Roflcopter

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RE: Der Aggregatzustand des Journalismus | 19.08.2013 | 13:00

So am Rande gibt es übrigens einen zwar nicht entscheidenden, aber doch massiv unterschätzten Grund für die Unterlegenheit von Zeitungen gegenüber elektronischen Texten: Papier kann man nicht zoomen!

Es gibt viel viel mehr etwas schlechtsehende Leute, die weitgehend auf Brille verzichten (Brille ist ja trotz allem immer noch ein Stigma und wird es auch immer bleiben), als das allgemein angenommen wird.
Die überhebliche Haltung der meisten gutsehenden Leute ist immer die Gleiche, "Der soll sich doch 'ne Brille kaufen".
Tun sie aber nicht, die etwas schlechtsehenden Leute, die das bisher nicht getan haben ... und werden es auch in Zukunft nicht.
Warum auch? Seit Flachbildschirme Standard geworden sind und die Berufe, in denen gutes Sehen zwingend notwendig ist, immer weniger werden, muss ich mich doch nicht mit so einem unbequemen Nasenfahrrad rumärgern. Da stell ich mir einfach eine niedrige Auflösung ein und den Zoom auf 120/150 %, und schon kann ich ermüdungsfrei und 8 Stunden am Stück Texte problemlos am Monitor lesen.

Wie gern würde ich, wenn ich im Cafe sitze, mal die Zeitung lesen. Kann ich aber nicht, weil die Schriftgrösse im Laufe der Jahre immer kleiner wurde und ich die übliche ~3 mm grosse Schrift nicht entziffern kann. Also lasse ich es halt und lese nur noch elektronisch.

RE: Das war einmal Amerika | 19.08.2013 | 08:59

Ich bin ja immer wieder erstaunt darüber mit was für einer Selbstverständlichkeit die totale Verwechslung von Land und Kontinent hingenommen wird, wie immer dann, wenn man eigentlich "U.S.A." schreiben müsste, von "Amerika" die Rede ist.

Die U.S.A. sind aber nicht Amerika, Amerika ist viel grösser als die U.S.A. Tatsächlich ist es sogar so, dass zwei von drei Amerikanern keine U.S. Bürger sind (Süd-Amerika ist auch Amerika).

Hauptgrund für diese bizzare Total-Verwechslung ist sicherlich, dass die U.S.A. ein Land ohne richtigen Namen sind, das daher gezwungen ist, stets den Kontinent-Namen als Ersatz zu missbrauchen, was aber an sich eine ignorante Unverschämtheit gegenüber all jenen amerikanischen Staaten ist, die nicht Teil der U.S.A. sind.

Selbst die U.S. Bürger haben an sich keine richtige Bezeichnung. Beispiel:
Kanada oder Mexiko sind amerikanische Länder, Bürger von Kanada werden primär "Kanadier" genannt, die Bezeichnung "Amerikaner" ist mehr eine sekundäre Bezeichnung. Bürger von Mexiko werden primär "Mexikaner" gennant, die Bezeichnung "Amerikaner" ist auch hier mehr sekundär.

Wie aber ist die primäre Bezeichnung für Bürger der U.S.A.?
Es gibt keine solche! Man müsste sie eigentlich "Usaner" nennen.

RE: Veggie Day oder Recht auf Schnitzel? | 09.08.2013 | 08:42

rheinhold2000 schrieb:

"Der Mensch braucht einen Mix aus allen möglichen Stoffen. Eiweiße und Fette gehören dazu. Und Eiweiß ist für Veganer ein echtes Problem. Wenn ich Milchprodukte zu mir nehme aber nicht."

