Colin08

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RE: Deutsch-deutsche Dämonen | 30.04.2009 | 16:08

Lieber Friedrich Schorlemmer,

Ihr Artikel liest sich wirklich besser als der überwiegende Rest aller Publikationen zu diesem Thema.
Außerdem treffen Sie den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf wenn Sie sagen: " Wir müssen die DDR als einen Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte begreifen lernen." Dieser Satz enthält für mich einen wichtigen Ausdruck, nähmlich "begreifen lernen".

Selbst im Informationszeitalter fällt es vielen Menschen in Ost und West immer schwerer sich von ihren Vorurteilen und Halbwissen zu verabschieden, sich zu informieren und zu LERNEN. Jedoch tragen die meisten Journalisten mit ihrem Hang zur Simplifizierung auch nicht gerade dazu bei die Spaltung in den Köpfen zu überwinden. So entsteht bei vielen "Ossis" der Eindruck, sie müssten über das Leben in der DDR, welches sie selbst gelebt haben, belehrt und aufgeklärt werden. Jeder DDR-Bürger, den es interessierte, wusste von STASI, Umweltverschmutzung und Mangelwirtschaft.

Auf der anderen Seite hat es ja viele der sogenannten "Errungenschaften des Sozialismus" (z.B. Recht auf Arbeit, einheitliches Schulsystem, Kindergartenplätze u.s.w.) wirklich gegeben.
Viele Menschen haben heute das Gefühl, bei der Wiedervereinigung wurde eine großartige Chance zur Erneuerung Deutschlands verspielt.

Natürlich wollten alle die D-Mark und damit den Wohlstand des Westens! Jedoch wurde von den damals verantwortlichen Politikern versäumt zu erklären, dass beim praktizierten Umtauschkurs DDR-Mark zu D-Mark praktisch die gesamte Wirtschaft in Ostdeutschland quasi über Nacht Pleite war.

Die heutige politische und wirtschaftliche Entwicklung trägt dabei weiter zur Spaltung in den Köpfen bei.