Tag der Evolution

CoLyrik - Seitenhiebe Glückwunsch und nun...
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Tag der Evolution

Herzlichen Glückwunsch! Ich gratuliere zum Internationalen Tag der Evolution.
Und nun?

Ich stelle mich zunächst kurz vor. ;-)

Mein Name und meine Hautfarbe, auch Herkunft sind im Moment völlig uninteressant. Von Bedeutung ist vielleicht, dass ich ein weltoffener, toleranter Mensch bin, könnte weiblich oder männlich sein, aber auch ein Transgender. Jeder Mensch kann heute gratulieren, wenn er will und zumindest hier in Deutschland auch seine Meinungsfreiheit nutzen.

Was wünscht man sich an so einem Tag, der seit über einem Jahrhundert bereits gefeiert wird. Viele Gedanken schwirren da durch den einen oder anderen Kopf, wenn man der Wissenschaft zugewandt ist und weltoffen agiert. Zu verdanken haben wir das ganze Evolution-Feiergedöns dem Buch „Die Entstehung der Arten“ von Charles Darwin, das 1859 erstmals erschien. Danach gab es immer wieder aufs Neue religiösen Wirbel, Konflikte wegen der Schöpfungsgeschichte und wissenschaftlichen Thesen, die belegen, dass wir vom Affen abstammen. Die Wissenschaft setzt auf den einfachen Verstand im Menschen, der manchmal in bestimmten, sogenannten religiösen Gehirnarealen völlig lahmgelegt wird, wenn der Betroffene zu religiös agiert. Ganz nach dem Motto „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ können die Leute rein theoretisch betrachtet quasi eigentlich alles glauben, was sie wollen, denn man sagt ja auch im Volksmund, dass der Glaube Berge versetzt. Stimmts? Vielleicht auch nicht, könnten Skeptiker denken.

Versetzt der Glaube auch Menschen, die evolutionsbedingt vermutlich einen Gendefekt haben, der zu gelebtem Rassismus führt? Und wenn ja, wo hin? An die Grenze des Möglichen? Redet man mit ihnen dann in therapeutischen Dosen Tacheles? Soll man sich an dem Tag der Evolution großangelegte Heilstätten für Rassisten wünschen. Was soll man sich für die Zukunft erhoffen, zu gern haben? Etwa das Aussterben von Rassisten? Ja, sagen die einen. Nein, die anderen. Alle Menschen haben ein Recht auf Leben, auch jene die das nationalistische Gen im Körper tragen. Wie funktioniert dann eine natürliche Selektion, so dass sich die Population der Rassisten besser an ihre Umwelt anpasst, an diejenigen, die ohne Hass und Fremdenfeindlichkeit leben wollen? Eine knifflige Aufgabe, die die Wissenschaft in den kommenden Jahren vermutlich beschäftigten wird, denn Lebewesen passen sich neuen Umweltbedingungen an, wenn sie überleben wollen. Darwin erkannte bereits damals, dass im Kampf ums Dasein nur die Varianten überleben, die sich an neue Umweltbedingungen am besten angepasst haben. Deshalb begegnet man manchmal Rassisten in Postionen, wo man sie jetzt im hier und heute nie und nimmer vermutet hätte und das macht dem ein oder anderen weltoffenen, friedlichen Menschen berechtigterweise ein bisschen Angst. Es ist die Angst vorm Tod, dem Verschwinden der eigenen Art, dem Aussterben von Menschen, die gegen Vorurteile kämpfen, sich u.a. zum Erhalt der Menschenwürde einsetzen und sich für Toleranz stark machen.

Mit freundlichem Gruß

Ein weltoffener Mensch

24. November 2017, © CoLyrik

21:10 24.11.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Corina Wagner

Wer das Wort Alphabet buchstabieren kann, ist noch kein/e Autor/in. (C.W.)
Corina Wagner

Kommentare 14

Dieser Kommentar wurde versteckt