Fünf umweltfreundliche Business-Trends

Nachhaltigkeit Sprout World Gründer und CEO, Michael Stausholm, prognostiziert, dass das Thema Nachhaltigkeit im Jahr 2021 mehr denn je auf der Tagesordnung stehen wird.
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Das dänische Start-up Sprout World zählt zu den Pionieren in Sachen nachhaltige Werbeartikel und Verbraucherinnovationen. Weltweit hat das Unternehmen mehr als 30 Millionen Sprout-Stifte verkauft, die sich nach Gebrauch in Blumen, Kräuter- und Gemüsepflanzen oder Bäumen verwandeln. Gründer und CEO, Michael Stausholm, prognostiziert, dass das Thema Nachhaltigkeit im Jahr 2021 mehr denn je auf der Tagesordnung stehen wird: Der Trend zu bewussterem Konsum ist schon seit mindestens einem Jahrzehnt im Gange, aber die Pandemie hat uns gezwungen, noch mehr auf die Umwelt zu achten. Er sagt voraus, dass diese 5 Themen die wichtigsten Veränderungen in diesem Jahr sein werden:

1. Nachhaltigkeit wird von "Nice to have" zu "Must have“

Nachhaltigkeit wird nicht mehr nur "nice to have" für ein Unternehmen sein. Etwas, das Sie auf Ihre Website stellen, weil es gut klingt. Sie wird entscheidend für Ihr Unternehmen sein, und die Pandemie hat diesen Trend noch vorangetrieben.

Mit dem verstärkten Fokus auf die UN-Nachhaltigkeitsziele und der steigenden Nachfrage der Verbraucher müssen Sie Ihre guten Absichten auch in die Tat umsetzen. Bei Sprout World haben wir bereits ein umweltfreundliches Produkt – Bleistifte, die sich nach Gebrauch in Pflanzen verwandeln. Aber unser Ziel für dieses Jahr ist es, uns noch weiter zu verbessern, noch nachhaltiger zu werden. Kein Unternehmen der Welt kann von Anfang an zu 100% nachhaltig sein, aber solange man sich in Richtung Umweltverbesserungen bewegen, sind Sie auf dem richtigen Weg.

2. Erkennen von Greenwashing

Greenwashing zielt darauf ab, Menschen glauben zu machen, dass Ihr Unternehmen mehr für den Umweltschutz tut, als es tatsächlich tut. Es ist eine gängige Methode für Unternehmen, sich selbst als gut für den Planeten darzustellen. Ich empfinde es so, als ob die Covid-19-Krise uns alle allergischer gegen Marken gemacht hat, die ihre Geschäfte beschönigen. Sowohl die Medien als auch die Verbraucher haben ein Auge auf Greenwashing geworfen, und schon ein kleiner Funke kann ein Feuer entfachen, wenn man „erwischt“ wird. Im Jahr 2021 werden Unternehmen vermehrt Nachfragen ausgesetzt sein. Es gilt zu beweisen, was hinter den Worten steckt, die Unternehmen verwenden. Was ist gemeint, wenn man von biologisch abbaubaren, umweltfreundlichen oder recycelbaren Produkten spricht? Jeder benutzt diese Wörter, aber man muss auch erklären können, was sie bedeuten.

3. Fokus auf Herkunft und Einsatz von Blockchain-Technologien

In der Pandemie habe ich gesehen, dass viele Unternehmen überdenken, woher sie ihre Produkte beziehen, und das wird sich 2021 fortsetzen. Die überwiegende Mehrheit der Verbraucherprodukte wird in China hergestellt, und das hat sich als großes Problem erwiesen. Zum einen wegen des Lockdowns in Asien im letzten Jahr, zum anderen aber auch, weil Unternehmen erkannt haben, dass sie die Kontrolle darüber verloren haben, wie ihre Produkte hergestellt werden. Low-Cost-Produktion ist nicht attraktiv, wenn Produkte auf Kosten von Ethik und Umwelt hergestellt werden. Deshalb werden wir im Jahr 2021 sehen, dass viele europäische und amerikanische Unternehmen ihre Produktion zurück auf ihre Kontinente ziehen. Es ist einfacher zu kontrollieren und die Nachfrage der Verbraucher nach lokal produzierten Produkten wird definitiv steigen.

