Columbus
26.11.2012 | 21:38 73

HIV in Afrika und die böse Homöopathie

Jeremy Sherr Kaum ein Streit, neben der Rauferei ums alltägliche Sprachbrunzen und die Welt der Braunungeistigen, wird so absurd verbissen ausgefochten, wie jener um die Homöopathie

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Columbus

HIV in Afrika und die böse Homöopathie

Jeremy Sherr, Homöopath - Das Gespenst der heiligen Heilwissenschaft?

(Kleine Ergänzung zu des Freitags größtem Pharmaconcern, http://www.freitag.de/autoren/merdeister/potenzierte-ignoranz-der-aerztekammer-berlin , aus Fairnessgründen)

Hat der Homöopath Jeremy Sherr tatsächlich HIV-Patienten in Afrika mit homöopathischen Präparaten behandelt, an Stelle einer wirksamen antiretroviralen Therapie? Hat er Patienten in den Hospitälern seiner Stiftung homöopathisch behandelt und sie damit in ihrer Gesundheit beeinträchtigt oder gar zu Tode gebracht? Hat Sherr eine Studie durchgeführt, oder war er an einer Studie beteiligt, die behandlungsbedürftigen HIV-Patienten eine adäquate antiretrovirale Therapie verweigerte?

Liest man den SPIEGEL-Online und unseren Mit-Kommunauten Merdeister, sowie einige dezidiert homöopathiekritische Blogs, dann behandelt in Afrika der Teufel in Heilergestalt höchtspersönlich und die Berliner Ärztekammer hatte eine "Hexer" eingeladen.

Sogar Wikipedia-Deutschland enthält (enthielt?) einen eher negativen Eintrag zu dem israelisch-südafrikanischen Heilpraktiker und doch recht anerkannten Homöopathen, der weder für Fehlbehandlungen, noch für ungewöhnliche Todesfälle, irgendwo auf der Welt angeschwärzt wird oder einem Richter Rede und Antwort stehen muss.

Mäßigung in der Berichterstattung und Prüfung wäre angesagt, statt Nachrichten irgend welcher Quellen zu übernehmen. Selbst der SPIEGEL-Online (Nicola Kuhrt) schreibt nur ab und auch noch verfälschend auf. - Die ewig schlechten Rezepte für den Journalismus und das Bloggertum, heißen Einbildung, Überheblichkeit, Einseitigkeit und mangelndes Leseverständnis. Dagegen ist kein aufklärerisches Kraut gewachsen, denn diese „Elchhaftigkeit“ kennt eben kein Maß und das Volk findet es langweilig, wenn es nüchtern sachlich zugeht.

Vorwürfe und Anschuldigungen aus dem Nichts

Aus den im Internet zugänglichen Berichten lassen sich keine Belege dafür finden, Jeremy Sherr habe jemals getan, was ihm nun immer wieder unterstellt wird, nämlich eine Monotherapie behandlungsbedürftiger und behandlungswilliger HIV-Patienten mit homöopathischen Präparaten durchzuführen oder auch nur zu propagieren. - Unterstellungen bleiben aber hängen, schreiben es renommierte Zeitungen ab. Einige ganz notorische Kritiker tarnen ihre Schadenfreude kaum. - So ist es eben, im Reich der frei flottierenden Meinungen.

dFC-Mitblogger Merdeister zitiert Sherr mit dem Satz: >>"Ich weiß, so wie alle Homöopathen wissen, dass man AIDS in vielen Fällen heilen kann. Aber psst... Ich darf das nicht sagen, also habt ihr es nicht gehört." J. Sherr <<, abgeschrieben von der Webseite des Netzine „Telepolis“ (Hanno Böck).

Wer nun da im entsprechenden originalen Link nachschaut, der liest: „I have decided that the main aim is to get out there and cure as many people as possible. I know, as all homeopaths do, that you can just about cure AIDS in many cases. But shhhh… I'm not allowed to say that, so you didn't hear it.“ - Nun, da steht das Verbum „to cure“. Das bedeutet in englischer Sprache sowohl „heilen“, als auch schlicht „behandeln“ (http://semiskimmed.net/woo/jeremy_sherr_AIDS/arriving-in-tanzania.html ).

Aus dem hier nun angegebenen Link geht auch recht eindeutig hervor, dass die ominöse Studie nie stattfand. Die einzig fragwürdige Behauptung Sherrs bleibt, dass er glaubt, eine Infektion durch Erreger müsse zwingend eines der klassischen Entzündungszeichen produzieren. - Gut, wir, ärztlich verbildet, wissen, dies ist nicht der Fall.

Bloggerkollege Merdeister muss aus Sherr, ohne ausreichende Belege für dessen „Schädlichkeit“, zur Bekräftigung der eigenen Sicherheiten, einen Clown machen: >>„Und jetzt darf besagter Clown vor berliner Ärztinnen und Ärzten "in einer klaren, humorvollen und vitalen Weise Einblick in seine homöopathische Philosophie" geben. Seit wann fragt man sich, ist Ignoranz eine Philosophie?<<

Aber all dies macht eine komplementäre, also ergänzende, Behandlung von HIV mit den Mitteln der Homöopathie noch lange nicht zu einer Gefahr.

Nun können sich die Kritiker, unter denen sich ebenfalls erstaunlich viele Nicht-Mediziner (z.B. Physiker) tummeln, ungestört mit den Anhängern der Homöopathie herum balgen, ob z.B. Sherrs Wille, neue Präparate über die so genannten „Prüfungen“ einzuführen, wissenschaftlich ist oder eben nicht. Gerne dürfen sich Kritiker und Befürworter der Homöopathie weiterhin gepflegt streiten, warum rund um den Globus die Zahl der Globulianhänger beständig steigt. Ist es nur Verführung durch „Wunderheiler“ und das Placebo des guten Glaubens, oder nicht doch etwas mehr?

Wann behandelt man HIV antiretroviral?

Normalerweise finden sich im Blut eines gesunden Menschen 500-1000/mm³ CD-4- T-Lymphozyten. CD-4 steht für Immunglobuline, Zelleiweiße des Immunssystems, auf der Zelloberfläche dieses T-Helferzelltyps. Die Zahl der CD-4-T-Lymphoztyen ist ein gutes Maß für den Status der Immunsuppression, z.B. durch HIV-Viren. HIV-Viren zerstören u.a. bevorzugt die CD-4-T-Lymphozyten.

Die Richtlinien der staatlichen amerikanischen Gesundheitsbehörde empfehlen eine antiretrovirale Therapie, wenn die Lymphozytenzahl unter 350 T-Zellen/ mm³ abgefallen ist. Unter dieser Anzahl treten vermehrt die HIV-typischen, opportunistischen Infekte auf.

Bei Kindern und Jugendlichen, bei Schwangeren und bei Menschen, die schon anderweitig, z.B. durch Tuberkulose und/oder Malaria geschwächt sind, sowie bei einem aktuen retroviralen Syndrom stärkerer Ausprägung, behandelt man unter guten medizinischen Versorgungsbedingungen, in der Regel ab dem Zeitpunkt, zu dem die CD4-T-Zellen unter die Norm von 500 Zellen/ mm³ abfallen.

Die WHO empfiehlt für Afrika eine antiretrovirale Therapie nach dem klinischen Befund (ohne Labor!) erst ab Stufe 4 (sehr schwere Ausprägung) und in Stufe 3 (schwere Ausprägung) fallweise. In den Stufen 1 und 2 der klinischen Zeichen (milde Symptome), soll nur dann antiretroviral behandelt werden, wenn die CD4-T-Lymphozyten unter 200 Zellen/ mm³ gefallen sind. Für Säuglinge und Kleinkinder existieren spezielle Vorschriften.

(Korrektur, 03.12.2012: Die neueste Empfehlung der WHO von 2010, ich hatte mich im Beitrag auf eine Zusammenfassung der 2006er Version für "The Lancet" (siehe Link unten) bezogen, lautet: Behandlung, wenn die CD4-T-Lymphozyten unter 350 Zellen/mm³ abfallen)

Warum ist die WHO so vorsichtig?

1. Es existieren keine Belege für die bessere Wirksamkeit der antiretroviralen Therapie ab der Erstdiagnose HIV, ohne begleitende schwere Symptome oder deutlichen T-Zell-Abfall.

2. Die antiretroviralen Medikamente haben häufig massive Nebenwirkungen, die in Afrika viel schlechter zu beherrschen sind, als hier bei uns. Diese unerwünschten Wirkungen können für die Patienten lebensbedrohlich sein.

3. Gerade bei Kindern und älteren Patienten finden sich weitere, sowohl HIV-abhängige, als auch HIV-unabhängige Tropenkrankheiten (z.B. Würmer, Malaria). Eine Mehrfachtherapie mit antiretroviralen und jeweils krankheitsspezifischen Medikamenten verkraften diese Patienten oft nicht.

4. Wegen der hohen Mutationsraten der HIV-Viren, entwickeln sich bei längerfristigen Therapien Resistenzen gegen die Anti-HIV-Medikation. (http://www.who.int/hiv/events/artprevention/gilks.pdf )

Was macht Jeremy Sherr wirklich?

Es ist kein Fall bekannt, bei dem Jeremy Sherr mitgewirkt hätte, um eine rein homöopathische Behandlung bei solchen, behandlungsbedürftigen Patienten durchzuführen. Beschrieben sind allerdings Fälle, bei denen er Patienten, die ihre Therapie gegen HIV aufgrund massiver Nebenwirkungen absetzten, mit homöopathischen Präparaten weiter behandelte. Ansonsten entsprechen alle Fallbeschreibungen der Praxis der komplementären Therapie. D. h., die meist jungen Patienten erhalten ihre antiretroviralen Medikamente und zusätzlich eine homöopathische Behandlung. Die Verläufe dieser Behandlungen schildert Sherr (z.B.: http://www.interhomeopathy.org/three-cases-of-hivaids-felician-esther-and-mary ).

Eine ursprünglich von einer südafrikanischen Klinik geplante Studie, unter Sherrs Beteiligung, bei der tatsächlich ein Studienarm als Monotherapie konzipiert war, ist nie durchgeführt worden. Über das mögliche Studiendesign ist nicht viel bekannt. Ethisch vertretbar wäre eine solche Studie nur, wenn die T-Lymphozyten-Zahlen bei den diagnostizierten HIV-Patienten in dem Bereich liegen, der noch als vertretbar gilt und bei dem daher eine antiretrovirale Medikation gar nicht erst eingeleitet wird.

Noch einmal zur Gedächtnisauffrischung: Ein fehlender, massiver CD4-Helferzellabfall, beziehungsweise, nicht ausreichend schwere HIV-typische Krankheitszeichen bedeuten, die Patienten erhalten in Afrika keine antiretrovirale Medikation!

SPON im aufrechten Kampf gegen den „Wunderheiler“?

Nicola Kuhrt (SPON) lässt Sherr wenigstens zu Wort kommen und berichtet dazu: „Die Homoeopathy for Health in Africa wolle die Behandlung von Menschen mit dem HI-Virus, die die herkömmlichen antiviralen Mitteln erhalten, doch gar nicht ersetzen, schreibt Sherr SPIEGEL ONLINE. Die Homöopathie sei dazu da, den Kranken zu helfen.“

Sherr bestätigt hier, was aus seinen Fallbeschreibungen und Blogs auch hervor geht. Er hält sich an die grundsätzlichen medizinischen Gepflogenheiten der HIV-Behandlung und therapiert keineswegs ohne die notwendigen antiretroviralen Medikamente.

Trotzdem schlägt SPON sofort zu! „Dennoch werden auf der Website der Homoeopathy for Health in Africa detailliert Heilerfolge geschildert, etwa der einer jungen HIV-Patientin - nach zwei Monaten Behandlung à la Sherr ist das Virus plötzlich verschwunden.“

Im zitierten, sehr kursorischen, keineswegs „detaillierten“ Fallbericht, steht tatsächlich, es gelinge kein Virusnachweis mehr. - Das kommt vor, mit Homöopathie, ganz ohne sie, mit und ohne antiretrovirale Medikamente! Diese Patientin, „Lady Age 39“, hat seit 2006, weiter oben in dem stichwortartigen Bericht wird es ausdrücklich erwähnt, eine antiretrovirale Therapie erhalten! Außer der profunden Besserung ihrer Krankheitszeichen, teilt Sherr aber weder einen Heilungserfolg, noch einen Bezug zur homöopathischen Behandlung mit. - Man lese doch bitte genau und ganz, was da in Stichworten geschrieben steht.

Warum sich der Zustand dieser Patientin nun, nach einer massiven Krise, erneut deutlich verbesserte? Das wissen wohl weder Sherr, noch seine Kritiker zu sagen. Allerdings dokumentiert Sherr den Erfolg der antiretroviralen Behandlung („Before ARV she suffered from diarrhoea, itching skin, eruptions and itch“)! - Und was wissen wir über den weiteren Verlauf nach ein paar Monaten? Nichts!

Fazit:

Gelassenheit ist angesagt. Sherr ist kein Scharlatan, er ist kein Totmacher, er handelt nicht unverantwortlich, er ist kein Patienten- oder Klientengefährder, wie z.B. der ominöse Matthias Rath, und er ist kein Clown!

„AIDS heilen mit Homöopathie?“, so wie es „Telepolis“ polemisch fragt, das geht nicht und wird auch gar nicht von ihm behauptet! AIDS behandeln, das geht allerdings, auch homöopathisch.

Die Homöopathie ist nicht wissenschaftlich widerlegt, wie es SPON gerne sehen möchte, sondern es ist bisher kein überzeugender positiver Wirknachweis, im Sinne der klassischen, wissenschaftlichen Medikamentenprüfung, erbracht worden. - Das dürfte, mit den Vorgaben der kritischen Kritiker, für immer recht schwer bleiben, weil schon das Therapieprinzip der Homöopathie dagegen spricht.

Aber Homöopathie wird rund um den Globus recht erfolgreich betrieben und wissenschaftliche Kritiker oder Journalisten die „Alpha“ sein wollen, sollten nicht zu unfairen Methoden greifen, um eine eher harmlose Nische der Heilbehandlung herunter zu putzen.

