„Zur Euphorie gehört die Darkness“

Interview Hat das Internet die „Spex“ kaltgemacht? Was ist Mainstream? Und wer erklärt das alles, in einer Welt ohne „Spex“?
„Zur Euphorie gehört die Darkness“
„Die Alltäglichkeit, die man uns jederzeit aus vollen Fässern zapft, macht uns nicht mehr betrunken, sondern vielmehr bewusst, dass das Unglück überall zurückgeschlagen werden muss.“ (Tocotronic)

Fotos: Getty Images (3), Plainpicture (2), Imago, dpa, Rafik Will

Pop hatte in Deutschland mal eine Adresse: Aachener Straße 40 – 44, 50674 Köln. Anfangs erschien das dort erstellte Heft noch mit dem Untertitel Musik zur Zeit, ab 1997 dann als Das Magazin für Popkultur. Die Spex überlebte zehn Chefredakteurswechsel und 2006 sogar den Umzug nach Berlin. Nach 38 Jahren ist jetzt endgültig Schluss. Sechs ehemalige Chefredakteure, Redakteurinnen und Autorinnen setzten sich deshalb an den lautesten Kaffeehaustisch der Stadt und sprachen noch einmal über die Versprechen des Pop und für wen sie sich eigentlich eingelöst haben.

Der Freitag: Was hat für euch die Anziehungskraft von „Spex“ ausgemacht? Warum wolltet ihr für das Magazin arbeiten?

Doris Achelwilm: Ich komme von einem Bauernhof in Niedersachsen, das war ein denkbar weiter Weg. Ich war in einen Freundeskreis geraten, der sich sehr für Musik interessierte und Spex rezipiert hat. Für mich war das ein Fenster zu einer anderen Welt, musikalisch, aber auch lebensweltlich-politisch. Ein Gegenentwurf zu dem, was man Mainstream nannte.

Sandra Grether: Ich fand sie vor allem wegen der Schreibweisen spannend, die in anderen Medien nicht möglich waren. Diese Mischung aus Poetry, New Journalism und Theoriewissen. In den Spex-Texten leuchtete eine aufregende Weltsicht auf. Auch die Illusion einer künstlerischen Boheme, in der eine andere Art zu leben möglich ist. Ich bin noch zur Schule gegangen, als ich anfing, für Spex zu schreiben, und habe zu dem Zeitpunkt außerdem auch noch ein sehr aufwendiges Fanzine gemacht. Ich hatte dann so eine Art Doppelleben. Außerdem fand ich es wichtig, auch meine pop-feministische Attitude in die Spex mit einzubringen.

Wir reden jetzt über die frühen 90er, 15 Jahre bevor es ein explizit feministisches Musikmagazin wie „Missy“ gab.

Grether: In anderen Magazinen wurde Musik von Frauen damals eher mal ignoriert. Oder es wurde über sie meist sehr negativ oder sehr stereotypisiert geschrieben. Die Musikerin war immer „das Andere, Komische, Zweifelhafte“. Ich dachte, Spex sei ein guter Ort, um das zu ändern.

Diedrich Diederichsen: Den Gegenentwurf zum regulären journalistischen Schreiben, den gab’s für mich vorher schon mit der alten Sounds. Spex war ja von meiner Perspektive aus am Anfang sogar konventioneller im Schreiben. Als ich ab 1983 regelmäßig schrieb und 1985 Redakteur wurde, diskutierten wir viel über die Schreibweise, wo es hingehen sollte. Es gab immer unterschiedliche Ideen von einer guten Musikzeitschrift.

