Neujahrsansprache

CoLyrik - Seitenhiebe To-do-Listen für das neue Jahr können hilfreich sein, müssen aber nicht...
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Neujahrsansprache für wen auch immer

Mal ehrlich, auch wenn bei vielen zum Jahreswechsel das ein oder andere Glas mit alkoholfreiem Sekt nicht auf dem Plan stand, wäre es wohlmöglich sinnvoller gewesen auf Alkohol ganz zu verzichten und sofort mit der Agenda, der eigenhändig erstellten To-do-Liste zu beginnen. Ok. Ich kann nachvollziehen, dass man, wenn man nicht mehr ganz nüchtern ist, diverse Augenblicke, Szenen, Bilder eher ausblendet, die es im Alltag gibt. Man verdrängt vieles. Es gibt auch Menschen, die nie Alkohol trinken und Unvorstellbares völlig nüchtern vollbringen, das vielleicht mit Alkohol glücklicherweise friedlicher verlaufen wäre. Es kommt auf den Charakter jedes einzelnen an. Es gibt dermaßen viele Faktoren, die einen Menschen zu dem machen, was er ist und doch lässt viele diese Unruhe nicht los. Sie müssen es tun, ob es etwas bringt oder nicht. Sie nehmen sich zu Silvester vor ihr Lebenskonzept, aber auch das von anderen, komplett umzukrempeln. Vornehmen bedeutet nicht unbedingt Umsetzen und deshalb bleibt es auch oftmals bei Plänen, die niemals realisiert werden. „Gott-sei-Dank!“, denken da einige vermutlich spontan, die sich z.B. nicht vorstellen können, dass man im Winter bei plus 9 Grad Außentemperatur lange Unterhosen anzieht, nur weil es Familienmitglieder auf der Agenda stehen haben. Müllvermeidung und Feinstaubreduzierung – heutzutage oft auf der To-do-Liste fürs Neujahr. Spätestens am ersten Januar müssten sich eigentlich alle Hobbypyrotechniker eingestehen, dass sie die Umwelt mit ihrem persönlichen Feuerwerk zu Silvester erheblich belastet haben. Doch wo hört man auf und wo fängt man mit diesen „guten“ Vorsätzen an, die das eigene Befinden, aber auch das von anderen Menschen verbessern, sogar erträglicher machen sollen, könnten, würden, wie auch immer…

Manche scheitern schon daran, sich überhaupt zu entscheiden, welcher Punkt auf der To-do-Liste Priorität hat und wie viele Punkte überhaupt Sinn machen, dann diese auch wirklich im Laufe des neuen Jahres abzuarbeiten, ob nun alleine oder in Gesellschaft Gleichgesinnter. Das Leben ist nun mal kein trendiges, vegetarisches Mettbrötchen zum anfingern und liegenlassen oder wegwerfen, auch keine andere optische Täuschung wie Lamakacke oder Schafsköttel aus wiederverwertbaren Materialien wie z.B. Schokolade. Da kann man sich ruhig schon eingestehen, dass Fakes, die mir „weißgottwas“ vorgaukeln nicht wirklich auf Dauer glücklicher machen. Sie lenken nur kurz vom Alltag ab, wenn wir mit dem Finger auf andere zeigen, die es anders machen als wir, ob dies nun besser oder schlechter ist, muss man abwägen, ob jene damit die Welt retten oder sie zerstören. Im Kleinen sollten wir anfangen. Bitte jetzt an dieser Stelle nur nicht in der Nase bohren und im Eigenversuch erforschen, ob sich Negatives darin befindet. Im Inneren. Im eigenen Kopf. Dann lieber Fachleute auf die Liste setzen, die sich damit auskennen. Jeder kann rein theoretisch betrachtet alles Mögliche auf seine Liste setzen, um die Welt erträglicher zu machen. Jeder kann alles abhaken und auch nichts, wenn er alles, aber auch rein nichts, überhaupt nichts gemacht hat oder machen wird. Von Vorteil ist es, wenn man Haken auf der individuell verfassten Agenda setzen kann, die positive Änderungen bringen. Den fiesen Nachbarn zum Beispiel für das Allgemeinwohl in der Nachbarschaft zu entsorgen, ihn quasi im Dunkeln beim Zigarettenholen um die Ecke zu bringen oder ihn aus reinem Versehen, aber mit Bestimmtheit und Hinterlistigkeit die Kellertreppe herunterfallen zu lassen, wenn er die Kehrwoche im Putzfimmel-Wahn macht. Das Wort: Genickbruch kann also auch auf der individuell verfassten To-do-Liste stehen, muss aber nicht. Bei einigen steht natürlich überhaupt nichts auf der Agenda, weil sie genau wissen, dass sie mit dem Schreiben nicht mehr fertig werden oder dass das Ganze nur schriftliches Blabla ist. Wenn das Blabla kein Blabla wäre, dann würden sich einige anstrengen, um alles umzusetzen, aber andere aus Prinzip nicht. Es ist öfters komplizierter wie gedacht oder einfacher wie erhofft, ob nun im Privatem, Öffentlich-Rechtlichen oder in der Politik. Oftmals scheitert es wahrlich an Banalem, wie das Überwinden von Macken, Kanten und Eckpfeilern des eigenen Egos. Selbstverständlich können wir im Laufe dieses Jahres nicht alles abarbeiten, kommt wohl darauf an, wie lange so eine To-do-Liste tatsächlich wurde. Es gibt Menschen, die schreiben wichtige Dinge auf, aber das war es dann auch schon. Nichts passiert oder es geschehen plötzlich Abläufe, die dadurch sogar zu sogenannten Kettenreaktionen führen, die man dem ein oder anderen wahrlich nicht zugetraut hätte, als er sie zuvor auf seine persönliche Liste setzte. Einige, auch viele und sehr viele Menschen sind eigentlich immer eine Herausforderung für wen auch immer und dies unabhängig davon, ob sie nun zum Jahreswechsel eine persönliche Liste verfassten, die das Leben anderer beeinflussen könnte, so auch To-do-Listen von Terroristen, die als wichtigsten Punkt: „Vernichtung von Unschuldigen egal wie auch immer“ vermutlich stehen haben, vielleicht auch nicht. Ich kenne keine To-do-Listen von Terroristen, du? Egal oder auch nicht. Denken ist reine Glückssache, sagt man doch im Volksmund.

Es wäre schon schön, wenn auf jeder Liste stehen würde, dass man anderen Menschen keinen Schaden zufügt, aber dies ist und bleibt Wunschdenken von vielen, aber nicht von allen…

Allen mit und ohne To-do-Liste ein gutes Gelingen, Durchkommen durch das Jahr 2017-mal mit mehr oder weniger Erfolg.

Beste Grüße

Ein Mensch

16:40 06.01.2017
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Geschrieben von

Corina Wagner

Wer das Wort Alphabet buchstabieren kann, ist noch kein/e Autor/in. (C.W.)
Corina Wagner

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