Auffällig ist auch, selbst für einen überzeugten Nicht-Homöopathen und völlig überzeugten Schulmediziner, dass diese unbedingte Rechthaberei und üble Nachrede, ohne wirkliche Belege, eine ziemlich deutsche Angelegenheit ist. Wie man aber Polemik („ AIDS-Wunderheiler Jeremy Sherr betreibt Fortbildung für die Berliner Ärztekammer “, Jörg Rings) unter der Bezeichnung Science-Blogs betreiben kann und darauf hofft, Menschen die sich den Naturwissenschaften verbunden fühlen, erkennten diese Taktik nicht, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Leusch

PS: Einen kleinen Film der Sherrs, der ganz gut beschreibt um was es in manchen Gegenden Afrikas geht, wenn es vom Staat und den großen internationalen Geldgebern nichts gibt, wollte ich hier noch besser zugänglich machen. Ich bin Ed2murrow für den Hinweis auf diesen Film sehr dankbar ( ed2murrow 28.11.2012 | 17:58 ).

Die Hilfe Sherrs und seiner Frau, sowie die Leistungen derer Stiftung, bleiben ein sehr bescheidener Beitrag zur Besserung an ein paar wenigen Orten. Was die beiden zur antiretroviralen Therapie und der Ernährungsproblematik sagen, das ist auch unter Ärzten anerkannt. Nun kann gestritten werden, ob es die Globuli, die basalen, aber wirkungsvollen Formen der Hilfe oder gar Geld waren, die die Menschen vor Ort in die Kamera singen ließen.

http://www.youtube.com/watch?v=DQ3pULQg--0&list=UL

(Um den Clip zu sehen, funktioniert leider nur die Methode diese Linkadresse zu kopieren und dann in das Befehlsfeld des eigenen Browsers zu kopieren)

Irgendwie Schädigendes, wird in diesem Filmclip jedoch nicht gezeigt und auch nicht propagiert.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (73)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 27.11.2012 | 09:06

{Wäre schön, wenn du in die Unterscheidung von behandeln und heilen Klarheit bringen könntest.}

Was könnte "schön" daran sein?

Zweifellos ist die Unterscheidung von Behandeln und Heilen keine Frage der Ästhetik, oder?!

Warum Sie das trotzdem "schön" finden, ist die einzige wesentliche Information Ihrer "Anregung"... :-)

Um dieser "Anregung" Folge zu leisten, würde ich mehr erwarten als diese oberlehrerhafte Geste, die auf jeden eigenen Bezug verzichtet!

Avatar
Ehemaliger Nutzer 27.11.2012 | 09:16

Lieber Christoph Leusch, danke Dir für diese umfangreiche Recherche!

Es wird immer wieder deutlich, zu welchen Diffamierungsmethoden ein profitorientierte Apparat greift - wie die Medizinwirtschaft und ihre Meinungsmarionetten.

Vor allem dann, wenn Methoden aussichtsreich sind, die die Selbstheilungskräfte der Natur fördern. Natur ist eben nicht so leicht patentierbar und ist weniger gut geeignet, Profite zu maximieren. Manchmal könnte man sogar den Eindruck gewinnen, als ob es ein Kampf Ego-Dämon versus Natur-Heiler sei... :-)

bertamberg 27.11.2012 | 09:26

Es wäre erhellend, hier Columbus' Sicht von "behandeln und heilen" neben der von Merdeister und anderen stellen zu können, denn Homöopathie und Naturheilkunde generell nimmt für sich in Anspruch, die Selbstheilungskräfte des Organismus in einer Weise zu unterstützen, dass wirkliche Heilung möglich ist, statt dass nur ein Symptom unterdrückt wird und ein anderes auftaucht, oder gar eine Krankheit chronisch wird oder sich verschlimmert. Luggis wiederkehrender Hinweis auf die Unheilbarkeit von Akne mit schulmedizinsichen Mitteln hat schon seine Berechtigung, ähnlich schwer therapierbare Krankheitsbilder sind die chronische Nebenhöhlenentzündung, grundsätzlich alle Viruserkrankungen (wer an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist und nur schulmedizinische Hilfe erhält, kann einem zutiefst leid tun), das Ulcus cruris oder auch chronische Schmerzustände wie Fibromyalgie, oder auch so etwas banales wie chronischer Juckreiz.

Homöopathie (mitunter nicht allein sondern in Kombination mit anderen Verfahren) hilft in solchen Fällen zu oft, als dass man sich mit dem Erklärungsmodell "Spontanremission" zufrieden geben kann.

oi2503 27.11.2012 | 12:31

To cure heißt sowohl behandeln wie auch heilen. Okay. In dem von dir selbst angeführten Zitat von Herrn Sherr:

„I have decided that the main aim is to get out there and cure as many people as possible. I know, as all homeopaths do, that you can just about cure AIDS in many cases. But shhhh… I'm not allowed to say that, so you didn't hear it“

macht aber nur die Bedeutung „heilen“ einen Sinn.

Denn „Ich weiß, so wie alle Homöopathen wissen, dass man AIDS … behandeln kann.“ Ist nahe an der Null-Aussage und würde daher auch kein anschließend-verschwörerisches (Wir unter uns) PSSST nötig machen.

Behandeln und heilen werden m.E. in deinem Text nicht immer stringent benutzt, deshalb die Nachfrage vor einigen Stunden. Die war nicht richtig ausformuliert, es war früh, anscheinend zu früh. Aber seis drum, ist nicht so wichtig.

Ich habe gerade bei der Deutschen AIDS-Hilfe angerufen. Dort geht man davon aus, dass Homöopathie über Sprechen und Zuwendung einen positiven Sideeffekt haben kann. Im Zentrum jedoch stehen für die DAH die Medikamente, die – bei aller Vorsicht in der Prognose – eine normale Lebenserwartung bei nur begrenzten Nebenwirkungen für an HIV/AIDS erkrankte Menschen geben können. Das ist bahnbrechend. So wie auch der erste Patient, der mittels Stammzellentherapie nach Leukämieerkrankung inzwischen seit über 5 Jahren virenfrei ist. Es gibt nach Angabe DAH zwei weitere Menschen in Boston, die ebenfalls nach Stammzellentherapie seit mittlerweile vier Jahren virenfrei sind.

Heißt für mich: Im Fokus antivirale Behandlung, Homöopathie als Ergänzung kann einen Wohlfühlfaktor bringen, der nicht zu unterschätzen ist und die so weit wie möglich Gesunderhaltung unterstützt.

Wenn jemand einen Nachweis hat, dass Homöopathie HIV/AIDS heilen kann, wie Herr Sherr es sagt, dann würde ich mich über Beispiele freuen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 27.11.2012 | 12:59

Vielen Dank für den Blogbeitrag, der sich so fein hingelegt liest, dass man zunächst nicht umhinkommen kann ihm Respekt zu zollen, auch für seine scheinbare Polarisierungsbereitschaft, die indes ebenso zu koresspondieren scheint mit der scheinbaren Polarisierungsbereitschaft, wie sie merdeister formuliert.

Von einer ggf konstatierbaren Polarisierungsbereitschaft allerdings kann weder bei Ihrem Beitrag, noch bei den Beiträgen merdeisters die Rede sein - liest man genauer und bedenkt dabei wer da so alles mitliest und - wichtiger vielleicht noch - welche argumentativen Arsenale frischbefüllt in die Praxen des Gesundheitswesens damit auch als entlassen betrachtet werden könnten

Zu erwarten stand bei Ihrem Beitrag lieber Herr Leusch, wer sich da zuerst mit Lob und Dank bei Ihnen, was schreibe ich, Ihrem lesenswerten Beitrag mit Rückversicherungen gewappnet zu haben scheint bei der Schwere, die es nun einmal bedeutet sich gegen "die Schulmedizin" zu behaupten.

Was nun den konkreten, von Ihnen aufgegriffenen Fall Sherr samt allen damit verbundenen Implikationen anbelangt muß es anderen, fachlich Kompetenteren überlassen bleiben, sich damit fachlich auseinanderzusetzen, gerade angesichts der von Ihnen dargestellten Fakten, die, wie man vermuten könnte, das Ergebnis einer Internetrecherche sind. Sollte dies nicht ausschließlich der Fall sein wäre ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar.

Was nun das englische Verbum "cure" anbelangt dürfte hingegen Einigkeit darüber bestehen, dass so ein Begriff in der englischen Literatur gerade wegen seiner unterschiedlichen Deutbarkeit in den Wissenschaften ausführlich aspektiert dastehen dürfte. Und das meine ich genau so: "dastehen dürfte": wie überhaupt überall, wo Unklarheit zu bestehen scheint auch Argumentationen schwammig werden. Wer sich in Gefahr begibt kann darin umkommen und ich will mich beeilen, dieser Gefahr zu enteilen, um mich auf einige, mir wesentlich erscheinende Aspekte Ihres Beitrages zu besinnen.

Vorausgesetzt ich lese die für mich erkennbare Diktion, lassen wir diese blöde Subtextdebatte gleich außen vor vorausgesetzt Sie können sich damit einverstanden erklären, richtig stellt sich das von Ihnen aufgegriffene Problem so dar: aufgrund unzureichender Recherchen wird gegen etwas gewettert, das es so überhaupt garnicht gibt: Nämlich dass "die" Homöopathie sich anschickt HIV in Afrika zu behandeln oder zu heilen. Womit ein Grad von Schwammigkeit erreicht scheint, der Außenstehende erstaunen muß.

Damit will und muß ich es aus Zeit wie Platzgründen zunächst belassen.

barshai 27.11.2012 | 15:06

Lieber Columbus, schön dass Sie nicht - wie angedroht - erst wieder im Jahr 2013 beim Freitag bloggen!

Bitte gestatten Sie mir, anlässlich des bevorstehenden Welt-AIDS Tages (1. Dezember 2012), das nachstehende HIV- und AIDS-Update der AIDS-Hilfe Düsseldorf zu posten und dafür Ihr Blog zu "missbrauchen", herzlichen Dank und bleiben Sie gesund! Gruß barshai

Zum Welt-AIDS-Tag: 1. Dezember 2012

HIV und AIDS – Ein Update

Weltweit tragen am 1. Dezember Aktivisten

ihren Kampf gegen AIDS an die Öffentlichkeit.

Sie kämpfen für Menschenrechte: das Recht

auf Aufklärung und Information, das Recht

auf medizinische Behandlung nach den

modernen Standards, gegen Ausgrenzung,

Diskriminierung und Armut!

Mitten im Leben: Menschen mit HIV und AIDS

Große Fortschritte der medizinischen Therapie

haben den Verlauf der HIV-Infektion nachhaltig

verändert: inzwischen existieren Medikamente,

die den Ausbruch von AIDS viele Jahre herauszögern

und den Verlauf der Erkrankung erheblich bremsen

können.

Besonders wenn die medizinische Therapie

früh einsetzt und gut anschlägt, können sehr

viele Betroffene ein fast gesundes Leben

führen. Die Lebenserwartung ist fast so

hoch wie die der nicht von HIV Betroffenen.

Die sexuelle Infektiosität von HIV-Infizierten

kann durch eine intensive und engmaschig

kontrollierte medizinische Therapie zeitweilig

unterdrückt werden.

Allerdings gibt es eine zunehmende Gruppe

von HIV-Infizierten, die nach dem fünfzigsten

Lebensjahr nach mehreren Jahren medizinischer

Therapie unter den teilweise sehr beeinträchtigenden

Nebenwirkungen der Medikamente und ersten Begleiterkrankungen leidet und eine umfassende

Betreuung benötigt. Für Patienten mit resistenten Virenstämmen oder für jene, die ihre Medikamentenkombinationen mehrfach

gewechselt haben, gibt es schließlich

keine Behandlungsmöglichkeiten mehr.

Die HIV-Infektion ist also zu einer schweren

chronischen, behandelbaren Erkrankung

geworden. Heilbar ist AIDS nicht, nach wie vor

gibt es schwere und tödliche Verläufe.

Auf breiter Ebene stehen diese effektiven

Behandlungsmöglichkeiten nur in den reichen

Industrieländern mit hochentwickelten

Gesundheits- und Sozialsystemen zur Verfügung.

Deshalb gelten diese Aussagen zum

Leben mit HIV und AIDS nur für Länder, in

denen HIV-Infizierte ähnlich wie in Deutschland

Zugang zu den aktuellen medizinischtherapeutischen

Möglichkeiten haben.

Einen wesentlichen Unterschied zu Nichtinfizierten

macht das Wissen um die Möglichkeit

schwer zu erkranken aus. Es ist für viele

Betroffene ein immer wieder zu führender

Kampf, sich nicht von Angst und Ungewissheit

dominieren zu lassen, besonders, wenn die

Verantwortung und Sorge für eigene Kinder

hinzukommt. Sehr belastend für viele

Menschen mit HIV ist auch das Wissen um die

Möglichkeit, besonders durch sexuelle

Kontakte den HI-Virus weiterzugeben.

Das erschwert Partnerschaften und führt in vielen

Fällen dazu, dass Beziehungen zerbrechen

oder aus der Angst heraus, sich oder den anderen

zu gefährden, gar nicht erst eingegangen

werden. Daher kann es für Betroffene eine große

Entlastung sein, wenn es durch eine erfolgreiche

medizinische Therapie gelingt, die Wahrscheinlichkeit

der Weitergabe des Virus auch bei sexuellen Kontakten drastisch zu verringern. Es kann viele Jahre dauern bis

eine symptomlose, also nicht spürbare HIV-Infektion in die Phase der Erkrankung tritt. Auch deshalb wollen sich viele HIV-Infizierte nicht über den HI-Virus definieren (lassen), sondern

wollen leben und wahrgenommen werden

wie alle anderen gesunden Menschen.

Allerdings leiden die Menschen, bei denen die Erkrankung Aids ausgebrochen ist, oft unter sehr unangenehmen Begleiterkrankungen, die körperlich und seelisch belastend oder sogar zerstörerisch wirken. Neben das Aussehen stark verändernden Fettumverteilungsstörungen sind dann Krebserkrankungen und neurologische Veränderungen häufige

Bestandteile der AIDS-Erkrankung.

Aids und Armut

Durch die Infektion in jungen Jahren und frühe

Erkrankung ergibt sich die besondere Problematik,

dass die soziale Sicherung der Betroffenen etwa durch Rentenansprüche oder Ersparnisse, nicht gewährleistet ist. Dies führt dazu, dass viele HIV-infizierte und aidskranke

Menschen, die nicht mehr arbeiten können, auf Sozialhilfe angewiesen und daher akut von Armut bedroht sind.