Unsinn. Sie scheinen zu glauben dass Eiweiss nur aus Eiern oder sonstwie nur von Tieren stammen könne. Aber machen SIe sich nix draus, das dachte ich auch mal.
"Eiweiss" ist einfach nur ein anderer Name für "Protein", und das gibt's auch von Pflanzen, z.B. Soja. Das weiss sogar die BILD-Zeitung:

http://www.bild.de/infos/vegetarier-veganer/vegetarisch/soja-eiweiss-10682454.bild.html

RE: Der Tag, an dem ich mein Genom kennenlernte | 28.07.2013 | 08:27

Zitat: „Wir sind gerade auf dem Mond gelandet“.

So wie die Mondlandung wissenschaftlich fast gar nix gebracht hat, so ist das auch mit der Genom-Kartierung. Je grösser die Klappe umso weniger dahinter. Die wissen immer noch fast gar nix!

Früher wurde der Einfluss der Gene als EInbahnstrasse betrachtet, im Laufe der Zeit hat man nun gemerkt, dass es vielschichtige, kaum erforschte Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Genen gibt.
Als Konsequenz müsste man eigentlich das primitive Einbahnstrassen-Modell komplett über den Haufen werfen, alle Aussagen a la " Dieses oder jenes Gen hat diese oder jene Wirkung" sind damit hinfällig.

Das gefällt unseren Genetikern (wie fast alle Wissenschaftler natürlich mit ausgeprägter Profil-Neurose geschlagen) aber gar nicht, die ohnehin kaum vorhandene Exaktheit in der Genetik wird dadurch komplett weggeblasen.
Also ignorieren sie einfach alle neueren Kenntnisse, bleiben weiterhin beim Einbahnstrassen-Modell und fabrizieren elend lange Listen mit ganz vielen schlimmen Krankheiten die jeder kriegen kann.

Für mich sind das alles Scharlatane über die die Genetiker der fernen Zukunft nur milde lächeln werden, so wie heute die Chemiker über die Alchimisten.

RE: Homophob sind immer die anderen | 20.07.2013 | 22:08

Artikel-Zitat: "Sexualität ist in westlichen Gesellschaften alles andere als ein Tabu".

Bitte was? Das soll wohl ein Witz sein! Sexualität ist immer noch schwer tabu-beladen. Man kann zwar heutzutage relativ sorgenfrei dazu stehen dass man schwul, bi oder lesbisch ist. Was aber immer noch überhaupt gar nicht geht, ist frei von der Leber weg über bevorzugte Sexual-Praktiken zu reden.

Ich kann mich nicht daran erinnern jemals in meinem Leben in einer grösseren Gesprächsrunde einen Hetero/Hetera z.B. sagen zu hören "Ich mach gern Anal-Verkehr". Das geht gar nicht, da herrscht sofort peinliches Schweigen oder es wird albern gekichert. Und das obwohl die Mehrheit der Heterosexuellen mehr oder weniger oft Anal-Verkehr praktiziert.

Und das ist ja noch eins der harmloseren Sachen. Da gibt es unzählige Fetische die von nicht unerheblichen Minderheiten im oberen einstelligen und unteren zweistelligen Prozentbereich praktiziert werden, über die man nur im Zwiegespräch mit guten Freunden oder anonym im Internet reden kann, aber sich nie trauen würde das im weiteren persönlichen Umfeld oder gar unter Kollegen zu tun.

Man darf in westlichen Gesellschaften über fast alles Problematische offen reden. Über Süchte aller Art, Begierden aller Art, Macken aller Art .... aber bloss nicht, BLOSS NICHT detailliert über persönlich bevorzugte Sexual-Praktiken die über den gewöhnlichen Geschlechtsverkehr hinausgehen.

Bevor also der Autor Peter Rehberg hier wieder Sätze schreibt wie "Sexualität ist in westlichen Gesellschaften alles andere als ein Tabu" soll er das erstmal beweisen, indem er z.B. locker vom Hocker hier darüber schreibt, was er beim Sex so am liebsten macht und was seine bisher unerfüllten Begierden sind.

