noch etwas ernster nehmen dürfen und wie man das ggf. macht, ist eine andere Frage. Dazu kommt vielleicht noch was von denen.

Auch meine Sorge, was speziell die drei von mir genannten Blogger betrifft, ist mit der allgemeinen Fluktuation auch noch nicht ganz wegerklärt. Eigentlich sind das alles Profis, die sich m.E. nur aus Projekten zurückziehen würden, wenn der Versuch sich als Irrtum erwiesen hat. Wirklich aufklären können das aber nur sie selbst. Bevor wir uns den Kopf zerbrechen, schreibe ihnen dazu am besten eine Privatmail mit dem Hinweis auf unsere Diskussion.

Alles Gute und liebe Grüße

Christian

m 1 24.03.2009 | 19:34

"Eigentlich sind das alles Profis, die sich m.E. nur aus Projekten zurückziehen würden, wenn der Versuch sich als Irrtum erwiesen hat."

Tja, und nicht jeder 'Verstummte' neigt zu öffentlichen Begründungen.

Mein Gepöbel und die fortlaufende konstruktive Kritik in der Freitaggruppe bei identi.ca hat ja auch eher wenig gebracht.

Cem bringt es ganz hübsch auf den Punkt: Wer auch an anderen Stellen im Netz publiziert, der überlegt sich Prioritäten. Der Leser natürlich auch. Und der aktiv kommentierende ebenfalls. Ich lese Cem ehrlich gesagt lieber auf 'Sprechblase' als hier.

ChristianBerlin, Deine fundierten und ziselierten Meinungen und Kommentare lese ich gerne. Vielleicht sollte Dir der Verlag ein Angebot machen?

Ich bleibe dabei: Das Community Ding hier ist weit hinter allen 'out of the box' Standards zurück und Spaß macht es nicht wirklich.

m 1 24.03.2009 | 19:34

"Eigentlich sind das alles Profis, die sich m.E. nur aus Projekten zurückziehen würden, wenn der Versuch sich als Irrtum erwiesen hat."

Tja, und nicht jeder 'Verstummte' neigt zu öffentlichen Begründungen.

Mein Gepöbel und die fortlaufende konstruktive Kritik in der Freitaggruppe bei identi.ca hat ja auch eher wenig gebracht.

Cem bringt es ganz hübsch auf den Punkt: Wer auch an anderen Stellen im Netz publiziert, der überlegt sich Prioritäten. Der Leser natürlich auch. Und der aktiv kommentierende ebenfalls. Ich lese Cem ehrlich gesagt lieber auf 'Sprechblase' als hier.

ChristianBerlin, Deine fundierten und ziselierten Meinungen und Kommentare lese ich gerne. Vielleicht sollte Dir der Verlag ein Angebot machen?

Ich bleibe dabei: Das Community Ding hier ist weit hinter allen 'out of the box' Standards zurück und Spaß macht es nicht wirklich.

Bildungswirt 24.03.2009 | 20:14

Hallo Christian,
mach mal Pause, erhol dich, wir brauchen von dir noch viele gute Beiträge und Kommentare.
Jetzt noch ein paar Randbemerkungen:

a) Zwischenbilanz kommt m.E. zu früh, was sind schon 6 Wochen? Vielleicht nach 6 Monaten, da wäre ich zu einer ausführlichen Diskussion sofort bereit, auch mit klaren Konsequenzen für mein eigenen Engagement. Deine Anspielung auf das bekannte Hesse-Gedicht ..."ich die erste Stufe kenne, wozu dann noch die lange Treppe ganz hinaufgehen? Wie es weitergeht, weiß ich doch schon." Einspruch. Durch bloßen Augenschein kennst du nicht die Treppe, geschweige die einzelnen Stufen (die jeweils gekostet werden sollten), du weißt nicht den weiteren Verlauf der Treppe, vielleicht die Mutation hin zur Wendeltreppe, anschließend großer Freitreppe etc.

b) Irgendwelche "Edelungen" mit "Sternchen" im Freitag finde ich schlicht albern. Diese Funktion könnte man gleich abschaffen, wäre ein technisches Problem gelöst. Wir brauchen Mitdiskutanten und keine sprachlosen Klicker.

c) ..."Blogger ernst nehmen"? Du nimmst das Problem zu ernst, was ist schon ein Autor, ein Redakteur, ein sog. "Profi"? Sind wir nicht alle professionelle Dilettanten, Suchende im Textuniversum? Schau dir mal meine Kritik am Titelblatt der ZEIT hier im Freitag an. Alles sog. Profis - einfach jämmerliche Ergebnisse und das nach reichlicher Überlegung und sicher monatelanger Vorbereitung der großen Serie "60 Jahre Deutschland". Schau dir mal die vielen gut bezahlten Höflinge und Lufthunde mit Prof. Dr. Schlagmichtot an, die Universitäten sind voll davon. Brecht würde sie als TUIs bezeichnen.

d) Ich gönne dir viel (symbolische) Sonne - dann sieht die Welt wieder anders aus. Ab Mitte April nehme ich meine eigene Auszeit, dann bist du ja wieder an Bord.

Freundliche Grüße vom Bildungswirt

Magda 24.03.2009 | 21:49

Ihr guten Frauen, ich finde, dass die unendliche Langsamkeit und Behäbigkeit dieses Systems einen entnervt.
Und jetzt wird ein Kommentar direkt unter ChristianBerlins Beitrag nicht angenommen. Schon dreimal nicht.
Man verbringt völlig sinnlose Zeit mit diesem Forum. Ihr verwendet keine software, sondern führt einen soft war.
Nix Beta, absoluter Mist ist das.

Ungehaltener Gruß
Magda

m 1 24.03.2009 | 22:50

Ach, wie ich diese Doppelkommentare liebe. Abschicken. Nix passiert. Minuten später... Noch einmal OK. "Wollen Sie wirklich noch einmal schicken?" Nein, also drücke ich 'Abbrechen'. Nix passiert. Stunden später komme ich zurück, lade die Seite erneut und sehe den Doppelkommentar als Belohnung der doppelten Verarschung durch das System.

Das ist nach sechs Wochen durchaus ein Grund zutiefst unzufrieden zu sein.

EtienneRheindahlen 24.03.2009 | 23:47

Um ca. 20:00 Uhr einen Kommentar hier geschrieben ("Warum ich mich hier zurückgezogen habe"). Brav geklickt und abgeschickt. Abgeschickt - ins digitale Nirwana. Wie bei offenbar etlichen anderen Community-Mitgliedern: einfach weg.

Sorry, aber das nervt. Nochmal sorry, aber das geht doch wirklich besser. Und ein letztes sorry (in diesem Kontext): solche "bugs" sollten definitiv n i c h t zu den "Beta-Bugs" gehören...denn eine fehlerfrei funktionierende Community-Software ist unverzichtbare Basis.

Nach einem langen Arbeits-/Kampftag als "free lancer" ist "sowas" einfach nervig, frustrierend und überflüssig wie ein Kanzlerinnen-Auftritt bei Will. Kurz: Zeit-Raub.

Mal aus dem Nähkästchen. Ich habe soeben eine Rechnung für ein Video-Projekt geschrieben, an dem ich zweieinhalb Wochen geplant, gedreht, geschnitten und produziert habe. Gegenstand: im Auftrag des Vorstandsvorsitzenden eines DAX-Technologiekonzerns eine DVD erstellen, mit der dieser dem Rektor der "University of Oxford" (mein Auftraggeber ist "Ox"-Absolvent und eng in den dortigen Fellowships vernetzt) einen Ausblick auf die Innovationsprojekte seines Konzerns und dessen Relevanz für den "Forschernachwuchs von morgen" illustriert. Sprich: höchste Präzision und PR-freie Vermittlung von technologischen Fakten, naturwissenschaftlichen Durchbrüchen, Perspektiven und Visionen waren die Guideline. Absolut fehlerfreies Arbeiten mandatorisch. Für dieses Projekt, dessen Ergebnis mein Auftraggeber euphorisch und stolz seiner Familie wie Investoren und Gesellschaftern (vom ehrenwerten Oxford-Rektor mal ganz abgesehen) persönlich präsentierte, habe ich der zwischengeschalteten Agentur eine Rechnung in Höhe von 1.000 Euro schreiben "dürfen".