Die seit 2006 eingeführten Zuzahlungen im Gesundheitswesen, die Verteuerung von Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen des täglichen Gebrauchs führen zur Überforderung

gerade von Menschen, die als chronisch und schwer Erkrankte von Grundsicherung oder Arbeitslosengeld (ALG) II leben

müssen

Das beste Mittel gegen Aids: Aufklärung

Ein sehr wichtiger Grund für die im internationalen

Vergleich niedrigen und seit einigen Jahren sinkenden Neuinfektionszahlen und die geringer gewordene Ausgrenzung der Betroffenen ist die in Deutschland seit vielen Jahren konsequent durchgehaltene Linie, AIDS-Aufklärung möglichst umfassend und auf die Bedürfnisse der Zielgruppen zugeschnitten anzubieten und gleichzeitig gegen die Diskriminierung der von HIV und AIDS Betroffenen anzugehen.

HIV und AIDS weltweit

AIDS ist die Pandemie Nummer Eins: im Jahr

2011 lebten weltweit etwa 34 (2001 = 29)

Millionen Menschen mit HIV, 2,5 (3,3) Millionen

Menschen haben sich neu mit HIV infiziert,

über 1,7 (1,9) Millionen Menschen sind weltweit

an AIDS verstorben.

HIV und Aids in Deutschland

Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes lebten Ende des Jahres 2011 in Deutschland 73.000 Menschen mit HIV und Aids, 500 Aidskranke verstarben im letzten Jahr, 2.700 Menschen infizierten sich 2011 neu. 2.300 der Neuinfektionen

betrafen Männer, die Sex mit Männern haben, 550 heterosexuelle Männer und Frauen und 150 HIV-Infektionen intravenös spritzende Drogengebraucher (…)

(UNAIDS Report on the Global AIDS Epidemic, 2011, www.unaids.org/en/; www.rki.de, www.aidshilfe.de, eigene Statistik und Schätzungen)

Quelle:Text Peter von der Forst (Geschäftsführer AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.) http://www.duesseldorf.aidshilfe.de/fileadmin/downloads/info_nov_2012.pdf

ed2murrow 27.11.2012 | 17:29

Schön, dass und wie sich das Postulat "Mäßigung in der Berichterstattung und Prüfung wäre angesagt" so wunderbar mit einem Anteasern per "Sprachbrunzen" verträgt. Da wäre man doch gleich geneigt. Den Problemen des Hern Sherr zuzulesen, die da heißen: "We failed to raise the funds we hoped for and we failed to get a research partner" und "I choose to follow the classical way as described by Hahnemann. The other systems may seem easier, but to me they are less sound philosophically." Nun müssten wir nur noch den ‘genus epidemicus’ für das Ausbleiben der philosophisch induzierten Knete finden und schon wären alle glücklich.

Oder wir bleiben nicht geneigt, aber auch kein bißchen angesichts einer Ärztekammer, der einem bekennenden Scharlatan, der in seinem Blog auch noch einen kleinen Hint zu esoterischen Impfgegnern setzt, nicht nur eine Plattform bietet, sondern im Zusammenhang mit dessen Veranstaltungen "Fortbildungspunkte".

Da ist mir jener Ordensbruder der Kapuziner in Nord-West-Madagaskar lieber, der seit über 30 Jahren am OP-Tisch steht (er ist Chirurg und Augenarzt) und mir vor ungefähr fünf Monaten sagte: "Ich würde jedem Mann, der kein Präservativ benutzt, am liebsten den Schwanz abschneiden". Ein Spruch, der angesichts eines blutigen Kittels und eines Bisturi in der Hand selten seine Wirkung bei den direkt Angesprochenen verfehlt. Das direkt ans Bein Pinkeln ist dann doch die bessere Methode.

Columbus 27.11.2012 | 20:21

barshai27.11.2012 | 15:06

Kein Problem damit, das hier lesen zu können, weil es auch die heikle Lage in Afrika eindrücklicher kontrastiert. Dort soll nach Konsensusn(WHO) eben erst bei Symptomgraden und T-Zell-Absenkungen behandelt werden, die hier bei uns nicht akzeptabel wären.

„Besonders wenn die medizinische Therapie früh einsetzt und gut anschlägt, können sehr viele Betroffene ein fast gesundes Leben führen.“ - Stimmt, ist aber eher unrealistisch für die afrikanischen Endemiegebiete. Sowohl was das frühe Einsetzen, als auch für das Anschlagen der gesagt wird, weil 1. nicht so viele Medikamentenkombimationen zur Verfügung stehen und daher eine zu frühe Medikation zu schnell Resistenzen mit sich bringt, die nicht mehr durch Wechsel der Arzneien überwunden werden können, 2. die Körper unter afrikanischen Bedingungen ganz andere Probleme mit den unerwünschten Nebenwirkungen haben.

„Sexuelle Infektiosität von HIV-Infizierten kann durch eine intensive und engmaschig kontrollierte medizinische Therapie zeitweilig unterdrückt werden.“ - Absolut. Trotzdem konsequent mit Kondomen schützen, den „zeitweilig“ ist eben ein unsicheres Maß.

Die Langzeitbehandelten und älteren HIV-Patienten haben neben den Krankheitssymptomen meist ja auch noch massive berufliche und wachsende soziale Probleme, weil die Therapie selbst und das schleichende Therpieversagen massiv körperlich und geistig schwächen kann - Weiter unten steht es ausführlich, unter „AIDS und Armut“.

„ Auf breiter Ebene stehen diese effektiven Behandlungsmöglichkeiten nur in den reichen Industrieländern mit hochentwickelten Gesundheits- und Sozialsystemen zur Verfügung.“ - Genau das ist der Punkt. Genau das ist auch meine Intention, wenn ich an Sherrs HIV-Projekten und am Aufbau seiner Hospitäler erst einmal gar nichts schlecht finden mag. Die Fallbeschreibungen zeigen, er und seine Helfer kümmern sich und tun das nicht unverantwortlich. Spenden sind daher sicher nicht verloren.



oi250327.11.2012 | 12:31

Ja, unbestreitbar ist Sherr auch ein wenig ironisch und spielt mit dem Wort. Er kennt seine Kritiker. Deshalb habe ich ja seinen längeren, originalen Blogtext hier verlinkt, um die Überwertigkeit der Interpretation zu verdeutlichen.

Sonst lässt sich nämlich nicht viel eventuell Anstößiges finden. Ich habe mir schon noch Mühe gemacht, heraus zu finden, ob nun der Herr Sherr einer ist, der tatsächlich und notorisch behauptet, er könne HIV mit Homöopathie heilen, wo das schon mit der allopathischen Phamakologie ein sehr schwer einhaltbares, manche würden sagen, immer noch unlösbares, Versprechen ist.

Aber seine Praxis, seine Fallberichte (Link), seine sonstigen Aussagen belegen eine solche Einseitigkeit und Anmaßung gerade nicht! - Ich finde, das ist verantwortungsvoll und so rechtfertigt es nicht, ihn als „Wunderheiler“, „Quacksalber“, „Clown“, „Scharlatan“ zu diffamieren, oder aber auf seiner Hilfsorganisation herum zu hacken, der bloß unterstellt wird, sie behaupte, sie könne HIV/AIDS heilen.

In dem ominösen Blog von 2009, aus dem der beständige Vorwurfsatz stammt, macht Sherr sogar einen eher allopathischen Vorschlag für die einfache und billige technische Verlaufskontrolle der HIV-Therapie! Er schlägt da nämlich vor, die Makrophagenaktivität, die nach Anfärbung auch im einfachen Ausstrich und mit einem Lichtmikroskop zu beurteilen ist, als Kritierium zu nehmen. - Das war um 2008 und 2009 auch ein häufigeres Thema in den Fachjournalen der Mikrobiologen, Infektiologen und HIV-Mediziner, hat sich aber nicht durchgesetzt.

Nichts davon stimmt also an dem Vorwurf, Sherr lasse notwendige Behandlungen weg, verhindere diese, sei gefährlich. - Im Grunde stützen sich alle massiven Kritiken, die ja auch persönlich werden, auf diesen einen Zitatsatz und dann bewusst auf dessen Auslegung im Sinne der Kritiker.

Eine Analogie sei gestattet: Die Philosophin Judith Butler wurde mit einem sehr ähnlichen Verfahren, nämlich einen Satz aus einem jahrealten Hearing, bewusst aus dem Kontext zu reißen, verunglimpft und in der Würde beschnitten. Diejenigen, die ihr den Adorno-Preis verliehen haben, galten plötzich als moralisch unzuverlässig. - Jakob Augstein hat im Rahmen seiner SPON (gehörte als Lead in den dF?) Kolumne und der zu leichtfertig verwendeten Münze „Antisemitismus“, dies hervorragend analysiert. Er hatte wohl auch Anlass, weil er doch selbst nicht zu knapp, vielleicht auch nur missverständlich, dieses Brandeisen hier in der dF-Community benutzte, um sich H.M.Broder, vermeintlich elegant, vom Halse zu halten.



Behandeln und Heilen-Wortbedeutung: Das ist ein weites Feld, vielleicht komme ich noch dazu. Das bräuchte ein eigenes Blog.

Kein verantwortlicher Arzt würde doch davon sprechen, er könne mit antiretroviraler Therapie HIV heilen, obwohl es Einzelfälle gibt und z.B. durch eine rechtzeitige antiretrovirale Therapie die Weitergabe von HIV an ein Neugeborenes verhindert werden kann. Einmal beiseite, was die Therapie mit diesem Ziel wieder an anderen Risiken (periphere Neuropathie) mit sich bringt, gerade unter den Bedingungen Afrrikas. - Das war diesen Sommer ein Schwerpunkt auf der Welt-AIDS-Konferenz in Washington. Wer des Englischen ein wenig sicher ist, der kann sich daran machen, die umfängliche Abstract-Sammlung durchzuforsten.(http://www.jiasociety.org/index.php/jias/issue/view/1460/showToc ).



Von Heilung kann ja nur gesprochen werden, wenn tatsächlich eine große Chance bestünde, HIV zu eliminieren. Individuell und kollektiv. Eine solche, radikale Strategie wird von einigen Epidemiologen aktuell kalkuliert. Sie meinen, zwischen 40$ in Indien, bis 80$ in Afrika wären jeden Monat pro Kopf erforderlich, um derzeit das Ziel zu erreichen.

Behandlung umfasst notwendig und nützlich mehr. Z.B. eine gute Ernährung, adäquate Behandlung der sekundären Krankheiten und der Komorbidität, Lebensqualitätsverbesserung, komplementäre Behandlungen, die angenommen werden und den Allgemeinzustand verbessern. Behandlung macht kein Heilungsversprechen, aber sollte Besserung oder Erhalt des Status quo anstreben, aber es heißt im Deutschen trotzdem oft auch Heilbehandlung, wenn das Ziel realistisch erreichbar ist.

Bei Sherr ging es mir nur darum, ihm dieses Zitat nicht unbedingt und absichtlich negativ auszulegen. Mehr nicht. Er darf kritisiert werden, die Homöopathie insgesamt ebenso, aber für das, was er leistet sollte man ihn auch loben und nicht ür Dinge steinigen, die er nicht tat.



ed2murrow27.11.2012 | 17:29



"Fortbildungspunkte", so fürchte ich, wird es zukünftig auch für die Kunst des Scheinarguments geben, sich nicht für die armen „Scharlatane“, sie werden leichtfertig ausgerufen, einzusetzen, sondern solche Helden der Medizin vorzustellen.

„Da ist mir jener Ordensbruder der Kapuziner in Nord-West-Madagaskar lieber, der seit über 30 Jahren am OP-Tisch steht (er ist Chirurg und Augenarzt) und mir vor ungefähr fünf Monaten sagte:....“

Hey, e2m, warum bin ich nicht in Madagaskar und schneide, warum sind sie nicht Verfassungsrichter oder zumindest „Oberst-Staatsanwalt“ oder Gefängnis- und Justizreformer in Madagaskar? Seien wir ehrlich, weil wir das nicht können und auch nicht wollen.

Ich mag auch keine notorischen Impfgegner. Aber im Land des NHS in England, dachte man gerade über die ziemlich unwirksamen Grippe-Vaccinen der letzten Impfkampagne nach.

In diesem gelobten Land, das nun nicht nur unter dem tollen Tony Blair, sondern unter dem „Bloody Tory“ Cameron, dem NHS einen bösartigen Schlag nach dem anderen versetzen möchte, wird nicht nur die Komplementärmedizin (u.a. Homöopathie) gekürzt, sondern, die „Prime line“ der Versorgung angegriffen (mit ganz anderen Summen). -Wenn schon verbissen kämpfen, dann doch gegen eine Sache, die schicksalhaft in die Gesundheit und die Gesundung vieler Millionen eingreift, nämlich zu verhindern, dass Gesundheit wieder als Schicksal nach der je individuellen Zahlungsfähigkeit verordnet und verschrieben wird.

Hier aber in der dFC, streiten klugen Menschen, um den je anderen als „Scharlatan“ zu verunglimpfen. Nur darum geht es. Leider! Ob sie oder ich zum Homöopathen gehen, dem vertrauen, oder eben nicht, das ist hier gar nicht die Frage.

Wenn sie ein paar beweiskräftige Berichte haben, in Sherrs afrikanischen Stiftungs-Projekten tobe sich die Scharlatanerie aus, -seine Fallberichte, sie können doch lesen, sprechen dagegen-, her damit. Dann sage ich sofort: „Hängt ihn!“(im Scherz, im übrtragenen Sinne).

(Merdeister kann ja auch anders: Absolut lesenswert, sein Hinweis auf die hirnrissige Umstellung der Psychiatrie-Entgelte auf Fallpauschalen, ich schreibe ihm noch was in sein Blog dazu)

anne mohnen27.11.2012 | 17:53

Danke für die musikalischen Blumen. Dachte dabei gleich auch an Vintage trouble (Not Alright By Me, http://www.youtube.com/watch?v=p8IarWJSaLY&feature=relmfu ), Ty Taylor solo (Suspicious minds) und Keb Mo. Bin eben ein City Boy (http://www.youtube.com/watch?v=9fk5M8Ouocc ). Rückzug meinte: „ From tuning out this static world/ I've lost the sense of peace/And that's not alright by me/The LA Times and Channel 5/And New York Magazine/They stain my soul/And I know you know what I mean/They tear apart the hopeful heart/Til it doesn't bleed or dream/And that's not alright by me/I've lost the sense of peace“ (Vin.Trouble) - So ganz ist es noch nicht vorbei.

