Christian

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RE: Dresden - 13.2. - ein Nachtrag | 17.02.2010 | 16:47

Ach so, dass sind also aufeinmal die "Nationalkommunisten in der SED". Die waren aber
1) eben auch Teil der Führungsriege der DDR.
2) Ist "Volksnahheit" keine Entschuldigung für die negativen Folgen (das könnte ja sonst jeder Populist beanspruchen);
3) Ging es gegen die "anglo-amerikanischen Bomberverbände", um sie im kalten Krieg zu nutzen, wie Sie selbst geschrieben haben.

Es war also mitnichten nur David Irving. Wieder wird damit die Verantwortung der DDR von Ihnen für den Mythos relativiert. Natürlich haben David Irving und Konsorten AUCH eine zentrale Rolle gespielt. Da stimme ich ja zu! Aber die DDR wars eben auch. Sie hat "volksnahe" Stimmungen aufgenommen, um die DDR-Legitimation zu erhöhen (wie Sie auch selbst schreiben) und den amerikanischen Imperialismus zu diskreditieren.

Ich finde es dann schon patholgisch, das nicht zugeben zu können und gleichzeitig solche Aussagen wie meine als quasi rechtsradikal zu diffamieren.

RE: Dresden - 13.2. - ein Nachtrag | 17.02.2010 | 14:45

Herr Nowak, ist keine Antwort. Nur zu sagen, "Die anderen haben es auch gemacht", ist doch recht billig.

Übrigens entspricht die Antwort nicht den Tatsachen: Der stellvertretende Vorsitzende des Ministerrates der DDR, Hans Loch, klagte im Jahre 1955 die Westalliierten des Mordes an 300.000 Dresdnern an. Und auf dem Schild am Zwinger (gebaut in den 70er Jahren) steht immer noch: "von anglo-amerikanischen Bomberverbänden" bombardiert [wenngleich in der Mehrzahl in offiziellen Reden von 35.000 die rede war, das ist korrekt].

Noch am 13. Februar 1988 (!!!) hat etwa die Zeitung "Junge Welt" Demonstrantinnen und Demonstranten aus der Oppositionsbewegung angegriffen, die in Dresden ein Transparent in die Höhe hielten, auf dem folgendes stand: „Vernichtet nicht die Menschenrechte wie einst Dresden“. Die „Junge Welt“ kommentierte damals: „Und auch das Gedenken an die Bombardierung und die Toten war dieser Handvoll Faulenzer und Vorbestrafter, auf Kosten anderer Lebender und krimineller DDR-Verräter, (…) alles andere als heilig. (…) Wer die Opfer und ihre Erben beleidigt, findet die Verachtung aller hier, die wollen, dass die Steine die letzten bleiben, die uns mahnen“.

GENAU DAS HAT BIS HEUTE DIESEN MYTHOS DRESDEN erhalten!!!!

Überhaupt, wie erklären Sie sich den die Entwicklung des Mythos Dresden, ohne dass er sich in der DDR aufgebaut hätte (oder wenigstens nicht verhindert wurde)? Mythen entstehen als soziale Konstruktionen von Wirklichkeit in Jahrzehnten. Die DDR hat das reproduziert/unterstützt. Wer das leugnet, verteidigt zwar die DDR, eröffnet eine an dieser Stelle eine Pseudodebatte über Totalitarismus, aber es erklärt nicht die Stärke des Mythos - der genau in den letzten Jahren (neben vielen anderen Dingen) die Gegenwehr gegen die Nazis verhindert hat.

RE: Dresden - 13.2. - ein Nachtrag | 17.02.2010 | 13:08

Mal wieder sehr bösartig: Im TAZ Interview, wenn man es nicht einseitig bösartig interpretiert) steht: "Die DDR hat die Propaganda aus dem Goebbels-Ministerium IM GRUNDE dankbar aufgenommen". D.h. nicht, dass "sie Goebbels-Propaganda betrieben hat" (was natürlich Blödsinn ist), sondern dass sie die hohen Opfer-Zahlen aus dem Goebbels-Ministerium reproduziert habenallerdings nur in den 50er und 60er Jahren.

Siehe folgenden Antifa-Seiten:

dresden1302.noblogs.org/post/2008/11/30/zur-rezeptionsgeschichte-des-13.-februar-1945-in-dresden

209.85.135.132/search?q=cache:KxKJxdJqkMYJ:venceremos.antifa.net/13februar/onlinedoku/moretext.html+DDR+%2213.+Februar%22+%22anglo%22=8=de=clnk=de=firefox-a

Ich finde das immer irritierend, dass diese Tatsache auf linker Seite relativiert wird mit Worten wie (siehe Blog), "es ist beschämend". NEIN. Die DDR hat mit dafür gesorgt (zusammen mit rechtsradikalen Geschichtsdeutungen nach 1990), dass solche Deutungsmuster in Dresden bestehen, wie sie bestehen.