RE: "Bikini can wait!" | 19.07.2013 | 17:55

Die eigentliche Frage ist doch: Warum ist die Frauenwelt so unglaublich verfressen? Warum spielt Essen eine so zentrale Rolle für die allermeisten Frauen?

Es geht natürlich um Kompensation. Da muss man ansetzen, an den Ursachen! Diaten sind nur Symptom-Bekämpfung.

Und selbst wenn man eigentlich keine grosse Lust hat sich mit Ursachen anstatt mit Symptomen auseinanderzusetzen, gibt's wirklich besseres als dieses lebenslange Stopfen. Ich kenne keine einzige fette Kifferin.

RE: Weder Egoist noch Altruist | 09.07.2013 | 10:24

Kommt's nur mir so vor dass im Buch und im Artikel die Begriffe "Gleichheit" und "Chancen-Gleichheit" laufend verwechselt werden?

RE: Hardcore-Wissenschaft | 09.07.2013 | 01:46

Porno ist ein Symptom, keine Ursache!
Diesen simplen Umstand wollen Porno-Bekämpfer aber überhaupt nicht wahrhaben, dann müssten sie sich ja mit den wahren Ursachen auseinandersetzen, was letztlich in ein totales Infrage-Stellen des Systems mündet. Und Porno-Bekämpfer als meist Konservative sind die letzten die systemkritisch sein wollen.

Der enorme Bedarf an Porno weisst doch schlicht auf einen enormen sexuellen Notstand hin ... denn es eigentlich nicht geben dürfte, da es ja ungefähr gleichviel Männer und Frauen auf dem Planeten gibt.
Also muss die Ursache für den Notstand woanders liegen ... und das ist so banal, dass man von sich selbst angeödet ist wenn man das mal wieder aussprechen muss: Armut, Elend, Gier, Schere Arm/Reich ... blablabla.
Wer etwas gegen Porno tun will muss am System ansetzen. BGE wäre m.E. ein vielversprechender Weg um Porno einzudämmen, weil Frauen dann nicht mehr aus Elend heraus mitmachen müssten und auch arme Männer dann viel bessere Chancen auf ein ausgeglichenes Sexleben hätten.
Aber sag das mal so einem konservativem Porno-Bekämpfer, er solle sich für BGE als wirksames Mittel gegen die Porno-Flut einsetzen, der zeigt dir den Vogel und singt das Hohelied auf grenzenlosen Wettbewerb, grenzenloses Lohndumping und grenzenlose Unterwerfung des Menschen unter das System.

Und Verbote bringen überhaupt nichts solange sie nicht global durchgesetzt werden. Dass im Artikel ausgerechnet ein Negativ-Beispiel aus Japan genommen wird, ist kein Zufall. Von da kommen die meisten der übelsten Clips, weil Japan halt, was Sexualität angeht, völlig durchgeknallt ist (so aus unserer Perspektive).
Nur: Welchen regulierenden Einfluss haben wir im Westen auf asiatische Porno-Kultur? Fast gar keinen, das müssen die Asiaten schon selbst regeln. Von daher ist das Beispiel schlecht gewählt. Echter Rape-Porn aus dem Westen ist im Netz viel schwerer zu finden.

Nirgendwo ist der Mensch so verklemmt und verlogen wie bei der Sexualität, weil Sex halt immer irgendwie schmutzig und tierisch ist, also ganz schlimmes Bäh, über das man nicht ehrlich redet.
Wie soll es da jemals eine vernünftige und ehrliche Diskussion stattfinden? Völlig unmöglich. Das Problem kann daher nicht sozial, sondern nur evolutionär gelöst werden. Im Laufe der Jahrtausende werden wir immer mehr Abstand zu unserem tierischen Ursprung gewinnen, nur das kann Porno "stoppen".

Und bis dahin werden wir, was Sex angeht, lügen, lügen, lügen ....