Zu den Personen

Doris Achelwilm schrieb von 1999 an acht Jahre lang als Autorin für Spex . 2007 wurde sie Pressesprecherin der Fraktion Die Linke in der Bremischen Bürgerschaft. Seit 2017 sitzt sie im Bundestag und ist Sprecherin der Linksfraktion für Gleichstellung, Medienpolitik und Queerpolitik




Jennifer Beck war von 2013 bis 2018 Redakteurin bei Spex in Berlin. Aktuell ist sie Redakteurin beim Missy Magazine für Feminismus und Pop sowie bei Die Epilog – Zeitschrift zur Gegenwartskultur und schreibt an so etwas wie ihrem ersten Buch





Diedrich Diederichsen war von 1985 bis 1990 Chefredakteur der Spex in Köln und bis 2000 Herausgeber. Er ist Autor zahlreicher Bücher, auch Über Pop-Musik (KiWi, 2014). Von 1992 an lehrte er an der Merz Akademie. Seit 2006 ist er Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien




Sandra Grether schrieb schon zu Schulzeiten für Spex . Sie gilt, gemeinsam mit ihrer Schwester Kerstin, als Vordenkerin des Pop-Feminismus in Deutschland. Grether ist Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin der Band Doctorella und betreibt den Blog ichbraucheeinegenie.de




Uwe Viehmann hat über zwölf Jahre für Spex gearbeitet, von 2000 bis 2006 als Chefredakteur. Zog für den Aufbau eines Start-ups von Köln nach Berlin, hängt aber noch sehr am Effzeh. Arbeitete zuletzt als Kreativdirektor, aktuell freiberuflich als Berater für die digitale Besserung der Welt

Wie sah deine aus?

Diederichsen: Seit gestern habe ich dafür eine neue Kategorie. Es gab diesen Text von Tobi Müller in der WOZ, in der er die Geschichte des Musikjournalismus anhand von zwei Modellen beschreibt. Das eine ist der apollinische, argumentierende, verstehende, quasi-wissenschaftliche Greil Marcus von der Westküste der USA, das andere ist der dionysische, sich und andere entblößende, leidenschaftliche und poetische Lester Bangs aus Detroit. 1985 war ich näher an Lester Bangs, aber in der Redaktion herrschte die Greil-Marcus-Position vor. Später bin ich selbst viel Greil-Marcus-hafter geworden.

Uwe Viehmann: Ich komme ja eigentlich aus einer Punk-Hardcore-Welt der End-80er, frühen 90er. Mein Studium habe ich schnell geschmissen, weil ich den Betrieb absurd fand. Also musste ich einen Job finden. Bei Spex habe ich dann auf Stundenlohnbasis den Buchversand gemacht. Ich glaube, ich bin der Einzige, der nicht übers Schreiben originär zu Spex gekommen ist. Als ich dann schon mal vor Ort war, habe ich dann doch den Ehrgeiz entwickelt, Musik, die in Spex nicht vorkam, aber meiner Meinung nach reingehörte, beim Essen zu empfehlen. Das war mühsam. Irgendwann dann habe ich behauptet, ich hätte schon immer über Musik geschrieben und wollte es selbst tun.

Das hat keiner überprüft?

Viehmann: Ich habe mit ein paar Freunden ein Fanzine gegründet, das innerhalb kürzester Zeit entstand. Wir haben „Nummer 5“ draufgeschrieben und behauptet, die ersten vier Ausgaben seien vergriffen. Das Heft habe ich vorgelegt, Erfahrung vorgegaukelt und wurde durchgewinkt.

Das klingt jetzt wie das Beste der 80er, 90er und Nullerjahre. Wie sah es später aus?

Jennifer Beck: Mir ist Spex zuerst in die Hände gefallen, weil alle anderen Magazine total uninteressant aussahen. Ich habe Platten schon immer nach Covern gekauft, bei Zeitschriften war das auch so. Ich habe Kulturwissenschaften in Leipzig studiert und über Musik für die Lokalzeitung geschrieben, so konnte ich auch die vielen Konzerte finanzieren, was sonst ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Als ich meine Masterarbeit über Musikkritiken geschrieben habe, bin ich darüber ganz stark in die Cultural Studies reingerutscht. Spex war da ein Blatt, an dem man nicht vorbeikam. Ich bin wahrscheinlich die Erste, die eine Stellenausschreibung über Facebook gelesen hat. Ich dachte damals, wenn ich eine Woche auf diesem Stuhl sitzen kann, ist alles gewonnen. Jetzt sind viereinhalb Jahre daraus geworden.