Von der ich Steuern, Sozial- und KV-Abgaben sowie meine Fahrtspesen für täglich 85 Kilometer mit einem 16 Jahre alten "Lancia Dedra" (untere Mittelklasse) zu begleichen habe. Liebe KollegInnen des "Freitag" - wer von Euch ist für das (administrativ-operative) "Funktionieren" dieser Community verantwortlich (!) und verdient im Monat 1.750 € brutto ?

Verdient da jemand mehr ? Ja ?

Falls dem so ist (was ich hoffe und Euch bzw. dem-/denjenigen wünsche), dann - bitte - sollte diese Community und ihre technische wie strukturelle Architektur doch mindestens genauso präzise, fehlerfrei und "kundenfreundlich funktionieren" wie meine Oxford-DVD für den "Chef" von weltweit rund 16.000 Managern, Forschern, Facharbeitern und Verwaltungsspezialisten.

Wäre - nein, ist (ich hasse Konjunktive) das zuviel verlangt...?

Salut et bonne nuit,
Etienne.

P.S.: Sicherheitshalber habe ich diesen Kommentartext kopiert, in eine "OpenOffice"-Datei abgelegt und gespeichert. Ich schreibe gerne - aber höchst ungerne für's "digitale Nirwana"...

EtienneRheindahlen 24.03.2009 | 23:48

Um ca. 20:00 Uhr einen Kommentar hier geschrieben ("Warum ich mich hier zurückgezogen habe"). Brav geklickt und abgeschickt. Abgeschickt - ins digitale Nirwana. Wie bei offenbar etlichen anderen Community-Mitgliedern: einfach weg.

Sorry, aber das nervt. Nochmal sorry, aber das geht doch wirklich besser. Und ein letztes sorry (in diesem Kontext): solche "bugs" sollten definitiv n i c h t zu den "Beta-Bugs" gehören...denn eine fehlerfrei funktionierende Community-Software ist unverzichtbare Basis.

Nach einem langen Arbeits-/Kampftag als "free lancer" ist "sowas" einfach nervig, frustrierend und überflüssig wie ein Kanzlerinnen-Auftritt bei Will. Kurz: Zeit-Raub.

Mal aus dem Nähkästchen. Ich habe soeben eine Rechnung für ein Video-Projekt geschrieben, an dem ich zweieinhalb Wochen geplant, gedreht, geschnitten und produziert habe. Gegenstand: im Auftrag des Vorstandsvorsitzenden eines DAX-Technologiekonzerns eine DVD erstellen, mit der dieser dem Rektor der "University of Oxford" (mein Auftraggeber ist "Ox"-Absolvent und eng in den dortigen Fellowships vernetzt) einen Ausblick auf die Innovationsprojekte seines Konzerns und dessen Relevanz für den "Forschernachwuchs von morgen" illustriert. Sprich: höchste Präzision und PR-freie Vermittlung von technologischen Fakten, naturwissenschaftlichen Durchbrüchen, Perspektiven und Visionen waren die Guideline. Absolut fehlerfreies Arbeiten mandatorisch. Für dieses Projekt, dessen Ergebnis mein Auftraggeber euphorisch und stolz seiner Familie wie Investoren und Gesellschaftern (vom ehrenwerten Oxford-Rektor mal ganz abgesehen) persönlich präsentierte, habe ich der zwischengeschalteten Agentur eine Rechnung in Höhe von 1.000 Euro schreiben "dürfen".

Von der ich Steuern, Sozial- und KV-Abgaben sowie meine Fahrtspesen für täglich 85 Kilometer mit einem 16 Jahre alten "Lancia Dedra" (untere Mittelklasse) zu begleichen habe. Liebe KollegInnen des "Freitag" - wer von Euch ist für das (administrativ-operative) "Funktionieren" dieser Community verantwortlich (!) und verdient im Monat 1.750 € brutto ?

Verdient da jemand mehr ? Ja ?

Falls dem so ist (was ich hoffe und Euch bzw. dem-/denjenigen wünsche), dann - bitte - sollte diese Community und ihre technische wie strukturelle Architektur doch mindestens genauso präzise, fehlerfrei und "kundenfreundlich funktionieren" wie meine Oxford-DVD für den "Chef" von weltweit rund 16.000 Managern, Forschern, Facharbeitern und Verwaltungsspezialisten.

Wäre - nein, ist (ich hasse Konjunktive) das zuviel verlangt...?

Salut et bonne nuit,
Etienne.

P.S.: Sicherheitshalber habe ich diesen Kommentartext kopiert, in eine "OpenOffice"-Datei abgelegt und gespeichert. Ich schreibe gerne - aber höchst ungerne für's "digitale Nirwana"...

EtienneRheindahlen 25.03.2009 | 00:00

*heiser lacht* Tja, auch dieses "completely unintended" Doppel-Posting spricht für sich. Wiederholungen nutze ich nur als rhetorisches Mittel der Bekräftigung und wenn, dann nur in Form von absichtlich (!) wiederholten, bekräftigenden Kern-Aussagen.

Nun ja, ist auch gut für den "traffic on Friday" - so sei diese Mehrfach-Klickerei gerne zur Optimierung der werberelevanten Daten des geschätzten (keine Ironie) Meinungsmediums gespendet...

Nix für unguat.

Magda 25.03.2009 | 00:06

Auch ich versuche es noch einmal,zum Dritten mal, aber ich bin schon schwer sauer, wie auch andere Blogger hier.

Hallo ChristianBerlin
Ich fände es auch bedauerlich, wenn Du verschwändest. Immerhin gehörst du zu denen, die die Debatte suchen.
Ich teile eine Menge Deiner Vorbehalte. Meine generelle Kritik bleibt, dass es hier keine Community gibt, kein Miteinander oder zuwenig davon.
Ich frage mich, ob Du nicht zuviel erwartest. Mein Gefühl ist andererseits, dass solche Erwartungen ganz gerne gepflegt werden. Wer die Umfänge in diesem Blatt kennt, ist da realistisch.

Insgesamt hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass ich hier meine Sachen in ein tiefes Loch schmeiße und die verschwinden dann. Das kann man hinnehmen, weil es ja auch anderen so geht. Aber ich sehe bei engagierten Bloggern, dass die sich sagen: Wieso soll ich meinen Kram hier versenken? Die haben doch alle selbst sehr profilierte Seiten und ich bin vielen lieber dorthin gefolgt, als hier – das Ganze ist ja auch noch so langsam – endlos zu warten. Das ist ja der Witz: Das Internet ist nicht so hierarchisch wie hier.

Hier wird so eine Hürde errichtet, die man irgendwie überwinden soll: Hier die Blogger und Netzpublizisten und da jene, die auch gedruckt werden. Dem Blogger winken „Aufstieg“ in eine andere Liga, vom Blogger zum Publizisten, Veröffentlichung ist der Lohn für gute Bewertung, vielleicht aber auch nur für Beachtung durch den Chef. Lächerlich.
Dabei werden die gegenwärtigen Scharmützel zwischen den „Holzmedien“ und den virtuellen Publizisten ganz clever genutzt. Mir gefällt das überhaupt nicht.

Es kann ja sein, dass dadurch eine fruchtbare Konkurrenz entstehen kann, aber es kann genau so gut sein, dass so etwas jede Debatte zersprengt, ein ständiges Ringen um Aufmerksamkeit.
Es ist auch deshalb kontraproduktiv, weil das Web nicht hierarchisch ist.