Bei Sprout World implementieren wir gerade eine Blockchain-Technologie in unser Unternehmen. Vereinfacht gesagt, bietet Blockchain einen überprüfbaren Datensatz darüber, wer was von wem kauft. Das bedeutet, dass die Behauptungen von Unternehmen, ressourcenschonend zu sein und ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren, gegengeprüft und verifiziert werden können. Die Technologie befindet sich noch in der Entwicklung, aber am Ende wird sie bedeuten, dass Sie als Unternehmen oder Verbraucher sehen können, woher das Holz, Graphit oder Saatgut in unseren Sprout-Bleistiften stammt. Es ist eine interessante Technologie, die in Zukunft für den Verbraucher von großer Bedeutung sein wird. Stellen Sie sich vor, Sie können im Supermarkt einen QR-Code auf der Verpackung von Hackfleisch scannen und erhalten sofort Informationen darüber, woher es kommt und welche Schritte es durchlaufen hat, bis es im Kühlschrank landet.

4. Virtuelle Meetings werden beibehalten

Die Pandemie hat uns gezwungen, Geschäftsreisen, Meetings, Messen und Konferenzen neu zu denken. Jahrelang haben viele von uns jeden Monat enorme Mengen an Zeit und Geld für die Stärkung von Geschäftsbeziehungen durch physische Treffen ausgegeben. Das Jahr 2020 hat uns gezeigt, wie viel Remote Work und vituelle MeetUps für uns leisten können. Natürlich können nicht alle Interaktionen des physischen Beisammenseins ersetzt werden. Persönliche Treffen brauchen wir, aber wir haben erkannt, dass wir viel selektiver damit umgehen können, wie wir unsere Ressourcen einsetzen. In Zeiten nach der Pandemie ist dies eine Lektion, an die wir uns erinnern und an die wir uns halten werden. Die ist eine große Verbesserung für unseren Planeten.

5. Es ist an der Zeit für Downsizing

Jetzt, wo wir uns darauf freuen können, dass dieses Jahr stabiler ist und hoffentlich wieder "zurück zur Normalität" geht, müssen wir immer noch an der Flexibilität festhalten, die uns die Pandemie gelehrt hat. Unser Arbeitsleben ist viel weniger routinemäßig und anpassungsfähiger an die sich ändernden Bedürfnisse geworden. Viele Geschäftsinhaber müssen sich fragen, ob große, teure Büros angesichts der zunehmenden Nutzung von Remote-Arbeit wirklich eine Notwendigkeit sind? Bei Sprout World prüfen wir die Möglichkeiten, unser großes (und oft halb leeres) Büro aufzugeben und stattdessen Co-Working-Büros zu mieten, wenn wir sie brauchen. Auf diese Weise werden wir - und viele andere Unternehmen auf der ganzen Welt - CO2 einsparen, da wir nicht mehr täglich zur Arbeit fahren. Ich kenne auch viele Unternehmen, die sich für eine Clean-Desk-Policy in ihren Büros entscheiden, wodurch weniger Platz und mehr Flexibilität zur Norm werden.

Sprout World wurde 2013 gegründet. Das Unternehmen hat 20 Mitarbeiter und Standorte in Kopenhagen/Dänemark sowie Boston/USA. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Produktion von grünen und patentierten Alltagsinnovationen wie den pflanzbaren Sprout-Stift und den kunststofffreien Sprout-SPOON. Unternehmen können die Sprout-Produkte mit eigenem Branding und individuell gestalteter Verpackung als grünes Give-away in die unterschiedlichsten Kampagnen integrieren. Bis dato konnte Sprout World mehr als 30 Millionen Stifte in 80 Ländern verkaufen. Zu den Sprout World-Kunden zählen Coca-Cola, IKEA, Porsche, Deutsche Bank, Toyota, Benetton, Marriott, Michelle Obama und Richard Branson. www.sproutworld.com

Michael Stausholm, Gründer und CEO von Sprout World
10:22 27.01.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

cmveauthier

Texterin, Bloggerin, PR-Profi, Kreative, Realistin, Organisatorin, Optimistin, Hamburgerin in Berlin, working Mom, Genussmensch
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