"...verdammt nochmal...mein leben hat einen wert!"

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...dieser satz stammt aus der bekannten sequenz des filmes "network", als der fernsehmoderator mit jeglicher konvention bricht und zu seinem berühmten mad-as-hell-monolog ansetzt, der über das gesamte network ausgestrahlt wird...

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seitdem sind fast 40 jahre vergangen. dennoch ist es so, als würde die filmszene unsere heutige zeit beschreiben. der filmausschnitt gewinnt aktuell wieder an popularität in den sozialen netzwerken, die gerade auf revolte getrimmt sind, weil darin die empörung um die wette geteilt wird...

für mich war "network" schon immer ein atmosphärischer klassiker, vor allem weil ich die 70er liebe... und jetzt, wo die szene die runde macht, stelle ich fest, wie enttäuscht ich bin, wenn ich sie sehe....ich frage mich, was hat sich denn seither getan?

ist dieser kurze filmauschnitt nicht eher ein schlag ins gesicht, und zwar mit einem baseballschläger? müssen einem da nicht jegliche occupy-ambitionen in den gliedern gefrieren, wenn einem so vor augen geführt wird, dass die menschen in den wohlhabenden industriestaaten ihre probleme seit mehreren jahzehnten kennen und bis jetzt ignoriert bzw. verdrängt haben?

ist es nicht so, dass die meisten bürger an einer unrealistisch optimistischen und selbstwertdienlichen massensuggestion mitgewirkt haben? wurde die realität durch kleptokraten gestohlen oder haben die menschen selbst bei ihrer entführung mitgewirkt?

in den 70ern gab es zwar keine social networks, aber es gab visionäre menschen, wie jacque fresco, der mit seiner harschen kritik und mit völlig neuen, visionären ansätzen in der TV-primetime gesendet wurde, z.b. beim noch sehr jungen larry king, talk-titan und interview-legende der us-networks.

youtu.be/RVOPkGAtt48

jacque fresco kämpft sein leben lang gegen den wahnsinn, den die meisten anderen bis vor kurzem noch als ein alles in allem funktionierendes system betrachtet haben, während es lediglich sehr effizient darin war die menschliche würde anzutasten.

erst waren es nur die ärmeren menschen, die durch die konkurrenz-mangel gedreht wurden und mittlerweile völlig verarmt sind. jetzt ist die mittelschicht dran. in den USA leben bereits 45 millionen menschen von lebensmittelmarken. viele davon in zeltstädten.

finanzpredatoren ziehen von kontinent zu kontinent und lutschen das mark aus unseren ökonomien und gesellschaften. geldsystem und staatsschulden blähen sich immer weiter auf wie riesige heissluftballons, die uns jederzeit um die ohren fliegen können.

während des prozesses des sich aufwallens (lat.= inflation) sorgt unser geldsystem durch eine enorme und permanente geldmengenvermehrung für eine kontinuierliche enteignung der bürger, durch die ihre kaufkraft stetig sinkt.

ich bin nicht empört. ich bin wütend... mad as hell...

nicht zuletzt, weil sich seit den 70ern nicht viel geändert hat und die bürger sich ein recht auf unkenntnis herausnehmen, das sie einfach nicht haben. es ist ihre erste bürgerpflicht mündig zu sein. sie müssen die wichtigen und grossen fragen stellen. jede generation hat elementare verpflichtungen gegenüber den ihr nachfolgenden.

die junge generation muss jetzt nicht froh und dankbar sein, dass sich endlich mal ein paar wohlstandsbürger erbarmen zu protestieren, nein, die jungen menschen sollten ihnen in den hintern treten und sie laut anschreien:

wo wart ihr so lange??? macht es diesmal richtig!!! wir wollen unsere zukunft wiederhaben!!! wir sind menschliche wesen... verdammt nochmal... unser leben hat einen wert!!!

originalszene "mad as hell" im originalton:

youtu.be/q_qgVn-Op7Q

de.wikipedia.org/wiki/Network_%28Film%29

de.wikipedia.org/wiki/Jacque_Fresco

23:33 24.10.2011
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Geschrieben von

cleptocracy

es konkurrieren mainstreammedien, wahrheitsbewegungen, verschwörunsgtheorien, esoteriker, pr-agenturen, politiker und natürlich ganz viele blogger…… jeder proklamiert die wahrheit für sich, dabei gibt es diese als solche gar nicht. es gibt verschiedene realitäten und fakten.
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