Gut, ich bin auch nicht mehr so heiß auf Veröffentlichung. Mir lag vor allem am Meinungsaustausch, an ein bisschen Polemik von mir aus und interessanten Debatten (die übrigens auch nicht gut gedeihen, wenn jemand andauernd nur nach Beachtung „von oben “ lechzt) .Konkurrenz belebt das Geschäft, aber es kann auch alles kaputtmachen.

Bildungswirt schreibt. b) Irgendwelche "Edelungen" mit "Sternchen" im Freitag finde ich schlicht albern. Diese Funktion könnte man gleich abschaffen, wäre ein technisches Problem gelöst. Wir brauchen Mitdiskutanten und keine sprachlosen Klicker. Zitatende

Das kann ich nur unterstreichen, das ist doch Jungpioniermist. Vor allem ist das immer eine Einladung, „Aufreger“ zu produzieren oder solche Dinger, wie „Das Versagen des Freitags“ endlos on top zu halten. Das ist doch ein Witz. Krawall ist immer oben von BILD bis „Freitag“.

Kurzerhand, der Sache fehlt – ganz altmodisch - Seele und ein bisschen virtuelles Kuscheln. Das muss man zumindest entwickeln ,sonst ist das doch alles langweilig.

EtienneRheindahlen 25.03.2009 | 00:22

@Magda

Also Magda, Deine Ausführungen mag ich zu gerne kommentieren. Und sie bekräftigend unterstützen.

Die meisten "Freitag"-Leser bzw. -Kommunarden (lacht) dürften erwachsen sein - egal, ob als 16- oder 60jährige. Kindergarten-Didaktik à la "Pfadfinder"-Leistungsabzeichen (war selbst mal DPSG'ler...) haben wir aber schon erfolgreich hinter uns gelassen, oder ?

Es fehlt an Glut und ebenso an Mut. "Hier" - im "Freitag". Und in unserem Hier Jetzt, in der Gesellschaft, in der diese Gesellschaft beeinflussenden "Politik" und vielleicht (inzwischen) auch in jedem von uns.

Lasst sie zu, die Lust am Diskutieren, Disputieren und auch an heissblütig und kühldenkend betrieben Suche nach "einer gemeinsamen, neuen Wahrheit". War es nicht Rousseau, der den Zweck jeder Diskussion als ebensolche Suche definierte. Ich meine mich zu erinnern...

Lasst uns mit Argumenten, Ideen und Überzeugungen ebenso streiten wie kuscheln. Vielleicht werden "wir" und mit uns "der Freitag" relevant. Das wäre allemal wichtiger als die fraglos ökonomisch notwendige Werberelevanz zur Refinanzierung dieses mutmaßlich gutgemeinten Projekts. Nur wer eine Stimme hat und diese mit anderen ähnlich gesonnenen Stimmen verbündet, kann sich Relevanz erstreiten. Und damit bewegen.

Und die Glut des Geistes und der Ideen hätte in unserer Mitte (vielleicht) wieder eine Chance.

Anette Lack 25.03.2009 | 10:18

Lieber ChristianBerlin;

auch ich fände es schade, nichts mehr von Ihnen zu lesen. Ihre Blogs und sorgfältigen Kommentare habe ich meist als bereichernd empfunden. Aber so richtig ins Herz geschlossen (wolllte Magda nicht mehr "virtuelles Kuscheln?) habe ich Sie erst seit gestern, als Sie sich im Blog über die "Industrialisierung des Mitleids" mitfühlend zu dem Hunde-Opfer geäussert haben.

Ihre Intelligenz und Scharfsinnigkeit hatten Sie hier schon oft unter Beweis gestellt; dass Sie nun auch Mitgefühl zeigten, hat mich gefreut. Es gibt zu viele Journalisten, die aus einem falschen Selbstverständnis heraus Sachlichkeit mit Gefühllosigkeit verwechseln...

Was die allgemeine Kritik hier (damit meine ich Ihre nur bedingt, also bitte nicht missverstehen!) angeht: "Töf man af" möchte ich auf plattdeutsch sagen, was hochdeutsch etwa einem "Ruhig Blut" entspricht. Zum einen ist der "Freitag" so kurz "auf Sendung" - muss es da schon so ein massiver und teilweise destruktiver Rundumschlag sein?

Mich nerven die technischen Probleme nicht so. Vielleicht liegts daran, dass ich bei der "Hamburger Morgenpost" volontiert habe, einer Zeitung in notorischer Geldnot. Dass da etwas funktionierte, war eher die Ausnahme. (Und so ist es hier ja wirklich nicht!) Später bei Gruner Jahr habe ich den reibungslosen Ablauf (ermöglicht durch ausgefeilte und teure Technik) als luxuriös empfunden - aber auch etwas langweilig...

Grundsätzlich ist es natürlich schön, wenn alles klappt. Aber worum geht es hier wirklich? Einige äussern sich sehr enttäuscht, was wieder eine Sache unterschiedlicher Erwartungen ist: Der eine will diskutieren, der andere den perfekten Internetauftritt, die dritte interessante Beiträge lesen oder auch alles auf einmal....

Dem "Freitag"-Team samt Redaktion mehr Luft und Zeit lassen, für Experimente und das ev. Verbessern von einzelnen Dingen - und auch dafür, noch weiter herauszufinden, in welche Richtung die Zeitung gehen will... ich plädiere da einfach für mehr Gelassenheit. Muss es gleich ein so unerbittlicher Blick sein?

Dass ich glücklich bin über den "Freitag", ihn als inspirierend empfinde, die Freiheiten genieße, die er bietet, und mir das Schreiben hier viel Spass macht, hatte ich ja schon an anderer Stelle erwähnt. Das ist für mich wesentlich.

Natürlich bin ich auch nicht mit allem glücklich: Dass die Autoren und Redakteure blau gedruckt werden und die Blogger rot, kommt bei mir auch komisch an, ein wenig im Sinne einer Hierarchie. Vielleicht hat es aber auch einen anderen Grund?

Gemessen am Ganzen, das für mich stimmt, ist das aber eine Kleinigkeit. Und, J. Augstein braucht es sicher nicht, dass ich ihn in Schutz nehme, aber: Er hat, nach meiner Wahrnehmung, nie behauptet, er werde die perfekte Zeitung "machen". Etwas Neues; Anderes hat er angekündigt - und das ist ihm. so meine ich, gelungen

Anette Lack 25.03.2009 | 10:25

Teil 2, denn das hatte ich vergessen, lieber Christian Berlin:

Da Sie ja versprochen haben, dass Sie zurückkehren... Ich habe mit Pausen meist gute Erfahrungen gemacht. Danach war immer etwas verändert, entweder ich, oder das, wovon ich pausiert habe... In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit und freue mich, wenn Sie zurückkommen!

Herzlich

Anna Dorothea

Steffen Kraft 25.03.2009 | 12:18

In der Tat wäre es schade, wenn Ihre Pause allzu lange dauern würde. Ihre von Klar- und Klugheit getragen Beiträge werde ich vermissen.

Jenseits der technischen Schwierigkeiten geben mir Ihre Sätze zum Verhältnis von Redakteuren und Bloggern zu denken. Ich frage mich, was das heißen sollte: die Blogger ernst nehmen. Häufiger antworten: gewiss. Eingehen, diskutieren: na klar.

Oft geschieht das schon (wie beim Amoklauf), oft auch nicht (wie offenbar in Ihrem Fall). Und bestimmt wird es häufiger werden, wenn sich nach und nach eine Arbeitsweise einstellt, die mehr Raum lässt neben dem Themen suchen, über Zugriffe nachdenken, rausgehen, recherchieren, schreiben, umschreiben, mit Autoren diskutieren, nochmals umschreiben, Fakten checken, Rechtschreibung korrigieren, wenn möglich zwei mal und dann die Seiten so zu betexten, dass Lust aufs Lesen entsteht.

Ich will mich gar nicht mit Arbeitsbelastung, widerstreitenden Anforderungen oder anderem herausreden. Mein Anliegen ist, dass "ernst nehmen" auch heißen muss, die journalistische Qualität des Freitag so hoch wie möglich zu schrauben. Schließlich haben wir die Verantwortung, den Debatten eine verlässlich Grundlage zu schaffen.