RE: Fast wie Gott | 09.07.2013 | 00:57

Man muss dem Autor wohl etwas semantische Nachhilfe geben:

Klima-Leugner:
Vom Chef Augstein neulich benutzter Begriff um Klima-Skeptiker mit Holocaust-Leugnern auf eine Stufe zu stellen. Muss man nicht weiter kommentieren, da niemand die Existenz des Klima an sich leugnet und diese Instrumetalisierung des Holocaust geschmacklos ist.

Klimawandel-Leugner:
Schon etwas besser aber immer noch Unsinn, da das Klima sich ständig wandelt, eagl ob Menschen da sind oder nicht. Die Erde ist kein statisches System. Auch unter den Klima-Skeptikern gibt es nur wenige Klimawandel-Leugner.

Erderwärmungs-Leugner:
Gibt es unter den Klima-Skeptikern schon einige mehr, aber auch viele andere die die Erderwärmung hauptsächlich auf Sonneneinflüsse zurückführen.

Menschgemachte Erderwärmungs-Leugner.
Jetzt sind wir schon fast am Ziel, müssen aber noch etwas präzisieren, da ja schon der Höhlenmensch vor zehntausend Jahren mit seinen Feuerchen die Erde ein bisschen aufgeheizt hat.

Signifikante menschgemachte Erderwärmungs-Leugner.
Jetzt haben wir's geschafft, denn darum geht's ja. Und das ist doch weit entfernt vom simplen "Klimawandel-Leugner" des Autors.

Ich selbst bin übrigens kein Klimaskeptiker und bin durchaus der Meinung, dass es eine signifikant menschgemachte Erderwärmung gibt. Ich halte die Klimawarner, so wie den Autor, allerdings allesamt für scheinheilige Schwätzer!
Bekämpfung der Erderwärmung bedeutet nämlich zwangsläufig Bekämpfung des Kapitalismus, denn der ist ja die eigentliche Wurzel der Erderwärmung. Genau das machen unsere so engagierten Klima-Warner nämlich überhaupt nicht, also den Kapitalismus bekämpfen. Die fühlen sich darin ganz wohl und wollen gar nicht dass sich was gross ändert.

Und deswegen wird sich auch nichts ändern da die Klima-Warner viel zu feige, zu bequem, zu verwöhnt sind um etwas gegen den Kapitalismus, und damit gegen die Erderwärmung zu unternehmen.

Der Autor ist einfach nur, bewusst oder unbewusst, ein Agent des Kapitalismus, der mit seinem Geschreibe vom Hauptschuldigen ablenken soll.

RE: "Der Minirock des Internets" | 10.06.2013 | 17:15

Das ist zwar durchaus wahr, dass in den Kommentaren zu feministischen Artikeln die Misogynie verbreitet ist, es ist aber auch oft berechtigte Kritik darin enthalten. Der wollen sich Feministinnen prinzipiell nicht stellen, so meine Beobachtung, und nutzen daher die misoygynen Ausfälle um substanzvolle Kritik auszublenden.

So auch in diesem Interview in dem es von vorne bis hinten nur um die krassen Kommentare geht, mit keinem Wort aber auf irgendwelche Kritik eingegangen wird. Mich z.B. nervt die anhaltende und untergründige Begeisterung der Frau für den Neandertaler (was ich hier ja schon oft zum Ausdruck gebracht habe), die dann doch recht ambivalent zum Anspruch der modernen Frau ist. Bin ich jetzt deswegen misogyn?

Die längst überfällige selbstkritische Reflektion würde die Frauenwelt in ihrer derzeit blockierten Entwicklung viel weiterbringen als solche Opfer-und Heul-Artikel. Man entwickelt sich nicht weiter im Glanz und Sonnenschein der eingebildeten sakrosankten Makellosigkeit, das geht nur mit Schmerz und Selbstkritik (haben einige von uns Männern jedenfalls so lernen müssen in den letzten Jahrzehnten und bei dieser Erkennntnis sind wir den Frauen weit vorraus).