Vorhin fiel das Stichwort Gegenentwurf zum Mainstream. Was heißt das heute noch?

Viehmann: Mainstream bedeutete doch nie, dass automatisch uninteressant war, womit eine Menge von Menschen sich beschäftigt, sondern dass die Art uninteressant war, wie man sich damit beschäftigt. Gibt es etwas, woran du dich abarbeiten kannst oder nicht, ist die wichtigere Frage.

Beck: Es ging weniger um die Namen als um den Zugang. Madonna und Lady Gaga fanden in Spex ja auch immer statt.

Achelwilm: Die Frage, was machen wir mit diesem Begriff, stellte sich schon Ende der 90er. Tom Holert und Mark Terkessidis haben damals ihr Buch Mainstream der Minderheiten veröffentlicht, da war etwas im Umbruch. Spex hat damals ganz entscheidende Begriffe dafür mitgeliefert, dass man nicht aus einem elitären Duktus heraus sagen kann, der Mainstream ist per se falsch. Wir haben stattdessen gekuckt, wie Sachen etwa genau bei Madonna oder Lady Gaga bearbeitet werden. Das war massentauglich, aber es steckte noch etwas anderes drin: ein subversives Moment, nach damaliger Lesweise. Spex wurde ja immer wieder vorgeworfen, elitär zu sein, aber in unserer Lebenspraxis oder unserem Miteinander spiegelte sich das nicht wider. Wir kamen mehrheitlich nicht aus begüterten Verhältnissen, unsere Eltern haben nicht zwangsläufig subventioniert, dass wir da sitzen und unterbezahlt schreiben.

Diederichsen: Die Frage war ja, ob das, was Spex darstellt, eine minoritäre und damit gerechtfertigt spezielle Position ist, oder ob umgekehrt der Vorwurf des Elitären zutrifft. Wobei elitär nicht nur heißen muss, dass man von begüterten Eltern abstammt, das können auch andere Formen eines ungerechtfertigten Umgangs mit Wissensvorsprung sein. Was mich immer am meisten gestört hat, ob als Redakteur oder Herausgeber oder auch nur als Leser, war die langweilige Routine, die Namen von Musikerinnen und Musikern und Bands als Themen über die Texte zu schreiben. Das Hauptproblem war für mich immer, die mangelnde Vermittlung zwischen den ausgreifenden Essays und Erlebnisberichten mit diesen Band- und Produkt-Texten zu verbinden. Das fiel auseinander.

Grether: Das halte ich jetzt für eine elitäre Position. Ich sehe das auch aus der Perspektive der Musikerinnen und Musiker, für die war Spex immer ein Ort, um vorzukommen und weiterzukommen, um auch bedeutungsvoll zu werden. Auch gerade für die aus Deutschland. Oder noch zugespitzter: Wenn es in dem Land, in dem das Heft erscheint, keine starke Musikszene gibt, die auch etwas an der Gesellschaft ändern will, die zum Beispiel herrschaftsfreie Räume hierzulande schaffen will, dann macht das für mich alles keinen Sinn. Spex hatte, zumindest kann ich das über die 90er sagen, auch Einfluss auf die Platten. Die Bands der Hamburger Schule zum Beispiel, oder auch frühe Deutschrap-Acts, haben sich durchaus zu Herzen genommen, was da drinstand. So entstand ein gegenseitiger Austausch, Stichwort Diskurs-Rock.

Diederichsen: Ich fand es immer sehr befreiend, dass die Musikerinnen und Musiker aus den USA und England nicht verstanden haben, was man schrieb und man nicht das Problem hatte, sich abends in der Kneipe rechtfertigen zu müssen.

In den Nachrufen auf „Spex“ schrieben viele, die Gatekeeper-Funktion der Journalisten sei hinfällig geworden, weil durch die digitalen Möglichkeiten alle jederzeit auf sämtliche Musik Zugriff haben. Wie seht ihr das?

Viehmann: Das ist totaler Bullshit.

Diederichsen: Das glaube ich auch.