Beste Grüße an alle

Christoph Leusch

bertamberg 27.11.2012 | 20:38

Es ist beruhigend, dass es noch Juristen gibt, die sich Gedanken um eine fortschrittliche Weiterentwicklung der alttestamentarischen Judikationspraxis machen, vielleicht schaffen wir es so, den islamischen Fundamentalismus an die abendländische Kette zu legen und die Scharia zum konstitutiven Element eines künftigen europäischen Code militaire werden zu lassen (Arbeitstitel zur Zeit: Codex angelicae).

luggi 27.11.2012 | 22:29

"Ich würde jedem Mann, der kein Präservativ benutzt, am liebsten den Schwanz abschneiden"

Dieses dumme Zitat und der gesamte Kommentar beweist doch, lieber ed2morrow, dass du den Blogeintrag vom columbus überhaupt nicht verstanden hast, da braucht man nicht nur ausruferisches Gehabe, sondern solides, biologisch-medizinisches Grundwissen. Dein Ausrufer-Trompeter-Kollege merdeister hält sich überraschenderweise zurück. Oder habt ihr euch nicht abgestimmt?

Du hast unbeschreibbar Kapazitäten im Kampf gegen Nazismus und Geschichtkliterungen. Im Streit der Medizyniker gegen die Konkurrenz fehlt dir profundes Wissen.

Übrigens. Ich benutze keine Kondome ... und jetzt traue ich mich nicht mehr in Gebiete zu reisen, wo Mediziner den Empfehlungen folgen könnten, den Schwanz abzuschneiden, wenn der Mann kein Kondom benutzt. Deine Logik scheint etwas krude, um nicht zu schreiben, antikwiert zu sein. Oder es kommt nur einfach eine Blindheit an's tageslicht.

btw.

In den Ärztekammern gibt es ausreichend Scharlatane ... das sind jene, die glauben, mit der Allopathie nicht nur behandeln, sondern auch heilen zu können.

Noch was?

Leusch hat recht ... Dampf ablassen ... die verschiedenen Richtungen, die behaupten, heilen zu können, sollten sich erst einmal grundsätzlich anerkennen ... und dann in einen gesunden (sic) Wettstreit treten.

Die Menschheit will gesunden und nicht über euren Streit verrecken.

(Musste mal getippt werden.)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 27.11.2012 | 22:34

Das Schlimme ist nicht Rechthaben wollen.

Das ist sozuagen de natura.

Schlimm bleibt in welches Unglück Rechthaber die Menschen treiben könnten.

Aber genau darauf scheinen Rechthaber zu spekulieren.

Wir werden dann den Dreck wegmachen müssen und uns dafür auch noch als Menscheheitsverächter beschimpfen lassen müssen.

Okay ist das nicht.

eldorado 28.11.2012 | 03:29

Hallo Columbus

Danke für diesen Beitrag. Es hilft sehr, alles ein wenig ins rechte Licht zu rücken.

Am Beitrg von Barshai über den Weltaidstag kann man deutlich herauslesen, dass HIV und Aids nicht heilbar ist. Man kann klar lesen, dass die Medikamente das Leben verlängern, allerdings mit grossen Nebenwirkungen. Die Medizin vertreibt und bekämpft die Krankheit. Man kann auch immer wieder lesen von Menschen, die lebensbedrohliche Krankheiten haben, dass sie mit den Aerzten dagegen kämpfen. Das ist eine Tatsache und wird auch von den Beteiligten so kommuniziert. Das was der Mensch zur Selbstheilung in sich hat nennt die Medizin Immunsystem.

Schauen wir das mal bei der hömopatischen und der Anthroposophischen Medizin an. Dort redet man nicht vom Immunsystem, sondern von Selbstsheilungskräften. Die Selbstheilunskräfte können sehr stark sein. Dann reden die Mediziner von Spontanheilungen. Das gibts immer mal wieder, auch bei eigentlich tödlichen Krankheiten. Diese Selbstheilungskräfte können nun unterstützt werden oder wenn sie mehr oder weniger verschüttet sind versucht werden wieder einen Zugang herzustellen mit Globuli aus der hömopatischen Medizin oder mit anthroposophischen Heilmitteln und Therapien. Uebrigens gibt es da auch Mittel, die die Nebenwirkungen der allopathischen Medizin sehr herabdämpfen. Da liegt ein grosses Potential. Das weiss ich aus eigener Erfahrung.

Nun gibt es noch eine nächste Stufe. Fündig wird man im Neuen Testament. Dort werden sie Wunderheilungen genannt. Bevor ich weiter schreibe, bin ich veranlasst folgendes zu schreiben: Um überhaupt hier folgen zu können und es nicht prinipiell von vornherein ausschliesst, muss man mindestens mit der Möglichkeit spielen können, dass wir mehr sind, als wir mit unseren Augen sehen. Hier gibt es noch eine nächste Stufe der Heilungsmöglichkeit. Was in der Medizin Immunsystem genannt wird, in der Hömopathie Selbstsheilungskräfte nennt man hier: Das Göttliche oder Jesus Christus oder Gott wirkt in mir. Das nennen wir heute Selbstheilung.

Ein guter Heiler weiss, dass nicht er selbst heilt, sondern er ist wie ein Durchlauferhitzer. Seine Aufgabe ist, mit Empathie und Zuwendung und mit den verabreichten Heilmitteln Hilfestellung zu leisten, dass die Heilkräfte im Patienten wirken können.

Die verschiedenen Ansätze sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern als verschiedene Wege zur Heilung angesehen werden, die sich durchaus auch gegenseitig ergänzen können.

ed2murrow 28.11.2012 | 09:03

bertamberg 27.11.2012 | 20:38

Finde ich sehr interessant, dass Sie das nicht als medizinische, sondern als politische Frage lösen. Darf ich Sie das nächste Mal vor dem Gang in die Wahlkabine konsultieren? Und kann ich die Konsultation dann als Werbungskosten absetzen? Immerhin, Sie stärken nicht unbeträchtlich den eurozentrischen Blick, weswegen Sie mehr und mehr als systemisch wertvoll erachtet werden.

oi2503 28.11.2012 | 09:28

„Es ist kein Fall bekannt, bei dem Jeremy Sherr mitgewirkt hätte, um eine rein homöopathische Behandlung bei solchen, behandlungsbedürftigen Patienten durchzuführen.“

Und du sprichst auch vom „originalen Blogtext“. Nun bin ich – Zufall, Notwendigkeit, Kismet – auf einen Beitrag gestossen, der Sherr u.a. vorhält, seine Blogeinträge geschönt zu haben:

„The bottom line is that the memory hole just doesn’t work on the Internet, whether it’s the person who wrote the information and is now trying to retrieve it or it’s information being forced off of a website or blog because of vacuous legal threats. It is a lesson that our intrepid homeopath Jeremy Sherr is now learning, as he tries to “realign” the contents of his blog to be not so incriminating when it comes to his advocacy of a completely unethical clinical trial of homeopathy in HIV patients in Tanzania. He announced his intention over a year ago:

It would involve treating three to five hundred AIDS patients over a couple of years. The aim is twofold; one, to treat individually and show the efficacy of homoeopathy for these patients and two, to look for a genus epidemicus for AIDS, providing it is an epidemic. Epidemics have certain characteristics and AIDS is one foot in and one foot out. I do not want to hear what this or that homoeopath gave an AIDS patient; I just want to collect the symptoms for myself, as Hahnemann said we should do with epidemics, and see.

Doing research in Third World countries is very dicey from an ethical standpoint, because it is increasingly being viewed as unethical to provide anything less than the scientifically validated standard of care as the minimum floor of therapy to patients in the control group, even if such therapy is normally not available to the people living in such areas. Indeed, the Helsinki Declaration codifies this principle:

32. The benefits, risks, burdens and effectiveness of a new intervention must be tested against those of the best current proven intervention, except in the following circumstances:The use of placebo, or no treatment, is acceptable in studies where no current proven intervention exists; orWhere for compelling and scientifically sound methodological reasons the use of placebo is necessary to determine the efficacy or safety of an intervention and the patients who receive placebo or no treatment will not be subject to any risk of serious or irreversible harm. Extreme care must be taken to avoid abuse of this option.

Neither of these conditions apply to any therapy of HIV. There is an effective treatment in existence, and using a placebo would harm HIV patients. Now compare this to what Sherr ended up actually proposing:

When I was in South Africa 5 years ago, we had designed a very complex trial together with the Nelson Mandela hospital in Durban. This trial had three arms; patients with homoeopathy and without ARV treatment, patients with homoeopathy and ARV treatment, and patients with ARVs alone (Placebo treatment is considered unethical in AIDS). It was a very comprehensive and well designed trial and it covered all the bases. And once the dean of the hospital resigned to go into the private sector, it was also a very dead trial. So I am happy to go for a simple trial initially, with one arm of AIDS patients with homoeopathy and no ARV. There are plenty of statistics on ARV treatment and patients with no treatment at all that we can compare to. If we can prove that homoeopathy has any positive effect at all, we can move on to bigger and better things. The best available therapy for HIV/AIDS is HAART. Period. Or, at least, until better therapies are developed. Consequently, even if homeopathy weren’t utterly implausible and no more than a water placebo, it would have been completely unethical to include a homeopathy alone arm to this study. Because homeopathy is nothing more than water with no reasonable likelihood to be expected for therapeutic benefit, the trial design that Sherr originally intended was utterly unethical. Indeed, it was even more unethical than an appallingly unethical study of homeopathic remedies in infectious diarrheal diseases in Honduras. Sherr was informed of this in the comments of his blog by numerous people. He then did what Celia Farber tried to do. He tried to throw his original comments down the “memory hole” and produce a newer, shinier, happier version without the ethical–shall we say?–lapses: When I was in South Africa 5 years ago, we had designed a very complex trial together with the Nelson Mandela hospital in Durban. This trial had three arms; Homoeopathy for HIV patients who are not yet eligable for ARVs, patients with homoeopathy and ARV treatment, and patients with ARVs alone (Placebo treatment is considered unethical in AIDS). It was a very comprehensive and well designed trial and it covered all the bases. And once the dean of the hospital resigned to go into the private sector, it was also a very dead trial. So I am happy to go for a simple trial initially, treating AIDS patients who are not taking ARVs. There is no shortage of patinets who, although they have been offered ARVs, have chosen not to take them, usually because of the serious and debilitating side effects. There are plenty of statistics on ARV treatment and patients with no treatment at all that we can compare to. These are only preliminary thoughts, and any trial we undertake will be rigorously planned and ethically reviewed. If we can prove that homoeopathy has any positive effect at all, we can move on to bigger and better research.“ (aus: http://scienceblogs.com/insolence/2009/01/19/jeremy-sherr-using-homeopathy-for-aids/)

Die Angriffe auf Sherr werden heftig gewesen sein, allein, aus dem ersten Zitat lässt sich deine Meinung, dass kein Fall bekannt ist, bei dem Sherr mitgewirkt hat usw. nicht aufrechterhalten.

Ich bin auf der Suche. Auf der Suche nach dem was denn hier nun stimmt. Ich hatte das an anderer Stelle schon geschrieben, meine prinzipielle Skepsis gegen Homöopathie hat sich gelockert. Gleichwohl geht es mir darum, auch darum, dass ein jeder – vor allem im medizinischen Prozess – seine Grenzen erkennt. Das scheint mir bei der Behandlung/Heilung, Heilbehandlung oder den Versuchen ein Forschungsdesign zu Homöopathie und AIDS/HIV ohne klassische Medizin und ARV aufzulegen nicht gegeben. Und noch einmal. Das übliche Schul- vs. Alternativmedizin ist mir dabei sooooooo egal.

Hier ein Link zu „gesicherten“ Seiten, auf denen Sherr nachlesbar ist: http://semiskimmed.net/woo/jeremy_sherr_AIDS/

ed2murrow 28.11.2012 | 09:29

luggi 27.11.2012 | 22:29

„(Musste mal getippt werden.)“ schreibst Du und fügst Dich nahtlos bei denen ein, die meinen, dass man das wohl noch sagen dürfe.

Wobei „das“ bei Dir so krude daher kommt wie eben bei jenen: Angeblich fehlendes profundes Wissen (wie profund darf es denn sein – reicht das Hinschreiben des Zitronensäurezyklus‘ aus dem Gedächtnis oder sollte es doch eine Abhandlung sein?), bewusstes und gewolltes Zusammenwirken zwischen Klitterern und Zynikern (was wäre die Welt ohne Verschwörung und ihre Theorien, hachja), Trompeten (sag, hattest Du tatsächlich Jericho vor Augen, als Du das hingeschrieben hast?).

Ganz Südafrika leidet heute noch an den Folgen jener unglaublichen Entgleisungen von Mbeki (zusammengefasst hier) und seiner „Gesundheits“ministerin Tshabalala-Msimang (zusammengefasst hier), so dass ich mich im Ergebnis frage, warum Sherr nicht in seinem Geburtsland hilf- wie segensreich wirkt. Obwohl fragen das falsche Verb ist: Ich bin mir ziemlich sicher, dass man ihm dort angesichts einer katastrophalen „Gesundheits“politik wohl zu genau auf die Finger schauen würde. In Berlin offensichtlich nicht, sowenig wie im Oberbayerischen EsoWinkel.

ed2murrow 28.11.2012 | 10:10

Danke für Ihre Antwort. Das Wesentliche hat über mir Oi hingeschrieben, die Folgen einer "Gesundheits"politik Südafrikas im Wege einer im weitesten Sinne zu verstehenden Phytotherapie mittels allium sativum entnehmen Sie bitte meiner Antwort an luggi.

Für Deutschland stellt sich die Problematik aus einer anderen Warte: H. ist nicht nur Fortbildungsmöglichkeit, sondern in vielen Praxen die Abrundung des als medizinisch angebotenen Programms. Weil Patienten gerne (und zurecht!) als Ganzes erachtet werden wollen, nicht nur als reparaturbedürftiger Körper, als Durchlaufposten der Fallpauschale. Vernünftige Ärzte (soweit ich sie kenne) tragen dem Rechnung und behandeln entprechend des Krankheitsbildes auch unter bewußter Ausnutzung des Placebo-Effekts, wenn und soweit daraus nicht eine Verschlechterung des Zustandes herbeigeführt wird. Das ist für Arzt und Patient eine win-win-Situation.

Mir ist aber von diesen Ärzten keiner bekannt, der bei HIV-Infektionen (nichtnamentlich meldepflichtig nach § 7 Abs. 3 Nr. 2 des Infektionsschutzgesetzes) auf Zuckerkügelchen, Tröpchen und Tiegelchen zurückgreifen würde. (Retro-)Viren sind und bleiben und damit etwas, was man (punktuell bei einigen) nur vorbeugend im Wege der Impfung oder im Wege der Zurückdrängung deren Wirkung wenigstens zeitweise einhegen kann, aber nicht beseitigen.

Und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht weiter verbreiten, wozu vor allem Aufklärung gehört, insb. der Gebrauch des Gummis. Das Ding nennt sich Präservativ, und noch klarer wird seine etymoligsche Wurzel im italienischen Wort profilattico, das Prophylaktische Ding.