Und da gebe ich Ihnen recht: aufwändiger recherchierte Stücke sollen bei uns größeres Gewicht bekommen. Eine Haltung zu vertreten, heißt ja nicht, auf Fakten zu verzichten - im Gegenteil.

Tessa 25.03.2009 | 14:25

Lieber Christian,
vielen Dank für deine umfassenden Gedanken zum Freitag. Das Bewertungssystem bildet derzeit noch nicht ab, was wir uns davon erhofft haben. Das mag daran liegen, dass User nicht gerne bewerten, oder daran, dass das Feature dafür zu versteckt ist, oder nicht klar, wozu es verwendet werden kann? Was meinen Sie? Wir überlegen die Bewertungsfunktion prominenter zu platzieren.
Nicht immer lässt sich die Qualität eines Textes an der Zahl der Kommentare ablesen. Aus diesem Grund haben wir die Bewertung eingebaut.
Funktioniert die Benachrichtigung bei Ihnen nicht? Können Sie mir den Fehler genauer beschreiben? Bei den Accounts, die ich betreue sowie die Schreiber, die ich abonniert habe, funktioniert derzeit alles reibungslos.

Viele Grüße
Tessa

ChristianBerlin 25.03.2009 | 14:32

[Zitat m1]ChristianBerlin, Deine fundierten und ziselierten Meinungen und Kommentare lese ich gerne. Vielleicht sollte Dir der Verlag ein Angebot machen?[/Zitatende]

Danke für das Kompliment und Dein Interesse. Was Deinen Appell an den Verlag betrifft, wäre es an einer ähnlichen Stelle zwischen Anna Dorothea und mir fast zum Bruch gekommen (wir haben uns aber wieder zusammengerauft).

Ein Angebot könnte nach meinem Dafürhalten allenfalls ich dem Verlag machen, wenn ich ein relevantes Thema hätte, das in deren redaktionellen Teil besser passt als in mein Blog. So mache ich das als Freier auch mit allen anderen Redaktionen. Ich habe aber kein solches Thema, schon deshalb nicht, weil ich zuviel blogge und kommentiere. Das war für diese sechs Wochen der Startphase auch Sinn der Sache, um voll dabei zu sein.

Ein faires Angebot von Verlagsseite hätte m.E. dem talentierten Nachwuchs-Kollegen CMS gemacht werden müssen, denn der hat noch nicht die Chuzpe, die man in diesem Geschäft braucht. Statt dessen lief da vor aller Augen ein Hund-und-Wurst-Drama. Ich sah sowas kommen, und hatte das moniert - self-fulfilling prophecy? Inzwischen schweigt dieser Autor ganz. Vielleicht hätte ich mich nicht einmischen sollen.

Noch einmal Danke für die vielen Anregungen in Deinen Kommentaren zu diesem Beitrag. Das wertet mein Blog richtig gut auf. :-)

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Ehemaliger Nutzer 25.03.2009 | 14:55

Lieber Christian,

ich bin noch da, wenn auch nur sporadisch. Ich hatte mich hier angemeldet, und Beiträge neu verfasst, bzw. alte hierhergebracht. und ich habe mitdiskutiert. Leider hab ich das vernachlässigt. Das hat mehrere Gründe:
1. komme ich einfach wenig zum Zeitunglese im Moment.
2. bin ich mir noch nicht ganz im klaren darüber, ob ich den Freitag jetzt dauerhaft lesen will. Das liegt hauptsächlich an dem, was du beschreibst, besonders: "Selbst wenn das zutrifft, kommt mir im Freitag die Textsorte Hintergrundbericht zu kurz. Bei den anderen - Kommentar, Glosse und Essay – habe ich immer den Verdacht, man will sich ein gutes Thema nicht mit zuviel Recherche versauen."
3. werfe ich einfach absolut nicht mit Beiträgen um mich. Es kann sein, dass ein Jahr lang gar kein Beitrag von mir kommt, weil mir einfach Zeit, Muße oder auch einfach mal die Lust fehlt, mich in meiner Freizeit hinter ein Thema zu klemmen. Ich bin kein großer Kommentare-Schreiber (im journalistischen Sinn, nicht Kommentare unter Artikel hier), sondern gehe lieber ein Thema nüchtern an und berichte. Und das erfordert eben Themen und Recherche (ein Kommentar auch, aber da ist es leichter, sich einfach mal zu einem Thema zu äußern). Hinzu kommt, dass ich auch Ansprüche an meine Artikel stelle, die ich einhalten will (ob ich das immer tue, sei mal dahingestellt).
4. Bekommt man manchmal das Gefühl, dass Beiträge in Blogs gar nicht beachtet werden, solange sie sich nicht um die Veränderungen beim Freitag drehen. Da fehlt einem dann manchmal auch einfach die Lust, sich die Arbeit zu machen und etwas zu schreiben, wenn man denkt, dass es eh keinen interessiert. (Kleine Idee: Hier wäre vielleicht eine Anzeige nicht schlecht, wie viele Leute auf der Seite waren, damit man zumindest hoffen kann, dass ein Teil dieser Leute sich den Artikel durchgelesen hat.)
5. Schreibe ich hier kaum noch Kommentare (unter Artikel und Blogbeiträge), weil ich einfach lieber eine Papierzeitung lese. Und ich finde es manchmal müßig, mich nochmal extra im Internet einzuloggen und den Artikel rauszusuchen. Hinzukommt, dass ich nur dazu komme, den ein oder anderen Artikel zu lesen und man ja auch nicht bei jedem dann was hat, was man dazu anmerken kann. Akutes Beispiel: Vorhin habe ich den Pakistanartikel aus dem Guardian gelesen. Ich bin in der Materie Pakistan alles andere als drin. Ich fand den Artikel interessant, aber was ich dazu schreiben könnte, das wüsste ich nicht.

Dazu ob ich den Freitag weiterhin lesen werde:
Ich habe mir heute in der S-Bahn mit dem Freitag und Pakistan vor mir gedacht: Du bestellst dir jetzt dieses 13 Wochen Kurzabo und dann schaust du weiter.

Was mir übrigens positiv aufgefallen ist: Es haben jetzt wirkich verdammt viele Kiosks, von denen ich das nie gedacht hätte, den Freitag. Soger einer bei mir ums Eck, wo ich neulich nicht mal die Taz bekommen habe.

Grüße,
cms

ChristianBerlin 25.03.2009 | 15:28

Liebe Tessa,

ich springe jetzt ein bisschen hin und her und antworte in Raten.

Bewertungsfunktion:

Ich vermutete, das mit den Sternchen passt wirklich nur bei Ebay genau zum Bedürfnis der User. Dort wird es beachtet und sicher Qualität. Schon bei Miffahrzentrale.de wird dieses Feature kaum genutzt (im Gegensatz zur Blacklist bei Mitfahrgelegeneit.de). Und bei den Zeitungen, die solche Sternchen anbieten, sagen die Vergebenen nur selten etwas aus über die Relevanz oder Qualität eines Artikels oder Leserkommentars. Auch bei YouTube nicht. Dort sind hohe Zugriffszahlen der beste Garant für weitere Zugriffe. Die vergibt man unwillkürlich. Sterne sind Willkür.

Deshalb hat CMS m.E. den besten Vorschlag gemacht. Es gibt relevante und informative Texte, die keinen Kommentar herausfordern, aber dankbar gelesen werden. Die erkennt man an den Zugriffszahlen. Einmal unterstellt, dass schon der Titel die Relevanz eines Themas ausdrücken kann, könnte das ein aussagefähigeres Ranking ergeben, als die Good-Will-abhängigen Sterne. Dass man die zu vergeben vergisst, kann auch ein gutes Zeichen sein - man liest um zu lesen.