Viehmann: Es ist auch ein Begriffsproblem. Früher gab es, wie Diedrich gerade sagte, eher den Vorwurf des Elitären. Das hatte nicht nur mit Geld zu tun, aber es war schon hilfreich, Geld zu haben, um mehr Platten, Bücher und teure internationale Magazine am Bahnhofskiosk kaufen zu können, um diesen Wissensvorsprung zu haben. Das vermeintlich „coole Wissen“. Musikfernsehen, Internet und Streaming im Speziellen änderten das dann. Aber je größer und transparenter die Welt wird, desto spannender ist es, diese zu filtern.

Diederichsen: Die eine Frage ist ja, wie diese Welt organisiert ist: gut oder böse. Das betrifft natürlich vieles von dem, worüber wir gesprochen haben: Ausschluss, Diversität, Hierarchie und so weiter. Die andere ist, ob sie überhaupt strukturiert ist. Wenn nicht, wäre jede Art von Gatekeeping wenigstens etwas, woran man sich abarbeiten oder worauf man Bezug nehmen könnte. Insofern ist natürlich keine dieser Funktionen hinfällig.

Achelwilm: Aber wo finden diese Selbstverständigungsprozesse, dass man vor der Folie von Musik darüber streitet, ob man etwas gut oder böse findet, heute denn statt?

Diederichsen: Es ist ja nicht nur so, dass die Zeitschriften sterben, sondern auch die Sozialstruktur, die das Milieu bildete, das entschied, ob mit Musik etwas Interessantes passiert, ob sie politische Wirkung hat. Eine dieser Institutionen war der Plattenladen, der erstens auch verschwunden ist und zweitens gerade wieder zurückkommt. Es gibt einen Roman, in dem steht das alles drin: Vernon Subutex. Das ist ja im Prinzip die Geschichte von Spex.

Grether: Es wird mehr denn je diskutiert. Und vor allem: Mehr Menschen, die unterdrückten Gruppen angehören, haben die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. Eigentlich ist der Mainstream derMinderheiten hierzulande jetzt erst wahr geworden. Nicht nur durch Social Media, ich würde sagen, auch das Podium hat Print ersetzt. Es wird doch die ganze Zeit geredet, gepostet, und demonstriert. Ich sehe, dass in den 2010er Jahren durch die queer-feministischen und antirassistischen Twitter- und Blog-Communities mehr Vielfalt, mehr unterschiedliche Stimmen und mehr Gedankenreichtum als vorher around sind. Aber leider finden diese Diskussionen nur noch ganz, ganz oberflächlich in Musikzeitschriften statt. Vielleicht ist auch deshalb Print nicht mehr so spannend wie früher.

Viehmann: Wir wollten Spex schon 2006 zu einem Magazin ohne festen Redaktionsstandort und klassische Redaktionsstrukturen umbauen, das den PR-Zyklen komplett entsagt. Der Verlag zog nicht mit.

Achelwilm: Ich habe das Gefühl, dass zentrale Instanzen vielleicht gar nicht mehr gewünscht sind. Es hat auch etwas Gutes, dass diese Autoritäten bröckeln. Aber politisch hat es den Nachteil mangelnder Verbindlichkeit bewegender Themen. Es ist viel unklarer, mit wem man über was spricht oder sprechen muss, um gemeinsame Ansprüche oder ein gemeinsames Bewusstsein zu formulieren. Wir haben uns mit Spex nun auch nicht als eine Art minipolitischer Klasse konstituiert. Trotzdem gab es da etwas Implizites, das in politisch interessante Sachen mündete.

Grether: Eine Errungenschaft von Popjournalismus war es, zu problematisieren, dass es nicht immer wieder nur der männliche Rebell sein kann, der sich durch den Rock ’n’ Roll befreit.

Diederichsen: Die ästhetische Entwicklung der Popmusik in den vergangenen 40 Jahren hat viel mit dieser Einsicht zu tun. Nur hat sich der patriarchale Unterbau der Musikökonomie wenig geändert.

Ist Musik für Heranwachsende heute weniger identitätsstiftend?