Mich würde also weniger eine wie auch immer geartete Studie des Herrn Sherr interessieren als vielmehr die Information, was Sherr an Verhaltensempfehlungen an die Objekte seiner Studien gegeben hat, um sie so als handelnde Subjekte anzuerkennen.

Bei Vorliegen der entsprechenden Informationen könnte sich dann ggfs. herausstellen, dass die hier echohaft anklingende Apologie der H. am desaströsesten Beispiel intoniert wird.

Beste Grüße, e2m

thinktankgirl 28.11.2012 | 13:29

Lieber columbus,

vielen Dank für deinen Blogartikel.

Mich hatte auch die Frage beschäftigt, hat Sherr Menschen nachweislich und absichtlich geschädigt.

Zweitens sollte nachgeprüft werden, ob es tatsächlich durch die homöopathische Behandlungen zu Verbesserungen bei den Kranken kommt.

Dürfte ja nicht so schwierig sein, sich vor Ort die Situation anzuschauen

Dann noch ein anderer Punkt: hätten diese Aidskranken überhaupt Zugang zu einer antiretroviralen Therapie? Oder ist es nicht vielmehr so, daß die meisten afrikanischen Staaten gar nicht in der Lage sind, eine flächendeckende Versorgung nach westlichem Standard zu finanzieren.

Und noch ein Gedanke zum wissenschaflichen Nachweis des Wirkungsmechanismus der Homöopathie:

Auch bei Psychoanlyse/-therapien ist nicht bekannt wie sie körperliche Erkrankungen heilen und/oder lindern können. Und wie ist es mit dem Placeboeffekt? Was passiert dabei auf der nachprüfbaren phyisch-physiologisch-materiellen Ebene, die ja immer von der Homöopathie gefordert wird?

JGonz 28.11.2012 | 13:50

Hallo, es liegt mir fern, alle alternativen Heilmethoden per se abzulehnen, oder den Stand der medizinischen Wissenschaften als vollkommen, abgeschlossen und fertig zu bezeichnen. Alternative Heilmethoden können speziell mit der in der traditionellen Medizin wegrationalisierten persönlichen Zuwendung punkten, aber sie mögen auch Erkenntnisse beinhalten, die prüfenswert wären. Wissenschaft dagegen, speziell medizinische, als solches ist ein laufender Vorgang, und beinhaltet Thesen, Überprüfungen, Widerlegungen, Bestätigungen. Speziell bei der Homöopathie sehe ich aber ein Problem. Da werden für immense Beträge Präparate vertickt, deren Inhaltsstoffe gar nicht mehr nachweisbar sind. Alle 10.000 Globuli 1 Molekül? Also Frage 1: Ist es möglich, aus 1 Dosis homöopathischer Medizin herauszufinden, um welches "Medikament" es sich überhaupt handelt? Oder, ob es nicht einfach purer Milchzucker ist? Daraus folgend Frage 2: Nachdem ja die Ursprungssubstanz nahezu ins unendliche verdünnt wird, weshalb diese exorbitanten Preise? Milchzucker und medizinischer Alkohol kosten ja nicht die Welt, und wer weiß denn, ob nicht die Präparate einfach nur das sind, abgefüllt in bunte Behälter? Und Frage 3: Gab es jemals einen einzigen echten Doppel-Blind-Test, der die Wirksamkeit auch nur eines der homöopathischen "Heilmittel" bestätigt hätte? Wenn das Zeug wirklich wirken würde, sollte das doch ein Leichtes sein, oder? Nichts gegen die Arbeit der homöopathischen Ärzte, nichts gegen den Ansatz, mit Zuwendung, Empathie und Verständnis den Kranken zu helfen! Meinetwegen auch mit Hilfe von Tinkturen und Globuli (= Placebos), aber dann bitte auch entsprechende Rechnungen an die Krankenkasse! Milchzucker = Milchzucker = Billigst, auch wenn in jedem 10.000sten Globolum ein Molekül von was-auch-immer enthalten sein könnte. Diese Weigerung, sich überprüfen zu lassen, die Weigerung, auf berechtigte Kritik sachlich/ wissenschaftlich zu reagieren, diese Weigerung, die goldene Eier legende Gans in Frage zu stellen, das diskreditiert die Homöopathie, meiner Meinung nach. Und deswegen nehme ich mir die Freiheit, Homöopathen im Allgemeinen als geldgierige Scharlatane zu beschimpfen, die wie Vampire an den Honigtöpfen der Krankenversicherung saugen. Wohl wissend, daß es auch solche gibt, die das nicht tun, sondern ihre Beratungstätigkeit in Rechnung stellen, und die Globuli so behandeln, wie die Bonbons für die Kinder auf dem Schreibtisch der Sprechstundenhilfe - als give-aways, als billigst mögliche Werbemittel. Viel Spaß!

Columbus 28.11.2012 | 14:24

oi250328.11.2012 | 09:28

Genau diese Kritikerseite ist kein schlechter Ausgangspunkt, um den ganzen pseudokritischen Aufstand gegen Sherr, es ist eine typische Political correctness-Nummer, auf sein Stichhaltigkeit zu untersuchen, wenn man überhaupt allzu viel Zeit damit verbringen möchte.

>>Und du sprichst auch vom „originalen Blogtext“.<<. Ja, das bezog sich auf das Textzitat, welches sowohl Merdeister, als auch die schärfsten Kritiker, z.B. „Telepolis“ (sic!), verwenden. Es ist ein einziger Satz, der nicht zweifelsfrei ausgelegt werden kann, weil er das eben nicht hergibt.

Gelöschte Blogseiten sind keine Seltenheit.

Genau mit dieser Studie, die eben nicht zustande kam, beschäftigte ich mich. Unethisch wäre sie gewesen, wenn die Studiendesigner einen Versuch gestartet hätten, einen Teil der HIV-Patienten, die antiretrovirale Medikamente nach dem Stand der Wissenschaft brauchen und nach Standard erhalten (Stufe 4+3 der Krankheitsausprägung, Kinder, Jugendliche mit zusätzlichen Kriterien, Schwangere), ohne diese Behandlung gelassen worden wären, um sie dann ausschließlich mit Homöopathie zu behandlen.

Eine solche Studie fand nicht statt, und Sherr betont in fast jedem Blog, dass seine persönlichen Behandlungen komplementär, also zusätzlich, erfolgt, außer in den Fällen, in denen die Allopathie nicht behandeln will und würde, weil sie keinen belegbaren Grund sieht oder zu viele unerwünschte Wirkungen befürchtet

Daher habe ich im Blogartikel die derzeitige Hauptstrategie der HIV-Behandlung in Afrika, es ist natürlich in der Realität doch viel komplizierter, kurz geschildert.

Leider wird in dem von ihnen eingestellten Text nicht sehr sauber zwischen Sherr-Zitaten und Kritiker-Meinung unterschieden. „The best available therapy for HIV/AIDS is HAART (highly active antiretroviral therapy)."

Diesem Satz würde Sherr nicht widersprechen, mit der Bemerkung, dass Homöopathie eine Möglichkeit ist, Patienten zu helfen, denen man mit der „besten Therapie“ weder helfen kann, noch sinnvoller Weise helfen will, und jenen die die „beste Therapie“ erhalten, die sich aber nicht gut fühlen, möglicherweise mit der zusätzlichen Gabe homöopathischer Präparate Erleichterung zu verschaffen.

Die Angriffe auf Sherr werden heftig gewesen sein, allein, aus dem ersten Zitat lässt sich deine Meinung, dass kein Fall bekannt ist, bei dem Sherr mitgewirkt hat usw. nicht aufrechterhalten.“

Wieso, Oi? Dem widerspreche ich ganz entschieden! - Sherr hat, nach den bisher vorliegenden Quellen, keinem einzigen HIV-Patienten wirksame Therapien (nach dem Stand der Allopathie-Medizin) vorenthalten und nur solche Patienten behandelt, die entweder keine antiretroviralen Medikamente bekommen, weil sie nach dem Stand der Wissenschaft damit nicht behandelt werden sollen oder aber solche Patienten, die eine Behandlung ablehnten. Dazu, und das ist die allergrößte Mehrzahl seiner Fälle, -Ein paar Fallschilderungen stehen oben im Link, ein kursiorischer Fallbericht führte sogar zum Anwurf aus der SPON-Redaktion, obwohl da gar nichts Anrüchiges stand und auch nichts „Wunderheilerhaftes“ behauptet wurde.-, behandelte er komplementär, also zusätzlich! Keine dieser Vorgehensweisen ist unethisch. Nirgendwo entsteht ein „Schaden“ für die jeweiligen Klienten/Patienten.

Ich bin kein praktizierender Homöopath und mir geht es auch nicht darum, in den Streit der Homöopathiekritiker, seien sie allopathische Kollegen oder einfach doktrinäre Wissenschaftsapostel, einzugreifen. Aber ich bin für Fairness.

Homöopathen praktizieren erfolgreich, ihnen laufen die Patienten nicht weg, sondern zu, selbst wenn man ihnen Knüppel zwischen die Beine wirft. Ich kenne erfolgreich behandelnde homöopathische Kollegen und Heilpraktiker mit dieser Ausbildung, die ihre Grenzen und Möglichkeiten anerkennen und sich völlig verantwortlich verhalten.

Ganz ehrlich, ich halte es für verlorene Zeit der Kritiker, weil auch in der Homöopathie in den allermeisten Fällen das Prinzip „Du sollst nicht schaden“, strikt eingehalten wird und in diesem speziellen Fall nicht ein einziger stichhaltiger Beweis vorliegt, dass der Homöopath Jeremy Sherr unethisch und patientengefährdend behandelt hätte. - Das allein ist entscheidend!

Die Frage, was an Torheiten und Trugschlüssen die notwendige Allopathie, zu der ich mich bekenne, mit fatalen und zahlreichen Ergebnissen produziert, ist da völlig außen vor

Ich bin mir nur sehr sicher, dass allein schon ein neues, konsequent an den niederländischen Vorgehensweisen orientiertes Infektionsmanagement in allen deutschen Kliniken mehr erreichte, als jeder bemühte Versuch die Homöopathie zu diskreditieren.

Merdeister geht ja noch einen Schritt weiter, -Lesen sie bei ihm nach.- Er möchte die Homöopathen an der Ausübung ihres Berufs hindern, wo es ihm nur möglich ist. Das nenne ich Verbissenheit an falscher Stelle, auch wenn seine Chancen dazu eher gering einzuschätzen sind.

Die angeführte Kritikerseite sammelt zum Glück auch klare Statements Sherrs und zumindest lies ja Frau Kuhrt (SPON) ein Statement Sherrs in ihren Artikel einfließen. Was sagt Sherr und lässt sich das klar widerlegen? Was hat er getan? Darum geht es.

Wer also fair bleiben will, der muss da Aufklärung leisten:

Also nochmals aus ihrem Link:

Jeremy Sherr's "Jeremy's Journal from Africa" blog posts, saved after 13th January 2009:

'The Inquisition' (originally posted by Jeremy Sherr on Thursday, 15 January 2009. Saved on Friday, 16 January).

Wer dann dort nachliest, der findet folgende Erklärung Sherrs:

(...)„For their benefit I will STATE THE FACTS CLEARLY:
1. We have never offered, advertised, advocated or suggested homoeopathy as an alternative to ARVs to any AIDS patients in Tanzania or elsewhere. Not one patient has BEEN PERSUADED TO STOP or has been prevented from taking conventional medication as a result of our treatment. Most of the patients I treat are currently on ARVs. All patients have received prior medical advice.
Any suggestion to the contrary is pure fabrication, as well as libelous.
2. At this time I am not involved in any homoeopathic research in Tanzania or elsewhere. I very much hope to undertake some research but as yet there is no proposal, so that anything I have written in my blog is my personal musing on the subject and not a research proposal.
As far as I know musing is still legal and ethical.
3. Any research I may undertake will be subject to rigorous ethical review of the highest standard.
4. In the event that there is research, there would be no suggestion or pressure on patients to use homoeopathy. Or to stop ARVs. This should be obvious as this it is standard procedure in a research trial to prevent bias.

I hope that is clear enough.“ (Sherr)

ad ed2murrow28.11.2012 | 10:10

Ihnen, E2m, dem juristisch gebildete dFCler, gibt es hoffentlich zu denken, wenn nichts Genaues zu schweren Verdächten verquirlt wird.

Schließlich können Presseveröffentlichungen, die auf Mutmaßungen und Verdächten beruhren, auch die Arbeit der Homöopathie-Stiftung mit ihren Hospitälern beeinträchtigen.

Ich kann unmöglich auf alle Kommentare und Schleifen eingehen, die Zeit reicht nicht. - Nach der Verharmlosungs- und Verleugnungstrategie, die eine Zeit lang die südafrikanische Regierung befallen hatte und beherrschte, ist Südafrika derzeit (Stand Welt-Aids-Konferenz 2012), eines der Länder mit den meisten allopathischen Studien (Ja, vieles weiß man nicht, auch zur antiretroviralen Therapie müssen Widersprüche und Fehler korrigiert werden) und recht strikten gesundheitspolitischen, aber auch sozial einschneidenden Vorgaben, die in Afrika, auch das ist üblich, nicht alle eingehalten werden.

Nur hat das alles mit dem Scharlatan-Vorwurf gegen Sherr sehr wenig zu tun und auch nichts mit dem wilden Kampf gegen Homöopathie allgemein.

Beste Grüße

Christoph Leusch

ed2murrow 28.11.2012 | 15:03

Und Ihnen, werter Columbus als medizinisch vorgebildeter Blogger, gibt hoffentlich noch mehr zu denken, wenn C30 von irgendwas als Morgengabe für HIV drangegeben wird, ohne dass auch nur mit einem Buchstaben cART erwähnt, also H. als Therapie (!) suggeriert wird. Anstalten, die so etwas tun (würden), erachte(te) ich als kriminelle Vereinigungen und bestimmt nicht als Grund für die von Ihnen auch nur gelegentlich formell beachtete Contenance.

anne mohnen 28.11.2012 | 17:12

Lieber Ed2,

Sie schreiben: „Mich würde also weniger eine wie auch immer geartete Studie des Herrn Sherr interessieren als vielmehr die Information, was Sherr an Verhaltensempfehlungen an die Objekte seiner Studien gegeben hat, um sie so als handelnde Subjekte anzuerkennen.“

Das ist natürlich ein wichtiger Hinweis, dass mit der Behandlung von AIDS, wie bei jeder epidemisch verlaufenden Krankheit, Aufklärung Hand in Hand gehen muss.