Ich hatte J.A. das vor geraumer Zeit schon mal vorgeschlagen, aber er wollte da nicht so recht ran, weil dann auch die Konkurrenz die Zugriffszahlen im Detail kennt (in der Summe kennt sie die sowieso, z.B. über Alexa). In Foren ist ein Zugriffsanzeige für Topics eigentlich üblich, und ich finde dieses Versteckspiel unnötig. Aber er ist der Chef.

Prognose: Ihr könnte das Sterne-System lassen oder wenigsten so verbessern, dass das Ranking keine absurden Ergebnisse liefert. Relevant könnte es werden, wenn es statt meistkommentiert im Vordergrund steht. Wenn es dann noch immer nicht angenommen wird, lasst es besser weg und nehmt als zweites Ranking die Zugriffszahlen.

Zusätzlich sollten unbedingt Überblicksseiten aufrufbar sein, wo man in Ruhe in verschiedenen Sortierungen schmökern kann, was in letzter Zeit alles gebloggt wurde. Das ist aber, meine ich, in Planung.

Anderes später.

LG Christian

ChristianBerlin 25.03.2009 | 16:01

Lieber Bildungswirt,

danke für die ermunternden Worte und Wünsche!

Zu den Randbemerkungen:

a) - Zeitfenster:

Wie Du weiter unten den Ausführungen von Steffen Kraft gelesen hast, ist klar, dass die in der Redaktion tagtäglich zwischenbilanzieren und z.B. Zugriffszahlen auswerten. Dazu ist es nie zu früh, wenn man wissen will, wie man am geschicktesten weitermacht und z.B. auf vermeidbare Defizite zeitnah reagiert. Mit meiner Außensicht wollte ich noch mal den konzentrierten Versuch machen, Fragen zu klären, die sich bei mir selbst angesammelt haben - und das scheint zu glücken, hier kamen aufschlussreiche Antworten. Aus meiner Sicht ist gerade der Durchbruch durch eine Schallmauer gelungen.

a) - Treppe: Natürlich ist das offen. Manchmal deutet sich die Struktur des Ganzen aber schon im Anfangsglied an. Hier hatte ich Angst, dass sich die Treppe zum Hamsterrad krümmen könnte. Im Aneinandervorbeireden deutete sich manchmal eine Kreisbewegung an, die nichts Gutes ahnen ließ. Da hat sich jetzt was geöffnet (siehe auch c).

b) Was die damit wollten, habe ich verstanden. CMS hat dazu weiter hilfreiche Gedanken geäußert. Wertvolle Texte, denen kaum etwas hinzuzufügen ist, benötigen ein zweites Ranking neben "meistkommentiert". Das könnten z.B. Zugriffszahlen sein, die ergeben sich von selbst.

c) Ich sehe da normalerweise schon Unterschiede. Dilettantismus ist im Journalismus eine stete Gefahrenquelle. Hier beim Freitag sieht das anders aus: Viele Blogger sind gleichzeitig anderweitig als Profis im Sold, und manche sind mit Sicherheit weiter und kompetenter als einige der jungen Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion. Wichtig ist, dass in beiden Sphären begriffen wird, dass wir hier alle zusammen eine Schicksalsgemeinschaft sind. Dazu kamen hier schon einige hoffnungsvolle Signale aus allen Richtungen. Wenn die Mauer fällt, könnte das richtig gut werden - ohne Unterschiede hinsichtlich der Verantwortlichkeiten zu verwischen.

d) Wie lange die Pause dauert, weiß ich nicht so genau wie Du. Sicher keine Ewigkeit, aber ich habe viel Nachholebedarf bei anderen Verpflichtungen, die ich erst mal zurückstellen konnte.

Freundlichste Grüße an den Bildungswirt und alle anderen MitBlogger :-)

Christian

ChristianBerlin 26.03.2009 | 00:33

@Anna Dorothea

Erinnerst Du Dich noch den Anfang?

[Zitat Anna Dorothea]@Christian Berlin: Ich würde Deinen Beitrag gern direkt kommentieren, aber da fehlt dieser Link... Hoffe, das ist auch so ok. Erstmal sorry für den "Bart" in meinem ersten Kommentar.[/Zitatende]

Ich freue mich, dass wir inzwischen den Link zueinander gefunden haben - auch wenn aus mir nie ein bärtiger Feminist o.ä. werden wird. Ich habe Dich sowieso ins Herz geschlossen und hoffe nur, dass ich es J.A. nicht mit meiner kritischen Zwischenbilanz gebrochen habe. Andernfalls müsstest Du ihm vielleicht erklären, wie sie gemeint war, ich bin sicher, Du hast es verstanden - und andere hier ebenfalls.

Herzlichst

Christian aus Berlin

ChristianBerlin 26.03.2009 | 00:53

[Zitat Magda] Hier wird so eine Hürde errichtet, die man irgendwie überwinden soll: Hier die Blogger und Netzpublizisten und da jene, die auch gedruckt werden.[...] Kurzerhand, der Sache fehlt – ganz altmodisch - Seele und ein bisschen virtuelles Kuscheln. [/Zitatende]

Deiner Diagnose und dem Therapievorschlag kann ich mich nur anschließen. J.A. macht in seiner Replik das genaue Gegenteil - vielleicht aus Trotz? Sein jüngster Text kommt eher vor wie ein virtuelles Draufhauen auf alle, die es gut mit ihm meinen.

[Zitat J.A.]Die Kritik geht fehl. Komplett. Sie ist grundsätzlich falsch.[/Zitatende]

Das müsste mir irgendwann mal jemand übersetzen - aber besser erst nach der Pause.

Dir vielen Dank für die kleinen Reibereien. Hat mir Spaß gemacht ;-)

Tessa 26.03.2009 | 01:12

Hallo Christian,
danke für deine Ideen zum Bewertungssystem. Die Alternative der meist gelesenen (via Zugriffszahlen) Artikel war und ist bei uns auch Thema und wir werden das Portlet im Auge behalten und seine Überarbeitung im Kopf. Bei dem Ranking nach Klickzahlen bedenken wir außerdem, dass Redakteure sich an solchen Zahlen nicht messen sollen. Verkaufszahlen einer Zeitung umfassen das Gesamtprodukt und sicher sind es auch Texte, die von weniger Lesern wahrgenommen werden, die den Charakter einer Zeitung ausmachen. So soll es auch im Netz sein.

An einer weitergehenden Systematisierung der Blogs arbeiten wir, wie Sie schon gesagt haben. Eine erste Systematisierung sind ja bereits die Themenblogs in der rechten Seitenleiste, in die Blogger je nach Wunsch ihren Text posten können. Dies wird recht gut angenommen, aber auch da schauen wir, ob die Kategorien sinnvoll sind, angepasst oder erweitert werden könnten. Auch dazu sind Ideen immer willkommen. Ideen aus der Community hierzu waren beispielsweise 'Macht' oder eine andere 'Satire'.

Viele Grüße

Tessa

ChristianBerlin 26.03.2009 | 16:51

O.K., dann fang ich jetzt mal an, in Salamitaktik zu antworten.

[Zitat Steffen Kraft]Ich frage mich, was das heißen sollte: die Blogger ernst nehmen.[/Zitatende]

Zunächst eine kleine Korrektur: Ich meinte die Blogger pars pro toto. Die Redaktion muss die ganze Online-Community ernst nehmen - Blogger, Kommentatoren, Leser.

Als nächstes müsste ich die Frage umdrehen: Mit welchen Zielen, Strategien und mit welcher Arbeitsteilung geht ihr denn diese Herausforderung eurerseits an?

Wenn ich mir das grob zusammenassoziiere könnte dabei folgender Überblick herauskommen:

Die Ziele: Qualität fördern - Motivieren - Störungen begrenzen
Die Strategien: Gutes Beispiel geben - Resonanz fördern - Geister scheiden
Das Personal:- Tessa Peggy / Technik / Networker / Redakteure + Autoren

Ungefähr richtig? Oder hab ich was vergessen?