Beck: Dem würde ich entschieden widersprechen. Ich glaube, dass sich nur das Nutzungsverhalten geändert hat. Die Leute haben nicht mehr das Album im Kopf, sondern denken mehr in Songs oder Tracks.

Viehmann: Der Stellenwert hat sich nicht geändert. Aber das Geld fließt nicht mehr vornehmlich in den Besitz von Musik. So romantisch und wichtig Plattenläden sind, auch der vermaledeite Algorithmus ist in dem, was er empfehlen kann …

Beck: … scheißegut.

Viehmann: Ja. Bald gibt es keine noch so engagierte Person mehr auf der Welt, die das so gut machen könnte. Und das meine ich nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ.

Diederichsen: Mir kann Spotify überhaupt nichts empfehlen. Spotify geht nur nach stumpfen musikalischen Kriterien vor und sucht stilistisch Verwandtes. Und das will ich doch gerade nicht. Im Gegenteil. Der entscheidende Parameter kommt nicht vor: Attitude.

Viehmann: Das stimmt definitiv nicht. „Der Algorithmus“ untersucht längst mehr als nur Genre-Ähnlichkeiten … was hören dir ähnliche Menschen, zu welcher Tageszeit und an welchem Ort. Kollaboratives Filtern. Audioanalyse konkret. Aber auch Kontexte im Web an sich – Blogs, Texte, Metadaten etc. Du bist wahrscheinlich auch ein Härtefall. Der Endgegner des Algorithmus.

Also ist das Problem der Musikmagazine dasselbe wie das der Presse insgesamt: kein mangelndes Interesse, aber die Leserinnen geben kein Geld für etwas aus, das kostenlos zu haben ist?

Viehmann: Es gibt andere Dinge, für die man es tun muss: Kleidung kann man nicht streamen, Biertrinken auch nicht. Wenn man mal kuckt, was ein Konzertbesuch mittlerweile durchschnittlich kostet, würde ich heute als 21-Jähriger verhungern. Das Liveerlebnis ist aber nach wie vor ein Brandbeschleuniger für Diskussionen.

Ganz zu schweigen von den Momenten, in denen Musik einen schlicht umhaut.

Diederichsen: Wobei zur Euphorie ja immer auch die Darkness gehört.

Beck: Ich würde auch sagen, dass Pop immer beides ist. Dieser utopische Ort auf der einen Seite. Und wenn man von Utopien spricht, spricht man von Nichtorten, die eine Magie ausstrahlen, weil sie unerreichbar sind. Auf der anderen Seite hat Pop etwas total Diesseitiges und kann aktuelle Problemstellungen und tagespolitische Dinge verhandeln. Umso mehr noch mit dem Internet. Du kannst in zwei Minuten einen Track produzieren und hochladen zu dem, was gerade gestern in irgendeiner Parteisitzung stattgefunden hat. Pop ist immer beides: sowohl das Rauslösen aus den Verhältnissen als auch Anklage momentaner Zustände oder Vorschlag zur Verbesserung.

Viehmann: Es gibt zwei Sachen, die sind für mich typisch Spex. Wir haben 1999 ja schon einmal eine letzte Ausgabe gemacht, als kein Geld mehr da war. Und beschlossen ein doppelt so dickes und deshalb auch wesentlich teureres Heft zu machen. Absurd. Aber es musste einfach sein. Das Zweite war die 250. Ausgabe, wo im Sonderteil jedes Interview ausgedacht war. Dieser Irrsinn, Übermut und eine gewisse Dreistigkeit fehlten mir bei den Spex-Ausgaben, die ich später in die Hand bekommen habe manchmal. Das war sachlich immer wohlfeil, aber organisatorisch und emotional für mich meist zu abgeklärt. Es gab da selten „Euphorie und Darkness“, sondern es war irgendwie zu oft Mittag.

Christine Käppeler entschied 2004, Praktikantin bei Spex zu werden, nach einer langen Nachtzugfahrt, auf der sie keine andere Zeitschrift dabeihatte. Sie schrieb drei Jahre für das Magazin

06:00 26.12.2018
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