Der Zuschauer soll gehen

Im Gespräch Theaterregisseur Oliver Reese über einen dramatischen Monolog, der trotz seines Themas zum Dauerbrenner geworden ist: "Bartsch, Kindermörder"
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Am 3. April hat im Deutschen Theater in Berlin der Monolog Bartsch, Kindermörder Premiere. Verfasst hat ihn der Dramaturg Oliver Reese, in dieser Spielzeit auch Intendant des Hauses. 1992 hat er den Text mit dem Schauspieler Thomas Schmidt zum ersten Mal auf die Bühne gebracht. Der Fall Jürgen Bartsch sorgte in den sechziger Jahren für ähnliches Aufsehen wie heute Josef Fritzl. Bartsch, der vier Jungen im Alter von acht bis dreizehn Jahren in eine Höhle gelockt, vergewaltigt und umgebracht hatte, starb 1976 bei einer Operation. Für die aktuelle Premiere hat Reese die Inszenierung überarbeitet.

Herr Reese, Sie haben 1992 den Fall Bartsch als Monolog auf die Bühne gebracht. War nicht damals bereits alles gesagt?

Oliver Reese: Der Auslöser war R