Jetzt müsste ich das Punkt für Punkt durchgehen, und an Beispielen zu zeigen versuchen, wer was noch besser machen könnte. Das könnte ich nur heute spät Abends. Denn gleich muss ich zu Bonnies Ranch, danach hab ich Kirchenchor und morgen früh fahre ich schon ins Rheinland.

Aber vielleicht können mir ja andere mit neuen Gedanken aushelfen, ohne zuviel von dem zu wiederholen, was schon gesagt wurde? Hier in meinem Blog darf gerne weiterdiskutiert werden, bis meine definitiv Pause beginnt (das wird morgen früh sein). Es kommt aber auch von meiner Seite noch etwas, keine Sorge.

Bis später CB :)

Steffen Kraft 26.03.2009 | 17:38

Ich finde, Ihre Zusammenfassung über Ziele/Strategien/Personal trifft es gut.

Eines fehlt indes (vielleicht als Teil der Strategien): Argumente, Thesen, Erklärungen, Einordnungen liefern. Texte, auch Kommentare, die es sich zu genießen und zu diskutieren lohnt, die Lust zum lesen, denken, reden machen (in dieser Reihenfolge). Das erscheint mir als eine wesentliche Leistung von Journalisten - die auch nicht ohne weiteres von Bloggern übernommen werden kann.

Aber dazu mehr nach Ihren Einzelpunkten.

Columbus 26.03.2009 | 18:36

Lieber Christian Berlin,
Das "Mitmachmodell" ist eine Versuch, Herr Augstein hat ja gerade noch einmal dazu gebloggt.
Allerdings fällt mir auf, wir zukunftsorientierten Liebhaber des "Freitags", kreisen zu sehr um dieses ominöse Wort "Blog". So wie es bei den sozialen Netzwerkseiten immer um die eigene Seite, den persönlichen Ansatz, die individuellen Flickerbilder geht. - Meine ganz persönliche Erfahrung, ich würde mein eigenes Blog wahrscheinlich nicht finden und ganz selten wirklich lesen.
Die "Asteritis" ist ja eine Deutsche Leidenschaft und verhindert recht eigentlich, zu einem Beitrag etwas Eigenes, außer "geil" und "doof", Daumen hoch und Daumen runter zu schreiben. Ist es nicht ein Fortschritt, dass "der Freitag"-Leser, ich benutze dieses wohltuend alte Wort lieber, als mich beständig als "User", was phonematisch wirklich fast wie "Looser" klingt, einzuordnen, auf die Punkte- und Sternewertungskür verzichtet?
Was mir allerdings wesentlich wichtiger erscheint ist, bald die Rückverfolgungs- und Verlinkungsfunktionen in den Kommentarspalten des "Freitags" zu verbessern, die Geschwindigkeit der Serverseiten zu erhöhen, -man hat ja auch noch andere lebenswichtige Dinge im Sinn- , und so etwas wie einen gepflegten Dialog mit den Autoren in Gang zu setzen, um den "Freitag" dann alsbald von der übrigen Presse deutlich unterscheiden zu können.

Die Moderation der in Zufalls-Schwärmen und freischwebenden Interessensphären Umherklickenden ist eine bisher auch in den anderen Wochenzeitungen eher unterentwickelte, dazu sehr anspruchvolle, journalistische Tätigkeit, denn sie verlangt bisher weder an Medienakademien gelehrte, noch in Internetforen ausreichend geübte Fähigkeiten: Geduld, den Willen, nicht gleich noch ein eigenes Blog zu eröffnen, sich mit Wohlwollen dem Experiment und der Versuchsanordnung anzunähern, eine Keunergeschichten - gleiche Freundlichkeit ohne Anbiederung und ein hohes Maß an Dialogbereitschaft.

Ein Trost, für gut schreibende Blogger, wie für eventuell nachlesende Journalisten: Die wirklich recherchierten Artikel, die stilsicheren Volltreffer, die abgeklärten Meinungen werden zwar gelesen und tragen ein Blatt, wie mittlerweile die Online-Auftritte, kommentiert wird aber vorzüglich der hanebüchene, wöchentliche Nonsense eines Josef Joffe, die Selbstverliebtheit eines Florian Illies, das Glaubensbekenntnis eines Giovanni di Lorenzo, um hier einmal einige mittlerweile schon außerirdische Referenzmarken zu nennen, die das nicht unbedingt der Einhaltung der bisher hier eingeforderten Qualitätskriterien zu verdanken haben, sondern eben ganz anderen Parametern. - Zugespitzt, die halten den öffentlichen Raum besetzt, während hier, bei "der Freitag" durchaus ein neues Zimmer dieses Raumes entstehen kann. Ich gebe mir jedenfalls Mühe und wünschte, Sie bleiben am Ball.
Liebe Grüße
Christoph Leusch

ChristianBerlin 27.03.2009 | 00:34

@Tessa

Danke für diese Gute Nachricht. Wenn es hier wie bei Studi-VZ einen Button für virtuelles Kuscheln gäbe, würde ich ihn jetzt benutzen ;-)

Wirklich: Klarheit über die Leserzahlen hat für Blogger m.E. einen hohen Wert (s.u. meine Antwort/en an Steffen Kraft). Das wurde hier ja auch verschiedentlich als Wunsch angemeldet, und ich finde sehr in Ordnung, wenn man diese Zahlen jetzt erfährt.

Liebe Grüße
Christian

ChristianBerlin 27.03.2009 | 00:35

@Steffen Kraft,

Ich versuche jetzt, nach den drei Zielen gegliedert, Strategien aufzuzeigen, wie die Redaktion Blogger ernst nehmen kann und sollte.

1. Qualität sichern

Was Sie als fehlendes Glied in der Kette ergänzt haben, hätte ich unter das Ziel „Qualität fördern“ subsummiert, und zwar über die Strategie „gutes Beispiel geben“ und als Aufgabe für Redakteure und Autoren. Weiter unten hat der Kommentator Columbus alias Christoph Leusch sehr schön herausgearbeitet, dass in der Qualität, die auf diesem Weg erreicht werden kann, das Standalone liegen muss, das dem online- Zimmer des Freitag seine Existenzberechtigung im öffentlichen Raum sichern kann - wie das auch früher schon beim Print im Blätterwald vor allem die Qualität tat.

Journalist/inn/en haben wir dabei auf mehreren Seiten des Miteinanders – in der Redaktion, wie in der Community, wenn auch mit abgrenzbaren Verantwortlichkeiten. Das sticht geradezu ins Auge. Bei den Prozentzahlen, die J.A. erwähnt, kommt hinzu, dass dies die Online-Community mit der höchsten Journalisten-Dichte sein dürfte.

Das birgt Chancen und Risiken. Ein ungünstiges Zusammentreffen liegt vor, wenn Kolleginnen/Kollegen, die z.B. für Leitmedien schreiben oder geschrieben haben, auf junge Praktikantinnen oder Kollg/inn/en treffen, die in solche Ansprüche noch nicht hineingewachsen sind. Da rutschen dann Bloggerinnen/Blogger oder Kommentatorinnen/Kommentatoren quasi in Ersatzvornahme schon mal in die Rolle des Ausbilders oder der Chefredaktion.

Ich bin nicht der einzige, dem das hier passiert ist. Und ich weiß sehr genau, ich muss aufhören damit. Aber umgekehrt müsstet ihr auch solche Ersatzvornahmen überflüssig machen, so dass wir gar nicht erst auf diesen Gedanken kommen, schlechte Texte zerpflücken zu müssen.

Ein glückliches Zusammentreffen liegt indes in der Respektkultur, die insbesondere die hier herbeigeströmten Mitglieder der schreibenden Zunft jedem entgegenbringen, der sich an deren Regeln hält, insbesondere sogar dann, wenn er/sie die gegenteilige Meinung vertritt. Daraus hat sich hier schon eine konstruktive Streitkultur zu entwickeln begonnen, von der alle profitieren können – Leserinnen, Bloggerinnen, Autorinnen, Redateurinnen und Kommentatorinnen.

