clauserbrecht

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RE: Putins kalt geborene Babys | 19.11.2014 | 21:43

Das ist lupenreiner BILD-Stil!

Beim nächsten Schneesturm bei Ostwind heißt es dann wohl "Putins eiskalte Hand greift nach dem Westen"...

RE: An die Westdeutschen | 10.11.2014 | 21:58

Mit diesem "Wir" kann ich auch nichts anfangen - ich kann nur für mich sprechen: Nein, ich brauche die Ostzone nicht - genausowenig, wie ich Ostfriesland oder Bayern brauche. Jedenfalls brauche ich diese Gegenden nicht also Projektionsfläche - da habe ich seit einigen Jahren das Wendland...

Die DDR wurde aber von ganz vielen Leuten gebraucht: Von den Rechten zur Abschreckung, weil es da ja insgesamt und überhaupt alles schrecklich war (so soll es ja in der offiziellen Geschichtsschreibung auch heute sein); vom Stammtisch, um allen Kritikern sagen zu können "Geh' doch nach drüben!"; von den Gewerkschaften, damit sie als schweigendes, aber gewichtiges Argument mit am Verhandlungstisch sitzt; von den ganz Linken, um zeigen zu können, wie sie sich den Sozialismus nicht vorstellen; von den Linken der "Gewerkschaftlichen Orientierung", wie es damals so schön hieß, um sagen zu können "Seht ihr, es geht - trotz der massiven Versuche der Gegenseite, die DDR kaputt zu machen."

Auch ich habe die DDR gebraucht - sie war für mich zwar nicht das "Gelobte Land", aber doch aufgrund der materiellen Verhältnisse eine gute Basis, um etwas daraus zu machen. Für diese immerhin greifbare Zukunft habe ich die hässliche Grenze und die Ungerechtigkeiten, die die Abwehr des Klassenfeindes für manche wohlmeinenden Menschen mit sich brachte, in meinem Ethik-Gebäude in Kauf genommen - ich hatte geglaubt, das Erreichte wäre unumkehrbar, und man könne darauf aufbauen. Dass die Menschen dort ihren Staat und damit (größtenteils wohl ungewollt) alles, was sie erreicht hatten, so schnell aufgegeben haben, hat mich ziemlich enttäuscht - und dass so viele der Kader sich einfach um 180° gedreht haben und damit oben geblieben sind, hat zum einen Brechreiz erregt, zum anderen gezeigt: es ist einfach ein bestimmter Menschentyp, der sich die Macht holt, und es ist diesem Typ weitgehend egal, in welchem System er die Macht ausübt. Dass sich das beim Übergang vom Nazireich in die BRD so deutlich gezeigt hat, ist nicht verwunderlich - es waren ja nur Erscheinungsformen des selben Systems. Bei einem Teil des Leitungspersonals der DDR(-Wirtschaft) fand ich es allerdings erschütternd, wie wenig diese Menschen daran geglaubt haben, was sie offiziell vertreten haben - es war ja doch das Gegenteil dessen, was sie dann gelebt haben.

Bei denen weiter unten sind aber offenbar doch noch Reste der in der DDR gelernten Dinge vorhanden - auch wenn mir die LINKE wegen mancher populistischer Äußerung (die auch von der AfD kommen könnte) nicht ganz vertrauenswürdig erscheint, lassen die Wahlergebnisse in einigen Ländern doch hoffen, dass es eine Wende nach der Wende geben könnte. Und auf einmal stelle ich fest: ich brauche den Osten ja doch irgendwie...

RE: Was früher alles besser war | 25.12.2012 | 13:59

Früher hatten Zeitungen auch noch einen Lektor oder eine Lektorin, denke ich – oder lag es daran, dass Journalismus früher ein richtiger Beruf war, zu dem ein Germanistikstudium gehörte, dass solche fürchterlichen, fast debil klingenden Pseudo-Genitive wie "diesen Jahres" nicht auftauchten (hier unter "Ich").

Wenn dann auf der nächsten Seite aus dem gemeinten "zunichte" etwas wird, was nach dem Besuch bei einer weiblichen Verwandten klingt, trägt das zwar zur Unterhaltung bei, aber: (Auch) So etwas hätte es früher nicht gegeben!

RE: Immer in Bewegung | 15.07.2011 | 12:52

Sehr anrührend, dieser Artikel... Ja, Glück gehört dazu - aber was ist Glück? Ich denke, Glück ist etwas, das ich machen kann, etwas, das in mir steckt.
Ich lebe seit meinem Abi (1973) ohne Sparkonto, Renten- oder Lebensversicherung, sozusagen aus der Hosentasche, und es geht mir gut damit, solange ich dieses Selbstvertrauen nicht verliere.