Spiel über Bande

Die FDP und der Antisemitismus Nach den jüngsten Äußerungen Jürgen Möllemanns und seiner Haltung zum Neu-Mitglied Karsli kann die Partei einen Zulauf verzeichnen
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Für Möllemann, dem eitlen Quertreiber, muss es eine demütigende Situation gewesen sein, als am vorvergangenen Wochenende der nicht weniger eitle Guido Westerwelle Kanzlerkandidat wurde. Noch vor etwas mehr als einem Jahr hatte sich der NRW-Landesvorsitzende selbst für diese höchst symbolische Position ins Gespräch gebracht. Da hatte Möllemann noch seine Chance gewittert, den Machtkampf zwischen Gerhardt und Westerwelle für sich ausnutzen zu können. Möllemann ist Werbefachmann genug, um nach der Niederlage bei der Kandidatenkür sogleich zu versuchen, eigene Themen zu setzen. Aus seiner Branche weiß er, dass auch Negativschlagzeilen Werbung sind. Mit der Debatte um Antisemitismus ist es der FDP gelungen, über das Parteitagswoch