ChristianBerlin 27.03.2009 | 00:40

2. Motivieren

Blogger ernst nehmen heißt angesichts dieser Community-Zusammensetzung: Behandelt die Blogger, die angeben, Kollegen zu sein und es auch sind niemals als Leute, die weniger Können oder Berufsethos haben als ihr, sondern als Kolleginnen/Kollegen, die hier als Blogger lediglich eine andere Rolle übernommen haben, als ihr sie habt. Dann werden sie auch in der Rolle bleiben und sich darin wohl fühlen. Seht ggf. im Profil nach, im Zweifel gebt den Klarnamen bei Genios oder Google ein. Die falschen Schlüsse, die J.A. bei Anna Dorotheas gut recherchierten Beitrag über eine Schule zog, sie würde selbst dort arbeiten und als Insiderin schreiben, wären mit ihrer ganzen Peinlichkeit uns allen hier erspart geblieben, wenn er einfach beim Lesen ihres Textes seine Augen kurz nach rechts auf ihr Profil hätte wandern lassen, wo steht, dass sie statt dessen Journalistin ist. Das hat sie ihm natürlich längst verziehen, aber das hätte nicht sein müssen (nur ein Beispiel, um nicht immer nur von meinem verflossenen Jugendfreund Uli Heyden und mit zu reden).

Auch bei den Nichtprofis unter den Bloggern ist m.E. klar erkennbar, dass sie auf diesem Niveau hier die Messlatte orten und mitzuhalten versuchen. Denen gilt der gleiche Respekt, ohne sie mit Profis zu verwechseln. Wenn ihr aus der Redaktion heraus auf einen Beitrag oder Kommentar reagieren wollt, schaut nebenher bei Bloggern möglichst in deren Profil. Manchmal erkennt man etwas von dem, wie sich jemand charakterisiert, in seinen/ihren Texten wieder. Und wenn jemand das von anderen entdeckt und angemerkt wird, fühlen sich Menschen verstanden wie selten.

Echte Blogger wollen kein Geld, sondern Resonanz. Das ist ihre Belohnung, und die muss vor allem von den Lesern/Kommentatoren kommen. Das müsst ihr fördern – was mit den Verbesserungen des Leser-gesteuerten-Rankings, die hier besprochen wurden, und zusätzlichen Schmöker-Möglichkeiten schon erreicht sein könnte. Es geht dabei um nicht weniger als das: Die Blogger nicht um ihren verdienten Lohn zu prellen.

Bei der Auswahl geeigneter Beiträge oder Zitate zum Featuren durch die Redaktion oder bei der Beförderung von Bloggern zu „Publizisten“ müsst ihr darauf achten, dass diese Auswahl nachvollziehbar und ausgewogen bleibt und nicht willkürlich wirkt. Im Idealfall sind es die gleichen Texte oder Personen, die eine Mehrheit aus der Community ebenfalls ausgewählt hätte. Falls nicht, sollte sie wenigstens sagen: Aha, das hab ich ganz übersehen, aber richtig. Sonst habt ihr sofort Eifersüchteleien – warum der/die und nicht ich? U.a. waren Blogger bereits irritiert, weil bei redaktionellen Hinweisen auf Blogbeiträge die Namen anderer Blogger plötzlich in Blau erscheinen. Der Wettbewerb um Qualität, den ihr in Gang gesetzt habt, hat sein Gutes, aber es gibt in ihm nichts Demotivierenderes als den Anschein einer willkürlichen Siegerkür.

ChristianBerlin 27.03.2009 | 00:56

3. Störungen begrenzen

Blogger wollen, wie gesagt, kein Geld, sonder Resonanz. Das kann zur Sucht ausarten. Letzteres ist dann für eine Communtiy gefährlich, wenn sich ein Resonanz-Junkie einen Schuss Negativ-Bestätigung holt, sobald ihm die positive versagt wird.

An dieser Stelle sind die Networker gefordert, die Geister zu scheiden. Geht es um diese Psychodynamik, wenn Unruhe aufkommt – oder nur darum, dass jemand eine unbequeme Meinung vertritt? Ggf. muss passend interveniert werden.

Columbus hat die Herausforderung treffend beschrieben:

[Zitat Columbus] Die Moderation der in Zufalls-Schwärmen und freischwebenden Interessensphären Umherklickenden ist eine bisher auch in den anderen Wochenzeitungen eher unterentwickelte, dazu sehr anspruchvolle, journalistische Tätigkeit, denn sie verlangt bisher weder an Medienakademien gelehrte, noch in Internetforen ausreichend geübte Fähigkeiten: Geduld, den Willen, nicht gleich noch ein eigenes Blog zu eröffnen, sich mit Wohlwollen dem Experiment und der Versuchsanordnung anzunähern, eine Keunergeschichten - gleiche Freundlichkeit ohne Anbiederung und ein hohes Maß an Dialogbereitschaft.[/Zitatende]

Mir war nach einer nicht gerade geschickten Intervention von Susanne Reindke klar, dass Chris97 jetzt für längere Zeit verstummt, um dann mit einem Paukenschlag zurückzukehren. Zwischen seiner letzten Äußerung und dem Generalangriff auf J.A. lagen zwölf Tage.

Der Eklat wäre m.E. – zumindest an dieser Stelle – einfach vermeidbar gewesen, wenn Susanne Reindke auf seine zweimalige (indirekte) Rückfrage hin bereit und in der Lage gewesen wäre, für ihn und alle anderen verständlich zu erklären, warum sie ihn gerügt und seine Kritiker geschont hat. Da kam aber nichts. „Gleiche Freundlichkeit ohne Anbiederung und ein hohes Maß an Dialogbereitschaft“? Das wäre den Versuch wert gewesen (es sei denn, sie weiß es selber nicht und handelt eher instinktiv).

Ich erinnere mich noch gut, wie ich selbst zu Christians Gunsten interveniert habe, nachdem er sich korrekt bei mir und allen anderen aus eigener Einsicht entschuldigt hatte – aber andere ihre Probleme hatten, ihm das zu glauben. Ich bin überzeugt, dass die Susanne Chris bei seinen selbstkritischen Sätzen von damals hätten behaften können, und er hätte sich ernst genommen gefühlt. Wer die Aufgabe hat, in solchen Fällen zu intervenieren, muss zumindest die nicht ganz pflegeleichten Mitglieder der Community ständig auf dem Radarschirm haben und außerdem über die soziale Kompetenz verfügen, jene nicht ganz Pflegeleichten vor Überreaktionen anderer genauso zu schützen wie vor eigenen destruktiven Impulsen.

Nicht ganz einfach, wie ich zugeben muss, aber machbar.

Viel Erfolg! :-)

