Bundespräsidentenwahl

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Am Mittwoch wird der Bundespräsident gewählt und da die Wahl zwischen Christian Wulff und Joachim Gauck (und Luc Jochimsen, aber das wäre nun wirklich mal ein politisches Sommermärchen) nicht nur zur zukunftsweisenden T-Kreuzung hochgejazzt wird, sondern gleichzeitig ein enges Rennen zu werden scheint, überschlagen sich die Medien mit Portraits, Kommentaren und Reportagen zur Wahl.

Dabei ist es zunächst einmal eine ganz praktische offene Prozedur, bei der jeder mitmachen darf, wie auf der Seite des Bundestages versichert wird: „Theoretisch ist jeder beziehungsweise jede Deutsche wählbar, sofern er oder sie das 40. Lebensjahr vollendet hat.“ Ob man den Bundestag wegen Ageism verklagen kann, ist dort leider nicht herauszubekommen. Sollte es in den ersten beiden Wahlgängen in der Bundesversammlung nicht zu einer absoluten Mehrheit für einen der Kandidaten kommen, gibt es eine dritte Runde. Da wird dann auch die Linke für Gauck stimmen, haben sie gesagt. Also, vielleicht unter Umständen. Jedenfalls NICHT für Wulff.

Über den niedersächsischen Kandidaten schreibt der Berliner Blogger Michael Spreng in seinem Blog sprengsatz.de als der „Zuckerwatte-Präsident“. Obwohl Christian Wulff und Jahrmarkt doch schwer unter einen Hut zu bringen sind. Vierzig ist er jedenfalls. Gerade so. Blogger Don Alphonso schreibt auf faz.net über die erschreckenden Parallelen zum Absolutismus.

Bei Spiegel online erklärt der Philosoph Richard David Precht den Lesern, was die Wahl über den Zustand der deutschen Demokratie aussagt. Und stellt die Frage, wie lange die Bürger dieser politischen „Daily Soap“ noch zuschauen werden. Gemessen an der Laufzeit von „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ vermutlich noch recht lang.

Auch die Freitag Community beobachtet und kommentiert das Geschehen rund um die Wahl. Community-Mitglied kay.kloetzer berichtet vom Leben „Oben Ohne“ in den Tagen seit Köhlers Rücktritt. Bald ist die kopflose Zeit ja glücklicherweise beendet, also schnell noch mal reinlesen. Freitag-Redakteur Tom Strohschneider hat in seinem Blog festgehalten, wie es war, als er eine Montagsdemo für den Kandidaten Gauck besuchte. Auch die Freitag Blogger Joachim Petrick und Jayne haben schon einige interessante Gedanken auf die Kandidaten verwandt.

Die treffen sich dann am 30. Juni morgens zum ökumenischen Gottesdienst. Danach halten alle Parteien kurze Fraktionssitzungen ab um sich dann um 12:00 zur ersten Wahlrunde einzufinden. Die wird nach dem aktuellen Plan gegen 14:00 ausgezählt sein, also sollten alle gegen 15:00 raus sein um sich rechtzeitig eine Bar in Mitte zu suchen und enttäuscht festzustellen, dass bei der WM spielfrei ist. Oder vielleicht wurde die Wahl auch eigens so gelegt, um eine größtmögliche Beteiligung zu erreichen.

Noch bleibt der Community ein bisschen Zeit, um sich dem Thema zu widmen und Einschätzungen und Hoffnungen aufzuschreiben oder Wettquoten zu ermitteln. Wir freuen uns auf weitere Beiträge zum Thema und natürlich auch auf die Nachlese zur Wahl.

Bitte bei allen Blogs zum Thema Bundespräsidentenwahl das Tag bpw verwenden, damit sie hier gesammelt abgebildet werden können.

Moritz, Maike, Tessa & Jan

16:04 28.06.2010
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