Allein die Zahlen, die hier eingestellt wurden, dass auf 2700 Aidstote 2300 Neuinfizierte folgen, sind dramatisch und sicherlich nicht nur mit dem Leichtsinn zu erklären, der aufgrund verbesserter Behandlungsmöglichkeiten hierzulande eingesetzt hat, sondern mit einer Öffentlichkeitsarbeit von Seiten der zuständigen Institutionen, die stark zu wünschen übrig lässt.

Was Sherr anbelangt, weiß ich nicht, ob er rein homöopathisch arbeitet. In der Regel kommt bei Homöopathen eine Vielzahl von Behandlungsansätzen zum Einsatz – z.B. aus der Naturheilkunde, und gegen diese als Begleitung, ist, insofern fachkundig eingesetzt, aus medizinischer Sicht nichts einzuwenden. Darauf läuft Columbus‘ Argumentation hinaus, „das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten“ und jenseits ideologischer Grabenkämpfe , gelassen hinzuschauen: was lindert die Nebenwirkungen, welche heimischen Pflanzen=Drogen stärken das Immunsystem etc.

Afrika hat hinsichtlich der Aids-Bekämpfung neben dem Kostenproblem ganz andere Probleme:

Den Verweis auf Ihren Kapuziner-Freund finde ich wichtig. Denn entgegen der öffentlichen Meinung, befördert freilich durch einen nicht nur in diesen Punkt schlecht agierender Papst und seinen Vorgänger, ist doch der Beitrag der Ordensleute in der jungen katholischen Kirche Afrikas ungemein effektiv sowohl in der Aids-Prävention, in der Pflege von Erkrankten, der Begleitung der Sterbenden und Aufzucht der Aids-Waisen als auch in der Bekämpfung der Ursachen. Ich habe hier schon einmal auf Initiativen wie SOLWODI aufmerksam gemacht.

LG am

ed2murrow 28.11.2012 | 17:58

Liebe Anne,

der von mir zitierte Padre hat seinen Spruch nicht nur getan, weil er schier an dem grassierenden AIDS verzweifelt (nicht selten transportiert von den netten weissen Onkels, die ihn gerade noch bei besonders jungen Mädchen und Buben hochkriegen), sondern weil der grausige Fund von buchstäblich weggeworfenen Babys das Seine tut: Manche verlieren dadurch den Glauben, andere nur den in gewisse Dogmen. Seine Reaktion (Aufbau zunächst eines Dispensariums, später einer Klinik, heute zusätzlich mit Betreuung von Waisengruppen, nebst allen notwendigen Einrichtungen wie Schwestern- und Pflegerschule, Fortbildung für Mediziner und einem Kostenfaktor von jährlich rund 3,6 Mio. Euro, den er auf Betteltouren durch Europa deckt) ist eine praktische, völlig undogmatische: Den Aufklärungsanteil von ABC nimmt dieser Mann sehr ernst und persönlich wahr.

Von Oi wurde weiter oben auf eine Präsenz verlinkt, auf der von Sherr gelöschte Beiträge nachgelesen werden können. Unter dem Vorbehalt der Echtheit wäre diesen anzusehen, dass Sherr seine Patienten numeriert und sie so zu Fallzahlen macht. Zu welchem Zweck und mit welcher Intention, hat sich mir noch nicht erschlossen. Die "Behandlung" von Kind Nr. 1 jedenfalls hat mich in jeder Hinsicht schaudern lassen: Klinisch, Erfolg (welchen?) nach Gabe von C30 irgendwas innerhalb eines Monats vermeldet, keine Folgeberichterstattung. Nun ja, eine Gürtelrose, verschwindet die nicht nach rund 8 Tagen, um dann später ggfs. wieder aufzutauchen?

Wie er (und seine Frau) "behandeln", kann ich mir hiernach besser vorstellen: http://www.youtube.com/watch?v=DQ3pULQg--0

(Einbettungscode wurde aus welchem Grund auch immer deaktiviert) Grosses Weisses Medizinfraumann mit Laptop in folkloristischer Umgebung. Besser vorstellen ja, ein gewisses Ziehen in der Gallengegend aber um keine Potenz besser,

Columbus 28.11.2012 | 18:03

ed2murrow28.11.2012 | 15:03

Die von mir verlinkten Fallgeschichten beweisen das glatte Gegenteil:

Z.B. der Fall „Felician“

„(...)He’s had tuberculosis three times over five years. The last time (2003) he was tested for HIV and found positive. His CD4 count when down to 46 and he began ARVs (Antiretroviral medications) and Septrin (Mein Ergänzung: Septin ist eine Kombination aus Sulfamethoxazol und Trimethoprim, vor allem gegen Erreger atypischer Pneumonien, Pneumocystis carinii und Toxoplasma Gondii bei HIV-Patienten eingesetzt) The CD4 count went to 167 by 2007 but is now going down again (138), which is indicative of treatment failure.

He doesn’t have a cough or tuberculosis now but occasionally has malaria. His tongue has black patches on it. The glands in his neck are swollen; the right side worse. He has numbness in his whole lower limbs; a side effect of ARV medication (Mein Zusatz: Auch HIV selbst macht diese Form der peripheren Neuropathie! HIV greift auch Nervenzellen an). He perspires at night.“(...)

Remedies: (...)Magnesium carbonicum 12c daily, Magnesium carbonicum 12c daily“(...)

„18 months after first remedy: none of the original symptoms remain; NO cough, no night sweats, no gland problems, he is strong and working. Sleep is good, no bad dreams. CD4 count is 417. The doctors say he is doing so well they stopped his Septrin.; their suggestion, not mine!

One old symptom is much reduced: numbness on the soles of the feet.“

(Fettdruck im Text von mir eingefügt)

An der von Ärzten durchgeführten und kontrollierten, antiretroviralen Therapie hatte Sherr nichts geändert. Septrin wurde nach der fulminanten klinischen Besserung von den behandelnden Ärzten abgesetzt.

Usw., usw.

Nochmals: Selbst in der kursorischen Fallgeschichte, die Frau Kuhrt (SPON) zitiert, ist die antiretrovirale Therapie erwähnt und Sherr dokumentiert sogar deren Erfolge! Das steht da wortwörtlich geschrieben und wurde von mir nun im Artikel erwähnt.

Wären Felician und die anderen Patienten, ohne die Hospitäler die Sherr mitbetreut so adäquat und zugewandt behandelt worden? - Ich weiß es nicht. Aber an seiner Handlungsweise ist nichts unethisch und gefährlich, was nun hier in Europa einen Kritiker veranlassen könnte, ihn Scharlatan, Quacksalber und sonstwas zu schimpfen und die Hospitäler als "kriminelle Vereinigung" einzuschätzen.

Wer keine Homöopathie mag, als Therpaeut, Arzt oder Patient, der soll es lassen und jene die sich damit wohl fühlen, denen es besser geht, wenn sie diese Behandlungsmethode nutzen, sollen es weiterhin tun. - Aber eine Gefährdung der allgemeinen Gesundheit und der AIDS-Kranken insbesondere, ist die homöopathische Komplementärmedizin, so wie sie Sherr betreibt, keineswegs, und Sherr hat sich als Behandler nicht unethisch verhalten! Wer ihn so malt, der verhält sich durchaus unfair.

Ich plädiere für Gelassenheit und realistische Einschätzung der überhaupt gegebenen Möglichkeiten, bevor die Rufmordfraktionen wieder das Kommando übernehmen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

anne mohnen 28.11.2012 | 18:14

Lieber Ed2,

wenn Sherr nicht seriös agiert, dann ist dies schändlich angesichts der Not der Menschen. Columbus hat diesbezüglich keine Sorge.

Ja, die Pharmaforschung hat ihre Klinischen Studien z.B. nach Indien ausgelagert (hier kenne ich mich ein wenig aus). An armen, kranken Menschen werden Medikamente und ihre Nebenwirkungen geprüft. Das alles geschieht aus Einspargründen, insbesondere jedoch um strenge Prüfverfahren zu umgehen.

Wie gesagtm sollte Sherr nur ein Windhund sein, ein Absahner auf Kosten der Ärmsten ist, dann: Pfui!

Der Grundintention Columbis' stimme ich dennoch zu, Homöopathie und Naturheilverfahren nicht einfach in Grabenkämpfen zu ersticken. Es finden inzwischen auch Evaluationsstudien im großen(?) Umfang zu diesen Verfahren statt. Deren Ergebnisse sind zu berücksichtigen.

Columbus 28.11.2012 | 18:14

Hey Luggi,

Tun sie sich, Mann, Frau, Partnern, usw., wenn sie auf den Pisten dieser Welt unterwegs sind, bloß das nicht an, auf Kondome zu verzichten. Wenn alles stabil ist in ihrem privaten und intimen Leben, ihr(e) Partner (Einzahl, Mehrzahl?) sicher auch so denkt(denken) und sie beide auch eine realistische Versicherung haben, dass sie nach ihren Vorsätzen handeln, dann natürlich, können sie gelassener sein. Übrigens geht es bei Kondomen, ja oder nein, auch noch um ein paar andere Sachen, außer HIV.

Beste Grüße

Christoph Leusch

ed2murrow 28.11.2012 | 18:37

Columbus 28.11.2012 | 18:03

Ihre und meine Weise, Dinge zu sehen, sind offensichtlich wirklich nicht kompatibel. Was beim Lesen beginnt.

Denn wenn ich etwas hervorgehoben hätte, dann wäre das:

„he began ARVs (Antiretroviral medications) and Septrin … which is … treatment failure.“

Weswegen nun das „Heilmittel“ zur Anwendung kommt:

Remedy: Magnesium carbonicum 12c daily” (Hervorhebung von Sherr)

Mit der Folge, dass sich der Bericht nur noch auf dieses „Heilmittel“ und den Zeitpunkt seiner Gabe bezieht:

Three weeks later: ...

Remedy: continue Magnesium carbonicum 12c daily

2 months later: ...

Remedy: Continue Magnesium carbonicum 12c daily

18 months after first remedy: ... The doctors say he is doing so well they stopped his Septrin.; their suggestion, not mine!” (Alle Hervorhebungen von Sherr)

Was ich da lese, ist kein Bravourstück in Sachen Medizin, sondern in linguistischer Hinsicht Selbstvermarktung rund um das „Heilmittel Magnesium Carbonicum“ und seinem Anwender, dem angeblich (wie hieß der behandelnde Arzt nochmal?) selbst Spezialisten (sic!) Tribut zollen.

Das Ding ist alleine in Sachen medizinischer Dokumentation ein solcher Dreck, dass ich mir daran jetzt nicht noch weiter die Finger schmutzig machen werden. Mich wundert nur, dass Sie, sonst so etepetete, das ohne Latex-Handschuhe schaffen!

Columbus 28.11.2012 | 18:45

ad nikos2 28.11.2012 | 15:31

Lieber Nikos, abgesehen davon dass in der Frage HIV-Virus macht AIDS, z.B. Allopathen und Homöopathen mehrheitlich recht überzeugt sind, -der hier im Mittelpunkt stehende Jeremy Sherr plädierte sogar für einen klassichen wissenschaftlichen Ansatz zur Therapiekontrolle unter erschwerten Bedingungen, können sie sich so manche Fragen zu den Unterschieden ganz einfach erklären:

1)

Denken sie einmal an so etwas Einfaches wie eine entzündete und vereiterte Zahnwurzel. Es gibt Menschen die leben unter Umständen Jahre mit dem Entzündungsherd, ohne starke Schmerzen zu entwickeln (mal ein paar Stiche, wenn der Kaudruck zu stark wurde, mal ein dumpfes Gefühl, mal ein wenig Klopfschmerz, kommt man an den Zahn) ohne sich allgemein krank zu fühlen. Trotzdem muckert die Entzündung vor sich hin. Andere reagieren sofort mit heftigen Schmerzen im Kiefer und massiven Kopfscmerzen und sie fühlen sich, auf gut Deutsch, bescheiden.

2)

Warum wird in Europa anders und radikaler medizinsich behandelt, als in Afrika?

a) weil es Juristen gibt und Vorschriften, aber b) und wichtiger, weil in Europa die HIV-Infizierten, Mensch, Wohlstand und Medizin sei Dank, eine bessere Konstitution, eine bessere Physis aufweisen, wenn sie diagnostiziert werden. c) Weil mehr Geld da ist. d) Weil die medizinsche Versorgung ein dichtes Kontrollnetz zur Verfügung stellt, e) Weil hier, obwohl ebenfalls mächtige Lobbys daran sägen, die Medizin noch nicht Triage-artig (Auswahl nach verfügbaren, knappen Ressourcen) und nach dem Geldbeutel erfolgt.

Es gibt sicher noch mehr Gründe.

Also, HIV-Leugnung ist keine gute Idee. Das hat so eine fatale Analogie zur Leugnung des anthropogenen , menschengemachten Klimawandels, wobei die Kausalkette HIV-Infektion macht AIDS noch besser fundiert sein kann, weil sie weniger komplex ist.

Wie bei fast jeder schweren Erkrankung, gibt es auch Spontanheilungen. Sie selbst schreiben ja von bösartigen Tumoren. Aber bitte, das ist kein guter Gegenbeweis.

Wer HIV hat, der sollte sich Rat und Behandlung suchen, das ist viel sicherer, als auf Selbstheilung zu hoffen. Übrigens ist es auch für das persönliche Umfeld besser und zeugt von Verantwortungsgefühl.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Columbus 28.11.2012 | 19:11

Ich glaube langsam, lieber e2m, Daumier erfasst das Charakteristische doch:

http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Daumier,+Honor%C3%A9%3A+Die+gegnerischen+Anw%C3%A4lte

"which is indicative of treatment failure." - "Hinweisend auf..." So würde das auch ein Arzt und sturer Allopath hinschreiben.

Eine Vermarktung kann das ja nicht sein, weil Sherr, wie viele Homöopathen, von einer individualisierten Therapie ausgeht. Also was bei einem Patienten mit der gleichen Krankheit hilft, muss nicht beim anderen auch wirken.

Mensch, e2m, sie wissen das doch recht eigentlich, das dem "bösen" Sherr nichts ernsthaft Böses vorgeworfen werden kann. Wozu dann diese Aufregung?

Wenn es sie tröstet. Es bleibt ja noch die Chance auf die Zukunft, vielleicht finden sich ja ein paar mysteriöse "Leichen" im Keller (;-)).