ChristianBerlin 27.03.2009 | 08:25

Liebe Tessa, eine Antwort bin ich Dir noch schuldig. [Zitat Tessa]Funktioniert die Benachrichtigung bei Ihnen nicht? Können Sie mir den Fehler genauer beschreiben? Bei den Accounts, die ich betreue sowie die Schreiber, die ich abonniert habe, funktioniert derzeit alles reibungslos.[/Zitatende] Beschwert hatte sich mein Abonnent Thomasg. Und zwar unter meinem BlogBeitrag vom 19.03. "Realsatire: Die neue Bankenschelte der Politik". Dies war, wie wir geprüft haben, der erste Beitrag, zu dem er am 20.03. wieder eine Tageszusammenfassung per Mail erhielt. Die letzte davor kam am 07.03. bei ihm an, und zwar mit dem Hinweis auf meinen BlogBeitrag "Präventivjustiz: Wenn der Lynchmob kommt". vom 06.03.. Dazwischen liegen drei BlogBeiträge, zu denen er keine Tageszusammenfassung bekam: "Nicht ohne meinen Guru" (12.03.) "Tötungsmaschinen sind keine Freizeitspielzeuge" (12.03.) "Der Spot(t) mit dem ABC-Schützen" (18.03.) Da es inzwischen wieder geht, ist vielleicht nich nötig, nach der Ursache zu fahnden, es sei denn, um auszuschließen, dass das Problem irgendwo irgendwann wieder unbemerkt auftritt. Dazu könntet ihr zunächst einmal schauen, seit wann Du und Peggy meinen Blog abonniert haben und ob ihr ebenfalls "Tageszusammenfassung" gewählt habt. Wenn das vor dem 18.03. war, wäre die Gegenprobe möglich. Auf jeden Fall hat mich aber euer Vizechef von Anfang an abonniert. Wenn er sich Tageszusammenfassungen bestellt hat, könntet er in seinem Mailaccount nachsehen, ob Hinweise auf die drei oben erwähnten Beiträge dabei waren. Wenn das alles nicht möglich ist, könnte ich auch noch meinen Abonnenten Gandow befragen, den ich hier aus der EKBO auch im RL gut kenne, ob er entsprechende Mails gekriegt hat. Vielleicht könnt ihr der Sache auch über das CMS oder die Datenbank oder sonst über das Serverprotokoll auf den Grund gehen. Vielleicht hat die Technik aber auch irgendeine Erklärung - denn das es auf einmal wieder ging, könnte von Hand veranlasst worden sein, weil schon jemand den Fehler entdeckt hat. (Thomas gibt zwar an, die "Bankenschelte" durch Zufall gefunden zu haben, aber für den hat er, wie sich dann herausstellte, doch eine Mail gekriegt, für die drei o.a. aber definitiv nicht). Ich hoffe, ich habe diesen Kritikpunkt jetzt soweit substantiieren können, dass es euch bei der Fehlersuche weiterhilft. Danke auf jeden Fall für die Nachfrage. Gutes Gelingen und Liebe Grüße Christian

ChristianBerlin 27.03.2009 | 08:40

@CMS zu 2-3: Ich weiß schon, warum ich Deine Texte mag. Und andere - z.B. J.A. - mögen sie ebenfalls. zu 4: Hier liegt die Crux [Zitat cms]Da fehlt einem dann manchmal auch einfach die Lust, sich die Arbeit zu machen und etwas zu schreiben, wenn man denkt, dass es eh keinen interessiert. (Kleine Idee: Hier wäre vielleicht eine Anzeige nicht schlecht, wie viele Leute auf der Seite waren, damit man zumindest hoffen kann, dass ein Teil dieser Leute sich den Artikel durchgelesen hat.)[/Zitatende] Das ist nun, nichtzuletzt auch aufgrund unserer Diskussion unter diesem BlogBeitrag, nun als Problem erkannt und akzeptiert worden. Abhilfe im Sinne Deines Vorschlages hat Tessa oben angekündigt. Wir sind doch gut nicht wahr? Ich meine uns alle zusammen, im Ensemble - einfach nur gut! Liebe Grüße, Ciao Christian :-)

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Ehemaliger Nutzer 27.03.2009 | 11:53

Das mit den Absätzen hatte ich auch schon einmal. Bei mir ging es dann, indem ich den html-Code ("BR" in spitzen klammern) da hingesetzt hab, wo ich einen Absatz wollte. Bei Kommentaren ist das ja aber nicht so einfach nachträglich zu ändern, wie in einem Blogbeitrag. Und Sinn der Sache vermutlich auch nicht. Grüße, cms PS: Eine Sache, die mir immer wieder auffällt (ich hoffe es ist ok, wenn ich das an dieser Stelle einbringe - ich will nicht extra einen neuen Blogbeitrag aufmachen) ist, dass es mich nervt, mich jedes mal neu anmelden zu müssen. Bei so gut wie allen Foren oder bspw. auch Fotocommunitys ist es möglich, dass man einen kleinen Button drückt, der besagt "dauerhaft angemeldet bleiben". Wäre sowas hier nicht auch möglich, bzw. gibt es evtl. einen Grund, warum das nicht geht? Oder hab ich es einfach übersehen?

Steffen Kraft 27.03.2009 | 13:13

Herzlichen Dank. Das sind ausgezeichnete und wertvolle Anregungen. Zu zwei Punkten möchte ich mich gerne äußern: 1. Resonanz: In der Tat funktionieren Online-Communities häufig dann, wenn sie helfen, den Blick auf die Dinge zu personalisieren, wenn sie Wärme erzeugen, die sich einstellt, wenn man etwas über den anderen auch persönlich erfährt, respektive wenn man das Gefühl hat, wahrgenommen zu werden. Das sehe ich und teile es auch. Nur muss ich gestehen, dass es sich in meinen Ohren auch ein bisschen wie Sozialarbeit anhört - oder, wenn ich polemisch werden wollte: Seelsorge. Und soll Befindlichkeitsmanagment wirklich zur Aufgabe von Journalisten werden? Vielleicht muss es das, wenn die Community funktionieren soll. Aber ich würde schon dabei bleiben, dass es in der öffentlichen Sphäre zunächst einmal um Aussagen geht, mit denen man sich auseinandersetzt, erst in zweiter Linie um den Beruf des Schreibers. Daher würde ich ungern eine Unterscheidung zwischen Journalisten-Bloggern und Laien-Bloggern einführen. Es kommt schließlich auf die Qualität an. Nebenbemerkung: Deshalb ist es auch richtig, wenn Sie oder andere Community-Mitglieder Artikel bei Fehlern kritisieren - damit sollten Sie auf keinen Fall aufhören. Unter Umständen sollten wir als Redaktion auch darüber nachdenken, das auch institutionell zu fördern. Wie jeder nachlesen kann, wäre ich dafür. 2. Blogauswahl: Die Anregung, die Auswahl der Blogs transparenter zu machen, nehme ich gerne auf. Das wird nur exemplarisch möglich sein, da hierbei zahlreiche Kriterien wichtig sind, die sich sowohl auf den Text, aber auch auf die Blattplanung beziehen. Vielleicht lässt sich ja eine Debatte anstoßen, welcher Blog sich konkret für den Abdruck im Alltag der nächsten Ausgabe eignet. Dabei würden nicht nur die Kriterien sichtbarer, sondern auch klar, dass sich gar nicht so viele Blogbeiträge für einen Abdruck eignen. Was halten Sie (und andere) davon?

gandow 28.03.2009 | 10:48

Christian Berlin: "könntet er in seinem Mailaccount nachsehen, ob Hinweise auf die drei oben erwähnten Beiträge dabei waren. Wenn das alles nicht möglich ist, könnte ich auch noch meinen Abonnenten Gandow befragen, den ich hier aus der EKBO auch im RL gut kenne, ob er entsprechende Mails gekriegt hat."

zwar nicht befragt, aber weiter mitlesend, kann ich angeben, daß ich am 6.3.; 7.3.; und dann erst wieder am 20.3. und 25.3. ein Benachrichtigung bekommen habe.

Im übrigen erlaube ich mir die Bemerkung, daß dies ja eine sehr aktive Pause zu sein scheint.

ChristianBerlin 28.03.2009 | 12:05

@Gandow

Meine kritischen Dank an Steffen Kraft habe ich eben in eine der Innovationen gesetzt.

www.freitag.de/community/blogs/der-freitag/welchen-blog-beitrag-soll-das-alltags-ressort-abdrucken

Ansonsten bin ich komplett ausgebucht für die nächsten Wochen.

Machen Sie für mich weiter?

Das Thema "Wahlfreiheit" wurde hier gerade durch den Humanisten-Wolf gedreht, das könnte eine Herausforderung für Sie als Weltanschauungsbeauftragten der EKBO enthalten.

Aber Vorsicht: Sachargumente werden bei diesem Thema von der Redaktion ignoriert und mit Dauerberieselung beantwortet.

Das ist nur konsequent. Eine Wahrheit, die keine Gegenmeinung zulässt - ein Schulfach, das keine Wahlfreiheit gestattet.

Liebe Grüße aus dem Rheinland nach Berlin - Christian