Herman van Veen / „im augenblick“. universal music 2009

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Köln-Ehrenfeld (ein Gebet an die Toleranz)

Gott sei Dank ("wir alle werden älter … einige merken es bloss weniger")

Mama (… ja …)


(Foto: www.hermanvanveen.com)

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AMSTERDAM

HIER UNTEN AM DEICH

KÖLN-EHRENFELD

BEI MIR

GOTT SEI DANK

NACH HAUSE

MAMA

MÄNNER, MÄNNER

GOTT IST DER WIND

CIAO

WIE FRÜHER

WAS KANN ICH FÜR DICH TUN

Der Clown mit der roten Nase hatte 2009 ein neues Album veröffentlicht. Beim hinein Hören weiss man, nur ein Bruchteil seines Talents wird man hier erhalten. Die Konzerte des Künstlers sind nahezu alle ausverkauft. Die Mischung von Schauspiel, Gesang und zeitkritischen Texten sind Garant für eine treue Besucherschar, mittlerweile über Jahrzehnte hinweg.

Das ist es, was Herman van Veen ausmacht. Er schafft es mit auch unangenehmen Themen Massen anzusprechen, in einer Zeit, in der dieses nicht so einfach ist.

„Köln-Ehrenfeld“ ist ein Gebet an die eigene Toleranz und das Miteinander. Der in Deutschland heftig diskutierte Moscheenbau mit all seinen Irritationen. Das eindringliche Mantra -was man hier hört, was man hier sieht, ist der gelebte unterschied- setzt sich gekonnt in das Gewissen der Hörers fest. Die Instrumentierung ist nach meinem Geschmack zu opulent. Die Eindringlichkeit der mächtigen Worte und Stimme verliert an Kraft. Zu jedem Song gibt es in dem Booklet eine kleine Bleistiftillustration mit einem kurzen Kommentar des Sängers, der hier lautet: Wenn jeder anders ist, ist dann nicht jeder gleich ?

„Gott sei Dank“ kommentiert van Veen mit den Worten: 53 Prozent unseres Publikums sind inzwischen gestorben. Wir, wir haben Schwein.

Er singt über das Altern, nach wie vor seine Ambivalenz in den Texten: „(…) träum nicht von einem blöden Paradies. // Gott sei Dank“.

„Nach Hause“, hier setzt sich das sehr persönliche Album mit van Veens Gedanken über seine Kinder fort ...

... um mit „Mama“ den Höhepunkt deutschsprachiger gesungener Poesie zu erreichen,Poesie, die sich an Mütter erinnert, fernab von Heintje-Schlager-Klischees. Es erstaunt schon, dass es Künstler gibt, die Dinge in Worte zu fassen vermögen … die so seltsam berühren.

Das Album begleitet den Hörer in die persönliche Welt des mittlerweile gealterten Herman van Veen. Auf dieser Reise erkennt man sich selbst mit dem was man erlebt hat oder auch erleben wird – je nach dem.

Der Winkel der Betrachtung ist der eines Kindes … manchmal eines -verrückten- Erwachsenen. Verrückt … an der richtigen Stelle … was die Gesellschaft also zulässt … was wir auch manchmal Genial nennen.

Eine ältere Komposition zum Einstimmen:

„Dieu est le vent“






10:27 04.06.2010
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Geschrieben von

correctmanonearth

partly stable ..
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