Beste Grüße

Christoph Leusch

ed2murrow 28.11.2012 | 19:22

Liebe Anne, das "Wir haben uns alle lieb und gehen miteinander zivil um" hat sich spätestens dann aufzuhören, wenn es auf Leben und Tod geht. Das gilt gegenüber Big Pharma genauso wie für diesen dahergelaufenen Privatschulendoyen von eigenen Gnaden aka Sherr, so sie sich die Arroganz einräumen, "das Mittel" präsentieren zu können. Zumal wenn es auf dem Buckel von Menschen gewonnen wird, die sich wegen ihrer verzweifelten Lage sogar (Stichwort Indien, liebe Anne) transplantationsfähige Organe gegen Penunze aus dem Leib schneiden lassen.

thinktankgirl 28.11.2012 | 19:25

Jeremy Sherr ist mit seinem homöopathischen Ansatz nicht alleine:

Aids und Homöopathie in Indien

sicher alles nur gemeingefährliche und geldgierige Scharlatane:

1) Traditional Indian medicine and homeopathy for HIV/AIDS: a review of the literature.-

CONCLUSION:

This review exposes a broad gap between the widespread use of TIMH therapies for HIV/AIDS, and the dearth of high-quality data supporting their effectiveness and safety. In light of the suboptimal effectiveness of vaccines, barrier methods and behavior change strategies for prevention of HIV infection and the cost and side effects of antiretroviral therapy (ART) for its treatment, it is both important and urgent to develop and implement a rigorous research agenda to investigate the potential risks and benefits of TIMH and to identify its role in the management of HIV/AIDS and associated illnesses in India.

- 2) Homeopathy in HIV infection: a trial report of double-blind placebo controlled study

CONCLUSION:

The study suggests a possible role of homeopathic treatment in HIV infection in symptomatic phase, as evidenced by a statistically significant elevation of base line immune status in persistent generalised lymphadenopathy.

- 3) Controlled clinical trials evaluating the homeopathic treatment of people with human immunodeficiency virus or acquired immune deficiency syndrome

FINDINGS:

A total of five controlled clinical trials were identified. A double-blinded, placebo-controlled study was conducted on 50 asymptomatic HIV-positive subjects (stage II) and 50 subjects with persistent generalized lymphadenopathy (stage III) in whom individualized single-remedy homeopathic treatment was provided. A separate body of preliminary research was conducted using homeopathic doses of growth factors. Two randomized double-blinded, placebo-controlled studies were conducted with a total of 77 people with AIDS who used only natural therapies over a 8-16-week period. Two other studies were conducted over a 2.5-year period with 27 subjects in an open-label format.

SETTINGS:

The first study was conducted by the Regional Research Institute for Homeopathy in Mumbai, India, under the Central Council for Research in Homeopathy, with the approval of the Ministry of Health and Family Welfare, Government of India. The second body of studies was conducted in clinic settings in California, Oregon, Arizona, Hawaii, New York, and Washington.

RESULTS:

The first study found no statistically significant improvement in CD4 T-lymphocytes, but did find statistically significant pretest and post-test results in subjects with stage III AIDS, in CD4 (p = 0.008) and in CD8 (p = 0.04) counts. The second group of studies found specific physical, immunologic, neurologic, metabolic, and quality-of-life benefits, including improvements in lymphocyte counts and functions and reductions in HIV viral loads.

CONCLUSIONS:

As a result of the growing number of people with drug-resistant HIV infection taking structured treatment interruptions, homeopathic medicine may play a useful role as an adjunctive and/or alternative therapy.

-

ed2murrow 28.11.2012 | 19:38

Soso, Sie wollen also allen Ernstes weiterhin mit beruflichen Klischees retournieren bei etwas, was Sie selbst aus diesem oder jenem Grund nie selbst ausgeübt haben? Das wäre als solches schon traurig genug, wenn es Sie nicht auch noch und darüber hinaus an Textanalyse hindern würde. Teleologische Reduktionen (und jetzt nicht gleich bei wikipedia schnurken, gelle!) sind Ihnen damit genauso in der Theorie Fremdbegriffe wie in der Praxis. Aber Hauptsache, der Stil bleibt gewahrt. Selbst wenn es auf Leben und Tod wie bei AIDS geht.

ed2murrow 28.11.2012 | 19:53

Wenn das nicht eine Probe aufs Exempel für Irrlichtern wäre, wäre es nicht von TTG verfasst: Im ersten Link wird „Traditional Indian medicine and homeopathy for HIV/AIDS: a review of the literature“ als „abstract“ aus dem Jahr 2008 präsentiert, im Zweiten ein Aufsatz aus dieser gesamten evaluierten Literatur aus dem Jahr 1999.

Da setzte ich das Zitat entgegen, ebenda: „This review exposes a broad gap between the widespread use of TIMH therapies for HIV/AIDS, and the dearth of high-quality data supporting their effectiveness and safety:“

TIMH bedeutet „Traditional Indian medicine and homeopathy“ und dearth steht für Mangel; gap ist die Lücke. Wird sich angesichts dieses Befundes TTG (Mittteleuropäerin) als Testperson zur Verfügung stellen? Ich bin Optimist und wette auf: Never.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 28.11.2012 | 19:58

lieber Christof L. ich bewundere Ihr Engagement für die klareren Fakten. Aber wenn Sie vorurteilslos alle Fakten zum Thema heranziehen, dann kommen Sie, wenn Sie den Mut haben ehrlich zu sein, nicht umhin die massiven Widersprüche in der HIV-"Aids"-These zur Kenntnis zu nehmen. Wäre es denn so absolut weltfremd, wenn HIV und der Rest ein wirtschaftlich-poltisches Konstrukt wären?? ( wie Massenvernichtungswaffen im Irak, Pearl Harbour, der Kennedy-Mord und alle anderen false-flag- Operationen) Selbst die objektiv wissenschaftlichen Fakte sprechen gegen die HIV-Hypothese, selbst Montagnier widerspricht der HIV-Unheilbarkeits- Diagnose! Die deutsche Wissenschaftlichkeit spricht von einem HIV-Konsens ( das ist belegt, und kein Märchen) Wie kann es nur sein, dass kein einziger Kritikpunkt, diskutiert wird, oder widerlegt wird. Warum gab es keine Nachmarktkontrollen, wie vorgeschrieben. Warum eine Bangui- Definition ? Warum werden die Kreuzreaktionen nicht thematisiert, die "amtlich" sind beim HIV-Test ?? Woher der Fanatismus, wenn es um kritische Fragen zu "Aids" geht- warum keine offene Diskussion um Fakten ?? Das Ganze stinkt !! .... und es gibt belegbare Fakten (keine subjektiven Meinungen) die nicht widerlegt werden konnten, die auf ein falsches Konzept hinweisen: "die Aids-Rebellen"-sogar von der Filmbewertungsstelle in Wiesbaden als wertvoll bewertet ! "house of numbers", "I won't go quietly" -- Haben Sie einen dieser Filme gesehen ??? Wie kritisch haben Sie die "Gegenseite" erforscht, und versucht zu verstehen ??? Man muss den Mut haben, das bisherige "Weltbild" in Frage zu stellen- und nichts fällt dem Menschen schwerer... liebe Grüße, nikos

Columbus 28.11.2012 | 20:49

ad nikos2 28.11.2012 | 19:58

Nikos,

Spontanheilungen, seltene Eradikationen (völlige Beseitigung) des HIV-Virus, HIV-Infizierte ohne Therapie und sichtbare Krankheitszeichen (Ausscheider), sie existieren. Aber all das spricht nicht gegen die klaren Beweise für die Infektion.

Sie können das Virus aus befallenen und geschädigten Zellen isolieren, das ist ganz klassisch. Sie können (konnten) es durch Kontakt mit Patienten (Trägern, Wirten), oder deren Blut, bzw. Organteile, übertragen. Sie können die Wirkung auf Körperzellen genau darstellen.

HIV-Forschung ist, neben dem internationalen Panel zur Klimaforschung, derzeit die am weitesten globalsierte Forschung (Thanks B. and M.Gates und W. Buffett, ;-) ?).

Fanatismus gibt es. Vielfältig und von verschiedenster Seite, auch auf den Webseiten des dF. Mir ist aber Fanatismus grundsätzlich unsympathisch und persönlich ziemlich wurst. Sollen sich die Fanatiker die Finger wund schreiben.

Geldinteressen spielen, wir leben im Markt, immer eine wesentliche Rolle. Die Gelder, die die etablierte und an Firmen orientierte Forschung zur Verfügung hat, keine Frage, sind um ein Vielfaches höher, als alle Kritiker dieses Mainstreams zusammen bekommen.

Aber es ist eben nicht grundsätzlich so, dass nicht stimmt oder nicht stimmen kann, was mit viel ökonomischem Aufwand gefunden wurde. Bei HIV bin ich mir recht sicher, dass am Wissen um die Infektion und die Folgen nicht gezweifelt werden kann. Über die Chancen und Möglichkeiten einer Behandlung, sowie über die Risiken, muss und kann gestritten werden. Die Forscher treffen sich, bemüht um Konsens, die Regierungen ringen, die WHO drängt, die Öffentlichkeit streitet, mehr oder weniger sachlich.

Beste Grüße

Christoph Leusch

ad all:

Dies war nun mein letzter Kommentar zu diesem Blog. Ich bitte, weitere Einträge zu den Globuli die die Welt bedeuten, nicht so zu verstehen, als müsse man vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen und alles globalisieren.

Gerne bin ich bereit, zur Causa Sherr noch mitzulesen und an der Sache zu bleiben. Ich werde da aber nicht mehr eingreifen.. - Das Motto lautet: Beim Thema bleiben.

Ein paar Witzchen, trotz des ernsten Themas, habe ich mir erlaubt. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass Juristen meist ehrenwert sind und auch Homöopathen und Allopathen meist vernünftig.

In diesem Sinne: Guten Abend an alle

Christoph Leusch

thinktankgirl 28.11.2012 | 21:03

Wenn das nicht eine Probe aufs Exempel für Irrlichtern wäre, wäre es nicht von TTG verfasst: Im ersten Link wird „Traditional Indian medicine and homeopathy for HIV/AIDS: a review of the literature“ als „abstract“ aus dem Jahr 2008 präsentiert, im Zweiten ein Aufsatz aus dieser gesamten evaluierten Literatur aus dem Jahr 1999.

Da setzte ich das Zitat entgegen, ebenda: „This review exposes a broad gap between the widespread use of TIMH therapies for HIV/AIDS, and the dearth of high-quality data supporting their effectiveness and safety:“

Tja, das ist leider irreführend, da die zwei anderen aufgeführten Conclusions aus meinen Kommentar nicht angeführt werden:

- The study suggests a possible role of homeopathic treatment in HIV infection in symptomatic phase, as evidenced by a statistically significant elevation of base line immune status in persistent generalised lymphadenopathy.

- As a result of the growing number of people with drug-resistant HIV infection taking structured treatment interruptions, homeopathic medicine may play a useful role as an adjunctive and/or alternative therapy.

TIMH bedeutet „Traditional Indian medicine and homeopathy“ und dearth steht für Mangel; gap ist die Lücke. Wird sich angesichts dieses Befundes TTG (Mittteleuropäerin) als Testperson zur Verfügung stellen? Ich bin Optimist und wette auf: Never.

Tja, die Wette ist verloren. Bei der Diagnose Aids/HIV würde ich mich an meinen homöopathischen Arzt wenden + antivirale Phytotherapie + entsprechende Ernährung.

luggi 28.11.2012 | 22:34

Viele HIV-Betroffene leiden an der Papstdoktrin, kein Kondom zu benutzen. Mbeki ist doch irgendwie christlich religiös? Also ist doch die Virulenz des Papsttums schuld!?

Profundes Wissen: vielleicht reicht es aus, wenn du den Zitronensäurezyklus mit stoischer Vehemenz, gemischt mit einer gewissen Prise Unspezifigkeit, tanzen kannst.

Esowinkel in OBB? Wäre fast schön ... aber hier herrscht ja noch teilweise Mittelalter. Die glauben hier, eine gewisse Person namens Gott könnte ihnen bei der Beseitigung von Krankheiten helfen. Sie oralieren keine chemischen Mittel sondern gehen zu bestimmten Orten und murmeln vorgegebene Sätze aus einem Buch oder jene, die ihnen eine Person, gewandet in seltsamer Manier, vorsagt. Soviel an Nebensätzen und Nebensächlichkeiten.

oi2503 29.11.2012 | 09:56

„Okay?

Soll das ‚Okay‘ so viel heißen wie: „Gehen wir mal davon aus, dass das stimmte“?“

Ja. Es hat sich in meinem Bekanntenkreis mittlerweile das „okay“ für „passt schon; einverstanden“ eingebürgert. Ist allerdings erst seit schlappen 30-50 Jahren so, also: nicht verzagen.

„Kann man natürlich machen, aber „to cure (AIDS)“ bedeutet in der Medizin niemals das Gleiche wie „to treat (AIDS)“. Also wozu das Ganze.“

Genau darum ging es, um den Unterschied zwischen heilen und behandeln und wer das Wort wann wie warum und wofür benutzt. Dafür „das Ganze“: Begriffsklarheit.

ed2murrow 29.11.2012 | 09:59

Äh ja, ne, klar: Papst ist Christ, Papst will kein Kondom, Christen wollen kein Kondom. Netter Versuch, Dein Dreisatz.

Auch wenn das wahrscheinlich an der Kurzsichtigkeit eine Moles scheitern wird: Wenn Dich wirklich die Rolle von Religion im südlichen Afrika, speziell zu Mbeki und damit zu den Wurzeln des ANC interessieren sollte - hier eine trouvaille http://uir.unisa.ac.za/bitstream/handle/10500/4310/West.pdf?sequence=1

Gut Les

oi2503 29.11.2012 | 10:55

Lieber Christoph Columbus (was für ein blöder Witz)

ja, du hast recht, es ist nicht so ganz leicht in meinem Post zu erkennen, von wem was stammt. Die blöde kleine Eingabemaske hat mir nicht wirklich geholfen. Ich hoffe aber, mit dem Link hat es dann besser geklappt.

Du sagst „es ist eine typische Political correctness-Nummer,“. Das sehe ich anders. Hier geht es nicht (allein), mir jedenfalls nicht, um den Gebrauch oder Nicht Gebrauch der richtigen Wörter. Hier geht es um Anmaßung oder nicht, Verblendung oder nicht, Grenzen kennen und danach handeln oder nicht, … es geht „um Leben und Tod“ (e2m) und um Wissenschaft. Und wahrscheinlich noch um Vieles mehr.

„>>Und du sprichst auch vom „originalen Blogtext“.<<. Ja, das bezog sich auf das Textzitat, welches sowohl Merdeister, als auch die schärfsten Kritiker, z.B. „Telepolis“ (sic!), verwenden. Es ist ein einziger Satz, der nicht zweifelsfrei ausgelegt werden kann, weil er das eben nicht hergibt.“

Mir ging und geht es nicht um diesen einen Satz. Mir geht es um den Unterschied zwischen:

"So I am happy to go for a simple trial initially, with one arm of AIDS patients with homoeopathy and no ARV. There are plenty of statistics on ARV treatment and patients with no treatment at all that we can compare to. If we can prove that homoeopathy has any positive effect at all, we can move on to bigger and better things." (Sherr)

und

„So I am happy to go for a simple trial initially, treating AIDS patients who are not taking ARVs. There is no shortage of patinets who, although they have been offered ARVs, have chosen not to take them, usually because of the serious and debilitating side effects. There are plenty of statistics on ARV treatment and patients with no treatment at all that we can compare to. These are only preliminary thoughts, and any trial we undertake will be rigorously planned and ethically reviewed. If we can prove that homoeopathy has any positive effect at all, we can move on to bigger and better research.“ (Sherr)

Der Unterschied ist mehr als marginal. Warum die ursprüngliche Aussage revidiert wurde, darüber können wir beide lange grübeln und werden es nicht herausfinden.

"Sherr hat, nach den bisher vorliegenden Quellen, keinem einzigen HIV-Patienten wirksame Therapien (nach dem Stand der Allopathie-Medizin) vorenthalten und nur solche Patienten behandelt, die entweder keine antiretroviralen Medikamente bekommen, weil sie nach dem Stand der Wissenschaft damit nicht behandelt werden sollen oder aber solche Patienten, die eine Behandlung ablehnten."

sagst du in deinem Kommentar. Das liest sich für mich ganz anders als

„Aus den im Internet zugänglichen Berichten lassen sich keine Belege dafür finden, Jeremy Sherr habe jemals getan, was ihm nun immer wieder unterstellt wird, nämlich eine Monotherapie behandlungsbedürftiger und behandlungswilliger HIV-Patienten mit homöopathischen Präparaten durchzuführen oder auch nur zu propagieren.“ (Columbus)

Wenn ich das richtig lese, dann hat Sherr sich ursprünglich darauf gefreut genau das zu tun, auch um anschließend größere Vorhaben anzugehen. Im Sinne und für die Sache der H.? Skeptiker der ich bin und bleiben werde, schwingt das bei mir mit, wenn ich den Ursprungstext von Sherr lese. Warum er diese Studie dann, wie du schreibst – nicht durchgeführt hat, wie du dir so sicher sein kann, dass er niemals eine Monotherapie durchgeführt oder an ihr mitgewirkt hat, wirst du wissen. Mir erschließt sich das nicht.

Letztlich ist das aber wohl alles müßig, wir werden die Fragen, die sich mir da zumindest stellen, nicht lösen können. Es gibt für mich allerdings auch keinen Grund, sie nicht zu haben, zu stellen und sich Antworten zu wünschen.

„Die Frage, was an Torheiten und Trugschlüssen die notwendige Allopathie, zu der ich mich bekenne, mit fatalen und zahlreichen Ergebnissen produziert, ist da völlig außen vor“

Bin sofort bei dir, Zustimmung. Denn, noch einmal. es geht mir nicht um einen Streit - der im übrigen auch fruchtbar sein könnte - zwischen Schulmedizin und Homöopathie.



eldorado 29.11.2012 | 11:26

Hömopathie lässt sich nicht auf die gleiche Art testen wie die allopathischen Medis. Sie heisst ja auch Erfahrungsmedizin.

Ich selbst habe damit viele Erfahrungen gemacht und kenne auch andere. Bei mir heilten Krankheiten vollständig aus, die laut allopathischer Medizin nicht heilbar sind. Dort kann man nur mit Medis so einstellen, dass man mit der Krankheit besser leben kann.

Meine Motivation mich lieber der alternativen Medizin hinzuwenden war, dass ich mich lieber mit meiner Krankheit, als mit den Nebenwirkungen der Medis auseinandersetzen wollte.

Deshalb ist es nicht richtig zu sagen, diese oder jene Behandlung is richtig. Das sollte in der Entscheidung jedes einzelnen Menschen liegen. Deshalb ist eine sachliche Information aller möglichen Heilmethoden wichtig. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die verschiedenen Richtungen beginnen, allopathische Medizin und all die alternativen Richtungen, sich ernst zu nehmen und sich gegenseitig zu ergänzen. Gerade Sherr scheint auf diesem Weg zu sein.

Es ist ja auch möglich, dass er auch mal einen Fehler gemacht haben. Aber seien wir ehrlich, das machen die Mediziner auch.

Den krassesten Fall einer Heilung mit alternativen Medizin, den ich persönlich kenne. Ein junger Mann hatte 3 Krebsherde im Rückenmark, nicht operierbar. Seine Lebenserwartung war ohne Therapie ein paar Wochen, mit Therapie ein paar Monate. Er fing damit an. Nach ca. 14 Tagen hatte er genug von den starken Nebenwirkungen und ging in eine anthroposophische Klinik, die auf Krebspatienten spezialisiert ist. Er bekam dort das Iscador und daneben spritzten sie ihm Vitamine in die Krebsherde. Ein paar Monate später zeigte sich bei einer Untersuchung, dass keine Krebs mehr vorhanden war. Auch drei Jahre später war er noch immer frei davon und geht schon lange wieder seiner Arbeit nach.

Solche Fälle sollten aber nicht dazu verleiten, dass das nun der Weg für alle sei. Das ist, wie ich schon oben erwähnt habe, der Entscheid des Patienten sein. In dieser Klinik werden beide Arten der Behandlung angeboten und der Vorgang wird gründlich mit den Patienten besprochen.

thinktankgirl 29.11.2012 | 14:25

G.Biss28.11.2012 | 21:45

@thinktankgirl

In dem Fall bin ich um den Verlust einer Wette richtig froh: Sie selbst räumen damit ein, dass "antivirale Phytotherapie" bestenfalls ein Experiment ist.

Ich verstehe zwar nicht, wie Sie daraufkommen, ich würde eingestehen, daß „die antivirale Phytotherapie bestenfalls ein Experiment“ sei, wenn ich schreibe „Bei der Diagnose Aids/HIV würde ich mich an meinen homöopathischen Arzt wenden + antivirale Phytotherapie + entsprechende Ernährung.

Von Ihrer eingestandenen Sucht, mit dem eigenen Leben spielen zu wollen, bin ich allerdings überrascht.

Wer die Diagnose Aids bekommt, hat schon ausgespielt. Ihre Argumentation würde nur Sinn machen, wenn die schulmedizinische Behandlung immer zur Heilung führte.

Statt mit küchenpsychologischen Suchtdiagnosen, sollten Sie sich mal mit der Forschung beschäftigen:

Trotz immenser Fortschritte bei der Prävention und Therapie von HIVInfektionen besteht ein dringender Bedarf zur Identifikation und Entwicklung neuer anti-HIV-Wirkstoffe. Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine potente anti-HIV-Aktivität in wässrigen Blatt-Extrakten der Lippenblütler Melisse, Pfefferminze und Salbei nachgewiesen und deren Wirkmechanismus analysiert. Es zeigte sich, dass diese Extrakte rasch und nachhaltig die Infektiosität von HIV-1 in nicht-zytotoxischen Konzentrationen verminderten und dadurch die Virus-Fusion beeinträchtigten. Eine Extrakt-induzierte Erhöhung der Viruspartikel-Dichte stellt das wahrscheinliche Korrelat der viruziden Aktivität dar. Weiterführend konnten aus komplexen Lippenblütler-Extrakten einzelne Flavone mit hoher anti-HIV-Aktivität aufgereinigt und näher charakterisiert werden. Diese könnten eine innovative Basis für die Entwicklung neuer topischer Mikrobizide im Kampf gegen HIV darstellen.

Und was suchen die Pharmakonzerne wohl in Amazonien?

Eine ganz andere Bedrohung ergibt sich aus der genetischen Vielfalt im Regenwald, in der ein ungeheures Potential für neue Medikamente oder Nutzpflanzen steckt. Internationale Saatgut- und Pharmakonzerne betreiben hier derzeit eine beispiellose Aneignung von Natur, unterstützt durch fragwürdige Patentverfahren.

Z.B. das:

Review of Antiviral and Immunomodulating

Properties of Plants of the Peruvian Rainforest with a Particular Emphasis on Uña de Gato and Sangre de Grado

luggi 29.11.2012 | 20:41

Das Ding und der Inhalt deines Links ... hält doch keiner objektiven bewertung stand. Ein Gerald sonstwas von einer religiöstheologischen Schule macht was?

Sry, nicht nur in RSA wird die Gefahr von AIDS verharmlost (und in Europa wird für ungeschützten Geschlechtsverkehr im Prostituiertenbereich zusätzlich bezahlt).

btw, die Benutzung von Kondomen schützt auch vor venerischen Krankheiten

mklingma 29.11.2012 | 22:12

So wie ich den Text lese, hat Columbus nicht so sehr über Jeremy Sherr, nur am Rande über HIV und Afrika und überhaupt nicht für und wider Homöopathie geschrieben. Der Text handelt nach meinem Verständnis in erster Linie von der Verantwortung eines Autors, völlig egal ab Journalist oder Blogger, zu unterscheiden zwischen Überzeugungen und mit sorgfältiger Recherche belegten Argumenten. Es liegt sehr viel daran, nicht das eine für das andere auszugeben. Das sind, so finde ich, gerade hier sehr aufbauende, ermutigende Gedanken.

UnwiseNomad 29.11.2012 | 22:47

Diesem "verantwortungsvollen Autor" hätte es allerdings gut zu Gesicht gestanden, dem Leser nicht durch mantraartige Wiederholung des Ausdrucks "komplementäre Therapie" die Homöopathie als diskussions-, verbesserungs- oder sonstwaswürdig aufzunötigen.

Als "verantwortungsvoller Autor" hätte er schreiben sollen: Regt euch ab, Leute. Sherr hat Menschen, die sonst nicht mehr zu behandeln waren, ein paar harmlose Tropfen Wasser verabreicht und sich gewundert, warum man ihn dafür nicht mit Forschungsmitteln überhäuft hat.

Nicht auszudenken übrigens, wenn an der Homöopathie wirklich etwas dran wäre. So ab D12 dürfte jedes Element des Periodensystems und jede denkbare chemische Verbindung genau so häufig im Präparat zu finden sein wie die Ausgangssubstanz. Genau genommen: in jeder Dosis eine zufällige "Wirkstoff"-Kombi.

Noch hübscher ist die Idee, z.B. Gold auf C1000 (ja, das gibt es) zu potenzieren. Die Euro-Krise wäre nach sogfältigem Eindampfen im Handumdrehen gelöst!

gewissen 30.11.2012 | 01:40

Eine geläufige Redewendung "wäre schön" muss dienen, eine Unterstellung zu fundieren. Das folgende bla bla zur Ästhetik ist alberner Stuss.

"Um dieser "Anregung" Folge zu leisten, würde ich mehr erwarten als diese oberlehrerhafte Geste, die auf jeden eigenen Bezug verzichtet!" kommt in der Tat aus des Oberlehrers Kiste; warum jemand, der eine Frage stellt, dies nicht ohne einen "eigenen Bezug" - worauf ?- tun darf, ist der hohe Anspruch des Klugscheissers.

Martin Gebauer 30.11.2012 | 18:55

Drei Prozent der Weltbevölkerung sind mit Hepatitis C infiziert.

Bis heute sind nicht alle Übertragungswege bekannt ? bis zu 40 000 Euro für eine einjährige Therapie, ohne Erfolgsgarantie.

Genf ? Hepatitis C. ist ein globales Gesundheitsproblem. Allein in den USA sterben jährlich 25 000 Menschen an der schleichenden Lebererkrankung. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund drei Prozent der Weltbevölkerung mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert: 170 Millionen Menschen ? vier Mal mehr als mit dem Aids-Erreger HIV.Hepatitis C ist die gefährlichste Variante der durch Viren verursachten Leberentzündungen, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen können.

Es scheint, dass kein Interesse besteht, Forschungsaufträge und genügend Geld zu Verfügung zu stellen um ein effektives Mittel auf den Markt zu bringen. Kann auch sein, dass das jetzige Mittel zur Therapie HCV infizierter, ein einträgliches Geschäft ist.

Tatsache ist: Auch zwölf Jahre nach der Entdeckung des Hepatitis-C-Erregers gibt es noch keine verlässliche Therapie.

Wo bleiben sie nur, die Lobbyisten?

“Deutsches Hepatitis-C-Forum geht von viel höheren Zahlen aus, nämlich von knapp 900 000 Infizierten. "Die meisten sind völlig ahnungslos", sagt Vorstandssprecher Ingo d’Alquen und schätzt: "Nur jeder Fünfte weiß davon." Schuld daran sei die mangelnde Aufklärung, so d’Alquen weiter. Das Thema werde nach wie vor tabuisiert.“

http://www.welt.de/print-welt/article437523/WHO-Drei-Prozent-der-Weltbevoelkerung-sind-mit-Hepatitis-C-infiziert.html

Avatar
Ehemaliger Nutzer 03.12.2012 | 00:02

das war nicht eine sekunde eine invektive.

Indes zwischen HIV, dem Virus und Aids zu unterscheiden, wie bogensekunde es gemeint hatte wenig mehr als die Frage: soll denn nun das HI-Virus geheilt werden oder die Menschen die an AIDS erkrankt sind?

Das sollte vlt geklärt werden bevor man - ach, auch egal.

Was allerdings Sie geritten haben muß das Virus zu heilen oder zu behandeln wird auf Ewgikeit für so eine Wurst wie mich jedenfalls schleierhaft bleiben müssen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 03.12.2012 | 00:11

das ist ja kein methodenstreit hier:

hier scheint es darum zu gehen, wie man mit Schwersterkrankten mehrwertschöpfend umzugehen seinen will.

ja, werter Herr Columbus: uind ebenda hatte ich Protest angemeldet.

So fein Ihr Aufsatz auch geklungen haben mag: von einer Fürsorge für die Betroffenen Ihres Essays vermochte man darin nicht zu lesen:

eher von einer konzis fortgesetzten Verachtung Betroffener.

Und ebender mag man sich nicht anschließen wollen, weiß man tagtäglich, wieviel Geld man in Afrika mit AIDS zu verdienen gedenkt.